Zadu, Reuchlinstraße
Ein bisschen bio, bezahlbar, bemüht
Adrienne Braun , veröffentlicht am 08.10.2007
Stuttgart - Billiger geht es definitiv nicht. Im Zadu in der Reuchlinstraße weht ein neuer Wind. Optisch hat sich zwar bisher wenig verändert. Aber der Mittagstisch, den die neuen Inhaber eingeführt haben, ist bemerkenswert. Schon für 3,90 Euro bekommt man ein ordentliches Mittagessen samt Suppe, Salat und einer Tasse Kaffee. Die Portion ist so üppig, dass manche Gäste sogar auf die Idee kommen, sich ein Tagesessen zu teilen - und auch das versucht man im Zadu möglich zu machen.
Von Adrienne Braun
Keine Frage, Andreas Semle und Michael Reinbacher tun alles, damit sich ihre Gäste wohlfühlen. Deshalb haben sie auch ein Raucherzimmer eingerichtet gemäß der Devise "friedliche Koexistenz". Der Service ist freundlich, selbst wenn es voll ist.
Der neue Mittagstisch wurde sofort angenommen, auf der Karte stehen in der Regel vier Tagesessen von 3,90 Euro an aufwärts - zum Beispiel Pasta Rucola mit Tomatensauce (4,90 Euro). Vorab holt man sich selbst eine Suppe vom Büfett. Und auch wenn nicht eindeutig ist, welche Gemüsesorten sich in der Cremesuppe verbergen, so schmeckt sie doch lecker und ist perfekt gewürzt. Die Nudeln sind al dente, die Tomatensauce dazu ist allerdings nichts Besonderes und schmeckt nach Fertigmischung. Dafür wurde der kleine gemischte Salat liebevoll angerichtet. Und mit dem Kaffee zum Abschluss ist man rundum versorgt.
Renovierungsbedarf
Das Zadu gehört zu den alteingesessenen Kneipen Stuttgarts, was man am Mittag allerdings auch sieht. Was am Abend gemütlich erscheint - die verschiedenfarbigen Wände, die goldene Tapete, die Holztische mit Marmorplatten auf der Empore -, wirkt bei Tageslicht doch schon ein bisschen verlebt. Die neuen Chefs wollen sukzessive renovieren und haben nun erst einmal die Küche auf Vordermann gebracht, in der künftig auch immer mehr Bioprodukte verwendet werden sollen. Schon jetzt finden sich auf der großen Getränkekarte Bioweine (3,20 Euro für 0,2 Liter) und Biosäfte oder Neumarkter Lammsbräu, aber auch eine große Auswahl an Weinen aus Italien und Südafrika oder vom Bodensee.
Was Andreas Reinbacher in der neuen Küche brutzelt, kann sich sehen und schmecken lassen. Es gibt - nach wie vor - wilde Kartoffeln (5,80 Euro), die aber nicht vor Fett triefen, sondern schön knusprig und frisch sind. Bei der Sauce hat man nicht das Gefühl, selbst zur wandelnden Knoblauchzehe zu werden. Dazu gibt es ein Salatbouquet, das nicht nur schön frisch, sondern auch von der Menge her völlig ausreichend dazu ist.
Übersichtliche, aber vielfältige Speisekarte
Auch die Pommes frites, die zum Putenschnitzel (10,20 Euro) in einer Müslischale serviert werden, überzeugen voll und ganz. Sie sind außen knusprig und innen noch saftig. Und auch das Putenschnitzel selbst, das nicht unbedingt paniert auf den Teller hätte kommen müssen, ist zart und stimmig im Geschmack. Die Kässpätzle (7,80 Euro), zu denen es einen kleinen, bunten Salat gibt, wurden scharf angebraten und sind deshalb zum Teil leider etwas hart, aber das Verhältnis zwischen Käse und Spätzle stimmt, und man muss auch nicht wegen allzu viel Fett vorzeitig aufgeben.
Die Speisekarte im Zadu ist übersichtlich, aber vielfältig genug - so gibt es noch Zwiebelrostbraten oder auch Schweizer Wurstsalat. Sein Publikum hat der "Salon Zadu Bar", wie es offiziell heißt, auch. Kann man nur hoffen, dass Semle und Reinbacher auch in Zukunft das ordentliche Niveau und die akzeptablen Preise halten können - und es vielleicht sogar noch für ein bisschen frische Farbe an der Decke reicht.
