CMT extrem
Durch die Wüste joggen, aufs Dach der Welt klettern
Markus Heffner und Viola Volland, veröffentlicht am 22.01.2009
Stuttgart - Des Deutschen liebstes Kind ist und bleibt der Urlaub: Keine andere Nation gibt so viel Geld für das Reisen aus. Viele Urlauber suchen für die schönsten Tage im Jahr das Außergewöhnliche. Eine Auswahl an "extremen" Angeboten auf der CMT.
Von Markus Heffner und Viola Volland
Extrem kalt: Wer diese Reise bucht, sollte die dicke Windjacke, warme Socken und Winterwanderstiefel nicht vergessen. Schließlich bringt der Stuttgarter Andreas Damson, der Chef von Travel & Personality (Halle 8, Stand E 32), die Touristen mitten zwischen die Eisberge - nach Grönland. Zu Fuß und per Boot erkunden sie das Land, fahren mit Inuit zum Jagen und schlafen im "Roten Haus" von Robert Peroni, der sich für den Erhalt der Inuit-Kultur einsetzt, anschließend sogar in Zelten. Erfrierungsgefahr besteht allerdings keine. Zur Reisezeit (Juni und Ende August/Anfang September) lägen die Temperaturen zwischen null und 10 Grad, so Damson, der früher auch Reiseleiter in der Antarktis war.
Das ewige Eis ist für jedermann
Dort ist es in der Saison noch etwas kälter als in Grönland. Um die minus fünf Grad herrschen in der Regel zwischen November und Februar, wenn die 19 Schiffe mit Reisegruppen des Anbieters Akzente Reisen (Halle 8, Stand F37) die Antarktis ansteuern. Vor weniger als 200 Jahren wurde der Kontinent erstmals von Menschen betreten - inzwischen ist das "ewige Eis" für jedermann (mit entsprechendem Geldbeutel) erreichbar. Rund 4500 Euro pro Person kostet die günstigste Expeditionskreuzfahrt, eine Safari zu den Kaiserpinguinen (per Schiff, Helikopter und zu Fuß) 16.000 Euro aufwärts. "Das ist das absolute Highlight, Kaiserpinguine sehen Sie nur in der Antarktis", sagt die Geschäftsführerin von Akzente Reisen, Claudia Höcht.
Extrem sportlich: Bei Joachim Göttel kann man an seine Grenzen gehen. Der gebürtige Stuttgarter und Chef des Alternativreiseanbieters Gerel-Ust schickt die Menschen buchstäblich in die Wüste. Zum neunten Mal organisiert der passionierte Läufer einen Marathon durch "die große Weite, in das große Nichts" der Wüste Gobi in der Mongolei. Es geht durch ein kleines Sanddünengebiet, durch Steinwüste und Steppe bis zu einer Dinosaurierausgrabungsstätte. Die Sportler können sich entscheiden, ob sie 42 Kilometer, 21 Kilometer laufen oder am "Fun-Run" (rund 14 Kilometer) teilnehmen wollen. Bei Letzterem gibt es unterwegs als Stärkung Chinggis, ein mongolisches Lagerbier. Nach der gemeinsamen Nacht in den Jurten setzen sich die Läufer kurz nach Sonnenaufgang in Bewegung. 2008 kletterte das Thermometer am Tag auf 25 Grad.
"Das ist kein Hexenwerk", sagt Joachim Göttel, der seinen Stand in Halle 8, F 40 hat. Vor sieben Jahren hat er seinen Wohnsitz fest in die Mongolei nach Ulaanbaatar verlegt. Inzwischen ist der Marathon so beliebt, dass er als Organisator nicht mehr die ganze Strecke selbst mitlaufen kann. Aber die Pasta am Vortag wird immer noch eigenhändig von ihm gekocht. "Das ist Tradition."
Extrem hoch: Für Normalsterbliche wird das Gipfelkreuz auf 8848 Meter wohl immer unerreichbar bleiben - so hoch ist der Mount Everest, der höchste Berg der Erde. Für den Anfang sind 6189 Meter aber auch nicht schlecht, und auf diese Höhe kann fast jeder hinaufsteigen, der sich Manfred Härtl anvertraut. Der 59-jährige Trekkingspezialist (Halle 4, Stand B15) lebt seit 25 Jahren in Nepal und organisiert Individualreisen in die südasiatische Republik - die Tour auf den Island Peak gehört zu den Verkaufsschlagern in seinem Angebot. Ganz ohne Vorbereitung sollte man die Reise natürlich nicht antreten, gefragt ist vor allem eine gute Kondition.
