Happy End
Vilja ist wieder fit
Andrea Weil, aus der StZ vom 26. Januar 2008, veröffentlicht am 25.01.2008
Stuttgart - Die Elefantendame Vilja hat ihren Sturz gut überstanden. Das 58 Jahre alte Tier war in den Graben des Geheges in der Wilhelma gefallen. Obwohl die Rettungsaktion über zwei Stunden dauerte, konnte der Tierarzt keine schweren Schäden feststellen.
"Es ist ein Wunder", sagt Marianne Holtkötter, Kuratorin für Säugetiere im Zoo Wilhelma. Zweieinhalb Stunden hat Vilja, der älteste Zooelefant Europas, am Donnerstag nach einem Sturz im Graben des Außengeheges gelegen. Erst mit Hilfe eines Schwenkkrans hatten Feuerwehr und Pfleger das dreieinhalb Tonnen schwere Tier wieder auf die Beine gebracht. "So etwas Zähes! Das erste, was sie noch im Gurt gemacht hat, war, sich umzudrehen und von den Büschen zu fressen", erzählt Holtkötter begeistert.
Dabei hätten sie alle noch ein "dickes Ende" befürchtet, so die Kuratorin. Ein Team von Pflegern übernachtete im Park, um ein Auge auf Vilja zu haben. Am Freitagmorgen untersuchte der Tierarzt die 58-jährige Elefantendame noch einmal: Keine Knochenbrüche, kein Kreislaufkollaps, nur eine harmlose Wunde am Auge. "Vilja geht es nach der Aufregung von uns allen am besten", sagt Holtkötter. "Als wäre nichts gewesen."
Wie der Unfall passierte, kann die Kuratorin nicht nachvollziehen. Vilja hatte sich ihren Lieblingsplatz ausgesucht, nahe am Rand des Grabens. Dann kam es offenbar zu einer Kabbelei mit ihren Artgenossinnen Molly, Pama und Zella. "Sie muss nicht mal beteiligt gewesen sein", sagt Holtkötter. "Wenn sie einen Schubs abbekommt, fällt sie um. Als alte Dame steht sie nicht mehr so stabil." Die Kuratorin ist stolz auf die Pfleger, die schnell und koordiniert reagierten. Dank der guten Zusammenarbeit mit der Feuerwehr hatte Vilja gerettet werden können.
Die Zooleitung diskutiert nun über die beste Methode, solche Unfälle künftig zu vermeiden. Während des Ausgangs am Freitag stand Vilja zunächst einmal unter ständiger Aufsicht. "Mal sehen, ob sie etwas dazu gelernt hat und sich nicht mehr an diesen Platz stellt", sagt Holtkötter. Eine Möglichkeit sieht sie darin, den unteren Teil der Anlage mit Seilen abzutrennen. Vom Elefantenhaus sei diese Vorkoppel leicht zu erreichen.
Die alte Elefantendame Vilja müsste dann auch keine Stufen mehr steigen, was ihr in ihrem Alter zunehmend schwer fiele. "Dort hat sie Sonne und kann weiter den Kontakt zu den anderen halten", erklärt Holtkötter. Elefanten sind sehr soziale Tiere, was sich gleich nach Viljas Sturz gezeigt hat: Bulle Bruno im Nachbargehege hatte ebenso besorgt am Rande des Grabens gestanden wie die drei Elefantenkühe. Bevor die Rettungsaktion beginnen konnte, mussten die anderen Tiere erst einmal eingesperrt werden. "Ich bin jetzt seit 19Jahren hier, aber das war ein besonderer Tag", zieht Holtkötter ein persönliches Fazit der ganzen Aufregung. "Erst das Schlimmste, was man sich nur denken kann - und dann dieses Happy End."
Vilja ist von Anfang an in der Wilhelma dabei
Vilja war drei Jahre jung, als sie 1952 mit einer Ausstellung über indische Dschungelbewohner in die Wilhelma kam. Direktor Albert Schöchle wollte mit Präsentationen exotischer Tiere den botanischen Garten beleben, der im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt worden war.
Vilja wurde wild geboren, vermutlich auf der Insel Sumatra. Die Elefantendame eroberte das Herz des Parkleiters. Nach Ende der Ausstellung kaufte er sie für damals stolze 12.000 D-Mark. Die Behörden waren von ihr und anderen „Überbleibseln“ verschiedener Tierschauen zunächst nicht begeistert. Erst 1960/61 wurde offiziell der Ausbau der Wilhelma zum Zoologisch-Botanischen Garten bewilligt. Die Kombination aus rund 1000 Tier- und 5000 Pflanzenarten, die einen Querschnitt durch verschiedene Klimazonen bieten, hat den Zoo weltweit berühmt gemacht.
1968 bekam Vilja ihr eigenes Elefantenhaus. Am 7. Mai 2007 feierte sie ihren 58. Geburtstag und gilt seither als der älteste Zooelefant Europas. Ihre drei Artgenossinen, Pama, Molly und Zella, die mit ihr im Gehege leben und den Unfall verursacht haben, sind etwa 15 bis 20 Jahre jünger.
Auf der Homepage der Wilhelma ist die erfolgreiche Rettungsaktion in Bildern ausführlich dokumentiert, unter der Adresse www.wilhelma.de/de/wint/aktion/index.php
"Es ist ein Wunder", sagt Marianne Holtkötter, Kuratorin für Säugetiere im Zoo Wilhelma. Zweieinhalb Stunden hat Vilja, der älteste Zooelefant Europas, am Donnerstag nach einem Sturz im Graben des Außengeheges gelegen. Erst mit Hilfe eines Schwenkkrans hatten Feuerwehr und Pfleger das dreieinhalb Tonnen schwere Tier wieder auf die Beine gebracht. "So etwas Zähes! Das erste, was sie noch im Gurt gemacht hat, war, sich umzudrehen und von den Büschen zu fressen", erzählt Holtkötter begeistert.
