Anti-islamischer Film
Liveleak nimmt "Fitna" vom Netz
dpa, veröffentlicht am 29.03.2008
Den Haag/New York - Der umstrittene anti-islamische Film des Niederländers Geert Wilders steht nicht länger im Netz. Der Internetdienstleister Liveleak.com hat den Film von seiner Seite gelöscht. Es habe ernst zu nehmende Drohungen gegen Mitarbeiter gegeben, hieß es zur Begründung. Die von dem Rechtspopulisten Wilders gegründete Partei für die Freiheit stellte daraufhin auf ihrer Internetseite Links zu anderen Anbietern zur Verfügung, die den Film zeigen.
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte zuvor den anti-islamischen Film des niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders "in schärfster Form" verurteilt. Es gebe keinerlei Rechtfertigung für Hasspredigten und das Anstacheln von Gewalt, erklärte Ban am Freitag in New York. "Das Recht auf freie Meinungsäußerung steht hier nicht zur Debatte", so Ban. "Freiheit muss immer mit sozialer Verantwortung einhergehen." Der Spitzendiplomat mahnte einen gegenseitigen Respekt der Religionen an. Die wahre Trennlinie verlaufe nicht zwischen der islamischen und der westlichen Welt, sondern zwischen einer kleinen Zahl von Extremisten und dem Rest der Welt, sagte Ban.
In dem seit Monaten angekündigten Film bringt Wilders Terroraktionen muslimischer Extremisten in unmittelbaren Zusammenhang mit dem Koran und ruft dazu auf, den Islam zu besiegen. Der 15 Minuten lange Streifen mit dem arabischen Titel "Fitna" (Spaltung zwischen Gläubigen und Ungläubigen) stieß im In- und Ausland auf heftige Kritik.
Die Regierung in Den Haag bedauerte die Veröffentlichung. „„Wir sehen nicht, dass damit etwas anderes bezweckt wird als das Verletzen von Gefühlen“, sagte Ministerpräsident Jan Peter Balkenende.
Pakistan bestellte den niederländischen Vertreter ins Außenministerium. Dort wurde ihm erklärt, der Film verletzte die Gefühle von Muslimen. Den Haag solle juristisch gegen Wilders vorgehen. In Indonesien kritisierte ein Sprecher des Außenministeriums, Wilders' Stück sei „irreführend und voller Rassismus“. Schon vor Wochen waren die niederländischen Botschaften auf mögliche Gegenreaktionen vorbereitet worden. Obwohl es zunächst keine Gewaltaktionen gegen niederländische Einrichtungen gab, sagte Balkenende, es gebe weiterhin allen Grund, wachsam zu sein. Das deutsche Bundeskriminalamt geht davon aus, dass der Film die Gefahr eines Anschlags verstärkt.
In Europa bekam die niederländische Regierung Rückendeckung dafür, sowohl die Meinungsfreiheit zu verteidigen als auch einen respektvollen Umgang einzufordern. „Wir müssen die religiösen Gefühle und die Andersartigkeit von Kulturen respektieren“ sagte der slowenische Außenminister Dimitrij Rupel als derzeitiger Vorsitzender des EU-Ministerrats.
Die slowenische EU-Präsidentschaft verurteilte Wilders' Film in einer offiziellen Stellungnahme scharf: „Derartiges dient keinem anderen Zweck als dem, den Hass anzustacheln.“ Der britische Außenminister David Miliband unterstrich, in allen europäischen Ländern gebe es „Rechtssysteme, die dafür sorgen, dass die Meinungsfreiheit nicht benutzt wird, um Religions- oder Rassenhass anzustacheln“.
Gegenwind bekam Wilders auch von einem vermeintlichen Verbündeten: Der dänische Karikaturist Kurt Westergaard will gerichtlich gegen ihn vorgehen, weil Wilders eine seiner umstrittenen Mohammed-Karikaturen verwendet hat. Wilders habe die Karikatur des Propheten mit einer Bombe im Turban „in einem völlig falschen Zusammenhang für eigene Zwecke benutzt und deshalb missbraucht“. Westergaards Karikaturen hatten 2005 blutige antiwestliche Unruhen in islamischen Ländern ausgelöst.
