Kritik an ambitioniertem Zeitplan
LBBW macht Tempo in Mainz und Leipzig
Andrea Gregor, veröffentlicht am 04.06.2008
Stuttgart - Nachdem nun das Prüfungsverfahren der EU-Kommission beendet ist, können sich die LBBW-Strategen ganz auf die Integration der Sachsen Bank und der Rheinland-Pfalz Bank konzentrieren. Ein Überblick über die beiden neuen Töchter.
Von Andrea Gregor
Man kann sich mittlerweile fragen, ob der Name Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) eigentlich noch die Aktivitäten der größten deutschen Landesbank im Wesentlichen widerspiegelt – auch wenn der Kernmarkt natürlich der Südwesten bleibt. Mit Mainz hat das Institut nun einen seiner vier Hauptsitze außerhalb Baden-Württembergs, es erfüllt die Sparkassenzentralbankfunktion nicht nur für den Südwesten, sondern genauso für Rheinland-Pfalz und Sachsen.
Nachdem die LBBW nun Rechtssicherheit bei der Sachsen Bank hat, kann sie den Markt in Ostdeutschland beackern. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen soll das Mittelstandsgeschäft und die Verbindung zu vermögenden Privatkunden ausgebaut werden. Mit 80 Mitarbeitern ist die Sachsen Bank (das Kundengeschäft der früheren SachsenLB) in Leipzig, Dresden und Halle vertreten. Die Aktivitäten der BW-Bank in der Region sind zum 1. April in der Sachsen Bank aufgegangen, als diese als unselbstständige LBBW-Tochter gegründet wurde.
Die 640 Mitarbeiter der früheren Sächsischen Landesbank und der drei ostdeutschen BW-Bank-Filialen sollen, so hatte der Vorstand im März angekündigt, weiter beschäftigt werden, der Großteil von ihnen bei der neuen LBBW-Filiale in Leipzig und deren Tochtergesellschaften. Bei der SachsenLB Europe in Dublin, die die riskanten Fondsgeschäfte der SachsenLB managt und nun voraussichtlich aufgelöst werden soll (siehe nebenstehenden Bericht), sind rund 50 Beschäftigte angestellt. Die Bilanzsumme der Sachsen Bank soll in diesem Jahr etwa zehn Milliarden Euro betragen, die der SachsenLB lag bei 70 Milliarden.
Die Übernahme der SachsenLB, die im vergangenen August beschlossen worden war, hat zu einer Verschlechterung des Finanzstärkeratings durch die Agentur Moody’s geführt. Unter anderem der Druck der Integration der ehemaligen ostdeutschen Landesbank auf die Kapitalisierung der LBBW habe zur Abwertung des Finanzstärkeratings von C+ auf C geführt, hatte Moody’s vor kurzem erklärt. Gleichzeitig wurde der Ausblick für den Konzern aber von negativ auf stabil angehoben. Die neuen Ratingnoten hätten keine Auswirkungen auf die Refinanzierungskosten, erklärt die Bank.
Bei der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP) soll die Neuausrichtung zum 1. Juli greifen und Ende November abgeschlossen sein. Diese wird in die Rheinland-Pfalz Bank, sozusagen die Kundenbank, und eine LBBW-Niederlassung in Mainz aufgespalten. Dort soll das Immobilienfinanzierungsgeschäft des Konzerns angesiedelt werden. Intern, so ist zu hören, klagen Beschäftigte, dass der Konzern bei der Umstrukturierung zu sehr aufs Tempo drücke. Dies gelte für Mainz und Leipzig. Ein LBBW-Sprecher erklärte hingegen, dass alle Prozesse planmäßig abliefen. Die LRP war 2007 mit 81 Millionen Euro in die roten Zahlen gerutscht.
Die Bilanzsumme lag bei knapp 78 Milliarden Euro, inklusive der Tochter LRI in Luxemburg sind 1595 Frauen und Männer bei der LRP beschäftigt. Ein Stellenabbau innerhalb eines gewissen Korridors ist möglich. Die Bank unterhält neben der Luxemburger Niederlassung Büros und Düssseldorf und Paris. Die Aktivitäten in Düsseldorf, vor allem das Mittelstandskundengeschäft, sollen verstärkt werden.
