Landkreis Esslingen
Spekulationsverlust in Millionenhöhe
Kai Holoch, veröffentlicht am 05.12.2008
Esslingen - Der Landkreis muss voraussichtlich weitere rund drei Millionen Euro abschreiben. Die Kreisverwaltung hat es versäumt, Fondseinlagen gegen Kurseinbrüche abzusichern und ist ein weiteres Opfer der Finanzkrise. Auch der Landkreis Esslingen hat sich im Rahmen der Finanzkrise kräftig verspekuliert.
Von Kai Holoch
Nach Informationen der Stuttgarter Zeitung hat Landrat Heinz Eininger am Donnerstag im nichtöffentlichen Teil der Sitzung des Betriebsausschusses Krankenhaus einräumen müssen, dass dem Landkreis ein Verlust in Höhe von rund drei Millionen Euro entstanden ist. Allerdings bleibt noch die Hoffnung, dass Cominvest, eine Tochter der Commerzbank, bis heute morgen noch ein Kulanzangebot unterbreitet und der Schaden für den Kreis damit geringer ausfällt.
Im Jahr 2005 hatte der Landkreis Fondsanteile bei Cominvest erworben, die nun im Zuge der weltweiten Finanzkrise drastisch an Wert verloren haben. Anders etwa als die Stadt Esslingen, die ihre millionenschweren Fondsanteile zur Finanzierung etwa des Neckar Forums so versichert hat, dass im schlimmsten Fall zwar keine Rendite mehr abfallen, der Wert der Einlage aber erhalten bleibt, hat der Landkreis auf eine solche Absicherung offensichtlich verzichtet. Trotzdem haben die Verantwortlichen im Landratsamt die Anteile nun verkauft, um den Schaden so gering wie möglich zu halten und nicht noch höhere Verluste zu riskieren. Heute will Landrat Heinz Eininger offiziell zu den Spekulationsverlusten Stellung nehmen.
Für Eininger ist es die zweite Hiobsbotschaft, die er am gestrigen Tag verkünden musste (siehe oben stehender Bericht). Noch in seiner Haushaltsrede am 17. Oktober hatte der Landrat betont, dass die Zeiten vorbei seien, in denen sich der Kreis als Mitspieler auf den nationalen und internationalen Finanzmärkten getummelt habe. Seit Verwaltung und Kreistag vor drei Jahren das Ziel ausgegeben hätten, den Schuldenberg abzutragen, wirtschafte die Kreiskämmerin Monika Dostal "nur noch auf der sicheren Seite".
Das Landratsamt habe, so hatte damals dessen Pressesprecher Peter Keck erklärt, "keine Anlagen bei ausländischen Instituten und auch keine Cross-Boarder-Geschäfte getätigt", sondern man habe sich bei seinen ohnehin nicht üppigen Geldeinlagen vom Bibelwort "bleibe im Land und nähre dich redlich" leiten lassen, sich "am regionalen Markt orientiert" und das Geld bei örtlichen Kreditinstituten angelegt. Die Ertragslage dieser Anlagen sei gesichert, so hätten die jeweiligen Partner versichert. Das gilt allerdings offenbar nicht für die nun verkauften Einlagen aus dem Jahr 2005.
Die dem Landkreis entstehenden Verluste lassen sich auch nicht mit jenen 14 Millionen Euro vergleichen, die die Stadt Esslingen kurzfristig als Festgeld bei der deutschen Tochter der amerikanischen Lehman Brothers Bank angelegt hat. Dafür steht nun nämlich der Sicherungsfonds der deutschen Kreditanstalten gerade. Im Esslinger Landratsamt kann man dagegen jetzt nur noch auf die Kulanz der Commerzbank hoffen.
Von Kai Holoch
Nach Informationen der Stuttgarter Zeitung hat Landrat Heinz Eininger am Donnerstag im nichtöffentlichen Teil der Sitzung des Betriebsausschusses Krankenhaus einräumen müssen, dass dem Landkreis ein Verlust in Höhe von rund drei Millionen Euro entstanden ist. Allerdings bleibt noch die Hoffnung, dass Cominvest, eine Tochter der Commerzbank, bis heute morgen noch ein Kulanzangebot unterbreitet und der Schaden für den Kreis damit geringer ausfällt.
Im Jahr 2005 hatte der Landkreis Fondsanteile bei Cominvest erworben, die nun im Zuge der weltweiten Finanzkrise drastisch an Wert verloren haben. Anders etwa als die Stadt Esslingen, die ihre millionenschweren Fondsanteile zur Finanzierung etwa des Neckar Forums so versichert hat, dass im schlimmsten Fall zwar keine Rendite mehr abfallen, der Wert der Einlage aber erhalten bleibt, hat der Landkreis auf eine solche Absicherung offensichtlich verzichtet. Trotzdem haben die Verantwortlichen im Landratsamt die Anteile nun verkauft, um den Schaden so gering wie möglich zu halten und nicht noch höhere Verluste zu riskieren. Heute will Landrat Heinz Eininger offiziell zu den Spekulationsverlusten Stellung nehmen.
Für Eininger ist es die zweite Hiobsbotschaft, die er am gestrigen Tag verkünden musste (siehe oben stehender Bericht). Noch in seiner Haushaltsrede am 17. Oktober hatte der Landrat betont, dass die Zeiten vorbei seien, in denen sich der Kreis als Mitspieler auf den nationalen und internationalen Finanzmärkten getummelt habe. Seit Verwaltung und Kreistag vor drei Jahren das Ziel ausgegeben hätten, den Schuldenberg abzutragen, wirtschafte die Kreiskämmerin Monika Dostal "nur noch auf der sicheren Seite".
Das Landratsamt habe, so hatte damals dessen Pressesprecher Peter Keck erklärt, "keine Anlagen bei ausländischen Instituten und auch keine Cross-Boarder-Geschäfte getätigt", sondern man habe sich bei seinen ohnehin nicht üppigen Geldeinlagen vom Bibelwort "bleibe im Land und nähre dich redlich" leiten lassen, sich "am regionalen Markt orientiert" und das Geld bei örtlichen Kreditinstituten angelegt. Die Ertragslage dieser Anlagen sei gesichert, so hätten die jeweiligen Partner versichert. Das gilt allerdings offenbar nicht für die nun verkauften Einlagen aus dem Jahr 2005.
Die dem Landkreis entstehenden Verluste lassen sich auch nicht mit jenen 14 Millionen Euro vergleichen, die die Stadt Esslingen kurzfristig als Festgeld bei der deutschen Tochter der amerikanischen Lehman Brothers Bank angelegt hat. Dafür steht nun nämlich der Sicherungsfonds der deutschen Kreditanstalten gerade. Im Esslinger Landratsamt kann man dagegen jetzt nur noch auf die Kulanz der Commerzbank hoffen.
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