Timo Gebhart
Die neue Allzweckwaffe im VfB-Mittelfeld
Marko Schumacher, veröffentlicht am 19.01.2009
Stuttgart - Nach dem Aufenthalt in Portugal hat der VfB am Montag wieder in der Heimat das Training aufgenommen. Der Kampf um die Plätze für das Pokalspiel gegen die Bayern läuft - und mittendrin ist Timo Gebhart, der sich immer besser zurechtfindet.
Von Marko Schumacher
Exakt 46 freie Stunden hat der VfB-Teamchef Markus Babbel seinen Spielern nach der Rückkehr aus dem Trainingslager in Portugal gegönnt - genügend Zeit also, um zu Hause mit den Kindern zu spielen oder die Beine hochzulegen. Timo Gebhart, die Stuttgarter Neuerwerbung, hat keines von beiden getan. Denn er hat erstens noch keinen Nachwuchs und zweitens auch noch kein Zuhause, weshalb er die Freizeit dazu nutzte, um den Stuttgarter Wohnungsmarkt zu sondieren. Noch wohnt der 19-Jährige im Hotel, bald will er aber in eine eigene Bleibe ziehen. Das wäre dann der nächste Schritt, um in der neuen Heimat anzukommen.
Den ersten hat Gebhart schon hinter sich, nachdem er kurz vor dem Jahreswechsel für rund 2,5 Millionen Euro von 1860 München zum VfB gewechselt war. Zum Trainingsauftakt lag er zwar grippegeschwächt im Bett. Im Vorbereitungscamp an der Algarve aber fand sich genügend Zeit, die neuen Kollegen kennen zu lernen und auch auf dem Platz auf sich aufmerksam zu machen. "Mir wurde der Einstand sehr leicht gemacht, da alle gleich auf mich zugekommen sind", sagt Gebhart.
Babbel ist zufrieden
Zufrieden bilanzierte Babbel am Ende des Aufenthalts, dass der Neuzugang im Laufe des Trainingslagers "immer mutiger" geworden sei und sich "relativ schnell" an das höhere Tempo im Training gewöhnt habe. Beim 3:2 im zweiten Testspiel gegen Oberhausen durfte Gebhart eine Halbzeit lang vorspielen und bot eine ordentliche Leistung im linken Mittelfeld. Sofern es seine Addukorenprobleme zulassen, bietet sich am Dienstag (18.30 Uhr) eine neue Möglichkeit, wenn der SC Freiburg zu einem weiteren Testspiel in die Mercedes-Benz-Arena kommt.
Allerdings wissen sie beim VfB auch, dass Gebharts Verpflichtung eher eine Investition in die Zukunft ist und Gebhart noch eine Weile brauchen wird. Die Umstellung von der zweiten in die erste Liga jedenfalls geht nicht über Nacht geht, schon gar nicht bei einem 19-Jährigen mit der Erfahrung von 37 Zweitligaspielen. "Bei 1860 war er schon wer, hier muss er sich nach seinen Platz erarbeiten", sagt Babbel.
Langsam will der Teamchef ihn aufbauen, sieht ihn wohl eher mittelfristig in der Startelf - zumal die Konkurrenz im Mittelfeld größer ist als in jedem anderen Mannschaftsteil. Bei 1860 war Gebhart Spielmacher. "Das ist meine Lieblingsposition", sagt er - es ist aber auch eine Position, die es in Babbels System mit zwei zentralen defensiven Mittelfeldspieler nicht mehr gibt. "Ich sehe ihn eher auf einer der beiden Außenpositionen", sagt der Teamchef: "Hier kann er seine Schnelligkeit und seinen Torinstinkt zur Geltung bringen."
Heldt: Die halbe Liga war hinter ihm her
Das Offensivspiel ist Gebharts Stärke, auch deshalb gilt er als eines der größten deutschen Talente. Mit der U19 wurde der gebürtige Memminger im vergangenen Jahr Europameister und war danach einer der begehrtesten Nachwuchskicker im Profifußball. Nicht nur Hoffenheim, Schalke und Dortmund signalisierten Interesse - "die halbe Liga war hinter ihm her", sagt der Manager Horst Heldt. Trotzdem war ihm von Beginn an klar: "Wenn ich schon in der Winterpause in den Bundesliga wechsle, dann nur zum VfB." Zum einen hätten ihn die Gespräche mit Heldt und Babbel überzeugt; und zum anderen "weiß ich, dass junge Spieler hier eine Chance bekommen". Als Belege für seine These dienen ihm Roberto Hilbert und Martin Lanig, die ebenfalls aus der zweiten Liga nach Stuttgart gekommen sind und keine lange Anlaufzeit benötigt haben.
Ob es bei Gebhart ähnlich schnell geht, weiß er nicht. Zeit hat er genug, denn sein Vertrag läuft bis zum Sommer 2013. Warum er sich gleich so lange gebunden hat? "Weil ich ein Spieler bin, der sich sofort mit dem neuen Verein identifiziert und lange bleiben will", sagt er. In dieser Zeit möchte er Leistungsträger beim VfB werden - und den Sprung in die Nationalmannschaft schaffen, das ist sein erklärtes Ziel. Ein bisschen schneller dürfte ein anderes Vorhaben umzusetzen sein: der Bezug einer eigener Wohnung.
