Neuer Koch und neues Konzept
Es weht ein neuer Wind in der Speisemeisterei
Markus Heffner, veröffentlicht am 19.09.2008
Stuttgart - Am 2. Oktober öffnet die Speisemeisterei mit neuem Koch und neuem Konzept - am Freitag hat Frank Oehler schon einmal Appetit gemacht auf seine Küche. Diese soll vielseitiger werden als zuletzt unter Martin Öxle und zudem auch wesentlich preisgünstiger.
Von Markus Heffner
Einen Michelinstern und 17 Punkte im Gourmetführer "Gault Millau", das ist das kulinarische Lametta, das sich Frank Oehler an seiner neuen Wirkungsstätte möglichst schnell umhängen will. Das genügt dem gebürtigen Bayer an Auszeichnungen dann aber auch schon: Schließlich soll auf der Terrasse der Speisemeisterei künftig auch Wurstsalat auf der Karte stehen. "Mit zwei Sternen wäre das nicht möglich", sagt der Spitzenkoch.
Mit viel Aufwand saniert
Schwäbische Einfachgerichte, zubereitet vom Spitzenkoch - man merkt: es weht ein neuer Wind in der Speisemeisterei. Und das war durchaus gewünscht. "Für uns war einerseits sehr wichtig, dass das gastronomische Niveau gehalten wird", sagt Ilse Lange-Tiedje vom Vermögens- und Bauamt des Landes, dem Eigentümer der Immobilie. Genauso viel Wert habe man aber auf das Konzept gelegt. Frank Oehler habe überzeugt. "Seine Aufgabe ist es, diese hochkarätige Gastronomie in ein neues Zeitalter zu führen."
Dafür ist in den vergangenen neun Monaten einiger Aufwand betrieben worden: Eine Million Euro wurden insgesamt in den Speisemeistereiflügel des Hohenheimer Schlosses gesteckt. Das Land hat für 700 000 Euro das komplette Dach, die Fassade sowie einen Teil der Fenster sanieren lassen. Zudem wurde die Toilettenanlage erneuert und der barocke Innenausbau "aufpoliert". Und die neuen Betreiber der Speisemeisterei, fünf an der Zahl, haben weitere 300.000 Euro für die Inneneinrichtung ausgegeben.
Im großen Saal, der nach Herzog Carl Eugens zweiter Frau Franziska benannt werden soll, sitzt man nun auf rotem Mohairsamt und schwarzem Leder. Der kleinere Carl-Eugen-Saal wurde mit dem Inventar des Vorgängers Martin Öxle eingerichtet, das neu lackiert und bezogen wurde.
Mehrere Gesellschafter
Das Grundkonzept sei gewesen, "offene Räume und in die barocke Hülle eingepasste Sitzskulpturen" zu schaffen, sagt der Architekt Gregor Scholz, der zusammen mit Stephanie Benzing das Café Scholz am Marktplatz betreibt - und nun mit seiner Partnerin als Nabelschnur zwischen Innenstadt und Hohenheim fungieren soll, wie Ilse Lange-Tiedje sagt.
Die beiden sind Gesellschafter der neuen Speisemeisterei GmbH, zusammen mit Frank Oehler selbst sowie den Kunstsammlern Nanette Hagstotz und Thomas Grässlin, die den Eingangsbereich des Restaurants als Ausstellungsraum für zeitgenössischer Kunst etablieren wollen. Allein habe er das Projekt nicht stemmen können. Die jetzige Konstellation habe sich zufällig über Freundschaften ergeben, sagt Frank Oehler.
In der Küche hat ohnehin nur der Meister selbst das Sagen, und das Essen ist und bleibt natürlich das Wichtigste. Im Vergleich zur Karte des Vorgängers Öxle, den die Neugier auch schon in die neu gestalteten Räume getrieben hat, soll das Angebot künftig wesentlich "facettenreicher und preisgünstiger" werden, so Oehler. Ein Sieben-Gänge-Menü gebe es für 90 Euro, eine Hauptspeise für 30 und eine Vorspeise für 20 Euro. Die Auswahl reiche von mediterran über biologisch bis traditionell. "Wir wollen auch junge Menschen im Lokal haben, jeder soll bei uns einkehren können", sagt Oehler.
Dass der Griff nach den Sternen gelingt, daran hat der 43-Jährige kaum Zweifel. Dreimal ist ihm das Kunststück bereits gelungen, zuletzt als Küchenchef im Ettlinger Erbprinz, wo er 2005 nach einem Gastspiel auf Marbella und einem Aufenthalt in London begonnen hatte. 2007 verließ er das Restaurant mit der Erkenntnis, "meine Art zu kochen nur in Selbstständigkeit realisieren zu können." Den Stern hatte er zu diesem Zeitpunkt längst wieder verloren, was er zumindest heute mit bodenständigem Humor nimmt: "Sterne kommen und gehen, der Mond bleibt bestehen."
