Hintergrund
Hausbewohnerin entdeckt das Feuer rechtzeitig
Jürgen Veit und Frank Rodenhausen, aus der StZ vom 31. Mär 2008, veröffentlicht am 30.03.2008
Backnang - Bei einem Brandanschlag auf ein Mehrfamilienhaus in Backnang (Rems-Murr-Kreis) sind am frühen Samstagmorgen fünf Bewohner durch Rauchgasvergiftungen leicht verletzt worden. Die Kriminalpolizei ermittelt in alle Richtungen nach den Tätern.
Maynur Öztok ist auch am Tag nach dem Brandanschlag der Schrecken noch anzumerken, den ihr das Feuer im Hausflur versetzt hat. „Natürlich haben wir jetzt Angst“, sagt die 38-jährige Türkin, die mit ihrer Familie seit 1991 im zweiten Obergeschoss des Mehrfamilienhauses in der Backnanger Albertstraße wohnt. Am Samstag kurz vor 5 Uhr sei sie von einer jungen Frau, die im Erdgeschoss wohnt, aus dem Schlaf geklingelt worden, weil im Eingangsbereich ein Kinderwagen in Flammen stand. Glücklicherweise sei die Mitbewohnerin früh schon zu ihrer Arbeitsstelle aufgebrochen und habe den dichten Qualm gerochen, „sonst wären wir womöglich alle verbrannt“, sagt Maynur Öztok auf Anfrage der Stuttgarter Zeitung. So aber sei es dem Bruder der jungen Frau aus der Wohnung im Parterre schnell gelungen, die Flammen mit einem Feuerlöscher zu ersticken.
Sie habe mit einem Nachbarn weitere Bewohner des 13-Parteien-Hauses alarmiert, sagt Maynur Öztok. Dennoch wurden fünf Personen in dem hauptsächlich von Ausländern bewohnten Haus durch Rauchgasvergiftungen leicht verletzt. Zum Zeitpunkt der Tat hatten sich etwa 25 Personen in dem Gebäude befunden.
Laut Mitteilung der Polizeidirektion Waiblingen wurden im frei zugänglichen Hinterhof zudem rechtsradikale Symbole und Parolen mit schwarzer Farbe auf eine Außenwand gesprüht. Vermutlich waren es die Täter, die zwei spiegelverkehrte Hakenkreuze und den in fehlerhaftem Deutsch verfassten Text „Jetst alle sterben“, möglicherweise auch als „Deutsche alle sterben“ zu deuten, auf einer Breite von mehreren Metern hinterließen. Nach ersten Ermittlungen waren die Täter über einen unverschlossenen Hintereingang in das Gebäude gelangt. Dort fanden sie den Kinderwagen, den sie vermutlich mit einem noch nicht identifizierten Brandbeschleuniger anzündeten. Die Beamten gehen jedoch davon aus, „dass der Brand des Kinderwagens ungeeignet war, das gesamte Haus in Brand zu setzen“, so die Mitteilung. Eine intensive Fahndung nach den Tätern, an der auch Polizeibeamte umliegender Dienststellen beteiligt waren, blieb erfolglos.
Während viele Medien am Wochenende einen missglückten rechtsradikalen Anschlag in Backnang verkündeten, erscheint Thomas Schöllhammer, dem Leiter der Kriminalpolizei im Rems-Murr-Kreis, ein solches Szenario auf Anfrage unserer Zeitung gar nicht so wahrscheinlich. „Wir können einen fremdenfeindlichen Hintergrund nicht ausschließen“, räumt der Kripochef zwar ein, „aber die Spur in diese Richtung ist nicht heiß."
Stutzig macht die Ermittler unter anderem die Art der Wandschmierereien. „Wer aus der rechten Szene kommt, weiß, wie man ein Hakenkreuz macht“, sagt Schöllkopf. Es habe den Anschein, als ob zweimal der Buchstabe „Z“ ungeschickt übereinander gelegt worden sei. Außerdem hätte, wer ein Inferno anrichten wolle, den Kinderwagen wohl an einen anderen Platz gestellt, „dort, wo es auch richtig anfängt zu brennen“. Die Polizei verfolge zurzeit mehrere Spuren, welche, wollte der Kripochef gestern „aus ermittlungstaktischen Gründen“ nicht sagen. Allerdings ließ er durchblicken, dass der Kinderwagenbrand durchaus auch das Ergebnis einer internen Hausstreitigkeit sein könnte.
Noch im Laufe des Samstags stellte die Kriminalpolizei in Waiblingen die Ermittlungsgruppe „Albert“ auf, die in allen Richtungen nach den Tätern fahndet. Auch das Landeskriminalamt schaltete sich in die Untersuchungen ein, vor allem zur Spurensicherung und der exakten Feststellung des Brandbeschleunigers. Bei der Aufklärung des Falles ist die Polizei eigenem Bekunden nach auch auf Zeugen angewiesen, die Verdächtiges beobachtet haben - Personen etwa, die sich in Tatortnähe mit einem Kanister oder einer großen Tüte zu schaffen gemacht haben, oder auffällige Personen, die kurz nach 5 Uhr mit der ersten S-Bahn von Backnang Richtung Stuttgart gefahren sind. Hinweise nehmen die Ermittler unter der Telefonnummer 07191/90 90 entgegen.
