Universität Hohenheim
Aufregung über verlorene Klausuren
Inge Jacobs, veröffentlicht am 27.08.2008
Stuttgart - Das Verschwinden von 113 Klausuren an der Universität Hohenheim hat sich im Nachhinein nicht als Schlamperei, sondern als Missgeschick herausgestellt. Die Fachschaft Wirtschaftswissenschaften sieht ihren Dozenten zu Unrecht an den Pranger gestellt.
Von Inge Jacobs
Es sei "extrem großer Mist passiert - und ich bin dafür verantwortlich", erklärte am Mittwoch Christian Klein, Dozent am Lehrstuhl für Rechnungswesen und Finanzierung der Uni Hohenheim, der Stuttgarter Zeitung. Wie berichtet, hatte offenbar eine Putzfrau den zur Korrektur bereitgestellten Karton mit 113 Klausuren versehentlich als Altpapier entsorgt, und die Klausuren wurden vom Amt für Abfallwirtschaft verbrannt, bevor die Uni die Sache bemerkte.
Doch er und sein Kollege hätten den Raum während der Korrekturen nur kurze Zeit verlassen und ihn abgeschlossen, um einen Kaffee trinken zu gehen, berichtete Klein gestern. "Genau in dieser Zeit war die Reinigungsfachkraft da."
"Für die Studierenden sehr ärgerlich"
Der Papiermüll sei nämlich auch entsorgt worden, deshalb habe man den Vorfall überhaupt so rekonstruieren können, erklärte Klein. Er bedauere die Sache zutiefst. Sie sei "für die Studierenden sehr ärgerlich und für den Dozenten eine Katastrophe". Dabei habe er sich, so Klein, extra beeilt und dem Prüfungsamt die Noten für die rund 700 Klausuren noch vor dem Wochenende gemeldet, zunächst ohne diese mit der Anwesenheitsliste zu vergleichen, damit die Studierenden rasch ihr Ergebnis erfahren. Erst aufgrund zahlreicher Nachfragen von Studierenden, die das Ergebnis ihrer Klausur nicht auf der passwortgeschützten Homepage der Uni fanden, sei man auf das Missgeschick gestoßen.
Klein bedauert, dass empörte Studierende die Sache an die Öffentlichkeit gebracht haben. Die Sache hätte sich nach Kleins Ansicht auch ohne das Internetforum Studi-VZ aufgeklärt. "Wir wissen ganz genau, welche Klausuren fehlen." Doch das Internetforum habe ihm nun seine Informationspolitik verhagelt. Am Donnerstag will sich Klein bei den Studierenden persönlich entschuldigen. "Wir wollen alles so fair wie möglich über die Bühne bringen", kündigt er an. Man werde dafür sorgen, dass niemand benachteiligt werde. Doch es führe kein Weg dran vorbei, dass die Studierenden, deren Klausur verloren gegangen sei, die Arbeit erneut schreiben müssten. Man werde sie bei der Vorbereitung unterstützen.
Fachschaft stellt sich hinter den Dozenten
Während einzelne Studenten ihrer Empörung über den Vorfall heftig Luft machen, nicht nur im Studi-VZ, sondern auch in Mails an ihren Dozenten, stellt sich die Fachschaft Wirtschaftswissenschaften mit einer klaren Stellungnahme auf ihrer Homepage hinter den beliebten Dozenten. "Bei so wichtigen Dokumenten sollte ein Abhandenkommen durch geeignete Maßnahmen ausgeschlossen werden", heißt es darin. Doch der verantwortliche Fachbetreuer Dr. Klein werde "zu unserem Bedauern an den Pranger gestellt".
Der Fachschaftsvertreter Mathias Hirth geht in seiner Aussage gegenüber der StZ noch weiter: "Es tut uns leid, dass es ausgerechnet ihn getroffen hat - er ist der, der sich für uns den A... aufreißt, er ist ein guter Dozent, er gestaltet seine Vorlesungen trotz des trockenen Stoffs spritzig und menschlich."
