Stuttgart 21
Bauflächen gehen gut
Mathias Bury, aus der StZ vom 10. Januar 2008, veröffentlicht am 09.01.2008
Stuttgart - Seit der Entscheidung für den Bau von Stuttgart 21 ist Schwung gekommen in die Vermarktung der Brachflächen hinter der Landesbank. Fünf Grundstücke hat die Bahn inzwischen schon verkauft, auf dreien sollen noch in diesem Jahr die Bagger anrücken.
Lange Jahre hat die Deutsche Bahn die Grundstücke auf dem Stuttgart-21-Gelände hinter der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) angeboten wie Sauerbier. Seit der Projektentscheidung im Juli in Berlin ist aber viel Bewegung gekommen in die Vermarktung des insgesamt 16 Hektar umfassenden Brachlands an der Heilbronner Straße.
Außer einem zentralen Grundstück, das sich die Stadt schon 2003 für den Bau der geplanten Bibliothek 21 gesichert hat, konnte die Immobilientochter der DB unterdessen vier weitere Flächen verkaufen. Einen neuen Eigentümer hat auch der unmittelbar neben der Bibliothek 21 gelegene Bauplatz, ebenso das Grundstück an der Ecke Heilbronner Straße/Wolframstraße, wo ein bis zu 60 Meter hohes Gebäude entstehen soll.
Greifbarer sind zwei Vorhaben, die sich unmittelbar an die vorhandene Bebauung der LBBW und ihrer Tochter Südleasing anschließen. Auf dem ersten Grundstück entlang der heutigen Gleisanlagen will die Münchener Reiß&Co.RealEstate ein Gebäude mit einem hohen Anteil von Wohnungen errichten. "Wir haben uns bewusst für modernes, urbanes Wohnen entschieden", sagt Oliver Reiß. Entstehen sollen "anspruchsvolle, gehobene Wohnungen", über deren genaue Zahl der laufende Architektenwettbewerb entscheiden wird, dessen Ergebnis Anfang April vorliegen soll.
Investor Reiß ist "absolut überzeugt" von dem Standort und dem künftigen Umfeld. In Stuttgart fehlten Grundstücke für qualitativ guten, innerstädtischen Wohnungsbau. "Zehn Minuten bis zur Königstraße", dazu die Bibliothek 21 nebenan, ein Einkaufszentrum an der Wolframstraße - "besser geht’s kaum", so Reiß. Selbst die Tatsache, dass bis zur Fertigstellung von Stuttgart 21 im Jahr 2019 nebenan auf den oberirdischen Gleisen Züge fahren werden, stört den gebürtigen Schwaben nicht. Die Wohnungen könne man durch eine Büronutzung abschotten. Wenn es nach dem Zeitplan von Oliver Reiß geht, werden auf dem Bauplatz schon Ende dieses Jahres oder doch Anfang 2009 die Bagger anrollen.
Direkt hinter der LBBW plant deren Immobilien-Tochter den Bau ihrer neuen Zentrale (wir berichteten). Platz für 600 Mitarbeiter soll entstehen, dazu Flächen für Einzelhandel, Gastronomie und Wohnungen. Auch bei der LBBWImmobilien läuft ein Architektenwettbewerb mit renommierten Teilnehmern. Bei dem Immobilienunternehmen geht man davon aus, dass "in der zweiten Hälfte des Jahres" mit dem Bau begonnen werden kann, sagt die Sprecherin Brigitte Reibenspies. Bis dahin muss geklärt werden, wie die LBBW-Tochter eine zentrale Vorgabe des Bebauungsplans einhalten kann. Der Gemeinderat hat darin festgeschrieben, dass die Gebäude auf den vier Grundstücken zwischen der Bibliothek 21 und der heutigen Gleisanlage einen Wohnungsanteil von 50 Prozent haben müssen. Während es bei der Stadt heißt, das Projekt von Reiß&Co.Real Estate liege mit etwa 75 Prozent über diesem Wert, erreicht die LBBWImmobilien diese Marke nicht.
Allerdings zeichnet sich in der Frage eine Lösung ab, da die 50 Prozent Wohnungen nur im Schnitt der vier Gebäude geschaffen werden müssen. Die LBBWImmobilien plant, die vierte, noch nicht verkaufte Fläche des Quartetts für Wohnungsbau zu erwerben. "So können wir dem Bebauungsplan gerecht werden", sagt Brigitte Reibenspies. Das Grundstück wird aber bis zur Fertigstellung von Stuttgart 21 als Logistikfläche gebraucht.
Von besonderem Interesse wird sein, was der internationale Bieterwettbewerb für die drei Flächen entlang der Wolframstraße erbringen wird. Dort soll bekanntlich ein großes, aus drei Baukörpern bestehendes Einkaufszentrum mit einer Einzelhandelsfläche von 50.000 Quadratmetern entstehen. Konkreter als die Zukunft des umstrittenen, früher unter dem Namen Galeria Ventuno vermarkteten Projekts sind da die Pläne der Stadt. Auch sie will noch Ende dieses Jahres mit dem Bau der Bibliothek 21 beginnen. Der 75 Millionen Euro teure Bau soll Mitte 2011 in Betrieb gehen.
