The Witcher

Neues vom Hexer

Thomas Schneider, veröffentlicht am 14.11.2007
Foto: Atari

Vor rund vier Jahren erschien im Fahrwasser der Tolkien-Verfilmungen zum ¸¸Herrn der Ringe" ein Actionrollenspiel mit dem Titel ¸¸Die Rückkehr des Königs". Bis heute ist dieses technisch zwar überholte, aber noch immer begeisternde PC-Spiel nicht vom Thron gestoßen werden. Bis jetzt. Nun hat The Witcher, ein Fantasyspiel (von Atari, für PCs mit Windows XP oder Vista) die Regentschaft übernommen.

The Witcher
Foto: Atari
Im Zentrum des Spiels steht der Hexer Geralt von Rivien. Ihm und einer schönen, rothaarigen Begleiterin Triss Merrygold folgen wir in eine Welt, die noch einen Tick dunkler als Mittelerde ist. Menschen, Elfen und Zwerge befinden sich in einem Krieg gegen Monster und böse Magier. Unterstützung ist da dringend nötig - wohin aber sind der Hexer und seine Gleichgesinnten verschwunden? Kann Geralt den Untergang der Welt aufhalten - oder ist er gar selbst an der nahenden Katastrophe beteiligt?

Die Geschichte selbst überrascht nicht, denn sie ist genretypisch angelegt, wohl aber ist die Umsetzung so hautnah und stimmungsvoll gelungen, dass man sich in einem vom Spieler steuerbaren Film wähnt. Mit einem speziellen Aufnahmeverfahren (Motion Capturing) werden dabei die Filmbilder fast nahtlos in die Spielhandlung integriert. Viele Figuren wurden von echten Schauspielern dargestellt - eine Technik, die übrigens auch Peter Jackson in seinen Mittelerde-Filmen einsetzte.

Einen solchen Effekt erlebten wir vor vier Jahren auch bei "Die Rückkehr des Königs". Damals waren die Spiel-Levels fließend mit Szenen aus den Verfilmungen verwoben. Das Ergebnis war für die damalige Zeit großartig, doch aus der Sicht von vier vergangenen Jahren zeigt sich, dass das Ende der Entwicklung da noch lange nicht erreicht war.

Bei The Witcher ist das Ergebnis atemberaubend. Andere Fantasyspiele - schon gleich die Onlinespiele wie World of Warcraft oder ¸¸Herr der Ringe Online" - erreichen eine solche Authentizität nicht ansatzweise. Die Spielfiguren zeigen filmische Bewegungen und Mienenspiele. Zwar sind auch jetzt noch Wechsel zwischen der optisch ein wenig einfacheren Spielhandlung und den gerenderten Zwischensequenzen zu erkennen, aber an vielen Stellen ist der Übergang kaum noch wahrnehmbar.

Doch nicht nur technisch und optisch mag The Witcher zu überzeugen. Auch die Nutzerführung ist vorbildlich: Drei Schwierigkeitsstufen, unterschiedliche Steuerungsmöglichkeiten, eine lange, epische Handlung und ein kinderleichtes Kampfsystem runden den guten ersten Eindruck ab. Besonders elegant gelöst ist die wahlweise Steuerung mit der Maus oder mit der Tastatur. Wer sich für die Maus entscheidet, muss fast kaum noch zu den Tasten greifen - nur beim Wechsel zwischen manchen Schlagarten im Kampf beispielsweise geht es mit Tastendruck leichter.

Technisch gibt es dennoch ein paar Unzulänglichkeiten. Zunächst einmal sollte unbedingt nach der Installation der aktuelle Patch von Ataris Website geladen werden. Derzeit ist dies die Version 1.1a, die hier geladen werden kann. Trotz diesem Bugfix hatten wir mit stellenweise mit Aussetzern und Programmabbrüchen zu kämpfen. Es ist auf allen Fällen zu empfehlen, keine weiteren speicherintensiven Programme im Hintergrund geöffnet zu haben. Das Spiel läuft ausschließlich unter Windows XP und Vista. Idealerweise sollte ein modernen Duo-Core-Prozessor oder ein vergleichbarer Konkurrenzchip den PC antreiben. Der Arbeitsspeicher sollte 2 GB und die Grafikkarte mindestens 256 MB Speicher aufweisen. Zur Installation des Spieles sind 8,5 GB Platz auf der Festplatte nötig.

Pluspunkte sammelt das Spiel übrigens bei dem hevorragenden Soundtrack, den die Band Nightwish einspielte. Auch hier zeigt sich das Spiel als würdiger Erbe: einen Vergleich mit den vielfach prämierten Filmmusiken aus der Tolkien-Trilogie muss diese Tonarbeit nicht fürchten. Allenfalls die Orchestrierung ist bei Jackson/Tolkien ein wenig bombastischer.

Kurzum: The Witcher tröstet alle Tolkienfans, die noch immer auf eine neuerliche Verfilmung hoffen. Bei den Fantasy-Rollenspielen muss dieses Spiel ohnedies sich mit keinem Konkurrenten messen. Für Fans, die gerne mit Schwert und Bogen durch düstere und mystische Lande ziehen wollen, vermutlich das beste Weihnachtsgeschenk.

Verlosung:
Zusammen mit dem deutschen Publisher Atari verlosen wir 2 Fantasyromane, 2 Soundtracks und eine Limited Edition des Spieles. Um an dieser Verlosung teilnehmen zu können, senden Sie bitte die Antwort auf die unten stehende Gewinnfrage per Mail an gewinnspiel@multimedia.zgs.de. Ihre Mail muss bis zum 30. November bei uns eintreffen. Die Gewinner werden per Mail benachrichtigt - geben Sie also bitte ein von Ihnen häufiger genutzte Adresse an.

Die Gewinnfrage:

Bei welchem der hier genannten Titel handelt es sich nicht um ein Werk der Fantasyliteratur?

a.) Der Herr der Ringe
b.) Die Nebel von Avalon
c.) Die Kanonen von Cordoba
d.) Das Mädchen von Shannara

Viel Spaß beim Mitmachen!
 

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