Im Stammhaus der Piusbruderschaft
Wortkarg hinter dicken Mauern
Jan Dirk Herbermann, veröffentlicht am 03.02.2009
Ecône - Der Holocaust-Leugner Bischof Williamson hat einst die Schulbank im Seminar der ultrakonservativen Priesterbruderschaft St. Pius X. gedrückt. Jetzt leiden die Gottesmänner im Schweizer Ecône unter dem Makel. Aber schon ihr Gründervater Lefebvre stand den Rechten nahe.
Von Jan Dirk Herbermann
Der hagere Franzose beugt sich vor und mustert durch das Fenster ein Kreuz am Wegesrand. Seine schwarze Soutane liegt eng am Körper, wohlgesetzte Wörter kommen aus seinem schmallippigen Mund. "Ja, wir haben eine gute Aussicht", sagt Benoît de Jorna. Steil ragen die Alpen in den blauen Himmel, sie schirmen das enge Tal nach Norden und Süden hin ab. Im Bett der Rhone wälzt sich eisiges Wasser hinunter zum Genfer See. Nur die wuchtigen Strommasten trüben den Blick ins Unterwallis.
De Jorna leitet das internationale Seminar der ultrakonservativen Bruderschaft St. Pius X. im Schweizer Ecône. Es ist das Stammhaus des Bundes, das größte und wichtigste Seminar der sechs Piusseminare. "Der Gründer unserer Priesterbruderschaft, Erzbischof Marcel Lefebvre, entschied sich für Ecône auch wegen der Stille", erzählt Rektor de Jorna. Er öffnet das Fenster, das in die dicke Mauer eingelassen ist. Der Lärm der Welt ist fern.
Mit der Ruhe ist es jetzt vorbei
Seit Tagen aber ist es mit der Ruhe um die Bruderschaft vorbei. Ein Skandal erschüttert die Traditionalisten, der Sturm umtost inzwischen den Vatikan im fernen Rom. Papst Benedikt XVI. gerät in Bedrängnis. Man spricht von der schwersten Krise seines Pontifikats. Um der Einheit seiner Kirche willen holte der Heilige Vater aus Deutschland vier Piusbischöfe am 21. Januar in den Schoß der römisch-katholischen Kirche zurück. Benedikts Vorgänger, Johannes Paul II., hatte die vier 1988 exkommuniziert, nachdem der französische Kirchenrebell Lefebvre das Quartett zuvor zu Bischöfen geweiht hatte - gegen den ausdrücklichen Willen des Vatikans.
Der Ort der verbotenen Weihe ist das Priesterseminar von Ecône. Die forsche Tat Lefebvres provozierte das Schisma der Piusbrüder mit Rom. Einer der vier begnadigten Sünder ist Richard Williamson, rein äußerlich eine Art Gentleman in der Zunft der Gottesmänner. Doch der Brite ist alles andere als unbescholten. Er leugnet den millionenfachen Mord an den Juden im Zweiten Weltkrieg. Erst kürzlich sind seine Ausfälle von einem schwedischen Fernsehteam in Regensburg dokumentiert worden. Sie haben weltweit Entsetzen ausgelöst.
Fernsehen gibt es hier nicht
Auch in Ecône lasen die Piusbrüder von den Nazisprüchen ihres ehemaligen Kommilitonen Williamson, der in den 70er Jahren in Ecône die harten Seminarbänke drückte. Die heute im Seminar lebenden 60 Studenten und sechs Professoren verfolgen die neuesten Wendungen des Eklats im Internet und in der französischen Zeitung "Le Figaro" - Fernsehen gibt es in diesem Haus nicht. "Zu dieser Angelegenheit möchte ich nichts sagen", meint Rektor de Jorna und fixiert einen Glastisch mit grünen und roten Plastikblumen. Drei Heiligenfiguren und Bilder von Lefebvre und Papst Pius X. dekorieren sein Zimmer. "Unser Generaloberer hat dazu Stellung genommen", sagt de Jorna knapp.
Das war's. Der Generalobere des Ordens, Bischof Bernard Fellay, residiert im Deutschschweizer Menzingen auf Schloss Schwandegg. Von dort aus dirigiert er die 500 Priester der Bruderschaft und versucht, die Zahl der Anhängerschaft zu mehren: Inzwischen sollen weltweit 500.000 Menschen den Piusbrüdern folgen. Zunächst hatte Fellay zum Fall Williamson geschwiegen. Dann kanzelte er den Untergebenen mit voller Härte ab. "Wir bitten den Heiligen Vater und alle Menschen guten Willens um Entschuldigung für die verheerenden Auswirkungen einer solchen Tat", lautet der zentrale Satz in einem offenen Brief Fellays vom Samstag. Williamsons unangebrachte Aussagen würden "die Aufgabe unserer Gemeinschaft in Verruf bringen". Dann verpasste der Generalobere seinem verirrten britischen Mitbruder, der in Argentinien lebt, einen Maulkorb.
