Flughaufenausbau
Die Chronik der Ereignisse
Thomas Braun, veröffentlicht am 22.06.2008
Stuttgart - Beim Blick in die Annalen zeigt sich, dass die Frage "Zweite Startbahn - Ja oder Nein?" bereits im Jahr 2000 ein Thema war. Damals sagte Erwin Teufel, der damalige Ministerpräsident: "Der Flughafen reicht auch dann noch, wenn sich die Passagierzahlen verdoppelt haben. Die Landesregierung hegt keine Ausbaupläne." Die Vorstöße der Geschäftsführer kommentierte Teufel mit den Worten: "Wer Streit sucht mit den Bürgern auf den Fildern, der muss nur so weitermachen."
Von Thomas Braun
2005 gab Erwin Teufel sein Amt ab, Günther Oettinger wurde Ministerpräsident. Der Flughafendirektor Georg Fundel witterte Morgenluft. Nachdem Jahr für Jahr mehr Starts und Landungen, also auch steigende Passagierzahlen zu vermelden waren, nahm er schon 2006 das alte Thema wieder auf. Zehn Millionen Passagiere im abgelaufenen Jahr - das bedeute Handlungsbedarf.
Im Herbst 2007 legte Fundel sein Gutachten vor: Bau einer 2500 Meter langen, zweiten Startbahn, dazu eine Einschränkung des Nachtflugverbots. Doch bei der Präsentation im Gemeinderat schlägt ihm Skepsis entgegen, auch der Oberbürgermeister Wolfgang Schuster gibt Fundel keinen Freibrief. Ministerpräsident Oettinger mag sich nicht festlegen und gibt bei einem unabhängigen Gutachter eine Studie in Auftrag. CDU-Fraktionschef Stefan Mappus gilt eher als Befürworter. Ulrich Noll, FDP-Fraktionschef im Landtag, sagt kategorisch "Nein" und verbindet damit sogar seine politische Zukunft.
Während die Industrie- und Handelskammer Region Stuttgart und die Sprecher der Fluggesellschaften sich hinter Fundels Ausbaupläne stellen, formiert sich auf den Fildern der Widerstand - erst langsam, dann immer stärker: Im Januar 2008 schließen sich 50 (!) Städte und Gemeinden auf den Fildern zu einem "Aktionsbündnis" gegen den Bau der zweiten Startbahn zusammen. Georg Fundel räumt im Rückblick auf 2007 ein, es sei ihm "nur bedingt gelungen, die Vorzüge des Projekts aufzuzeigen". Und er beteuert: "Der Ausbau ist kein Steckenpferd der Geschäftsführung." Fundel verweist immer wieder darauf, die Landesregierung - Flughafenteilhaber neben der Stadt - habe ihn doch dazu aufgefordert, die Notwendigkeiten einer zweiten Start- und Landebahn aus seiner Sicht darzustellen.
Plötzlich steht die Flughafengesellschaft im politischen Raum ziemlich alleine da. Weil das Superwahljahr 2009, in dem es Kommunal-, Regional- und auch Bundestagswahlen geben wird, immer näher rückt, erklären SPD, Grüne und FDP im Landtag, in der Region und auch in Stuttgart bis in die jüngste Zeit hinein immer wieder ihr Nein. Ministerpräsident Günther Oettinger tritt vorsichtig, aber unüberhörbar den Rückzug an. Er sagt: "Ich will die zweite Startbahn nicht unbedingt - eher im Gegenteil." Intern heißt es, Oettinger sei über Georg Fundel regelrecht verärgert, weil der keine Ruhe gebe. Fundel schweigt seit Tagen. Am Mittwoch wird Oettinger sich äußern.
Von Thomas Braun
2005 gab Erwin Teufel sein Amt ab, Günther Oettinger wurde Ministerpräsident. Der Flughafendirektor Georg Fundel witterte Morgenluft. Nachdem Jahr für Jahr mehr Starts und Landungen, also auch steigende Passagierzahlen zu vermelden waren, nahm er schon 2006 das alte Thema wieder auf. Zehn Millionen Passagiere im abgelaufenen Jahr - das bedeute Handlungsbedarf.
Im Herbst 2007 legte Fundel sein Gutachten vor: Bau einer 2500 Meter langen, zweiten Startbahn, dazu eine Einschränkung des Nachtflugverbots. Doch bei der Präsentation im Gemeinderat schlägt ihm Skepsis entgegen, auch der Oberbürgermeister Wolfgang Schuster gibt Fundel keinen Freibrief. Ministerpräsident Oettinger mag sich nicht festlegen und gibt bei einem unabhängigen Gutachter eine Studie in Auftrag. CDU-Fraktionschef Stefan Mappus gilt eher als Befürworter. Ulrich Noll, FDP-Fraktionschef im Landtag, sagt kategorisch "Nein" und verbindet damit sogar seine politische Zukunft.
Während die Industrie- und Handelskammer Region Stuttgart und die Sprecher der Fluggesellschaften sich hinter Fundels Ausbaupläne stellen, formiert sich auf den Fildern der Widerstand - erst langsam, dann immer stärker: Im Januar 2008 schließen sich 50 (!) Städte und Gemeinden auf den Fildern zu einem "Aktionsbündnis" gegen den Bau der zweiten Startbahn zusammen. Georg Fundel räumt im Rückblick auf 2007 ein, es sei ihm "nur bedingt gelungen, die Vorzüge des Projekts aufzuzeigen". Und er beteuert: "Der Ausbau ist kein Steckenpferd der Geschäftsführung." Fundel verweist immer wieder darauf, die Landesregierung - Flughafenteilhaber neben der Stadt - habe ihn doch dazu aufgefordert, die Notwendigkeiten einer zweiten Start- und Landebahn aus seiner Sicht darzustellen.
Plötzlich steht die Flughafengesellschaft im politischen Raum ziemlich alleine da. Weil das Superwahljahr 2009, in dem es Kommunal-, Regional- und auch Bundestagswahlen geben wird, immer näher rückt, erklären SPD, Grüne und FDP im Landtag, in der Region und auch in Stuttgart bis in die jüngste Zeit hinein immer wieder ihr Nein. Ministerpräsident Günther Oettinger tritt vorsichtig, aber unüberhörbar den Rückzug an. Er sagt: "Ich will die zweite Startbahn nicht unbedingt - eher im Gegenteil." Intern heißt es, Oettinger sei über Georg Fundel regelrecht verärgert, weil der keine Ruhe gebe. Fundel schweigt seit Tagen. Am Mittwoch wird Oettinger sich äußern.
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