Stuttgart 21
Investoren stellen Baupläne vor
Thomas Braun, veröffentlicht am 09.09.2008
Stuttgart - Ungeachtet des politischen Streits um das Bahnprojekt Stuttgart 21 machen immer mehr Investoren Nägel mit Köpfen. Am Dienstag ist im Rathaus das Siegermodell für ein Bürohaus auf dem brachliegenden Areal hinter dem Hauptbahnhof präsentiert worden.
Von Thomas Braun
Aus dem Architektenwettbewerb für das Grundstück, das im Zentrum des sogenannten A-1-Geländes zwischen der Heilbronner Straße und der Wolframstraße hinter dem Hauptbahnhof liegt, ist die Kölner Architektengemeinschaft JSWD als Sieger hervorgegangen. Die Rheinländer haben sich in der Endrunde gegen das Büro Albert Speer und Partner aus Frankfurt durchgesetzt. Bei dem von ihnen entwickelten Gebäude sticht vor allem ein 17 mal 40 Meter großes, glasüberdachtes Atrium ins Auge.
Die Bauherren, der Mannheimer Projektentwickler Fay Projects GmbH und die Gero Real Estate, wollen auf dem rund 4200 Quadratmeter großen Baufeld rund 56 Millionen Euro investieren. "Die Gewinner haben unsere Anforderungen überzeugend realisiert", begründete der Fay-Geschäftsführer Andreas-Norbert Fay die Entscheidung der Jury für den Kölner Entwurf. Erste Gespräche mit potenziellen Nutzern haben laut Friedhelm Samuel, Vorstand der Gero Real Estate, bereits stattgefunden.
Die Fertigstellung ist für Mitte 2010 geplant
Baubürgermeister Matthias Hahn zeigte sich ebenfalls zufrieden mit dem Entwurf: "So langsam fügt sich das Bild des Quartiers zusammen." Hahn gab zudem bekannt, die Bahn befinde sich derzeit in abschließenden Verhandlungen über den Verkauf der restlichen Grundstücke nördlich der Bibliothek 21. Das Nutzungskonzept für das sechsstöckige Gebäude sieht im Erdgeschoss Flächen für Handel und Gastronomie vor, die oberen Etagen sind ausschließlich für Büros reserviert. Baubeginn soll 2009 sein, die Fertigstellung des Projekts ist für Mitte 2010 avisiert.
Dass die Investoren auf Wohnungsbau gänzlich verzichten, widerspricht eigentlich dem Bebauungsplan, der einen Wohnungsanteil von 50 Prozent vorsieht. Diese Vorschrift wissen die Bauherren allerdings zu umgehen: Eine Vereinbarung mit einem weiteren Investor, der Münchener Reiß und Co. Real Estate, sieht vor, dass stattdessen auf dem unmittelbar angrenzenden Grundstück hinter der Zentrale der Landesbank mindestens 250 Wohnungen errichtet werden - das entspräche einer Quote von 75 Prozent.
Das neue Stadtviertel nimmt Gestalt an
Dies sei grundbuchrechtlich abgesichert, betonte Hahn, möglicherweise könne der Wohnungsanteil dort sogar noch höher ausfallen. Die Münchener werden in der kommenden Woche das von ihnen favorisierte Modell der Münchener Architektengemeinschaft Engel und Zimmermann präsentieren, das ebenfalls aus einem Wettbewerb hervorgegangen ist. Damit nimmt das neue Stadtviertel zunehmend Gestalt an.
Bereits im Februar wurde bekanntlich der Architektenwettbewerb für die neue Zentrale der LBBW Immobilien entschieden. Auf dem Baufeld 11 soll der Entwurf der Berliner Architekten Krüger, Schuberth und Vandreike realisiert werden. Von den 44000 Quadratmetern Fläche sind allein 18000 für Büronutzung vorgesehen, auf 6000 Quadratmetern sollen darüber hinaus sechzig Wohnungen entstehen. Die Arbeiten sollen im Frühjahr 2009 beginnen.
Ein futuristischer Glaskubus im Wasser
An der Ecke Heilbronner Straße/Wolframstraße plant zudem die Hamburger Bank Wölbern gemeinsam mit der Schwäbischen Wohnungs AG Stuttgart ein Wohnhochhaus. Ebenfalls nächste Woche will der Stuttgarter Gemeinderat den Baubeschluss für das aus städtischer Sicht zentrale Projekt im neuen Europaviertel - die Bibliothek des 21. Jahrhunderts - fassen. In der Mitte des Stadtquartiers soll nach den Plänen des koreanischen Architekten Eun Young Yi für rund 67 Millionen Euro ein 35 Meter hoher, futuristisch anmutender gläserner Kubus inmitten einer Wasserfläche entstehen.
Mit 11000 Quadratmetern weist der Bau eine doppelt so große Nutzfläche auf wie der derzeitige Standort der Stadtbibliothek, das Wilhelmspalais. Neun oberirdische und zwei unterirdischen Etagen bieten Platz für bis zu einer Million Medien. Zur Attraktion für die Besucher soll sich vor allem die Dachterrasse entwickeln, von der aus sich das Quartier und die Stadt überblicken lässt. Die Bauarbeiten sollen, das Plazet der Stadträte vorausgesetzt, bereits im November beginnen, die Eröffnung ist für Mitte 2011 vorgesehen.
