öko-logisch: Überflüssige Mobiltelefone

Alte Handys umweltfreundlich entsorgen

Christine Pander , veröffentlicht am 25.01.2008
Foto: AP

Stuttgart - Wer einen Handyvertrag hat, bekommt spätestens nach zwei Jahren ein neues Gerät. Wohin aber mit dem alten? Eine kostenlose und fachgerechte Entsorgung ist recht einfach - und dient manchmal sogar einem guten Zweck.


  Von Christine Pander

 
Mobiltelefone sind vor allem eins: kurzlebig. Nur 18 bis 24 Monate ist ein Handy durchschnittlich im Einsatz. Dann wartet schon ein neues Hightechgerät beim Vertragspartner. Für die Umwelt ist diese Modellflut problematisch: Schätzungen zufolge werden dadurch europaweit Jahr für Jahr an die 100 Millionen Handys nutzlos. Allein in Deutschland liegen laut Umweltbundesamt rund 60 Millionen alte Handys in Schubladen. Ein wahrer Schatz: daraus könnten drei Tonnen Gold, 30 Tonnen Silber, 1900 Tonnen Kupfer, 151 Tonnen Aluminium und 105 Tonnen Zinn gewonnen werden.


Handys und deren Akkus enthalten jedoch nicht nur Wertstoffe, sondern auch umweltschädigende Substanzen wie Arsen, Cadmium, Blei und Quecksilber. Daher haben ausgediente Geräte nichts in der Mülltonne verloren. Denn schlimmstenfalls geraten die Giftstoffe dann durch Abfallverbrennung oder auf der Deponie ins Grundwasser.

Wohin mit dem alten Handy?

Was kann man tun mit überflüssigen Geräten? Es gibt verschiedene Möglichkeiten: Wer will, gibt sich generös und schenkt alte Handys einfach weiter. Internetnutzer versuchen vielleicht, ihre Handys bei einer der unzähligen Tauschbörsen einzutauschen. Eine Alternative wäre der Wertstoffhof. Wer nach schwäbischer Manier lieber noch Gewinn herausschlagen möchte, kann sich als Flohmarkthändler oder Ebay-Verkäufer versuchen. Oder - und das wäre die wohltätigste Variante - man spendet das Handy für einen guten Zweck.

Letzteres geht einfacher als gedacht. Verschiedene Netzbetreiber bieten seit einiger Zeit Sammelaktionen an, so zum Beispiel T-Mobile in Kooperation mit der Deutschen Umwelthilfe (www.duh.de/handy-recycling.html).

Spendierfreudige können bei der Telekom oder bei der Deutschen Umwelthilfe "Alt-Handy-Versandtüten" anfordern. Das ausgediente Handy wird samt Ladekabel und Bedienungsanleitung in die Tüte gepackt. Dann muss der an die Deutsche Umwelthilfe adressierte Umschlag nur noch in einen Postkasten eingeworfen werden - das geht portofrei. T-Mobile spendet für jedes Handy fünf Euro an die Deutsche Umwelthilfe. Im Gegenzug dürfen die Telefone an private Recyclingpartner gegeben werden.

Dort werden die eingesammelten Geräte inspiziert und zerlegt. Intakte Bauteile werden weiterverwendet, beispielsweise in Südostasien oder Afrika. Defekte Teile werden recycelt. "Aus einer Tonne recycelter Handys können bis zu 230 Gramm Gold gewonnen werden. Das entspricht etwa der Menge, die aus 110 Tonnen Golderzen zu erzielen ist", sagt Markus Jodl von T-Mobile. So wird nicht nur das ökologische Gewissen befriedigt, sondern auch das wirtschaftliche Interesse bedient. Insgesamt können etwa 80 Prozent eines Handys wieder genutzt werden. Alte Kunststoffgehäuse wandern beispielsweise an die Autozulieferindustrie, die daraus Innenverkleidungen produziert.

Alleine bei T-Mobile kamen im vergangenen Jahr auf diese Weise 100 000 Handys zusammen. Doch es gibt noch weitere Sammelaktionen: Auch Vodafone, E-Plus, O2 oder der Verwerter Greener Solutions nehmen alte Handys an. Letzterer in Kooperation mit dem Verein Terre des femmes - Menschenrechte für die Frau, der für jedes gesammelte Handy 3,50 Euro erhält.
 

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