"Rain"
Joe Jacksons neues Album
Matthias von Viereck, dpa, veröffentlicht am 31.01.2008
Knapp 30 Jahre ist es her, dass Joe Jackson auf seinem Debütalbum "Look Sharp!" die bange Frage stellte: "Is She Really Going Out With Him?" Der gleichnamige Song wurde zum Hit, viele Alben folgten. In den 80ern galt der Sänger und Pianist als einer der wichtigsten Vertreter der britischen New Wave. Pop-Perlen wie "Steppin' Out" bleiben unvergessen. Damals zog der Engländer nach New York, wo er lange lebte. Mittlerweile aber hat es Jackson nach Berlin verschlagen. Dort entstand auch "Rain", sein am 1. Februar erscheinendes neues Album.
"Groß, episch, aber sehr einfach" - das sei die Atmosphäre, die er auf der CD erzeugen wollte, erzählt Jackson. In der Tat ist der Sound sehr reduziert. War auf seinem letzten Album von 2003 ("Volume 4") noch die vierköpfige Besetzung der Joe Jackson Band zu hören, sind nun, neben Jackson am Klavier, nur Graham Maby (Bass) und Dave Houghton (Schlagzeug) mit von der Partie. "Weniger ist mehr", erklärt Jackson. "Je mehr man wegnimmt, desto größer klingt es. Ein einzelnes Piano kann wie ein Orchester sein." Die sparsame Instrumentierung sorgt nun zusammen mit Jacksons prägnantem Klavierspiel und Gesang für eindringliche Momente. Teils vermag der 53-Jährige gar an frühere Glanzzeiten anzuknüpfen.
Stets bewegte sich der studierte Musiker virtuos zwischen allen Genres, gab sich mal jazziger, mal rockiger, unternahm gar Ausflüge in die Klassik. Auch sein neues, recht eingängiges Album widersetzt sich einer schnellen Kategorisierung. Jackson selbst schert sich darum ohnehin wenig: "Ich mache mir keine Gedanken darüber, ob das Rockmusik ist oder nicht. Ich weiß nicht, was es ist."
In alter Form zeigt sich Jackson nun vor allem bei den bissigen Texten. Im Eröffnungssong singt er über einen "Invisible Man". Das Stück richte sich gegen die Celebrity-Kultur, so Jackson. "Die ist zu einer Krankheit geworden, es ist schrecklich, niemand interessiert sich für die Musik." Berühmtheiten wie Amy Winehouse, Pete Doherty, Kate Moss oder Britney Spears täten ihm Leid: "Wie sie von den Medien benutzt werden, ein groteskes Spektakel." Er selbst sei froh, dass er nicht mehr so im Rampenlicht stehe: "Ich fühle mich heute viel unsichtbarer als vor 20 Jahren, als ich mehr Erfolg hatte und öfters auf der Straße erkannt wurde. Aber es gefällt mir so besser."
Zum Song "King Pleasure Time" erklärt Jackson: "Unsere Kultur ist immer mehr gegen Vergnügen und Genuss, besonders in Amerika und England." Mit dem Stück möchte Jackson zum Ausdruck bringen, "dass Vergnügen eines der wichtigsten Dinge überhaupt ist". Besonders am Herzen liegt dem Briten der Umgang mit Rauchern: "Rauchverbote sind eine gefährliche Sache. Politiker streifen sich den Kittel der Ärzte über und sagen: Ihr müsst Angst haben. Die Leute denken, es gehe um Gesundheit, dabei geht es um Geld und Kontrolle." Auf Jacksons Homepage findet sich eine 18-seitige Streitschrift gegen Rauchverbote.
