Mehrheit im Gemeinderat
Bibliothek 21 zum Auftakt für Stuttgart 21
Thomas Borgmann, veröffentlicht am 18.09.2008
Stuttgart - Das Stadtparlament hat am Donnerstag, wie erwartet, den Bau der Bibliothek 21 mit großer Mehrheit beschlossen. Die meisten Ratsmitglieder sehen in dem Kulturprojekt zugleich den Startschuss für Stuttgart 21 und den Umbau weiter Teile der Innenstadt.
Von Thomas Borgmann
Für Oberbürgermeister Wolfgang Schuster, der die "Bibliothek des 21. Jahrhunderts" - so ihr offizieller Titel - vor mehr als einem Jahrzehnt ins Gespräch gebracht hat und ihren Bau seither als Chefsache betrachtet, besitzt sie heute eine "Schlüsselfunktion für das Gelände von Stuttgart 21". Mit dem ersten Spatenstich, der im November vollzogen werde, beginne nach seiner Ansicht "ein ganz neues Kapitel der Kulturpolitik und des Städtebaus in Stuttgart".
Namhafte Investoren würden jetzt, dem Beispiel der Stadt folgend, auf den Grundstücken des ehemaligen Güterbahnhofs investieren; erfreulich sei dabei die Tatsache, dass im Umfeld der Bibliothek nicht nur weitere Büros entstünden, sondern auch einige Hundert Wohnungen. Auf diese Weise könne das Quartier bald ein lebendiger neuer Stadtteil werden.
"Eine Kultureinrichtung, die in die Zukunft weist"
Iris Ripsam, die Vorsitzende der CDU-Gemeinderatsfraktion, betrachtet die neue Bibliothek als "eine Kultureinrichtung, die in die Zukunft weist". Die Tatsache, dass das Stadtparlament nach vielen Jahren des Planens den Bau jetzt mit breiter Mehrheit beschlossen habe, zeige den Bürgern, "dass sich auf dem Areal von Stuttgart 21 endlich etwas tut und bewegt - das neue Europaquartier bekommt ein Gesicht". Außerdem erneuerte Iris Ripsam das Bekenntnis ihrer Fraktion und der gesamten Stuttgarter CDU zu dem Bahnprojekt Stuttgart 21. Beides gehöre für sie untrennbar zusammen: der Umbau des Hauptbahnhofs, der Bau der neuen Schienenwege und die Aufsiedelung unterhalb der Heilbronner Straße mit der neuen Bibliothek im Mittelpunkt.
Für die Ratsfraktion der SPD erklärte deren Vorsitzender Manfred Kanzleiter: "Wir haben es immer für richtig gehalten, dieses Kulturprojekt an dieser Stelle zu bauen. Die Bibliothek ist aus unserer Sicht genau die zentrale Einrichtung, die wir brauchen, um möglichst viele Menschen in das neue Quartier hinter dem Hauptbahnhof zu holen." Damit werde der öffentliche Charakter dieses Gebietes unterstrichen, in dem der Gemeinderat nicht nur weitere Bürokomplexe haben wolle, sondern auch möglichst viele neue Wohnungen. Auch Kanzleiter verknüpfte seine Zustimmung zum Baubeschluss für die Bibliothek einmal mehr mit der Zustimmung zu Stuttgart 21. Bereits in der vergangenen Woche hatte Kanzleiter erklärt: "Wir vertrauen darauf, dass bei Stuttgart 21 alles so läuft wie angekündigt."
Auch die Grünen stimmen dem Bau zu
Stadtrat Michael Kienzle von den Grünen, der Kultursprecher seiner Fraktion, begründete am Donnerstag erneut, weshalb seine Fraktion - nach wie vor ein Gegner von Stuttgart 21 in seiner jetzigen Form - den Bau der neuen Bibliothek nun doch einhellig begrüße und ihm zustimme: "Wir haben uns mit diesem Projekt, das mit Stuttgart 21 verknüpft ist, lange Zeit ziemlich schwergetan. Gleichwohl waren und sind wir von der Notwendigkeit überzeugt, dass die alte Stadtbücherei im Wilhelmspalais keine Zukunft hat." Es sei, so Kienzle, "sehr erfreulich, dass sich nach dem Auszug der Stadtbücherei aus dem Wilhelmspalais am Charlottenplatz die Chance ergebe, dort endlich ein Stadtmuseum einzurichten, das in Stuttgart bisher fehle".
Im Verlauf der Debatte, die bei Redaktionsschluss noch im Gange war, votierten auch die Fraktionssprecher von FDP und Freien Wählern für den Neubau der Bibliothek. Alle Fraktionsführer forderten die Bauverwaltung dazu auf, dafür Sorge zu tragen, dass die Baukosten von rund 74 Millionen Euro eingehalten werden und es zu keiner weiteren Verteuerung komme. Dieser Kostenrahmen dürfe nicht überschritten werden.
