Geplünderte Vermieterkonten
Bankenaufsicht prüft Affäre
Andreas Müller, veröffentlicht am 23.06.2008
Stuttgart - Der Fall des von den Sparkassen ausgezeichneten "Vermieterschützers", der zahlreiche Vermieter geprellt haben soll, beschäftigt nun auch die Bankenaufsicht. Die betroffene Immobiliengesellschaft hat derweil Insolvenz beantragt.
Von Andreas Müller
Vor zwei Jahren war Matthias Heißner mit seiner Vermieterschutzkartei Sieger beim Gründerwettbewerb der baden-württembergischen Sparkassenorganisation. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen ihn und zwei weitere Mitbeschuldigte wegen des Verdachts, als Wohnungsverwalter zahlreiche Vermieter um Geld geprellt zu haben; es geht um Untreue, Betrug und neuerdings auch Insolvenzverschleppung. Heißner weist alle Vorwürfe zurück und macht seinen früheren Mitgeschäftsführer Erik R. dafür verantwortlich, dass von den Konten von Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG) mindestens "ein sechsstelliger Betrag" verschwunden sei. R., ein früherer Auszubildender Heißners, weist die Vorwürfe offenbar ebenfalls zurück.
Inzwischen beschäftigt der Fall auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, kurz Bafin. Betroffene Vermieter haben sich an die Behörde gewandt mit der Aufforderung, die Rolle der Kreissparkasse Heilbronn zu untersuchen. Bei dem Institut waren offenbar die meisten der geplünderten WEG-Konten geführt worden. In einer Beschwerde an die Bafin wird die Vermutung geäußert, die Sparkasse könne eine Mitverantwortung für die Vorgänge haben.
Nach zuverlässigen StZ-Informationen hat die für Verbraucher- und Anlegerschutz zuständige Abteilung der Bankenaufsicht eine Überprüfung des Sachverhalts eingeleitet. Zunächst wurde die Kreissparkasse Heilbronn aufgefordert, Stellung zu nehmen. Ein Sprecher der Bafin wollte sich dazu nicht äußern. Zur Prüfung einzelner Institute gebe man generell keine Auskunft, sagte er unter Hinweis auf das Kreditwesengesetz; dieses verpflichte die Behörde zu "sehr strenger Verschwiegenheit".
Die Kreissparkasse Heilbronn bestätigte dagegen, dass die Bankenaufsicht eine Stellungnahme angefordert habe. Der Vorstandsvorsitzende Hans Hambücher wies die Vermutung, sein Institut könne eine Mitverantwortung haben, "scharf zurück". "Wir sind nicht involviert", sagte er der StZ. Es gebe auch keinerlei staatsanwaltschaftliche Ermittlungen gegen sein Haus, betonte Hambücher. Für die Sparkasse seien etwaige Unregelmäßigkeiten bei den online geführten WEG-Konten nicht erkennbar gewesen. Wie bei "Hunderten anderen Hausverwaltungen" habe es "keine Auffälligkeiten" gegeben.
Bei Bekanntwerden der Affäre Anfang Mai hatte die Sparkasse zunächst mitgeteilt, sie könne "aufgrund des Bankgeheimnisses keine Angaben machen". Sie teilte damals lediglich mit, man habe Heißner nicht für den Gründerpreis vorgeschlagen. Der Institutschef Hambücher (60) sitzt auch im Vorstand des Sparkassenverbandes, der den Wettbewerb veranstaltet.
Die Thema Immobiliengesellschaft mit Sitz in Leonberg, die die betroffenen Wohnungen vermietet und verwaltet hat, hat derweil Insolvenz beantragt. Bereits Ende Mai leitete das Amtsgericht Ludwigsburg das Insolvenzeröffnungsverfahren ein und bestellte einen vorläufigen Insolvenzverwalter. Zuvor hatte es ein Gerangel zwischen dem geschäftsführenden Gesellschafter Heißner und seinem inzwischen entlassenen Mitgeschäftsführer Erik R. gegeben. Den von R. gestellten Insolvenzantrag hatte Heißner wieder zurückgezogen. Später machte er diesen Schritt wiederum rückgängig. Betroffene Vermieter hatten gegenüber der Staatsanwaltschaft den Verdacht der Insolvenzverschleppung geäußert, inzwischen sind auch deswegen Ermittlungen angelaufen.
Inzwischen bemüht sich der vorläufige Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Holger Leichtle, einen Überblick über die finanziellen Verhältnisse zu bekommen. Dies sei nicht einfach, da sich die Thema "in Auflösung befunden" habe - die Zwischenvermietung sollte beendet werden - und sämtliche Mitarbeiter gekündigt seien, sagte Leichtle der StZ. In der vergangenen Woche habe er bei der Polizei erstmals Einsicht in die Unterlagen erhalten, die bei einer Razzia in Geschäfts- und Privaträumen sichergestellt worden waren. Dabei handele es sich um "800 Ordner, in Kisten verpackt". Betroffen seien etwa 500 bis 1000 Wohneinheiten, die von der Thema betreut worden waren. Mit der Eröffnung des eigentlichen Insolvenzverfahrens rechnet Leichtle im Spätsommer.
