Altlasten von Gaswerken
Schadstoffe an vielen Orten
Jürgen Brand, veröffentlicht am 14.04.2008
Stuttgart - Nicht nur auf dem Gelände des ehemaligen Gaswerks Stuttgart-Ost in Gaisburg muss der Untergrund saniert werden. Auch auf dem Gelände des SSB-Depots in Bad Cannstatt, wo das Science Center gebaut werden soll, ist der Boden mit Schadstoffen belastet.
Die frühere Produktion von Stadtgas aus Steinkohle hat im Stuttgarter Untergrund giftige Spuren hinterlassen. Im Zeitraum von 1845 bis 1974 waren im Stuttgarter Stadtgebiet insgesamt zwölf solcher Gaswerke in Betrieb. In manchen, wie dem Gaswerk Degerloch, wurde nur 16 Jahre lang produziert, in anderen, wie dem Gaswerk Stuttgart-Ost, lief der Betrieb 99 Jahre lang. Das Werk auf dem heutigen EnBW-Areal beim Gaskessel in Stuttgart-Gaisburg war das größte seiner Art in Stuttgart und hat offenbar auch die schlimmsten Spuren im Boden hinterlassen. Wegen der Nähe zu den Stuttgarter Mineralquellen muss das Areal jetzt aufwendig saniert werden.
Sanierung soll im Jahr 2010 beginnen
Sanierungsbeginn soll 2010 sein, die Kosten dafür betragen bis zu sieben Millionen Euro. Das wird aber nicht die einzige Bodensanierung sein, die auf die Stadt zukommt. Auch auf dem Gelände des Depots der Stuttgarter Straßenbahnen in Bad Cannstatt, wo das Mobilitätserlebniszentrum entstehen soll, ist der Boden verseucht und muss saniert werden. Auch dieser Standort liegt in der Kernzone des „Quellenschutzgebietes für die staatlich anerkannten Heilquellen in Stuttgart-Bad Cannstatt und Stuttgart-Berg“, weshalb die Sanierung besonders sorgfältig geplant und durchgeführt werden muss, damit eine Verschmutzung des Mineralwassers auf jeden Fall verhindert wird.
Auf dem Gelände stand einst die sogenannte Neue Gasfabrik Cannstatt. Sie war im Jahr 1871 von der Gasbeleuchtungs-Gesellschaft mit Sitz in Genf auf dem Areal des damals weitgehend unbebauten Cannstatter Wasens errichtet und 1887 von der Stadtgemeinde Cannstatt gekauft worden. Die Fabrik war bis 1909 in Betrieb, die letzten Gebäude wurden aber erst 1961 bei der Erweiterung des SSB-Depots abgebrochen. Die Altlastenuntersuchung auf dem Gelände ist inzwischen beendet. Dabei wurden gaswerkstypische Schadstoffe wie Benzol, Phenol und Cyanid festgestellt; besonders auffällig war aber ein hoher Arsengehalt, der nach Meinung der Experten vermutlich aus der verwendeten Steinkohle stammt.
Nach dem jetzt in der Schriftenreihe des Amtes für Umweltschutz über die Gaswerke in Stuttgart veröffentlichten Bericht sind dort wegen der bisher relativ geringen Schadstoffbelastung des Grundwassers keine Sofortmaßnahmen notwendig. Wenn allerdings auf dem Areal das Science Center zum Thema Mobilität gebaut und eingerichtet werden soll, muss der Boden vorher saniert werden.
Erst zwei Gaswerk-Standorte saniert
Die Altlastenuntersuchungen haben bisher 200.000 Euro gekostet, die vom Altlastenfonds des Landes getragen wurden. Im Jahr 2005 waren die Kosten für den Aushub und die Entsorgung der verseuchten Erde auf 1,3 Millionen Euro geschätzt worden. Von den zwölf Stuttgarter Gaswerk-Standorten sind bis jetzt erst zwei saniert. Auf dem Gelände des einstigen Gaswerks Stuttgart-West an der Seidenstraße wurde die kontaminierte Erde vor dem Bau des Diakonieklinikums entfernt – für vier Millionen Euro. In diesem Jahr soll mit Messungen im Boden und im Grundwasser kontrolliert werden, ob die Sanierung wirklich erfolgreich war. Das Areal des einstigen Gaswerks im Reichsbahn-Ausbesserungswerk Bad Cannstatt wurde beim Bau des Daimler-Motorenwerks saniert.
Kein Handlungsbedarf wird für die Gelände der ehemaligen Gaswerke Vaihingen und Zuffenhausen gesehen, auch von den Hinterlassenschaften der Gasfabrik der einstigen Maschinenfabrik Kuhn in Stuttgart-Berg geht offenbar keine Gefahr aus. An den übrigen Standorten laufen die Untersuchungen noch, auch am ehemaligen Gaswerk Mühlgrün in Bad Cannstatt. Es stand dort, wo heute der Neckar fließt.