Auch Maynur Öztok hofft auf eine rasche Aufklärung der Tat, um mit ihrer Familie ohne Angst weiterleben zu können. Der Übergriff habe sie „sehr schockiert“, denn zuvor habe es in der ganzen Zeit, in der sie in dem Haus in Backnang wohnt, keine Anfeindungen gegen Ausländer gegeben.
Maynur Öztok ist auch am Tag nach dem Brandanschlag der Schrecken noch anzumerken, den ihr das Feuer im Hausflur versetzt hat. „Natürlich haben wir jetzt Angst“, sagt die 38-jährige Türkin, die mit ihrer Familie seit 1991 im zweiten Obergeschoss des Mehrfamilienhauses in der Backnanger Albertstraße wohnt. Am Samstag kurz vor 5 Uhr sei sie von einer jungen Frau, die im Erdgeschoss wohnt, aus dem Schlaf geklingelt worden, weil im Eingangsbereich ein Kinderwagen in Flammen stand. Glücklicherweise sei die Mitbewohnerin früh schon zu ihrer Arbeitsstelle aufgebrochen und habe den dichten Qualm gerochen, „sonst wären wir womöglich alle verbrannt“, sagt Maynur Öztok auf Anfrage der Stuttgarter Zeitung. So aber sei es dem Bruder der jungen Frau aus der Wohnung im Parterre schnell gelungen, die Flammen mit einem Feuerlöscher zu ersticken.
Sie habe mit einem Nachbarn weitere Bewohner des 13-Parteien-Hauses alarmiert, sagt Maynur Öztok. Dennoch wurden fünf Personen in dem hauptsächlich von Ausländern bewohnten Haus durch Rauchgasvergiftungen leicht verletzt. Zum Zeitpunkt der Tat hatten sich etwa 25 Personen in dem Gebäude befunden.
Laut Mitteilung der Polizeidirektion Waiblingen wurden im frei zugänglichen Hinterhof zudem rechtsradikale Symbole und Parolen mit schwarzer Farbe auf eine Außenwand gesprüht. Vermutlich waren es die Täter, die zwei spiegelverkehrte Hakenkreuze und den in fehlerhaftem Deutsch verfassten Text „Jetst alle sterben“, möglicherweise auch als „Deutsche alle sterben“ zu deuten, auf einer Breite von mehreren Metern hinterließen. Nach ersten Ermittlungen waren die Täter über einen unverschlossenen Hintereingang in das Gebäude gelangt. Dort fanden sie den Kinderwagen, den sie vermutlich mit einem noch nicht identifizierten Brandbeschleuniger anzündeten. Die Beamten gehen jedoch davon aus, „dass der Brand des Kinderwagens ungeeignet war, das gesamte Haus in Brand zu setzen“, so die Mitteilung. Eine intensive Fahndung nach den Tätern, an der auch Polizeibeamte umliegender Dienststellen beteiligt waren, blieb erfolglos.
Während viele Medien am Wochenende einen missglückten rechtsradikalen Anschlag in Backnang verkündeten, erscheint Thomas Schöllhammer, dem Leiter der Kriminalpolizei im Rems-Murr-Kreis, ein solches Szenario auf Anfrage unserer Zeitung gar nicht so wahrscheinlich. „Wir können einen fremdenfeindlichen Hintergrund nicht ausschließen“, räumt der Kripochef zwar ein, „aber die Spur in diese Richtung ist nicht heiß."
Stutzig macht die Ermittler unter anderem die Art der Wandschmierereien. „Wer aus der rechten Szene kommt, weiß, wie man ein Hakenkreuz macht“, sagt Schöllkopf. Es habe den Anschein, als ob zweimal der Buchstabe „Z“ ungeschickt übereinander gelegt worden sei. Außerdem hätte, wer ein Inferno anrichten wolle, den Kinderwagen wohl an einen anderen Platz gestellt, „dort, wo es auch richtig anfängt zu brennen“. Die Polizei verfolge zurzeit mehrere Spuren, welche, wollte der Kripochef gestern „aus ermittlungstaktischen Gründen“ nicht sagen. Allerdings ließ er durchblicken, dass der Kinderwagenbrand durchaus auch das Ergebnis einer internen Hausstreitigkeit sein könnte.
Noch im Laufe des Samstags stellte die Kriminalpolizei in Waiblingen die Ermittlungsgruppe „Albert“ auf, die in allen Richtungen nach den Tätern fahndet. Auch das Landeskriminalamt schaltete sich in die Untersuchungen ein, vor allem zur Spurensicherung und der exakten Feststellung des Brandbeschleunigers. Bei der Aufklärung des Falles ist die Polizei eigenem Bekunden nach auch auf Zeugen angewiesen, die Verdächtiges beobachtet haben - Personen etwa, die sich in Tatortnähe mit einem Kanister oder einer großen Tüte zu schaffen gemacht haben, oder auffällige Personen, die kurz nach 5 Uhr mit der ersten S-Bahn von Backnang Richtung Stuttgart gefahren sind. Hinweise nehmen die Ermittler unter der Telefonnummer 07191/90 90 entgegen.
Auch Maynur Öztok hofft auf eine rasche Aufklärung der Tat, um mit ihrer Familie ohne Angst weiterleben zu können. Der Übergriff habe sie „sehr schockiert“, denn zuvor habe es in der ganzen Zeit, in der sie in dem Haus in Backnang wohnt, keine Anfeindungen gegen Ausländer gegeben.
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