Stuttgart - "Werbung für das Rauchen gefährdet in erster Linie Kinder und Jugendliche. Es verführt diese zu einem frühen Rauchbeginn." Das weiß die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing.
Von Jörg Nauke
Auch die Hochglanzwerbung für Alkohol falle auf fruchtbaren Boden, sagt die Weltgesundheitsorganisation. In Deutschland gibt es 1,5 Millionen Süchtige.Welche Schlüsse hat der Technische Ausschuss des Gemeinderats daraus gezogen? CDU, FDP und Freie Wähler gar keine, denn sie entschieden kürzlich, einen Teil der Plakatwände abbauen zu lassen, auf denen Tabakwerbung verboten war, und sie durch Mega-Light-Boards zu ersetzen, für die das Verbot nicht gelten soll. Und weil die Zahl der Werbeflächen bald insgesamt kräftig steigen wird, können auch die Brauereien das Straßenbild noch stärker prägen als heute.
Gut, es gibt die Beschränkung, dass in Stuttgart nur auf jeder fünften Fläche für Glimmstängel geworben werden darf und dass nur 20 Prozent der Litfaßsäulen mit kommerzieller Werbung beklebt werden dürfen. Das Problem ist aber, dass bei der Stadt die Bereitschaft gering ausgeprägt erscheint nachzuschauen, ob die Vorschrift auch eingehalten wird. Begründet wird dies mit dem großen Aufwand. Aber gerade deshalb sind Zuwiderhandlungen nicht auszuschließen.
Es hat zwar einige Zigarettenlängen gedauert, aber mittlerweile hat sich auch der Suchthilfeverbund zur Entscheidung des Gemeinderats zur Werbung für legale Drogen geäußert; so mancher Leser war deutlich schneller. Aber schließlich befinden die Stadträte über 80 Prozent der finanziellen Ausstattung für diese Einrichtungen. Die Schelte für den Sponsor musste deshalb gut dosiert sein.
Noch besser, sie wäre glaubwürdig gewesen, beispielsweise wenn SPD und Grüne mit ihrer Forderung nach einem strikten Werbeverbot für Alkohol und Zigaretten unterstützt worden wären, weil dies den größten Erfolg bei der Prävention verspräche. Davon wollen die im Suchtmittelverbund organisierten Einrichtungen offenbar aber nichts wissen. Sie boten vielmehr den Außenwerbern einen Ablasshandel an, von dem sie finanziell umso mehr profitieren würden, je mehr Plakate zur Förderung des Absatzes legaler Drogen geklebt würden. So ähnlich tickt übrigens auch Stadtrat Fahrion - für ihn gehört zur Bierwerbung auch ein Schnapsplakat.
Von Jörg Nauke
Auch die Hochglanzwerbung für Alkohol falle auf fruchtbaren Boden, sagt die Weltgesundheitsorganisation. In Deutschland gibt es 1,5 Millionen Süchtige.Welche Schlüsse hat der Technische Ausschuss des Gemeinderats daraus gezogen? CDU, FDP und Freie Wähler gar keine, denn sie entschieden kürzlich, einen Teil der Plakatwände abbauen zu lassen, auf denen Tabakwerbung verboten war, und sie durch Mega-Light-Boards zu ersetzen, für die das Verbot nicht gelten soll. Und weil die Zahl der Werbeflächen bald insgesamt kräftig steigen wird, können auch die Brauereien das Straßenbild noch stärker prägen als heute.
Gut, es gibt die Beschränkung, dass in Stuttgart nur auf jeder fünften Fläche für Glimmstängel geworben werden darf und dass nur 20 Prozent der Litfaßsäulen mit kommerzieller Werbung beklebt werden dürfen. Das Problem ist aber, dass bei der Stadt die Bereitschaft gering ausgeprägt erscheint nachzuschauen, ob die Vorschrift auch eingehalten wird. Begründet wird dies mit dem großen Aufwand. Aber gerade deshalb sind Zuwiderhandlungen nicht auszuschließen.
Es hat zwar einige Zigarettenlängen gedauert, aber mittlerweile hat sich auch der Suchthilfeverbund zur Entscheidung des Gemeinderats zur Werbung für legale Drogen geäußert; so mancher Leser war deutlich schneller. Aber schließlich befinden die Stadträte über 80 Prozent der finanziellen Ausstattung für diese Einrichtungen. Die Schelte für den Sponsor musste deshalb gut dosiert sein.
Noch besser, sie wäre glaubwürdig gewesen, beispielsweise wenn SPD und Grüne mit ihrer Forderung nach einem strikten Werbeverbot für Alkohol und Zigaretten unterstützt worden wären, weil dies den größten Erfolg bei der Prävention verspräche. Davon wollen die im Suchtmittelverbund organisierten Einrichtungen offenbar aber nichts wissen. Sie boten vielmehr den Außenwerbern einen Ablasshandel an, von dem sie finanziell umso mehr profitieren würden, je mehr Plakate zur Förderung des Absatzes legaler Drogen geklebt würden. So ähnlich tickt übrigens auch Stadtrat Fahrion - für ihn gehört zur Bierwerbung auch ein Schnapsplakat.
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