Fellay und seine selbst ernannten Verfechter der reinen katholischen Lehre müssen jetzt mit dem Makel des Falles Williamson leben. So gut es geht, versuchen die Brüder die lästige Sache zu verdrängen. "Diese Art von Aufmerksamkeit brauchen wir nicht", flüstert ein Piuszögling, winkt mit der Hand ab und zieht die Tür hinter sich zu.
Der Tagesablauf ist genau geregelt
Es ist 12.15 Uhr. Der schwere Klang der Glocken der Seminaristenkirche dröhnt durch das enge Tal. Es ist die Zeit für das tägliche Mittagsgebet. Die angehenden Priester eilen mit wehenden Soutanen über die Gänge ihres Wohnhauses in das Gotteshaus der Piusbrüder. Die Gesichter sind ernst, niemand redet. In der Schar bewegen sich Franzosen, Italiener, Schweizer, ein Schwede und ein Lefebvre-Jünger aus Gabun. Eine Viertelstunde üben sich die Seminaristen in gregorianischen Gesängen, knien nieder, richten sich wieder auf. Als der letzte Ton verklungen ist, sammeln sie sich vor dem schlichten Kreuz in der Mitte des Altarraums. Tief verbeugen sich die Gottesfürchtigen.
Auf die spirituelle Stärkung folgt das gemeinsame Essen. Nach einer Mittagsruhe heißt das Motto: Körperertüchtigung. "Hier im Wallis können unsere Seminaristen hervorragend Wintersport treiben", sagt der Rektor und zeigt die Langlaufski im Keller. Geprägt ist das Leben eines Seminaristen aber vom Pauken: Theologie, Philosophie, Latein und Geschichte. "Am Ende von fünf Jahren in Ecône werden die jungen Männer Priester für ewig sein", erklärt er feierlich. Nur wenige brächen ihr Studium ab.
De Jorna steht vor dem Arbeitszimmer des 1991 verstorbenen und in Ecône begrabenen Lefebvre. Ein Tisch mit einem alten Wahlscheibentelefon und Regale mit abgegriffenen Theologiebüchern beherrschen den abgedunkelten Raum. "Wir alle verehrten ihn sehr", sagt der Rektor. "Er war ein liebenswürdiger Mensch." Doch der "sanfte Marcel" konnte auch anders. Lefebvre sympathisierte mit dem französischen Rechtsaußen Jean-Marie Le Pen. Es war jener Le Pen, für den die Gaskammern der Nazis "ein Detail in der Geschichte des Zweiten Weltkriegs" waren.
Lefebvre soll Franco-Regime gelobt haben
Lefebvre soll ebenso das Regime des spanischen Diktators Franco gelobt haben. In aktuellen Mitteilungen geißeln die Piusbrüder den Besuch einer Synagoge durch Papst Johannes Paul II. als ein "schlimmes Zeichen". Und der Distriktobere der Piusbrüder für Deutschland, der in Stuttgart residierende Franz Schmidberger, schreibt über die "Juden unserer Tage": "Sie sind vielmehr des Gottesmordes mitschuldig", solange sie sich nicht von der "Schuld ihrer Vorväter" distanzierten. Schmidberger galt laut dem erzkonservativen Internetportal kreuz.net als "rechte Hand von Erzbischof Lefebvre".
Kann es da wundern, dass in Lefebvres Kaderschmiede ein Holocaust-Leugner wie Richard Williamson heranreift? Noch heute gilt Lefebvres Credo vom Kampf der Priesterbruderschaft: "Wir müssen einen Kreuzzug beginnen." Vor allem wehren sich die Piusbrüder gegen die Modernisierung der katholischen Kirche durch das II. Vatikanische Konzil. Unbeirrt halten sie an der alten Messe in lateinischer Sprache fest - die neue Messe ist für sie ein Frevel. In Ecône erfahren die jungen Seminaristen alles über diese Unterschiede. "Das ist essenziell, deshalb sind wir hier", meint ein junger Mann aus Frankreich. Er habe sich früh für das Priestertum und das spartanische Leben im Orden entschieden. "Wenn ich es schon mache, dann will ich es auch richtig machen. Im Sinne von Erzbischof Lefebvre", sagt der Franzose.
