Vor 150 Jahren
Unter Dampf und Segeln nach Amerika
dpa, veröffentlicht am 18.06.2008
Bremerhaven - Bequemlichkeit und Komfort sind die Markenzeichen für angenehmes Reisen an Bord eines Passagierschiffes. Heutzutage würde jedoch kein Passagier auf einem Luxusliner mit dem zufrieden sein, was vor 150 Jahren als exklusiv galt: Der Transatlantikdampfer "Bremen" der Bremer Reederei Norddeutscher Lloyd (NDL) bot nur zwei Badezimmer für die Passagiere. Am 19. Juni 1858 verließ die "Bremen" die Reede vor Bremerhaven und nahm Kurs auf New York. Das war zugleich der Start des Liniendienstes der Reederei über den Nordatlantik.
Die "Bremen" wurde auf einer Werft im schottischen Greenock gebaut. Das knapp über 100 Meter lange Schiff verfügte neben einer 700 PS-starken Maschine über Segelantrieb. Es war wie eine Dreimast- Bark getakelt und erreichte eine Geschwindigkeit von bis zu elfeinhalb Knoten. Viel Zeit mussten die bis zu 571 Passagiere damals mitbringen: Die Überfahrt dauerte 14 Tage und 13 Stunden. Derartige Reisezeiten wären in der schnelllebigen Gegenwart undenkbar. Flugzeuge brauchen nur noch wenige Stunden, und der Luxusliner "Queen Mary 2" fährt derzeit die Strecke Hamburg - New York in acht Tagen.
Die Gründung des Norddeutschen Lloyds 1857 und die Aufnahme des Liniendienstes nach New York war die Bremer Antwort auf die zehn Jahre zuvor gegründete Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Actien- Gesellschaft (Hapag). Die Hamburger starteten 1848 mit dem Dreimast- Vollschiff "Deutschland" ihre regelmäßigen Fahrten in die Neue Welt. Das Schiff bot Platz für 220 Passagiere. 1858 liefen bereits acht Segelschiffe der Hapag im Liniendienst.
Von der großen Auswandererwelle im 19. und 20. Jahrhundert profitierte der NDL, der sich wie auch die Hapag bald zu einer der größten und erfolgreichsten Reedereien der Welt entwickelte. Die Liniennetze beider Reedereien umspannten kurz vor dem Ersten Weltkrieg den gesamten Erdball. Doch beide Weltkriege brachten gravierende Einschnitte, viele Schiffe gingen verloren oder wurden von den Alliierten beschlagnahmt.
Zwar gelang in den 50er Jahren der Wiederaufbau der Flotten. Doch das Ende des Norddeutschen Lloyds wurde in den 60er Jahren eingeläutet. Die Passagierzahlen sanken mit dem Start der Verkehrsflugzeuge dramatisch, und der Beginn der Containerschifffahrt erforderte große Investitionen in neue Schiffe. Dem NDL blieb 1970 nur die Fusion mit dem langjährigen Rivalen zur Hapag-Lloyd AG. "Es war keine Liebesheirat, aber ohne die Fusion würde es heute weder den NDL noch die Hapag geben", sagte der Hapag-Lloyd-Vorstandsvorsitzende Michael Berendt zum 150. Jubiläum des NDL vor einem Jahr.
Hapag-Lloyd zählt heute zu den fünftgrößten Containerreedereien der Welt. Doch die zum TUI-Konzern gehörende deutsche Reederei schwimmt 38 Jahre nach der Fusion mit dem NDL im unruhigen Fahrwasser. TUI will die Reederei vom Konzern abspalten. TUI-Chef Michael Frenzel favorisiert einen Verkauf. Im Gespräch ist weiterhin aber auch eine Fusion mit einer anderen Reederei.
Die erste "Bremen" fuhr 16 Jahre lang für den NDL und wurde dann nach England verkauft. 1882 lief das Schiff vor San Francisco (USA) auf Grund und sank. Zur Kreuzfahrt-Flotte von Hapag-Lloyd gehört 150 Jahre später noch immer eine "Bremen". Das 111 Meter lange Schiff ist ein Vier-Sterne-Kreuzfahrer und bietet Expeditionsreisen von den Tropen bis in die Polarmeere.
Die "Bremen" wurde auf einer Werft im schottischen Greenock gebaut. Das knapp über 100 Meter lange Schiff verfügte neben einer 700 PS-starken Maschine über Segelantrieb. Es war wie eine Dreimast- Bark getakelt und erreichte eine Geschwindigkeit von bis zu elfeinhalb Knoten. Viel Zeit mussten die bis zu 571 Passagiere damals mitbringen: Die Überfahrt dauerte 14 Tage und 13 Stunden. Derartige Reisezeiten wären in der schnelllebigen Gegenwart undenkbar. Flugzeuge brauchen nur noch wenige Stunden, und der Luxusliner "Queen Mary 2" fährt derzeit die Strecke Hamburg - New York in acht Tagen.
Die Gründung des Norddeutschen Lloyds 1857 und die Aufnahme des Liniendienstes nach New York war die Bremer Antwort auf die zehn Jahre zuvor gegründete Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Actien- Gesellschaft (Hapag). Die Hamburger starteten 1848 mit dem Dreimast- Vollschiff "Deutschland" ihre regelmäßigen Fahrten in die Neue Welt. Das Schiff bot Platz für 220 Passagiere. 1858 liefen bereits acht Segelschiffe der Hapag im Liniendienst.
Von der großen Auswandererwelle im 19. und 20. Jahrhundert profitierte der NDL, der sich wie auch die Hapag bald zu einer der größten und erfolgreichsten Reedereien der Welt entwickelte. Die Liniennetze beider Reedereien umspannten kurz vor dem Ersten Weltkrieg den gesamten Erdball. Doch beide Weltkriege brachten gravierende Einschnitte, viele Schiffe gingen verloren oder wurden von den Alliierten beschlagnahmt.
Zwar gelang in den 50er Jahren der Wiederaufbau der Flotten. Doch das Ende des Norddeutschen Lloyds wurde in den 60er Jahren eingeläutet. Die Passagierzahlen sanken mit dem Start der Verkehrsflugzeuge dramatisch, und der Beginn der Containerschifffahrt erforderte große Investitionen in neue Schiffe. Dem NDL blieb 1970 nur die Fusion mit dem langjährigen Rivalen zur Hapag-Lloyd AG. "Es war keine Liebesheirat, aber ohne die Fusion würde es heute weder den NDL noch die Hapag geben", sagte der Hapag-Lloyd-Vorstandsvorsitzende Michael Berendt zum 150. Jubiläum des NDL vor einem Jahr.
Hapag-Lloyd zählt heute zu den fünftgrößten Containerreedereien der Welt. Doch die zum TUI-Konzern gehörende deutsche Reederei schwimmt 38 Jahre nach der Fusion mit dem NDL im unruhigen Fahrwasser. TUI will die Reederei vom Konzern abspalten. TUI-Chef Michael Frenzel favorisiert einen Verkauf. Im Gespräch ist weiterhin aber auch eine Fusion mit einer anderen Reederei.
Die erste "Bremen" fuhr 16 Jahre lang für den NDL und wurde dann nach England verkauft. 1882 lief das Schiff vor San Francisco (USA) auf Grund und sank. Zur Kreuzfahrt-Flotte von Hapag-Lloyd gehört 150 Jahre später noch immer eine "Bremen". Das 111 Meter lange Schiff ist ein Vier-Sterne-Kreuzfahrer und bietet Expeditionsreisen von den Tropen bis in die Polarmeere.
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