Nachfolge von Bütikofer
Cem Özdemir will Grünen-Chef werden
dpa, veröffentlicht am 02.06.2008
Berlin - Der Europaabgeordnete Cem Özdemir hat als erster Grüner seine Kandidatur um die Nachfolge von Reinhard Bütikofer als Parteivorsitzender angekündigt. "Wenn die Partei das möchte, stehe ich zur Verfügung", sagte er am Montag "Spiegel Online". Damit könnten zwei Kandidaten aus einer entscheidenden Klausur des Reformerflügels der Grünen, früher Realos genannt, am 20. und 21. Juni hervorgehen. Die Fraktionschefin im Bundestag, Renate Künast, hatte sich für die Wahl des Berliner Fraktionsvorsitzenden Volker Ratzmann ausgesprochen.
Ratzmann nannte das Amt "eine spannende Aufgabe gerade in der derzeitigen bundespolitischen Konstellation". Der "Süddeutschen Zeitung" (Dienstag) sagte er, Özdemir sei "ein in vielen Schlachten erprobter und erfahrener Politiker und sehr respektabler Kandidat". Er selbst werde weitere Gespräche führen und dann entscheiden, ob er antrete. Bei einem Treffen der Reformer der Bundestagsfraktion am Abend wurde keine Vorentscheidung erwartet.
Özdemir nannte den 48 Jahre alten Ratzmann in "Spiegel Online" ebenfalls einen "mehr als respektablen Kandidaten", der aber ein anderes Profil als er selbst habe. Nach dem geplanten Abtritt Bütikofers von der Spitze der Partei sieht der 42-jährige Özdemir seinen Schritt auch als Möglichkeit zum Generationswechsel. "Ich traue mir zu, gemeinsam mit der Partei Ideen zu entwickeln und das Land zu gestalten." Özdemir hatte sich nach Veröffentlichungen über die unzulässige Verwendung dienstlich erworbener Bonus-Flugmeilen 2002 nach acht Jahren aus dem Bundestag zurückgezogen. Seit 2004 ist er Europaabgeordneter.
Bütikofer hatte im März bekanntgegeben, er werde beim Bundesparteitag im November nicht erneut als Vorsitzender kandidieren, da er ins Europaparlament wechseln wolle. Gesucht worden war seither ein junger Grünen-Realo. Mehrere mögliche Anwärter sagten ab. Die Co-Vorsitzende Claudia Roth meldete ihre erneute Kandidatur an und wurde darin vom linken Flügel unterstützt.
Bütikofer geht von einer raschen Entscheidung über die Kandidaten aus. Die Frage kläre sich gerade, sagte er nach Gremiensitzungen in Berlin. Auch wenn es zwei Kandidaten gebe und die Grünen diesen vor der Entscheidung Respekt entgegenbrächten, sei eine Wahl nicht nachteilig. Gegenseitiges Schlechtreden von Kandidaten würde den Grünen aber nicht nützen, mahnte er. Im anstehenden "schwierigen Bundestagswahlkampf" müssten alle Parteiflügel einbezogen werden.
Unterstützung erhielt Özdemir vom Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer, der ebenfalls für das Amt gehandelt worden war. Özdemir sei ein "nahezu idealer Kandidat", der neue Ideen und Zukunftsthemen aufgreifen und nach außen tragen könne, sagte Palmer. Unter den Realos gibt es dem Vernehmen nach Vorbehalte gegen Özdemir wie gegen Ratzmann: Während manche Skepsis an der Führungsfähigkeit des Europaabgeordneten hegen, halten andere den Berliner Fraktionschef eher für einen Linken als für einen Reformer. Genannt worden war auch Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt als mögliche Anwärterin.
Ratzmann nannte das Amt "eine spannende Aufgabe gerade in der derzeitigen bundespolitischen Konstellation". Der "Süddeutschen Zeitung" (Dienstag) sagte er, Özdemir sei "ein in vielen Schlachten erprobter und erfahrener Politiker und sehr respektabler Kandidat". Er selbst werde weitere Gespräche führen und dann entscheiden, ob er antrete. Bei einem Treffen der Reformer der Bundestagsfraktion am Abend wurde keine Vorentscheidung erwartet.
Özdemir nannte den 48 Jahre alten Ratzmann in "Spiegel Online" ebenfalls einen "mehr als respektablen Kandidaten", der aber ein anderes Profil als er selbst habe. Nach dem geplanten Abtritt Bütikofers von der Spitze der Partei sieht der 42-jährige Özdemir seinen Schritt auch als Möglichkeit zum Generationswechsel. "Ich traue mir zu, gemeinsam mit der Partei Ideen zu entwickeln und das Land zu gestalten." Özdemir hatte sich nach Veröffentlichungen über die unzulässige Verwendung dienstlich erworbener Bonus-Flugmeilen 2002 nach acht Jahren aus dem Bundestag zurückgezogen. Seit 2004 ist er Europaabgeordneter.
Bütikofer hatte im März bekanntgegeben, er werde beim Bundesparteitag im November nicht erneut als Vorsitzender kandidieren, da er ins Europaparlament wechseln wolle. Gesucht worden war seither ein junger Grünen-Realo. Mehrere mögliche Anwärter sagten ab. Die Co-Vorsitzende Claudia Roth meldete ihre erneute Kandidatur an und wurde darin vom linken Flügel unterstützt.
Bütikofer geht von einer raschen Entscheidung über die Kandidaten aus. Die Frage kläre sich gerade, sagte er nach Gremiensitzungen in Berlin. Auch wenn es zwei Kandidaten gebe und die Grünen diesen vor der Entscheidung Respekt entgegenbrächten, sei eine Wahl nicht nachteilig. Gegenseitiges Schlechtreden von Kandidaten würde den Grünen aber nicht nützen, mahnte er. Im anstehenden "schwierigen Bundestagswahlkampf" müssten alle Parteiflügel einbezogen werden.
Unterstützung erhielt Özdemir vom Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer, der ebenfalls für das Amt gehandelt worden war. Özdemir sei ein "nahezu idealer Kandidat", der neue Ideen und Zukunftsthemen aufgreifen und nach außen tragen könne, sagte Palmer. Unter den Realos gibt es dem Vernehmen nach Vorbehalte gegen Özdemir wie gegen Ratzmann: Während manche Skepsis an der Führungsfähigkeit des Europaabgeordneten hegen, halten andere den Berliner Fraktionschef eher für einen Linken als für einen Reformer. Genannt worden war auch Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt als mögliche Anwärterin.
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