Lange Jahre hat die Deutsche Bahn die Grundstücke auf dem Stuttgart-21-Gelände hinter der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) angeboten wie Sauerbier. Seit der Projektentscheidung im Juli in Berlin ist aber viel Bewegung gekommen in die Vermarktung des insgesamt 16 Hektar umfassenden Brachlands an der Heilbronner Straße.
Außer einem zentralen Grundstück, das sich die Stadt schon 2003 für den Bau der geplanten Bibliothek 21 gesichert hat, konnte die Immobilientochter der DB unterdessen vier weitere Flächen verkaufen. Einen neuen Eigentümer hat auch der unmittelbar neben der Bibliothek 21 gelegene Bauplatz, ebenso das Grundstück an der Ecke Heilbronner Straße/Wolframstraße, wo ein bis zu 60 Meter hohes Gebäude entstehen soll.
Greifbarer sind zwei Vorhaben, die sich unmittelbar an die vorhandene Bebauung der LBBW und ihrer Tochter Südleasing anschließen. Auf dem ersten Grundstück entlang der heutigen Gleisanlagen will die Münchener Reiß&Co.RealEstate ein Gebäude mit einem hohen Anteil von Wohnungen errichten. "Wir haben uns bewusst für modernes, urbanes Wohnen entschieden", sagt Oliver Reiß. Entstehen sollen "anspruchsvolle, gehobene Wohnungen", über deren genaue Zahl der laufende Architektenwettbewerb entscheiden wird, dessen Ergebnis Anfang April vorliegen soll.
Investor Reiß ist "absolut überzeugt" von dem Standort und dem künftigen Umfeld. In Stuttgart fehlten Grundstücke für qualitativ guten, innerstädtischen Wohnungsbau. "Zehn Minuten bis zur Königstraße", dazu die Bibliothek 21 nebenan, ein Einkaufszentrum an der Wolframstraße - "besser geht’s kaum", so Reiß. Selbst die Tatsache, dass bis zur Fertigstellung von Stuttgart 21 im Jahr 2019 nebenan auf den oberirdischen Gleisen Züge fahren werden, stört den gebürtigen Schwaben nicht. Die Wohnungen könne man durch eine Büronutzung abschotten. Wenn es nach dem Zeitplan von Oliver Reiß geht, werden auf dem Bauplatz schon Ende dieses Jahres oder doch Anfang 2009 die Bagger anrollen.
Direkt hinter der LBBW plant deren Immobilien-Tochter den Bau ihrer neuen Zentrale (wir berichteten). Platz für 600 Mitarbeiter soll entstehen, dazu Flächen für Einzelhandel, Gastronomie und Wohnungen. Auch bei der LBBWImmobilien läuft ein Architektenwettbewerb mit renommierten Teilnehmern. Bei dem Immobilienunternehmen geht man davon aus, dass "in der zweiten Hälfte des Jahres" mit dem Bau begonnen werden kann, sagt die Sprecherin Brigitte Reibenspies. Bis dahin muss geklärt werden, wie die LBBW-Tochter eine zentrale Vorgabe des Bebauungsplans einhalten kann. Der Gemeinderat hat darin festgeschrieben, dass die Gebäude auf den vier Grundstücken zwischen der Bibliothek 21 und der heutigen Gleisanlage einen Wohnungsanteil von 50 Prozent haben müssen. Während es bei der Stadt heißt, das Projekt von Reiß&Co.Real Estate liege mit etwa 75 Prozent über diesem Wert, erreicht die LBBWImmobilien diese Marke nicht.
Allerdings zeichnet sich in der Frage eine Lösung ab, da die 50 Prozent Wohnungen nur im Schnitt der vier Gebäude geschaffen werden müssen. Die LBBWImmobilien plant, die vierte, noch nicht verkaufte Fläche des Quartetts für Wohnungsbau zu erwerben. "So können wir dem Bebauungsplan gerecht werden", sagt Brigitte Reibenspies. Das Grundstück wird aber bis zur Fertigstellung von Stuttgart 21 als Logistikfläche gebraucht.
Von besonderem Interesse wird sein, was der internationale Bieterwettbewerb für die drei Flächen entlang der Wolframstraße erbringen wird. Dort soll bekanntlich ein großes, aus drei Baukörpern bestehendes Einkaufszentrum mit einer Einzelhandelsfläche von 50.000 Quadratmetern entstehen. Konkreter als die Zukunft des umstrittenen, früher unter dem Namen Galeria Ventuno vermarkteten Projekts sind da die Pläne der Stadt. Auch sie will noch Ende dieses Jahres mit dem Bau der Bibliothek 21 beginnen. Der 75 Millionen Euro teure Bau soll Mitte 2011 in Betrieb gehen.
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