Ludwigsburg
Mit dem Mountainbike über Müllberge
Fragen von Miriam Hesse, veröffentlicht am 27.05.2008
Ludwigsburg - Auf der stillgelegten Ludwigsburger Deponie Am Lemberg ist Betreten eigentlich verboten. Albrecht Tschackert, technischer Leiter der Abfallverwertungsgesellschaft des Landkreises (AVL), erklärt Miriam Hesse, warum Mitte Juni trotzdem ein Radrennen auf dem Müllberg ausgetragen wird.
Eignet sich das Deponiegelände überhaupt für ein Radrennen, Herr Tschackert?
Absolut. Der Rad- und Kraftfahrverein Poppenweiler hatte nach einer passenden Strecke gesucht, auf der sich die Mountainbiker austoben können. Auf der Deponie geht es heftig rauf und runter. Da gibt es reichlich Gefälle und Steigungen mit bis zu 50 Metern Höhenunterschied. Da komme ich schon ins Schnaufen, wenn ich hochlaufe.
Dann wollen Sie selbst beim Lemberg-Race nicht in die Pedale treten?
Nein. Aber möglicherweise wird eine kleine Mannschaft der AVL antreten.
Der Lembergmüllberg soll ja dauerhaft umfunktioniert werden. Schwebte Ihnen da ein solcher Rennzweck vor?
Eigentlich nicht. Das war eine Idee des Vereins, der im kommenden Jahr sein hundertjähriges Bestehen feiert. Jetzt wird die Teststrecke ausprobiert. Wenn sie sich bewährt, könnte es dort 2009 eine größere Sportveranstaltung geben. Aber das bleiben Ausnahmen. Von den 4,1 Kilometern Wettkampfstrecke führt die Hälfte über die ehemalige Deponie – und das nur auf ausgewählten Wegen.
Warum ist das Betreten eigentlich ansonsten immer noch verboten?
Die letzten Abfälle sind Anfang der neunziger Jahre auf der Deponie Am Lemberg gelandet. Aber es treten nach wie vor Gase aus, die abgesaugt und in elektrische Energie umgewandelt werden. Denn die Mikroorganismen sind weiterhin damit beschäftigt, den organischen Müll aufzufressen. Es wird wahrscheinlich noch sieben bis zehn Jahre dauern, bis aus dem Lemberg ein öffentlich begehbarer Naturbereich mit Anbindung an den nahen Wald geworden ist.
Dann wird das ein Rennen über Unrat und Speisereste statt über Stock und Stein?
Nicht direkt. Der Müll wurde bei der Rekultivierung der Halde mit einer bis zu sechs Meter dicken Erdschicht abgedeckt. Zudem wurden dort 20.000 Bäumchen gepflanzt.
Wie groß ist der Müllberg darunter?
Da liegen 3,5 Millionen Kubikmeter Haus- und Gewerbeabfälle. Damit hatte die Deponie damals ihr Soll erfüllt. Sie verstehen die Erlaubnis für den sportlichen Wettstreit als Dankeschön für die Bürger im Stadtteil Poppenweiler.
Wofür bedanken Sie sich denn?
Vier Jahre lang sind bei umfangreichen Bauarbeiten insgesamt rund 400.000 Tonnen Erde zur Deponie gebracht worden. Die Lastwagen mussten quer durch Poppenweiler fahren. Die Anwohner haben unser Anliegen verstanden, an Führungen über die Deponie teilgenommen und den Lasterverkehr erduldet. Wir sind froh, dass es keine Konflikte gab.
Dann verlangen Sie auch keine Müllgebühr vom Verein, damit das Radrennen stattfinden kann?
Natürlich nicht. Wir erwarten lediglich, dass nach dem Wettkampf die Pappbecher und anderer Abfall eingesammelt und ordentlich entsorgt wird – damit er in den entsprechenden Sortieranlagen für flach und rund landet.
Eignet sich das Deponiegelände überhaupt für ein Radrennen, Herr Tschackert?
Absolut. Der Rad- und Kraftfahrverein Poppenweiler hatte nach einer passenden Strecke gesucht, auf der sich die Mountainbiker austoben können. Auf der Deponie geht es heftig rauf und runter. Da gibt es reichlich Gefälle und Steigungen mit bis zu 50 Metern Höhenunterschied. Da komme ich schon ins Schnaufen, wenn ich hochlaufe.
Dann wollen Sie selbst beim Lemberg-Race nicht in die Pedale treten?
Nein. Aber möglicherweise wird eine kleine Mannschaft der AVL antreten.
Der Lembergmüllberg soll ja dauerhaft umfunktioniert werden. Schwebte Ihnen da ein solcher Rennzweck vor?
Eigentlich nicht. Das war eine Idee des Vereins, der im kommenden Jahr sein hundertjähriges Bestehen feiert. Jetzt wird die Teststrecke ausprobiert. Wenn sie sich bewährt, könnte es dort 2009 eine größere Sportveranstaltung geben. Aber das bleiben Ausnahmen. Von den 4,1 Kilometern Wettkampfstrecke führt die Hälfte über die ehemalige Deponie – und das nur auf ausgewählten Wegen.
Warum ist das Betreten eigentlich ansonsten immer noch verboten?
Die letzten Abfälle sind Anfang der neunziger Jahre auf der Deponie Am Lemberg gelandet. Aber es treten nach wie vor Gase aus, die abgesaugt und in elektrische Energie umgewandelt werden. Denn die Mikroorganismen sind weiterhin damit beschäftigt, den organischen Müll aufzufressen. Es wird wahrscheinlich noch sieben bis zehn Jahre dauern, bis aus dem Lemberg ein öffentlich begehbarer Naturbereich mit Anbindung an den nahen Wald geworden ist.
Dann wird das ein Rennen über Unrat und Speisereste statt über Stock und Stein?
Nicht direkt. Der Müll wurde bei der Rekultivierung der Halde mit einer bis zu sechs Meter dicken Erdschicht abgedeckt. Zudem wurden dort 20.000 Bäumchen gepflanzt.
Wie groß ist der Müllberg darunter?
Da liegen 3,5 Millionen Kubikmeter Haus- und Gewerbeabfälle. Damit hatte die Deponie damals ihr Soll erfüllt. Sie verstehen die Erlaubnis für den sportlichen Wettstreit als Dankeschön für die Bürger im Stadtteil Poppenweiler.
Wofür bedanken Sie sich denn?
Vier Jahre lang sind bei umfangreichen Bauarbeiten insgesamt rund 400.000 Tonnen Erde zur Deponie gebracht worden. Die Lastwagen mussten quer durch Poppenweiler fahren. Die Anwohner haben unser Anliegen verstanden, an Führungen über die Deponie teilgenommen und den Lasterverkehr erduldet. Wir sind froh, dass es keine Konflikte gab.
Dann verlangen Sie auch keine Müllgebühr vom Verein, damit das Radrennen stattfinden kann?
Natürlich nicht. Wir erwarten lediglich, dass nach dem Wettkampf die Pappbecher und anderer Abfall eingesammelt und ordentlich entsorgt wird – damit er in den entsprechenden Sortieranlagen für flach und rund landet.
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