Die frühere Produktion von Stadtgas aus Steinkohle hat im Stuttgarter Untergrund giftige Spuren hinterlassen. Im Zeitraum von 1845 bis 1974 waren im Stuttgarter Stadtgebiet insgesamt zwölf solcher Gaswerke in Betrieb. In manchen, wie dem Gaswerk Degerloch, wurde nur 16 Jahre lang produziert, in anderen, wie dem Gaswerk Stuttgart-Ost, lief der Betrieb 99 Jahre lang. Das Werk auf dem heutigen EnBW-Areal beim Gaskessel in Stuttgart-Gaisburg war das größte seiner Art in Stuttgart und hat offenbar auch die schlimmsten Spuren im Boden hinterlassen. Wegen der Nähe zu den Stuttgarter Mineralquellen muss das Areal jetzt aufwendig saniert werden.
Sanierung soll im Jahr 2010 beginnen
Sanierungsbeginn soll 2010 sein, die Kosten dafür betragen bis zu sieben Millionen Euro. Das wird aber nicht die einzige Bodensanierung sein, die auf die Stadt zukommt. Auch auf dem Gelände des Depots der Stuttgarter Straßenbahnen in Bad Cannstatt, wo das Mobilitätserlebniszentrum entstehen soll, ist der Boden verseucht und muss saniert werden. Auch dieser Standort liegt in der Kernzone des „Quellenschutzgebietes für die staatlich anerkannten Heilquellen in Stuttgart-Bad Cannstatt und Stuttgart-Berg“, weshalb die Sanierung besonders sorgfältig geplant und durchgeführt werden muss, damit eine Verschmutzung des Mineralwassers auf jeden Fall verhindert wird.
Auf dem Gelände stand einst die sogenannte Neue Gasfabrik Cannstatt. Sie war im Jahr 1871 von der Gasbeleuchtungs-Gesellschaft mit Sitz in Genf auf dem Areal des damals weitgehend unbebauten Cannstatter Wasens errichtet und 1887 von der Stadtgemeinde Cannstatt gekauft worden. Die Fabrik war bis 1909 in Betrieb, die letzten Gebäude wurden aber erst 1961 bei der Erweiterung des SSB-Depots abgebrochen. Die Altlastenuntersuchung auf dem Gelände ist inzwischen beendet. Dabei wurden gaswerkstypische Schadstoffe wie Benzol, Phenol und Cyanid festgestellt; besonders auffällig war aber ein hoher Arsengehalt, der nach Meinung der Experten vermutlich aus der verwendeten Steinkohle stammt.
Nach dem jetzt in der Schriftenreihe des Amtes für Umweltschutz über die Gaswerke in Stuttgart veröffentlichten Bericht sind dort wegen der bisher relativ geringen Schadstoffbelastung des Grundwassers keine Sofortmaßnahmen notwendig. Wenn allerdings auf dem Areal das Science Center zum Thema Mobilität gebaut und eingerichtet werden soll, muss der Boden vorher saniert werden.
Erst zwei Gaswerk-Standorte saniert
Die Altlastenuntersuchungen haben bisher 200.000 Euro gekostet, die vom Altlastenfonds des Landes getragen wurden. Im Jahr 2005 waren die Kosten für den Aushub und die Entsorgung der verseuchten Erde auf 1,3 Millionen Euro geschätzt worden. Von den zwölf Stuttgarter Gaswerk-Standorten sind bis jetzt erst zwei saniert. Auf dem Gelände des einstigen Gaswerks Stuttgart-West an der Seidenstraße wurde die kontaminierte Erde vor dem Bau des Diakonieklinikums entfernt – für vier Millionen Euro. In diesem Jahr soll mit Messungen im Boden und im Grundwasser kontrolliert werden, ob die Sanierung wirklich erfolgreich war. Das Areal des einstigen Gaswerks im Reichsbahn-Ausbesserungswerk Bad Cannstatt wurde beim Bau des Daimler-Motorenwerks saniert.
Kein Handlungsbedarf wird für die Gelände der ehemaligen Gaswerke Vaihingen und Zuffenhausen gesehen, auch von den Hinterlassenschaften der Gasfabrik der einstigen Maschinenfabrik Kuhn in Stuttgart-Berg geht offenbar keine Gefahr aus. An den übrigen Standorten laufen die Untersuchungen noch, auch am ehemaligen Gaswerk Mühlgrün in Bad Cannstatt. Es stand dort, wo heute der Neckar fließt.
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