Von Andreas Müller
Vor zwei Jahren war Matthias Heißner mit seiner Vermieterschutzkartei Sieger beim Gründerwettbewerb der baden-württembergischen Sparkassenorganisation. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen ihn und zwei weitere Mitbeschuldigte wegen des Verdachts, als Wohnungsverwalter zahlreiche Vermieter um Geld geprellt zu haben; es geht um Untreue, Betrug und neuerdings auch Insolvenzverschleppung. Heißner weist alle Vorwürfe zurück und macht seinen früheren Mitgeschäftsführer Erik R. dafür verantwortlich, dass von den Konten von Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG) mindestens "ein sechsstelliger Betrag" verschwunden sei. R., ein früherer Auszubildender Heißners, weist die Vorwürfe offenbar ebenfalls zurück.
Inzwischen beschäftigt der Fall auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, kurz Bafin. Betroffene Vermieter haben sich an die Behörde gewandt mit der Aufforderung, die Rolle der Kreissparkasse Heilbronn zu untersuchen. Bei dem Institut waren offenbar die meisten der geplünderten WEG-Konten geführt worden. In einer Beschwerde an die Bafin wird die Vermutung geäußert, die Sparkasse könne eine Mitverantwortung für die Vorgänge haben.
Nach zuverlässigen StZ-Informationen hat die für Verbraucher- und Anlegerschutz zuständige Abteilung der Bankenaufsicht eine Überprüfung des Sachverhalts eingeleitet. Zunächst wurde die Kreissparkasse Heilbronn aufgefordert, Stellung zu nehmen. Ein Sprecher der Bafin wollte sich dazu nicht äußern. Zur Prüfung einzelner Institute gebe man generell keine Auskunft, sagte er unter Hinweis auf das Kreditwesengesetz; dieses verpflichte die Behörde zu "sehr strenger Verschwiegenheit".
Die Kreissparkasse Heilbronn bestätigte dagegen, dass die Bankenaufsicht eine Stellungnahme angefordert habe. Der Vorstandsvorsitzende Hans Hambücher wies die Vermutung, sein Institut könne eine Mitverantwortung haben, "scharf zurück". "Wir sind nicht involviert", sagte er der StZ. Es gebe auch keinerlei staatsanwaltschaftliche Ermittlungen gegen sein Haus, betonte Hambücher. Für die Sparkasse seien etwaige Unregelmäßigkeiten bei den online geführten WEG-Konten nicht erkennbar gewesen. Wie bei "Hunderten anderen Hausverwaltungen" habe es "keine Auffälligkeiten" gegeben.
Bei Bekanntwerden der Affäre Anfang Mai hatte die Sparkasse zunächst mitgeteilt, sie könne "aufgrund des Bankgeheimnisses keine Angaben machen". Sie teilte damals lediglich mit, man habe Heißner nicht für den Gründerpreis vorgeschlagen. Der Institutschef Hambücher (60) sitzt auch im Vorstand des Sparkassenverbandes, der den Wettbewerb veranstaltet.
Die Thema Immobiliengesellschaft mit Sitz in Leonberg, die die betroffenen Wohnungen vermietet und verwaltet hat, hat derweil Insolvenz beantragt. Bereits Ende Mai leitete das Amtsgericht Ludwigsburg das Insolvenzeröffnungsverfahren ein und bestellte einen vorläufigen Insolvenzverwalter. Zuvor hatte es ein Gerangel zwischen dem geschäftsführenden Gesellschafter Heißner und seinem inzwischen entlassenen Mitgeschäftsführer Erik R. gegeben. Den von R. gestellten Insolvenzantrag hatte Heißner wieder zurückgezogen. Später machte er diesen Schritt wiederum rückgängig. Betroffene Vermieter hatten gegenüber der Staatsanwaltschaft den Verdacht der Insolvenzverschleppung geäußert, inzwischen sind auch deswegen Ermittlungen angelaufen.
Inzwischen bemüht sich der vorläufige Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Holger Leichtle, einen Überblick über die finanziellen Verhältnisse zu bekommen. Dies sei nicht einfach, da sich die Thema "in Auflösung befunden" habe - die Zwischenvermietung sollte beendet werden - und sämtliche Mitarbeiter gekündigt seien, sagte Leichtle der StZ. In der vergangenen Woche habe er bei der Polizei erstmals Einsicht in die Unterlagen erhalten, die bei einer Razzia in Geschäfts- und Privaträumen sichergestellt worden waren. Dabei handele es sich um "800 Ordner, in Kisten verpackt". Betroffen seien etwa 500 bis 1000 Wohneinheiten, die von der Thema betreut worden waren. Mit der Eröffnung des eigentlichen Insolvenzverfahrens rechnet Leichtle im Spätsommer.
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