"Ein Bergtraining in den Alpen wäre nicht schlecht", sagt Härtl. Spezielle Kletterkenntnisse sind nicht erforderlich, allerdings sollte man mit dem Steigeisen umgehen können: Der Weg führt über Schneefelder und Gletscher. Zeit, um sich auf das Abenteuer vorzubereiten, bleibt ohnehin genug - die Reise zum Dach der Welt muss mindestens ein halbes Jahr im Voraus gebucht werden. Die Flüge nach Kathmandu seien sehr begrenzt, sagt Manfred Härtl. Jeder Anbieter bekomme nur ein knapp bemessenes Kontingent an Plätzen.
Erlebnisse für Gipfelstürmer
Rund 350.000 Touristen kommen jährlich nach Nepal, 20.000 davon aus Deutschland. Drei Wochen dauert die Trekkingtour (2390 Euro) durch das Land der Sherpa und die Welt der hohen Berge, die einen dabei bei jedem Schritt begleiten. Und immerhin: auch wenn es nicht ganz hinauf geht und die höchsten Gipfel für die meisten in weiter Ferne bleiben - der freie Blick auf die Schneespitze des Mount Everest ist auch schon ein Erlebnis für Gipfelstürmer.
Extrem feucht: Wasserscheu sollte man nicht gerade sein, wenn man sich für einen Urlaub mit Kuhnle-Tours (Halle 4, Stand F72) entscheidet, und permanentes Schaukeln sollte man zudem vertragen. Das Charterunternehmen aus Rechlin ist einer der größten Anbieter von Hausbootferien; für die diesjährige CMT haben die Bootsverleiher ein neues Angebot vom Stapel gelassen: eine Fahrt über die große masurische Seenplatte in Polen. Die Flüsse und Kanäle seien im Gegensatz zu anderen Regionen noch weitgehend unberührt, sagt Marketingleiterin Eva Irina Mühleck. Kuhnle-Tour sei der erste deutsche Anbieter, über den Hausboote in Polen gechartert werden könnten.
Einzige Voraussetzung für den Törn durch das Land der tausend Seen ist ein Bootsführerschein, der von den polnischen Behörden verlangt wird. In Frankreich und den meisten touristisch interessanten Revieren in Deutschland geht es auch ohne. Eine einwöchige Tour für maximal fünf Personen gibt es ab 960 Euro, eine Bootsfahrt zu acht in der Hochsaison kostet bis zu 2780 Euro.
Von Markus Heffner und Viola Volland
Extrem kalt: Wer diese Reise bucht, sollte die dicke Windjacke, warme Socken und Winterwanderstiefel nicht vergessen. Schließlich bringt der Stuttgarter Andreas Damson, der Chef von Travel & Personality (Halle 8, Stand E 32), die Touristen mitten zwischen die Eisberge - nach Grönland. Zu Fuß und per Boot erkunden sie das Land, fahren mit Inuit zum Jagen und schlafen im "Roten Haus" von Robert Peroni, der sich für den Erhalt der Inuit-Kultur einsetzt, anschließend sogar in Zelten. Erfrierungsgefahr besteht allerdings keine. Zur Reisezeit (Juni und Ende August/Anfang September) lägen die Temperaturen zwischen null und 10 Grad, so Damson, der früher auch Reiseleiter in der Antarktis war.
Das ewige Eis ist für jedermann
Dort ist es in der Saison noch etwas kälter als in Grönland. Um die minus fünf Grad herrschen in der Regel zwischen November und Februar, wenn die 19 Schiffe mit Reisegruppen des Anbieters Akzente Reisen (Halle 8, Stand F37) die Antarktis ansteuern. Vor weniger als 200 Jahren wurde der Kontinent erstmals von Menschen betreten - inzwischen ist das "ewige Eis" für jedermann (mit entsprechendem Geldbeutel) erreichbar. Rund 4500 Euro pro Person kostet die günstigste Expeditionskreuzfahrt, eine Safari zu den Kaiserpinguinen (per Schiff, Helikopter und zu Fuß) 16.000 Euro aufwärts. "Das ist das absolute Highlight, Kaiserpinguine sehen Sie nur in der Antarktis", sagt die Geschäftsführerin von Akzente Reisen, Claudia Höcht.