Von Thomas Borgmann
Für Oberbürgermeister Wolfgang Schuster, der die "Bibliothek des 21. Jahrhunderts" - so ihr offizieller Titel - vor mehr als einem Jahrzehnt ins Gespräch gebracht hat und ihren Bau seither als Chefsache betrachtet, besitzt sie heute eine "Schlüsselfunktion für das Gelände von Stuttgart 21". Mit dem ersten Spatenstich, der im November vollzogen werde, beginne nach seiner Ansicht "ein ganz neues Kapitel der Kulturpolitik und des Städtebaus in Stuttgart".
Namhafte Investoren würden jetzt, dem Beispiel der Stadt folgend, auf den Grundstücken des ehemaligen Güterbahnhofs investieren; erfreulich sei dabei die Tatsache, dass im Umfeld der Bibliothek nicht nur weitere Büros entstünden, sondern auch einige Hundert Wohnungen. Auf diese Weise könne das Quartier bald ein lebendiger neuer Stadtteil werden.
"Eine Kultureinrichtung, die in die Zukunft weist"
Iris Ripsam, die Vorsitzende der CDU-Gemeinderatsfraktion, betrachtet die neue Bibliothek als "eine Kultureinrichtung, die in die Zukunft weist". Die Tatsache, dass das Stadtparlament nach vielen Jahren des Planens den Bau jetzt mit breiter Mehrheit beschlossen habe, zeige den Bürgern, "dass sich auf dem Areal von Stuttgart 21 endlich etwas tut und bewegt - das neue Europaquartier bekommt ein Gesicht". Außerdem erneuerte Iris Ripsam das Bekenntnis ihrer Fraktion und der gesamten Stuttgarter CDU zu dem Bahnprojekt Stuttgart 21. Beides gehöre für sie untrennbar zusammen: der Umbau des Hauptbahnhofs, der Bau der neuen Schienenwege und die Aufsiedelung unterhalb der Heilbronner Straße mit der neuen Bibliothek im Mittelpunkt.
Für die Ratsfraktion der SPD erklärte deren Vorsitzender Manfred Kanzleiter: "Wir haben es immer für richtig gehalten, dieses Kulturprojekt an dieser Stelle zu bauen. Die Bibliothek ist aus unserer Sicht genau die zentrale Einrichtung, die wir brauchen, um möglichst viele Menschen in das neue Quartier hinter dem Hauptbahnhof zu holen." Damit werde der öffentliche Charakter dieses Gebietes unterstrichen, in dem der Gemeinderat nicht nur weitere Bürokomplexe haben wolle, sondern auch möglichst viele neue Wohnungen. Auch Kanzleiter verknüpfte seine Zustimmung zum Baubeschluss für die Bibliothek einmal mehr mit der Zustimmung zu Stuttgart 21. Bereits in der vergangenen Woche hatte Kanzleiter erklärt: "Wir vertrauen darauf, dass bei Stuttgart 21 alles so läuft wie angekündigt."
Auch die Grünen stimmen dem Bau zu
Stadtrat Michael Kienzle von den Grünen, der Kultursprecher seiner Fraktion, begründete am Donnerstag erneut, weshalb seine Fraktion - nach wie vor ein Gegner von Stuttgart 21 in seiner jetzigen Form - den Bau der neuen Bibliothek nun doch einhellig begrüße und ihm zustimme: "Wir haben uns mit diesem Projekt, das mit Stuttgart 21 verknüpft ist, lange Zeit ziemlich schwergetan. Gleichwohl waren und sind wir von der Notwendigkeit überzeugt, dass die alte Stadtbücherei im Wilhelmspalais keine Zukunft hat." Es sei, so Kienzle, "sehr erfreulich, dass sich nach dem Auszug der Stadtbücherei aus dem Wilhelmspalais am Charlottenplatz die Chance ergebe, dort endlich ein Stadtmuseum einzurichten, das in Stuttgart bisher fehle".
Im Verlauf der Debatte, die bei Redaktionsschluss noch im Gange war, votierten auch die Fraktionssprecher von FDP und Freien Wählern für den Neubau der Bibliothek. Alle Fraktionsführer forderten die Bauverwaltung dazu auf, dafür Sorge zu tragen, dass die Baukosten von rund 74 Millionen Euro eingehalten werden und es zu keiner weiteren Verteuerung komme. Dieser Kostenrahmen dürfe nicht überschritten werden.
Anzeigen
Anzeige
Anzeige
Veranstaltungen
Finden Sie
Heute können Sie aus 358 Veranstaltungsterminen auswählen
StZ digital
Lesen Sie sich die Druckausgaben digital im Originallayout mit allen Bildern durch.
Für Abonnenten
Für Käufer
Hier können sie sich über Preise informieren, Abos abschließen oder Einzelexemplare kaufen.
Abonnement-Prämien
Werben Sie einen Freund als Abonnent der Stuttgarter Zeitung.
Für jede Empfehlung erhalten Sie eine Prämie aus unserem Shop.