Von Thomas Braun
Aus dem Architektenwettbewerb für das Grundstück, das im Zentrum des sogenannten A-1-Geländes zwischen der Heilbronner Straße und der Wolframstraße hinter dem Hauptbahnhof liegt, ist die Kölner Architektengemeinschaft JSWD als Sieger hervorgegangen. Die Rheinländer haben sich in der Endrunde gegen das Büro Albert Speer und Partner aus Frankfurt durchgesetzt. Bei dem von ihnen entwickelten Gebäude sticht vor allem ein 17 mal 40 Meter großes, glasüberdachtes Atrium ins Auge.
Die Bauherren, der Mannheimer Projektentwickler Fay Projects GmbH und die Gero Real Estate, wollen auf dem rund 4200 Quadratmeter großen Baufeld rund 56 Millionen Euro investieren. "Die Gewinner haben unsere Anforderungen überzeugend realisiert", begründete der Fay-Geschäftsführer Andreas-Norbert Fay die Entscheidung der Jury für den Kölner Entwurf. Erste Gespräche mit potenziellen Nutzern haben laut Friedhelm Samuel, Vorstand der Gero Real Estate, bereits stattgefunden.
Die Fertigstellung ist für Mitte 2010 geplant
Baubürgermeister Matthias Hahn zeigte sich ebenfalls zufrieden mit dem Entwurf: "So langsam fügt sich das Bild des Quartiers zusammen." Hahn gab zudem bekannt, die Bahn befinde sich derzeit in abschließenden Verhandlungen über den Verkauf der restlichen Grundstücke nördlich der Bibliothek 21. Das Nutzungskonzept für das sechsstöckige Gebäude sieht im Erdgeschoss Flächen für Handel und Gastronomie vor, die oberen Etagen sind ausschließlich für Büros reserviert. Baubeginn soll 2009 sein, die Fertigstellung des Projekts ist für Mitte 2010 avisiert.
Dass die Investoren auf Wohnungsbau gänzlich verzichten, widerspricht eigentlich dem Bebauungsplan, der einen Wohnungsanteil von 50 Prozent vorsieht. Diese Vorschrift wissen die Bauherren allerdings zu umgehen: Eine Vereinbarung mit einem weiteren Investor, der Münchener Reiß und Co. Real Estate, sieht vor, dass stattdessen auf dem unmittelbar angrenzenden Grundstück hinter der Zentrale der Landesbank mindestens 250 Wohnungen errichtet werden - das entspräche einer Quote von 75 Prozent.
Das neue Stadtviertel nimmt Gestalt an
Dies sei grundbuchrechtlich abgesichert, betonte Hahn, möglicherweise könne der Wohnungsanteil dort sogar noch höher ausfallen. Die Münchener werden in der kommenden Woche das von ihnen favorisierte Modell der Münchener Architektengemeinschaft Engel und Zimmermann präsentieren, das ebenfalls aus einem Wettbewerb hervorgegangen ist. Damit nimmt das neue Stadtviertel zunehmend Gestalt an.
Bereits im Februar wurde bekanntlich der Architektenwettbewerb für die neue Zentrale der LBBW Immobilien entschieden. Auf dem Baufeld 11 soll der Entwurf der Berliner Architekten Krüger, Schuberth und Vandreike realisiert werden. Von den 44000 Quadratmetern Fläche sind allein 18000 für Büronutzung vorgesehen, auf 6000 Quadratmetern sollen darüber hinaus sechzig Wohnungen entstehen. Die Arbeiten sollen im Frühjahr 2009 beginnen.
Ein futuristischer Glaskubus im Wasser
An der Ecke Heilbronner Straße/Wolframstraße plant zudem die Hamburger Bank Wölbern gemeinsam mit der Schwäbischen Wohnungs AG Stuttgart ein Wohnhochhaus. Ebenfalls nächste Woche will der Stuttgarter Gemeinderat den Baubeschluss für das aus städtischer Sicht zentrale Projekt im neuen Europaviertel - die Bibliothek des 21. Jahrhunderts - fassen. In der Mitte des Stadtquartiers soll nach den Plänen des koreanischen Architekten Eun Young Yi für rund 67 Millionen Euro ein 35 Meter hoher, futuristisch anmutender gläserner Kubus inmitten einer Wasserfläche entstehen.
Mit 11000 Quadratmetern weist der Bau eine doppelt so große Nutzfläche auf wie der derzeitige Standort der Stadtbibliothek, das Wilhelmspalais. Neun oberirdische und zwei unterirdischen Etagen bieten Platz für bis zu einer Million Medien. Zur Attraktion für die Besucher soll sich vor allem die Dachterrasse entwickeln, von der aus sich das Quartier und die Stadt überblicken lässt. Die Bauarbeiten sollen, das Plazet der Stadträte vorausgesetzt, bereits im November beginnen, die Eröffnung ist für Mitte 2011 vorgesehen.
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