Die restriktiven Raucher-Gesetze waren denn auch ein Grund für Jackson, seinen Lebensmittelpunkt von New York nach Berlin zu verlegen. An seiner neuen Heimat schätzt der Sänger, dass "Berlin sehr grün und die Atmosphäre viel entspannter ist als in Paris oder New York". Enttäuscht zeigt sich Jackson nun allerdings über die Rauchverbote in der Hauptstadt: "Das geht gegen alles, wofür Berlin steht." Keine Probleme hatte der Engländer mit dem Wetter während der Albumaufnahmen in Berlin: Ja, es habe tatsächlich die ganze Zeit geregnet, erklärt Jackson zum Albumtitel "Rain". "Aber ich mag den Regen."
"Groß, episch, aber sehr einfach" - das sei die Atmosphäre, die er auf der CD erzeugen wollte, erzählt Jackson. In der Tat ist der Sound sehr reduziert. War auf seinem letzten Album von 2003 ("Volume 4") noch die vierköpfige Besetzung der Joe Jackson Band zu hören, sind nun, neben Jackson am Klavier, nur Graham Maby (Bass) und Dave Houghton (Schlagzeug) mit von der Partie. "Weniger ist mehr", erklärt Jackson. "Je mehr man wegnimmt, desto größer klingt es. Ein einzelnes Piano kann wie ein Orchester sein." Die sparsame Instrumentierung sorgt nun zusammen mit Jacksons prägnantem Klavierspiel und Gesang für eindringliche Momente. Teils vermag der 53-Jährige gar an frühere Glanzzeiten anzuknüpfen.
Stets bewegte sich der studierte Musiker virtuos zwischen allen Genres, gab sich mal jazziger, mal rockiger, unternahm gar Ausflüge in die Klassik. Auch sein neues, recht eingängiges Album widersetzt sich einer schnellen Kategorisierung. Jackson selbst schert sich darum ohnehin wenig: "Ich mache mir keine Gedanken darüber, ob das Rockmusik ist oder nicht. Ich weiß nicht, was es ist."
In alter Form zeigt sich Jackson nun vor allem bei den bissigen Texten. Im Eröffnungssong singt er über einen "Invisible Man". Das Stück richte sich gegen die Celebrity-Kultur, so Jackson. "Die ist zu einer Krankheit geworden, es ist schrecklich, niemand interessiert sich für die Musik." Berühmtheiten wie Amy Winehouse, Pete Doherty, Kate Moss oder Britney Spears täten ihm Leid: "Wie sie von den Medien benutzt werden, ein groteskes Spektakel." Er selbst sei froh, dass er nicht mehr so im Rampenlicht stehe: "Ich fühle mich heute viel unsichtbarer als vor 20 Jahren, als ich mehr Erfolg hatte und öfters auf der Straße erkannt wurde. Aber es gefällt mir so besser."
Zum Song "King Pleasure Time" erklärt Jackson: "Unsere Kultur ist immer mehr gegen Vergnügen und Genuss, besonders in Amerika und England." Mit dem Stück möchte Jackson zum Ausdruck bringen, "dass Vergnügen eines der wichtigsten Dinge überhaupt ist". Besonders am Herzen liegt dem Briten der Umgang mit Rauchern: "Rauchverbote sind eine gefährliche Sache. Politiker streifen sich den Kittel der Ärzte über und sagen: Ihr müsst Angst haben. Die Leute denken, es gehe um Gesundheit, dabei geht es um Geld und Kontrolle." Auf Jacksons Homepage findet sich eine 18-seitige Streitschrift gegen Rauchverbote.
Die restriktiven Raucher-Gesetze waren denn auch ein Grund für Jackson, seinen Lebensmittelpunkt von New York nach Berlin zu verlegen. An seiner neuen Heimat schätzt der Sänger, dass "Berlin sehr grün und die Atmosphäre viel entspannter ist als in Paris oder New York". Enttäuscht zeigt sich Jackson nun allerdings über die Rauchverbote in der Hauptstadt: "Das geht gegen alles, wofür Berlin steht." Keine Probleme hatte der Engländer mit dem Wetter während der Albumaufnahmen in Berlin: Ja, es habe tatsächlich die ganze Zeit geregnet, erklärt Jackson zum Albumtitel "Rain". "Aber ich mag den Regen."
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