Von Wieland Backes bis Thomas Gottschalk - die Stars der Öffentlich-Rechtlichen werden von sofort an digital übertragen. Fotos WDR/dpa/SWR/NDR



 
 



Startschuss für digitales TV
Was man über DVB-T wissen sollte
 

Abschied vom analogen Antennenfernsehen, was bedeutet das für die Bürger? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

In Berlin können die Bürger bereits seit Anfang August 2003 über Antenne digitales Fernsehen empfangen. In Stuttgart ist es seit heute so weit. Das Problem: immer noch wissen viele Verbraucher nicht, was auf sie zukommt - und ob die Umschaltung auf DVB-T sie überhaupt betrifft. Unterstützt von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg haben wir noch einmal die wichtigsten Informationen zusammengestellt.

Was ist eigentlich DVB-T?

Die Abkürzung DVB-T steht für Digital Video Broadcasting-Terrestrial, also terrestrisches Digitalfernsehen. Anders als beim digitalen Kabel- oder Satellitenfernsehen wird das digitale Signal bei DVB-T über eine Dach-, Außen- oder Zimmerantenne empfangen. Da es sich für tragbare Empfangsgeräte eignet, wird es auch "Überallfernsehen" genannt.

Warum wird das analoge Antennenfernsehen abgeschaltet?

Bei der analogen Fernsehübertragung kann auf einem Kanal nur ein Programm gesendet werden. DVB-T erhöht diese Quote auf vier Programme pro Kanal. Für den Nutzer hat das den Vorteil, dass ihm mehr Sender angeboten werden können. Außerdem verbessert sich die Ton- und Bildqualität. Für die öffentlich-rechtlichen Anbieter bringt die neue Technik langfristig eine Kostenersparnis und erhöht die Konkurrenzfähigkeit gegenüber Satellit- und Kabelfernsehen.

Wie kann ich DVB-T nutzen?

Verbraucher müssen sich im Handel eine so genannte Set-Top-Box besorgen, die das digitale Signal entschlüsselt, und diese mit Fernseher und Antenne verbinden. Oft reicht dabei eine Zimmerantenne aus. Inzwischen gibt es im Handel bereits Fernseher, in denen die Set-Top-Box integriert ist.

Wann ist DVB-T interessant für mich?

Wer schon zuvor über eine Antenne Fernsehen empfangen hat, der profitiert von der neuen Technik besonders. Im Großraum Stuttgart sind das allerdings nur rund drei Prozent der Nutzer. Sie empfangen von heute an elf statt bisher drei öffentlich-rechtliche Programme. Aber auch für andere Verbraucher kann sich DVB-T lohnen: Wem Kabelfernsehen zu teuer ist und die Satellitenschüssel zu hässlich, fährt mit der terrestrischen Lösung gut - allerdings darf es einem nichts ausmachen, auf die privaten Programme zu verzichten. Pro Sieben, RTL und Co. beteiligen sich nicht an dem neuen Dienst. Auch für die Besitzer von Zweitgeräten ist DVB-T interessant.

Welche Sender kann ich empfangen?/b>

Die Nutzer können zwischen elf öffentlich-rechtlichen Programmen wählen: ARD, ZDF, die dritten Programme Südwestfernsehen, Hessen-Fernsehen, Bayerisches Fernsehen und WDR-Fernsehen. Hinzu kommen Arte, Phoenix, Eins Plus sowie im zeitlichen Wechsel ZDF-Infokanal und 3Sat sowie ZDF-Dokukanal und den Kinderkanal Kika. Außerdem können die Verbraucher den Datendienst ZDF-Digitext abrufen. Die privaten Sender beteiligen sich wie gesagt nicht.

Was kostet mich das digitale Fernsehen?

Wie zuvor beim analogen Fernsehen muss der Verbraucher auch in Zukunft nur die normale Gebühr an die Gebühreneinzugzentrale (GEZ) zahlen. Eine weitere Pauschale fällt nicht an. Hinzu kommen die einmaligen Kosten für die Set-Top-Box. Pro Fernsehgerät wird eine Box benötigt. Die Angebote gehen bereits bei 45 Euro los, Zimmerantennen bekommt man schon für zehn Euro.

Habe ich überhaupt Empfang?

In Stuttgart sollte man überall Empfang haben - in ungünstigen Lagen oder Hinterhöfen kann es aber sein, dass das Signal zu schwach für eine Zimmerantenne ist. Wer es genauer wissen will: auf der Seite www.ueberallfernsehen.de/empfangsprognose.html kann man seine Postleitzahl eingeben und erhält eine Empfangsprognose.

Wo kann ich DVB-T überall empfangen?

DVB-T ist nicht an einen festen Standort gebunden. Wer will, kann auch im Garten mit Hilfe von Antenne und Set-Top-Box seine Lieblingsserie gucken. Auch auf dem ausgerüsteten Laptop (siehe nebenstehenden Artikel) oder im Auto kann man fernsehen. Der Sender am Frauenkopf versorgt das Gebiet 40 Kilometer um sich herum. Der Radius erstreckt sich im Osten bis Schwäbisch Gmünd, im Süden bis Kirchheim, Reutlingen und Herrenberg, im Westen bis Pforzheim und im Norden bis Heilbronn.

Wie kann ich feststellen, welche Antenne ich benötige?

Auch darüber gibt die Seite www.üeberallfernsehen.de/empfangsprognose Aufschluss. Auf einer Karte können die Nutzer abgestuft nach Farben sehen, ob eine Zimmerantenne ausreicht oder eine Außen- oder Dachantenne notwendig ist. Allerdings ist der Maßstab der Karte ziemlich groß. Es könnte noch zu Überraschungen kommen. Elektrofachbetriebe können messen, welche Antenne erforderlich ist. Im Allgemeinen gilt: je näher die Wohnung zum Frauenkopf gelegen ist, desto besser ist der Empfang.

Muss ich eine vorhandene Dachantenne neu ausrichten?

Das kommt darauf an. Wenn die Dachantenne bereits in Richtung Frauenkopf zeigt, ist sie bereits startklar für DVB-T. In bestimmten Stadtteilen wie Feuerbach, Wangen oder Stuttgart Süd kann es sein, dass eine Neuausrichtung durch einen Antennenfachmann notwendig ist. In diesem Fall kann es sich lohnen, auf die Zimmerantenne umzusteigen. Am besten man probiert aus, ob man Empfang hat, indem man das Antennenkabel mit der Set-Top-Box verbindet.

Was passiert mit meinem analogen Anschluss?

Im Großraum Stuttgart haben die Verbraucher etwas länger Zeit, um sich auf die neue Technik einzustellen. Wegen der Fußball-Weltmeisterschaft gewähren die Rundfunkanstalten den Bürgern eine Schonfrist von sechs bis acht Wochen, in denen das analoge Signal noch ausgestrahlt wird.

Ich gucke Fernsehen über Kabel oder Satellit. Was ändert sich für mich?

Nichts. Die Umstellung auf DVB-T hat keinen Einfluss auf den Empfang von Kabel- oder Satellitenfernsehen - auch nicht, wenn das Signal analog übertragen wird.

Viola Volland
22.05.2006 - aktualisiert: 05.09.2007, 20:40 Uhr
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