Die Speisemeisterei öffnet am 2. Oktober. Reservierungen sind ab sofort möglich.
Von Markus Heffner
Einen Michelinstern und 17 Punkte im Gourmetführer "Gault Millau", das ist das kulinarische Lametta, das sich Frank Oehler an seiner neuen Wirkungsstätte möglichst schnell umhängen will. Das genügt dem gebürtigen Bayer an Auszeichnungen dann aber auch schon: Schließlich soll auf der Terrasse der Speisemeisterei künftig auch Wurstsalat auf der Karte stehen. "Mit zwei Sternen wäre das nicht möglich", sagt der Spitzenkoch.
Mit viel Aufwand saniert
Schwäbische Einfachgerichte, zubereitet vom Spitzenkoch - man merkt: es weht ein neuer Wind in der Speisemeisterei. Und das war durchaus gewünscht. "Für uns war einerseits sehr wichtig, dass das gastronomische Niveau gehalten wird", sagt Ilse Lange-Tiedje vom Vermögens- und Bauamt des Landes, dem Eigentümer der Immobilie. Genauso viel Wert habe man aber auf das Konzept gelegt. Frank Oehler habe überzeugt. "Seine Aufgabe ist es, diese hochkarätige Gastronomie in ein neues Zeitalter zu führen."
Dafür ist in den vergangenen neun Monaten einiger Aufwand betrieben worden: Eine Million Euro wurden insgesamt in den Speisemeistereiflügel des Hohenheimer Schlosses gesteckt. Das Land hat für 700 000 Euro das komplette Dach, die Fassade sowie einen Teil der Fenster sanieren lassen. Zudem wurde die Toilettenanlage erneuert und der barocke Innenausbau "aufpoliert". Und die neuen Betreiber der Speisemeisterei, fünf an der Zahl, haben weitere 300.000 Euro für die Inneneinrichtung ausgegeben.
Im großen Saal, der nach Herzog Carl Eugens zweiter Frau Franziska benannt werden soll, sitzt man nun auf rotem Mohairsamt und schwarzem Leder. Der kleinere Carl-Eugen-Saal wurde mit dem Inventar des Vorgängers Martin Öxle eingerichtet, das neu lackiert und bezogen wurde.
Mehrere Gesellschafter
Das Grundkonzept sei gewesen, "offene Räume und in die barocke Hülle eingepasste Sitzskulpturen" zu schaffen, sagt der Architekt Gregor Scholz, der zusammen mit Stephanie Benzing das Café Scholz am Marktplatz betreibt - und nun mit seiner Partnerin als Nabelschnur zwischen Innenstadt und Hohenheim fungieren soll, wie Ilse Lange-Tiedje sagt.
Die beiden sind Gesellschafter der neuen Speisemeisterei GmbH, zusammen mit Frank Oehler selbst sowie den Kunstsammlern Nanette Hagstotz und Thomas Grässlin, die den Eingangsbereich des Restaurants als Ausstellungsraum für zeitgenössischer Kunst etablieren wollen. Allein habe er das Projekt nicht stemmen können. Die jetzige Konstellation habe sich zufällig über Freundschaften ergeben, sagt Frank Oehler.
In der Küche hat ohnehin nur der Meister selbst das Sagen, und das Essen ist und bleibt natürlich das Wichtigste. Im Vergleich zur Karte des Vorgängers Öxle, den die Neugier auch schon in die neu gestalteten Räume getrieben hat, soll das Angebot künftig wesentlich "facettenreicher und preisgünstiger" werden, so Oehler. Ein Sieben-Gänge-Menü gebe es für 90 Euro, eine Hauptspeise für 30 und eine Vorspeise für 20 Euro. Die Auswahl reiche von mediterran über biologisch bis traditionell. "Wir wollen auch junge Menschen im Lokal haben, jeder soll bei uns einkehren können", sagt Oehler.
Dass der Griff nach den Sternen gelingt, daran hat der 43-Jährige kaum Zweifel. Dreimal ist ihm das Kunststück bereits gelungen, zuletzt als Küchenchef im Ettlinger Erbprinz, wo er 2005 nach einem Gastspiel auf Marbella und einem Aufenthalt in London begonnen hatte. 2007 verließ er das Restaurant mit der Erkenntnis, "meine Art zu kochen nur in Selbstständigkeit realisieren zu können." Den Stern hatte er zu diesem Zeitpunkt längst wieder verloren, was er zumindest heute mit bodenständigem Humor nimmt: "Sterne kommen und gehen, der Mond bleibt bestehen."
Die Speisemeisterei öffnet am 2. Oktober. Reservierungen sind ab sofort möglich.
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