Die konservativen Lehren faszinieren auch Menschen außerhalb des Seminars in Ecône. Jeden Sonntag strömen rund 500 Gläubige zu den Gottesdiensten der Lefebvre-Kirche, darunter viele junge Familien. Als einer der treuesten Besucher der Piuskirche gibt sich der 74-jährige Rémy Borgeat zu erkennen, einst der Chauffeur Lefebvres. Als er von der Aufhebung des Bannstrahls für die vier Piusbischöfe hörte, war er außer sich vor Freude. "Drei Päpste haben uns belogen. Jetzt hat man die Exkommunikationen annulliert", sagte er einem Reporter der "Tribune de Genève". Für die Priesterbruderschaft sind loyale Anhänger lebensnotwendig. Denn ihre Kassen werden fast nur von den Gläubigen gefüllt. "Wir sind von ihrer Großzügigkeit abhängig", sagt Rektor de Jorna.
In einem kleinen Laden verkauft der Orden Bücher von Lefebvre, Kruzifixe, Rosenkränze und hölzerne Statuten der Gottesmutter Maria. Auch hier gilt das Prinzip der Freiwilligkeit. "Wir haben keine Kasse", erklärt der Verwalter des Seminars. Der stämmige Mann, ein Schweizer aus einem Nachbardorf, rückt sich die Brille zurecht. "Wenn Sie etwas kaufen wollen, legen Sie bitte das Geld in den Kasten."
Von Jan Dirk Herbermann
Der hagere Franzose beugt sich vor und mustert durch das Fenster ein Kreuz am Wegesrand. Seine schwarze Soutane liegt eng am Körper, wohlgesetzte Wörter kommen aus seinem schmallippigen Mund. "Ja, wir haben eine gute Aussicht", sagt Benoît de Jorna. Steil ragen die Alpen in den blauen Himmel, sie schirmen das enge Tal nach Norden und Süden hin ab. Im Bett der Rhone wälzt sich eisiges Wasser hinunter zum Genfer See. Nur die wuchtigen Strommasten trüben den Blick ins Unterwallis.
De Jorna leitet das internationale Seminar der ultrakonservativen Bruderschaft St. Pius X. im Schweizer Ecône. Es ist das Stammhaus des Bundes, das größte und wichtigste Seminar der sechs Piusseminare. "Der Gründer unserer Priesterbruderschaft, Erzbischof Marcel Lefebvre, entschied sich für Ecône auch wegen der Stille", erzählt Rektor de Jorna. Er öffnet das Fenster, das in die dicke Mauer eingelassen ist. Der Lärm der Welt ist fern.
Mit der Ruhe ist es jetzt vorbei
Seit Tagen aber ist es mit der Ruhe um die Bruderschaft vorbei. Ein Skandal erschüttert die Traditionalisten, der Sturm umtost inzwischen den Vatikan im fernen Rom. Papst Benedikt XVI. gerät in Bedrängnis. Man spricht von der schwersten Krise seines Pontifikats. Um der Einheit seiner Kirche willen holte der Heilige Vater aus Deutschland vier Piusbischöfe am 21. Januar in den Schoß der römisch-katholischen Kirche zurück. Benedikts Vorgänger, Johannes Paul II., hatte die vier 1988 exkommuniziert, nachdem der französische Kirchenrebell Lefebvre das Quartett zuvor zu Bischöfen geweiht hatte - gegen den ausdrücklichen Willen des Vatikans.
Der Ort der verbotenen Weihe ist das Priesterseminar von Ecône. Die forsche Tat Lefebvres provozierte das Schisma der Piusbrüder mit Rom. Einer der vier begnadigten Sünder ist Richard Williamson, rein äußerlich eine Art Gentleman in der Zunft der Gottesmänner. Doch der Brite ist alles andere als unbescholten. Er leugnet den millionenfachen Mord an den Juden im Zweiten Weltkrieg. Erst kürzlich sind seine Ausfälle von einem schwedischen Fernsehteam in Regensburg dokumentiert worden. Sie haben weltweit Entsetzen ausgelöst.
Fernsehen gibt es hier nicht
Auch in Ecône lasen die Piusbrüder von den Nazisprüchen ihres ehemaligen Kommilitonen Williamson, der in den 70er Jahren in Ecône die harten Seminarbänke drückte. Die heute im Seminar lebenden 60 Studenten und sechs Professoren verfolgen die neuesten Wendungen des Eklats im Internet und in der französischen Zeitung "Le Figaro" - Fernsehen gibt es in diesem Haus nicht. "Zu dieser Angelegenheit möchte ich nichts sagen", meint Rektor de Jorna und fixiert einen Glastisch mit grünen und roten Plastikblumen. Drei Heiligenfiguren und Bilder von Lefebvre und Papst Pius X. dekorieren sein Zimmer. "Unser Generaloberer hat dazu Stellung genommen", sagt de Jorna knapp.