Nun fordern die Studenten ein transparentes Verfahren, das die Interessen aller Beteiligten berücksichtige. Die Betroffenen dürften durch den Fehler der Uni nicht benachteiligt werden. Der Vorgang zeige, wie überlastet die Uni Hohenheim sei. Die Fachschaft kritisiert den von der Landesregierung geplanten Ausbau auch der Uni Hohenheim.
Von Inge Jacobs
Es sei "extrem großer Mist passiert - und ich bin dafür verantwortlich", erklärte am Mittwoch Christian Klein, Dozent am Lehrstuhl für Rechnungswesen und Finanzierung der Uni Hohenheim, der Stuttgarter Zeitung. Wie berichtet, hatte offenbar eine Putzfrau den zur Korrektur bereitgestellten Karton mit 113 Klausuren versehentlich als Altpapier entsorgt, und die Klausuren wurden vom Amt für Abfallwirtschaft verbrannt, bevor die Uni die Sache bemerkte.
Doch er und sein Kollege hätten den Raum während der Korrekturen nur kurze Zeit verlassen und ihn abgeschlossen, um einen Kaffee trinken zu gehen, berichtete Klein gestern. "Genau in dieser Zeit war die Reinigungsfachkraft da."
"Für die Studierenden sehr ärgerlich"
Der Papiermüll sei nämlich auch entsorgt worden, deshalb habe man den Vorfall überhaupt so rekonstruieren können, erklärte Klein. Er bedauere die Sache zutiefst. Sie sei "für die Studierenden sehr ärgerlich und für den Dozenten eine Katastrophe". Dabei habe er sich, so Klein, extra beeilt und dem Prüfungsamt die Noten für die rund 700 Klausuren noch vor dem Wochenende gemeldet, zunächst ohne diese mit der Anwesenheitsliste zu vergleichen, damit die Studierenden rasch ihr Ergebnis erfahren. Erst aufgrund zahlreicher Nachfragen von Studierenden, die das Ergebnis ihrer Klausur nicht auf der passwortgeschützten Homepage der Uni fanden, sei man auf das Missgeschick gestoßen.
Klein bedauert, dass empörte Studierende die Sache an die Öffentlichkeit gebracht haben. Die Sache hätte sich nach Kleins Ansicht auch ohne das Internetforum Studi-VZ aufgeklärt. "Wir wissen ganz genau, welche Klausuren fehlen." Doch das Internetforum habe ihm nun seine Informationspolitik verhagelt. Am Donnerstag will sich Klein bei den Studierenden persönlich entschuldigen. "Wir wollen alles so fair wie möglich über die Bühne bringen", kündigt er an. Man werde dafür sorgen, dass niemand benachteiligt werde. Doch es führe kein Weg dran vorbei, dass die Studierenden, deren Klausur verloren gegangen sei, die Arbeit erneut schreiben müssten. Man werde sie bei der Vorbereitung unterstützen.
Fachschaft stellt sich hinter den Dozenten
Während einzelne Studenten ihrer Empörung über den Vorfall heftig Luft machen, nicht nur im Studi-VZ, sondern auch in Mails an ihren Dozenten, stellt sich die Fachschaft Wirtschaftswissenschaften mit einer klaren Stellungnahme auf ihrer Homepage hinter den beliebten Dozenten. "Bei so wichtigen Dokumenten sollte ein Abhandenkommen durch geeignete Maßnahmen ausgeschlossen werden", heißt es darin. Doch der verantwortliche Fachbetreuer Dr. Klein werde "zu unserem Bedauern an den Pranger gestellt".
Der Fachschaftsvertreter Mathias Hirth geht in seiner Aussage gegenüber der StZ noch weiter: "Es tut uns leid, dass es ausgerechnet ihn getroffen hat - er ist der, der sich für uns den A... aufreißt, er ist ein guter Dozent, er gestaltet seine Vorlesungen trotz des trockenen Stoffs spritzig und menschlich."
Nun fordern die Studenten ein transparentes Verfahren, das die Interessen aller Beteiligten berücksichtige. Die Betroffenen dürften durch den Fehler der Uni nicht benachteiligt werden. Der Vorgang zeige, wie überlastet die Uni Hohenheim sei. Die Fachschaft kritisiert den von der Landesregierung geplanten Ausbau auch der Uni Hohenheim.
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