Dabei hätten sie alle noch ein "dickes Ende" befürchtet, so die Kuratorin. Ein Team von Pflegern übernachtete im Park, um ein Auge auf Vilja zu haben. Am Freitagmorgen untersuchte der Tierarzt die 58-jährige Elefantendame noch einmal: Keine Knochenbrüche, kein Kreislaufkollaps, nur eine harmlose Wunde am Auge. "Vilja geht es nach der Aufregung von uns allen am besten", sagt Holtkötter. "Als wäre nichts gewesen."
Wie der Unfall passierte, kann die Kuratorin nicht nachvollziehen. Vilja hatte sich ihren Lieblingsplatz ausgesucht, nahe am Rand des Grabens. Dann kam es offenbar zu einer Kabbelei mit ihren Artgenossinnen Molly, Pama und Zella. "Sie muss nicht mal beteiligt gewesen sein", sagt Holtkötter. "Wenn sie einen Schubs abbekommt, fällt sie um. Als alte Dame steht sie nicht mehr so stabil." Die Kuratorin ist stolz auf die Pfleger, die schnell und koordiniert reagierten. Dank der guten Zusammenarbeit mit der Feuerwehr hatte Vilja gerettet werden können.
Die Zooleitung diskutiert nun über die beste Methode, solche Unfälle künftig zu vermeiden. Während des Ausgangs am Freitag stand Vilja zunächst einmal unter ständiger Aufsicht. "Mal sehen, ob sie etwas dazu gelernt hat und sich nicht mehr an diesen Platz stellt", sagt Holtkötter. Eine Möglichkeit sieht sie darin, den unteren Teil der Anlage mit Seilen abzutrennen. Vom Elefantenhaus sei diese Vorkoppel leicht zu erreichen.
Die alte Elefantendame Vilja müsste dann auch keine Stufen mehr steigen, was ihr in ihrem Alter zunehmend schwer fiele. "Dort hat sie Sonne und kann weiter den Kontakt zu den anderen halten", erklärt Holtkötter. Elefanten sind sehr soziale Tiere, was sich gleich nach Viljas Sturz gezeigt hat: Bulle Bruno im Nachbargehege hatte ebenso besorgt am Rande des Grabens gestanden wie die drei Elefantenkühe. Bevor die Rettungsaktion beginnen konnte, mussten die anderen Tiere erst einmal eingesperrt werden. "Ich bin jetzt seit 19Jahren hier, aber das war ein besonderer Tag", zieht Holtkötter ein persönliches Fazit der ganzen Aufregung. "Erst das Schlimmste, was man sich nur denken kann - und dann dieses Happy End."
Vilja ist von Anfang an in der Wilhelma dabei
Vilja war drei Jahre jung, als sie 1952 mit einer Ausstellung über indische Dschungelbewohner in die Wilhelma kam. Direktor Albert Schöchle wollte mit Präsentationen exotischer Tiere den botanischen Garten beleben, der im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt worden war.
Vilja wurde wild geboren, vermutlich auf der Insel Sumatra. Die Elefantendame eroberte das Herz des Parkleiters. Nach Ende der Ausstellung kaufte er sie für damals stolze 12.000 D-Mark. Die Behörden waren von ihr und anderen „Überbleibseln“ verschiedener Tierschauen zunächst nicht begeistert. Erst 1960/61 wurde offiziell der Ausbau der Wilhelma zum Zoologisch-Botanischen Garten bewilligt. Die Kombination aus rund 1000 Tier- und 5000 Pflanzenarten, die einen Querschnitt durch verschiedene Klimazonen bieten, hat den Zoo weltweit berühmt gemacht.
1968 bekam Vilja ihr eigenes Elefantenhaus. Am 7. Mai 2007 feierte sie ihren 58. Geburtstag und gilt seither als der älteste Zooelefant Europas. Ihre drei Artgenossinen, Pama, Molly und Zella, die mit ihr im Gehege leben und den Unfall verursacht haben, sind etwa 15 bis 20 Jahre jünger.
Auf der Homepage der Wilhelma ist die erfolgreiche Rettungsaktion in Bildern ausführlich dokumentiert, unter der Adresse www.wilhelma.de/de/wint/aktion/index.php
Mehr aus Stuttgart & Region
I want to run - Das härteste Rennen der Welt 64 Tage lang dem Glück nachlaufen
Ein ruhiges Leben Blutspur in der Provinz
The Yellow Sea Letzte Zockerchance
Janosch - Komm, wir finden einen Schatz! 3D So schön könnte das Leben sein
Moonrise Kingdom Die ernsten Spiele der Kindheit
Die Farbe des Ozeans Grenzgebiete
Kill Me Please Die Verwöhnten und der Tod
Die Kunst zu lieben Sex ist anstrengend
Lachsfischen im Jemen Dr. Jones und die Liebe
Marley Der Star aus Jamaika
Our Idiot Brother Wer Gras an die Polizei verkauft
Alle Artikel anzeigen
Anzeigen
Was möchten Sie unternehmen?
Wann möchten Sie etwas unternehmen?

Monat

| Heute | Morgen | Akt. Woche |
| MO | DI | MI | DO | FR | SA | SO |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 0 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 |
| 0 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 |
| 0 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 |
| 0 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 |
| 0 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 |
| 0 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 |
Highlights am 26.05.
Ivy Quainoo & Band - KKL-Liederhalle
Jan Josef Liefers und Oblivion - Theaterhaus
49. Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" 2012: Begrüßungskonzert mit den Stuttgarter Philharmonikern - KKL-Liederhalle
Anzeigen