Zadu, Reuchlinstraße 4b, Tel. 0711/612362; www.zadu.de; geöffnet: Montag bis Donnerstag 11 bis 1 Uhr, Freitag 11 bis 2 Uhr, Samstag 18 bis 2 Uhr, Sonntag 10 bis 0 Uhr, warme Küche täglich von 11.30 bis 23 Uhr, Sonntag von 10 bis 15 Uhr Brunch.
Von Adrienne Braun
Keine Frage, Andreas Semle und Michael Reinbacher tun alles, damit sich ihre Gäste wohlfühlen. Deshalb haben sie auch ein Raucherzimmer eingerichtet gemäß der Devise "friedliche Koexistenz". Der Service ist freundlich, selbst wenn es voll ist.
Der neue Mittagstisch wurde sofort angenommen, auf der Karte stehen in der Regel vier Tagesessen von 3,90 Euro an aufwärts - zum Beispiel Pasta Rucola mit Tomatensauce (4,90 Euro). Vorab holt man sich selbst eine Suppe vom Büfett. Und auch wenn nicht eindeutig ist, welche Gemüsesorten sich in der Cremesuppe verbergen, so schmeckt sie doch lecker und ist perfekt gewürzt. Die Nudeln sind al dente, die Tomatensauce dazu ist allerdings nichts Besonderes und schmeckt nach Fertigmischung. Dafür wurde der kleine gemischte Salat liebevoll angerichtet. Und mit dem Kaffee zum Abschluss ist man rundum versorgt.
Renovierungsbedarf
Das Zadu gehört zu den alteingesessenen Kneipen Stuttgarts, was man am Mittag allerdings auch sieht. Was am Abend gemütlich erscheint - die verschiedenfarbigen Wände, die goldene Tapete, die Holztische mit Marmorplatten auf der Empore -, wirkt bei Tageslicht doch schon ein bisschen verlebt. Die neuen Chefs wollen sukzessive renovieren und haben nun erst einmal die Küche auf Vordermann gebracht, in der künftig auch immer mehr Bioprodukte verwendet werden sollen. Schon jetzt finden sich auf der großen Getränkekarte Bioweine (3,20 Euro für 0,2 Liter) und Biosäfte oder Neumarkter Lammsbräu, aber auch eine große Auswahl an Weinen aus Italien und Südafrika oder vom Bodensee.
Was Andreas Reinbacher in der neuen Küche brutzelt, kann sich sehen und schmecken lassen. Es gibt - nach wie vor - wilde Kartoffeln (5,80 Euro), die aber nicht vor Fett triefen, sondern schön knusprig und frisch sind. Bei der Sauce hat man nicht das Gefühl, selbst zur wandelnden Knoblauchzehe zu werden. Dazu gibt es ein Salatbouquet, das nicht nur schön frisch, sondern auch von der Menge her völlig ausreichend dazu ist.
Übersichtliche, aber vielfältige Speisekarte
Auch die Pommes frites, die zum Putenschnitzel (10,20 Euro) in einer Müslischale serviert werden, überzeugen voll und ganz. Sie sind außen knusprig und innen noch saftig. Und auch das Putenschnitzel selbst, das nicht unbedingt paniert auf den Teller hätte kommen müssen, ist zart und stimmig im Geschmack. Die Kässpätzle (7,80 Euro), zu denen es einen kleinen, bunten Salat gibt, wurden scharf angebraten und sind deshalb zum Teil leider etwas hart, aber das Verhältnis zwischen Käse und Spätzle stimmt, und man muss auch nicht wegen allzu viel Fett vorzeitig aufgeben.
Die Speisekarte im Zadu ist übersichtlich, aber vielfältig genug - so gibt es noch Zwiebelrostbraten oder auch Schweizer Wurstsalat. Sein Publikum hat der "Salon Zadu Bar", wie es offiziell heißt, auch. Kann man nur hoffen, dass Semle und Reinbacher auch in Zukunft das ordentliche Niveau und die akzeptablen Preise halten können - und es vielleicht sogar noch für ein bisschen frische Farbe an der Decke reicht.
Zadu, Reuchlinstraße 4b, Tel. 0711/612362; www.zadu.de; geöffnet: Montag bis Donnerstag 11 bis 1 Uhr, Freitag 11 bis 2 Uhr, Samstag 18 bis 2 Uhr, Sonntag 10 bis 0 Uhr, warme Küche täglich von 11.30 bis 23 Uhr, Sonntag von 10 bis 15 Uhr Brunch.
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