Özdemir zu seiner Kandidatur
"Ich bin ein Anhänger der Teamarbeit"
Fragen von Martin Maria Reinkowski, veröffentlicht am 03.06.2008
Stuttgart - Cem Özdemir will Grünen-Chef werden, und er strebt in den Bundestag. Als Europaabgeordneter könne er zu wenig in die Debatten in Deutschland eingreifen, sagt er zu Martin Reinkowski.
Herr Özdemir, Sie streben Amt und Mandat an, wollen Parteivorsitzender und Bundestagsabgeordneter werden. Hält man das in der Partei für überheblich?
Ich bin gerne im Europäischen Parlament, aber das Eingreifen in wichtige nationale Debatten von Brüssel aus ist sehr schwer. Daher meine Entscheidung, für den Bundestag zu kandidieren. Die Frage nach dem Parteivorsitz ist erst danach entstanden. Ich will helfen, dass wir 2009 bei den anstehenden Wahlen erfolgreich sind.
In der Partei gibt es den Vorwurf, Ihnen fehle es an Führungserfahrung.
Mit den Akten soll ich es ja angeblich auch nicht so haben. Da frage ich mich, was ich die letzten Jahre im Europaparlament gemacht habe. Wir haben im Gegensatz zu den Kollegen im Bundestag 40 statt 20 Sitzungswochen. Da werden ebenfalls keine Däumchen gedreht. Und mit Führungsqualität ist wohl kaum gemeint, dass man seine Mitarbeiter anbrüllt. Ich bin ein Anhänger der Teamarbeit, pflege einen kooperativen Stil. Und genau das ist jetzt auch gefragt.
Wohin sollen sich die Grünen entwickeln?
Die Grünen sind gut aufgestellt, das Profil lässt sich weiter schärfen. Der Vorstand kann Debatten anstoßen, die über das Heute hinausgehen, während die Tagespolitik von der Fraktion bestimmt wird. Ein wichtiges Thema, das mir sehr am Herzen liegt, ist etwa die Bildungsfrage. Wie schaffen wir es, dass wir Kinder aus Arbeiterfamilien besser fördern und an die Hochschule bringen? Diese Frage müssen wir beantworten und entsprechend politisch umsetzen.
Wie halten Sie es mit der Koalitionsfrage?
Die Grünen treten mit einem eigenständigen Profil an. Ich bin weder ein Jamaika-Grüner noch ein Rot-Rot-Grüner. Was nach der Wahl passiert, hängt nicht davon ab, was arithmetisch möglich ist. Wir entscheiden auf der Grundlage unserer Projekte.
Die Abgeordnete Uschi Eid möchte, dass die Parteimitglieder den Bundespräsidenten frei wählen dürfen. Wie sehen Sie das?
Der amtierende Kandidat hat keine schlechte Arbeit geleistet, die potenzielle Amtsinhaberin haben wir bei der letzten Wahl gewählt. Dennoch sehen wir keinen Grund, uns vorab festzulegen.
Herr Özdemir, Sie streben Amt und Mandat an, wollen Parteivorsitzender und Bundestagsabgeordneter werden. Hält man das in der Partei für überheblich?
Ich bin gerne im Europäischen Parlament, aber das Eingreifen in wichtige nationale Debatten von Brüssel aus ist sehr schwer. Daher meine Entscheidung, für den Bundestag zu kandidieren. Die Frage nach dem Parteivorsitz ist erst danach entstanden. Ich will helfen, dass wir 2009 bei den anstehenden Wahlen erfolgreich sind.
In der Partei gibt es den Vorwurf, Ihnen fehle es an Führungserfahrung.
Mit den Akten soll ich es ja angeblich auch nicht so haben. Da frage ich mich, was ich die letzten Jahre im Europaparlament gemacht habe. Wir haben im Gegensatz zu den Kollegen im Bundestag 40 statt 20 Sitzungswochen. Da werden ebenfalls keine Däumchen gedreht. Und mit Führungsqualität ist wohl kaum gemeint, dass man seine Mitarbeiter anbrüllt. Ich bin ein Anhänger der Teamarbeit, pflege einen kooperativen Stil. Und genau das ist jetzt auch gefragt.
Wohin sollen sich die Grünen entwickeln?
Die Grünen sind gut aufgestellt, das Profil lässt sich weiter schärfen. Der Vorstand kann Debatten anstoßen, die über das Heute hinausgehen, während die Tagespolitik von der Fraktion bestimmt wird. Ein wichtiges Thema, das mir sehr am Herzen liegt, ist etwa die Bildungsfrage. Wie schaffen wir es, dass wir Kinder aus Arbeiterfamilien besser fördern und an die Hochschule bringen? Diese Frage müssen wir beantworten und entsprechend politisch umsetzen.
Wie halten Sie es mit der Koalitionsfrage?
Die Grünen treten mit einem eigenständigen Profil an. Ich bin weder ein Jamaika-Grüner noch ein Rot-Rot-Grüner. Was nach der Wahl passiert, hängt nicht davon ab, was arithmetisch möglich ist. Wir entscheiden auf der Grundlage unserer Projekte.
Die Abgeordnete Uschi Eid möchte, dass die Parteimitglieder den Bundespräsidenten frei wählen dürfen. Wie sehen Sie das?
Der amtierende Kandidat hat keine schlechte Arbeit geleistet, die potenzielle Amtsinhaberin haben wir bei der letzten Wahl gewählt. Dennoch sehen wir keinen Grund, uns vorab festzulegen.
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