Wilders selbst zeigte sich unbeeindruckt von der Kritik an seinem Film. Er warf Balkenende vor, mit seiner Warnung vor den Konsequenzen das ganze Land in Angst versetzt zu haben. Die meisten Muslime hätten sich verantwortlicher gezeigt, sagte Wilders und sprach ihnen „Anerkennung“ dafür aus, dass sie die Ruhe bewahrt haben.
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte zuvor den anti-islamischen Film des niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders "in schärfster Form" verurteilt. Es gebe keinerlei Rechtfertigung für Hasspredigten und das Anstacheln von Gewalt, erklärte Ban am Freitag in New York. "Das Recht auf freie Meinungsäußerung steht hier nicht zur Debatte", so Ban. "Freiheit muss immer mit sozialer Verantwortung einhergehen." Der Spitzendiplomat mahnte einen gegenseitigen Respekt der Religionen an. Die wahre Trennlinie verlaufe nicht zwischen der islamischen und der westlichen Welt, sondern zwischen einer kleinen Zahl von Extremisten und dem Rest der Welt, sagte Ban.
In dem seit Monaten angekündigten Film bringt Wilders Terroraktionen muslimischer Extremisten in unmittelbaren Zusammenhang mit dem Koran und ruft dazu auf, den Islam zu besiegen. Der 15 Minuten lange Streifen mit dem arabischen Titel "Fitna" (Spaltung zwischen Gläubigen und Ungläubigen) stieß im In- und Ausland auf heftige Kritik.
Die Regierung in Den Haag bedauerte die Veröffentlichung. „„Wir sehen nicht, dass damit etwas anderes bezweckt wird als das Verletzen von Gefühlen“, sagte Ministerpräsident Jan Peter Balkenende.
Pakistan bestellte den niederländischen Vertreter ins Außenministerium. Dort wurde ihm erklärt, der Film verletzte die Gefühle von Muslimen. Den Haag solle juristisch gegen Wilders vorgehen. In Indonesien kritisierte ein Sprecher des Außenministeriums, Wilders' Stück sei „irreführend und voller Rassismus“. Schon vor Wochen waren die niederländischen Botschaften auf mögliche Gegenreaktionen vorbereitet worden. Obwohl es zunächst keine Gewaltaktionen gegen niederländische Einrichtungen gab, sagte Balkenende, es gebe weiterhin allen Grund, wachsam zu sein. Das deutsche Bundeskriminalamt geht davon aus, dass der Film die Gefahr eines Anschlags verstärkt.
In Europa bekam die niederländische Regierung Rückendeckung dafür, sowohl die Meinungsfreiheit zu verteidigen als auch einen respektvollen Umgang einzufordern. „Wir müssen die religiösen Gefühle und die Andersartigkeit von Kulturen respektieren“ sagte der slowenische Außenminister Dimitrij Rupel als derzeitiger Vorsitzender des EU-Ministerrats.
Die slowenische EU-Präsidentschaft verurteilte Wilders' Film in einer offiziellen Stellungnahme scharf: „Derartiges dient keinem anderen Zweck als dem, den Hass anzustacheln.“ Der britische Außenminister David Miliband unterstrich, in allen europäischen Ländern gebe es „Rechtssysteme, die dafür sorgen, dass die Meinungsfreiheit nicht benutzt wird, um Religions- oder Rassenhass anzustacheln“.
Gegenwind bekam Wilders auch von einem vermeintlichen Verbündeten: Der dänische Karikaturist Kurt Westergaard will gerichtlich gegen ihn vorgehen, weil Wilders eine seiner umstrittenen Mohammed-Karikaturen verwendet hat. Wilders habe die Karikatur des Propheten mit einer Bombe im Turban „in einem völlig falschen Zusammenhang für eigene Zwecke benutzt und deshalb missbraucht“. Westergaards Karikaturen hatten 2005 blutige antiwestliche Unruhen in islamischen Ländern ausgelöst.
Wilders selbst zeigte sich unbeeindruckt von der Kritik an seinem Film. Er warf Balkenende vor, mit seiner Warnung vor den Konsequenzen das ganze Land in Angst versetzt zu haben. Die meisten Muslime hätten sich verantwortlicher gezeigt, sagte Wilders und sprach ihnen „Anerkennung“ dafür aus, dass sie die Ruhe bewahrt haben.
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