Von Marko Schumacher
Exakt 46 freie Stunden hat der VfB-Teamchef Markus Babbel seinen Spielern nach der Rückkehr aus dem Trainingslager in Portugal gegönnt - genügend Zeit also, um zu Hause mit den Kindern zu spielen oder die Beine hochzulegen. Timo Gebhart, die Stuttgarter Neuerwerbung, hat keines von beiden getan. Denn er hat erstens noch keinen Nachwuchs und zweitens auch noch kein Zuhause, weshalb er die Freizeit dazu nutzte, um den Stuttgarter Wohnungsmarkt zu sondieren. Noch wohnt der 19-Jährige im Hotel, bald will er aber in eine eigene Bleibe ziehen. Das wäre dann der nächste Schritt, um in der neuen Heimat anzukommen.
Den ersten hat Gebhart schon hinter sich, nachdem er kurz vor dem Jahreswechsel für rund 2,5 Millionen Euro von 1860 München zum VfB gewechselt war. Zum Trainingsauftakt lag er zwar grippegeschwächt im Bett. Im Vorbereitungscamp an der Algarve aber fand sich genügend Zeit, die neuen Kollegen kennen zu lernen und auch auf dem Platz auf sich aufmerksam zu machen. "Mir wurde der Einstand sehr leicht gemacht, da alle gleich auf mich zugekommen sind", sagt Gebhart.
Babbel ist zufrieden
Zufrieden bilanzierte Babbel am Ende des Aufenthalts, dass der Neuzugang im Laufe des Trainingslagers "immer mutiger" geworden sei und sich "relativ schnell" an das höhere Tempo im Training gewöhnt habe. Beim 3:2 im zweiten Testspiel gegen Oberhausen durfte Gebhart eine Halbzeit lang vorspielen und bot eine ordentliche Leistung im linken Mittelfeld. Sofern es seine Addukorenprobleme zulassen, bietet sich am Dienstag (18.30 Uhr) eine neue Möglichkeit, wenn der SC Freiburg zu einem weiteren Testspiel in die Mercedes-Benz-Arena kommt.
Allerdings wissen sie beim VfB auch, dass Gebharts Verpflichtung eher eine Investition in die Zukunft ist und Gebhart noch eine Weile brauchen wird. Die Umstellung von der zweiten in die erste Liga jedenfalls geht nicht über Nacht geht, schon gar nicht bei einem 19-Jährigen mit der Erfahrung von 37 Zweitligaspielen. "Bei 1860 war er schon wer, hier muss er sich nach seinen Platz erarbeiten", sagt Babbel.
Langsam will der Teamchef ihn aufbauen, sieht ihn wohl eher mittelfristig in der Startelf - zumal die Konkurrenz im Mittelfeld größer ist als in jedem anderen Mannschaftsteil. Bei 1860 war Gebhart Spielmacher. "Das ist meine Lieblingsposition", sagt er - es ist aber auch eine Position, die es in Babbels System mit zwei zentralen defensiven Mittelfeldspieler nicht mehr gibt. "Ich sehe ihn eher auf einer der beiden Außenpositionen", sagt der Teamchef: "Hier kann er seine Schnelligkeit und seinen Torinstinkt zur Geltung bringen."
Heldt: Die halbe Liga war hinter ihm her
Das Offensivspiel ist Gebharts Stärke, auch deshalb gilt er als eines der größten deutschen Talente. Mit der U19 wurde der gebürtige Memminger im vergangenen Jahr Europameister und war danach einer der begehrtesten Nachwuchskicker im Profifußball. Nicht nur Hoffenheim, Schalke und Dortmund signalisierten Interesse - "die halbe Liga war hinter ihm her", sagt der Manager Horst Heldt. Trotzdem war ihm von Beginn an klar: "Wenn ich schon in der Winterpause in den Bundesliga wechsle, dann nur zum VfB." Zum einen hätten ihn die Gespräche mit Heldt und Babbel überzeugt; und zum anderen "weiß ich, dass junge Spieler hier eine Chance bekommen". Als Belege für seine These dienen ihm Roberto Hilbert und Martin Lanig, die ebenfalls aus der zweiten Liga nach Stuttgart gekommen sind und keine lange Anlaufzeit benötigt haben.
Ob es bei Gebhart ähnlich schnell geht, weiß er nicht. Zeit hat er genug, denn sein Vertrag läuft bis zum Sommer 2013. Warum er sich gleich so lange gebunden hat? "Weil ich ein Spieler bin, der sich sofort mit dem neuen Verein identifiziert und lange bleiben will", sagt er. In dieser Zeit möchte er Leistungsträger beim VfB werden - und den Sprung in die Nationalmannschaft schaffen, das ist sein erklärtes Ziel. Ein bisschen schneller dürfte ein anderes Vorhaben umzusetzen sein: der Bezug einer eigener Wohnung.
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