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60 Jahre Vinyl (28)

Nick Drake - Pink Moon (1972)


Nick Drake - Pink Moon

Nick Drake: Pink Moon (Island Records)
Foto: sir


Nick Drake ist die große Traurigkeit der Vinylwelt, ein britisch-barocker Barde, der nur drei Studioalben veröffentlichte - ein Solitär, ein Einzelgänger, ein verkannter Künstler aus einer anderen Welt. Drake wird 1948 in Burma geboren, die Familie siedelt jedoch bald wieder nach England um, nach Tanworth in Arden, einem Dorf zwischen Birmingham und Shakespeares Heimat Stratford upon Avon. Hier spielt sich der größte Teil seines kurzen Lebens ab.

Bei einem Auftritt in Cambridge wird Nick Drake vom Fairport Convention-Mitglied Ashley Hutchings entdeckt und trifft den Produzenten Joe Boyd. Dieser gibt ihm 1968 einen Vertrag und ein Jahr später erscheint Drakes Debüt-Album "Five Leaves Left". Die Kritiken sind positiv, aber die Plattenverkäufe sind sehr bescheiden und stürzen den sensiblen Nick Drake in tiefe Depressionen. Auch der Umstand, dass seine Lieder nicht besonders konzerttauglich sind und er daher kaum noch öffentliche Auftritte absolviert, verschlimmern die Krankheit der Seele.


"Pink Moon" wird 1972 im Alleingang in nur zwei Tagen aufgenommen. Nick Drake begleitet sich selbst mit Gitarre und Klavier. Das minimalistische wie zeitlose Ergebnis, mit Texten voller Verzweiflung und dunkler Gedanken, rührend und tief bewegend, wird zu seinem Vermächtnis. Angeblich soll er das Masterband einfach beim Pförter der Plattenfirma abgegeben haben. Im November 1974 stirbt er an einer Überdosis Antidepressiva, die er angeblich mit Schlaftabletten verwechselt. Nick Drake wurde 26 Jahre alt.

Als ein deutscher Autokonzern sechsundzwanzig Jahre später den Song "Pink Moon" für einen Werbespot verwendet, erinnert man sich wieder an den melancholischen Songwriter.

Trackliste:

1. Pink Moon
2. Place To Be
3. Road
4. Which Will
6. Horn
6. Things Behind The Sun
7. Know
8. Parasite
9. Free Ride
10. Harvest Breed
11. From The Morning

Zum Anschauen: Place To Be



Zum Weiterhören: Five Leaves Left (1969), Bryter Layter (1970)

 
 

 

Stefan Nitzsche

03.11.2008 - aktualisiert: 03.11.2008 09:47 Uhr

 


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