Extrem sportlich: Bei Joachim Göttel kann man an seine Grenzen gehen. Der gebürtige Stuttgarter und Chef des Alternativreiseanbieters Gerel-Ust schickt die Menschen buchstäblich in die Wüste. Zum neunten Mal organisiert der passionierte Läufer einen Marathon durch "die große Weite, in das große Nichts" der Wüste Gobi in der Mongolei. Es geht durch ein kleines Sanddünengebiet, durch Steinwüste und Steppe bis zu einer Dinosaurierausgrabungsstätte. Die Sportler können sich entscheiden, ob sie 42 Kilometer, 21 Kilometer laufen oder am "Fun-Run" (rund 14 Kilometer) teilnehmen wollen. Bei Letzterem gibt es unterwegs als Stärkung Chinggis, ein mongolisches Lagerbier. Nach der gemeinsamen Nacht in den Jurten setzen sich die Läufer kurz nach Sonnenaufgang in Bewegung. 2008 kletterte das Thermometer am Tag auf 25 Grad.
"Das ist kein Hexenwerk", sagt Joachim Göttel, der seinen Stand in Halle 8, F 40 hat. Vor sieben Jahren hat er seinen Wohnsitz fest in die Mongolei nach Ulaanbaatar verlegt. Inzwischen ist der Marathon so beliebt, dass er als Organisator nicht mehr die ganze Strecke selbst mitlaufen kann. Aber die Pasta am Vortag wird immer noch eigenhändig von ihm gekocht. "Das ist Tradition."
Extrem hoch: Für Normalsterbliche wird das Gipfelkreuz auf 8848 Meter wohl immer unerreichbar bleiben - so hoch ist der Mount Everest, der höchste Berg der Erde. Für den Anfang sind 6189 Meter aber auch nicht schlecht, und auf diese Höhe kann fast jeder hinaufsteigen, der sich Manfred Härtl anvertraut. Der 59-jährige Trekkingspezialist (Halle 4, Stand B15) lebt seit 25 Jahren in Nepal und organisiert Individualreisen in die südasiatische Republik - die Tour auf den Island Peak gehört zu den Verkaufsschlagern in seinem Angebot. Ganz ohne Vorbereitung sollte man die Reise natürlich nicht antreten, gefragt ist vor allem eine gute Kondition.
"Ein Bergtraining in den Alpen wäre nicht schlecht", sagt Härtl. Spezielle Kletterkenntnisse sind nicht erforderlich, allerdings sollte man mit dem Steigeisen umgehen können: Der Weg führt über Schneefelder und Gletscher. Zeit, um sich auf das Abenteuer vorzubereiten, bleibt ohnehin genug - die Reise zum Dach der Welt muss mindestens ein halbes Jahr im Voraus gebucht werden. Die Flüge nach Kathmandu seien sehr begrenzt, sagt Manfred Härtl. Jeder Anbieter bekomme nur ein knapp bemessenes Kontingent an Plätzen.
Erlebnisse für Gipfelstürmer
Rund 350.000 Touristen kommen jährlich nach Nepal, 20.000 davon aus Deutschland. Drei Wochen dauert die Trekkingtour (2390 Euro) durch das Land der Sherpa und die Welt der hohen Berge, die einen dabei bei jedem Schritt begleiten. Und immerhin: auch wenn es nicht ganz hinauf geht und die höchsten Gipfel für die meisten in weiter Ferne bleiben - der freie Blick auf die Schneespitze des Mount Everest ist auch schon ein Erlebnis für Gipfelstürmer.
Extrem feucht: Wasserscheu sollte man nicht gerade sein, wenn man sich für einen Urlaub mit Kuhnle-Tours (Halle 4, Stand F72) entscheidet, und permanentes Schaukeln sollte man zudem vertragen. Das Charterunternehmen aus Rechlin ist einer der größten Anbieter von Hausbootferien; für die diesjährige CMT haben die Bootsverleiher ein neues Angebot vom Stapel gelassen: eine Fahrt über die große masurische Seenplatte in Polen. Die Flüsse und Kanäle seien im Gegensatz zu anderen Regionen noch weitgehend unberührt, sagt Marketingleiterin Eva Irina Mühleck. Kuhnle-Tour sei der erste deutsche Anbieter, über den Hausboote in Polen gechartert werden könnten.
Einzige Voraussetzung für den Törn durch das Land der tausend Seen ist ein Bootsführerschein, der von den polnischen Behörden verlangt wird. In Frankreich und den meisten touristisch interessanten Revieren in Deutschland geht es auch ohne. Eine einwöchige Tour für maximal fünf Personen gibt es ab 960 Euro, eine Bootsfahrt zu acht in der Hochsaison kostet bis zu 2780 Euro.
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