Von Andrea Gregor
Man kann sich mittlerweile fragen, ob der Name Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) eigentlich noch die Aktivitäten der größten deutschen Landesbank im Wesentlichen widerspiegelt – auch wenn der Kernmarkt natürlich der Südwesten bleibt. Mit Mainz hat das Institut nun einen seiner vier Hauptsitze außerhalb Baden-Württembergs, es erfüllt die Sparkassenzentralbankfunktion nicht nur für den Südwesten, sondern genauso für Rheinland-Pfalz und Sachsen.
Nachdem die LBBW nun Rechtssicherheit bei der Sachsen Bank hat, kann sie den Markt in Ostdeutschland beackern. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen soll das Mittelstandsgeschäft und die Verbindung zu vermögenden Privatkunden ausgebaut werden. Mit 80 Mitarbeitern ist die Sachsen Bank (das Kundengeschäft der früheren SachsenLB) in Leipzig, Dresden und Halle vertreten. Die Aktivitäten der BW-Bank in der Region sind zum 1. April in der Sachsen Bank aufgegangen, als diese als unselbstständige LBBW-Tochter gegründet wurde.
Die 640 Mitarbeiter der früheren Sächsischen Landesbank und der drei ostdeutschen BW-Bank-Filialen sollen, so hatte der Vorstand im März angekündigt, weiter beschäftigt werden, der Großteil von ihnen bei der neuen LBBW-Filiale in Leipzig und deren Tochtergesellschaften. Bei der SachsenLB Europe in Dublin, die die riskanten Fondsgeschäfte der SachsenLB managt und nun voraussichtlich aufgelöst werden soll (siehe nebenstehenden Bericht), sind rund 50 Beschäftigte angestellt. Die Bilanzsumme der Sachsen Bank soll in diesem Jahr etwa zehn Milliarden Euro betragen, die der SachsenLB lag bei 70 Milliarden.
Die Übernahme der SachsenLB, die im vergangenen August beschlossen worden war, hat zu einer Verschlechterung des Finanzstärkeratings durch die Agentur Moody’s geführt. Unter anderem der Druck der Integration der ehemaligen ostdeutschen Landesbank auf die Kapitalisierung der LBBW habe zur Abwertung des Finanzstärkeratings von C+ auf C geführt, hatte Moody’s vor kurzem erklärt. Gleichzeitig wurde der Ausblick für den Konzern aber von negativ auf stabil angehoben. Die neuen Ratingnoten hätten keine Auswirkungen auf die Refinanzierungskosten, erklärt die Bank.
Bei der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP) soll die Neuausrichtung zum 1. Juli greifen und Ende November abgeschlossen sein. Diese wird in die Rheinland-Pfalz Bank, sozusagen die Kundenbank, und eine LBBW-Niederlassung in Mainz aufgespalten. Dort soll das Immobilienfinanzierungsgeschäft des Konzerns angesiedelt werden. Intern, so ist zu hören, klagen Beschäftigte, dass der Konzern bei der Umstrukturierung zu sehr aufs Tempo drücke. Dies gelte für Mainz und Leipzig. Ein LBBW-Sprecher erklärte hingegen, dass alle Prozesse planmäßig abliefen. Die LRP war 2007 mit 81 Millionen Euro in die roten Zahlen gerutscht.
Die Bilanzsumme lag bei knapp 78 Milliarden Euro, inklusive der Tochter LRI in Luxemburg sind 1595 Frauen und Männer bei der LRP beschäftigt. Ein Stellenabbau innerhalb eines gewissen Korridors ist möglich. Die Bank unterhält neben der Luxemburger Niederlassung Büros und Düssseldorf und Paris. Die Aktivitäten in Düsseldorf, vor allem das Mittelstandskundengeschäft, sollen verstärkt werden.
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