Das war's. Der Generalobere des Ordens, Bischof Bernard Fellay, residiert im Deutschschweizer Menzingen auf Schloss Schwandegg. Von dort aus dirigiert er die 500 Priester der Bruderschaft und versucht, die Zahl der Anhängerschaft zu mehren: Inzwischen sollen weltweit 500.000 Menschen den Piusbrüdern folgen. Zunächst hatte Fellay zum Fall Williamson geschwiegen. Dann kanzelte er den Untergebenen mit voller Härte ab. "Wir bitten den Heiligen Vater und alle Menschen guten Willens um Entschuldigung für die verheerenden Auswirkungen einer solchen Tat", lautet der zentrale Satz in einem offenen Brief Fellays vom Samstag. Williamsons unangebrachte Aussagen würden "die Aufgabe unserer Gemeinschaft in Verruf bringen". Dann verpasste der Generalobere seinem verirrten britischen Mitbruder, der in Argentinien lebt, einen Maulkorb.
Fellay und seine selbst ernannten Verfechter der reinen katholischen Lehre müssen jetzt mit dem Makel des Falles Williamson leben. So gut es geht, versuchen die Brüder die lästige Sache zu verdrängen. "Diese Art von Aufmerksamkeit brauchen wir nicht", flüstert ein Piuszögling, winkt mit der Hand ab und zieht die Tür hinter sich zu.
Der Tagesablauf ist genau geregelt
Es ist 12.15 Uhr. Der schwere Klang der Glocken der Seminaristenkirche dröhnt durch das enge Tal. Es ist die Zeit für das tägliche Mittagsgebet. Die angehenden Priester eilen mit wehenden Soutanen über die Gänge ihres Wohnhauses in das Gotteshaus der Piusbrüder. Die Gesichter sind ernst, niemand redet. In der Schar bewegen sich Franzosen, Italiener, Schweizer, ein Schwede und ein Lefebvre-Jünger aus Gabun. Eine Viertelstunde üben sich die Seminaristen in gregorianischen Gesängen, knien nieder, richten sich wieder auf. Als der letzte Ton verklungen ist, sammeln sie sich vor dem schlichten Kreuz in der Mitte des Altarraums. Tief verbeugen sich die Gottesfürchtigen.
Auf die spirituelle Stärkung folgt das gemeinsame Essen. Nach einer Mittagsruhe heißt das Motto: Körperertüchtigung. "Hier im Wallis können unsere Seminaristen hervorragend Wintersport treiben", sagt der Rektor und zeigt die Langlaufski im Keller. Geprägt ist das Leben eines Seminaristen aber vom Pauken: Theologie, Philosophie, Latein und Geschichte. "Am Ende von fünf Jahren in Ecône werden die jungen Männer Priester für ewig sein", erklärt er feierlich. Nur wenige brächen ihr Studium ab.
De Jorna steht vor dem Arbeitszimmer des 1991 verstorbenen und in Ecône begrabenen Lefebvre. Ein Tisch mit einem alten Wahlscheibentelefon und Regale mit abgegriffenen Theologiebüchern beherrschen den abgedunkelten Raum. "Wir alle verehrten ihn sehr", sagt der Rektor. "Er war ein liebenswürdiger Mensch." Doch der "sanfte Marcel" konnte auch anders. Lefebvre sympathisierte mit dem französischen Rechtsaußen Jean-Marie Le Pen. Es war jener Le Pen, für den die Gaskammern der Nazis "ein Detail in der Geschichte des Zweiten Weltkriegs" waren.
Lefebvre soll Franco-Regime gelobt haben
Lefebvre soll ebenso das Regime des spanischen Diktators Franco gelobt haben. In aktuellen Mitteilungen geißeln die Piusbrüder den Besuch einer Synagoge durch Papst Johannes Paul II. als ein "schlimmes Zeichen". Und der Distriktobere der Piusbrüder für Deutschland, der in Stuttgart residierende Franz Schmidberger, schreibt über die "Juden unserer Tage": "Sie sind vielmehr des Gottesmordes mitschuldig", solange sie sich nicht von der "Schuld ihrer Vorväter" distanzierten. Schmidberger galt laut dem erzkonservativen Internetportal kreuz.net als "rechte Hand von Erzbischof Lefebvre".
Kann es da wundern, dass in Lefebvres Kaderschmiede ein Holocaust-Leugner wie Richard Williamson heranreift? Noch heute gilt Lefebvres Credo vom Kampf der Priesterbruderschaft: "Wir müssen einen Kreuzzug beginnen." Vor allem wehren sich die Piusbrüder gegen die Modernisierung der katholischen Kirche durch das II. Vatikanische Konzil. Unbeirrt halten sie an der alten Messe in lateinischer Sprache fest - die neue Messe ist für sie ein Frevel. In Ecône erfahren die jungen Seminaristen alles über diese Unterschiede. "Das ist essenziell, deshalb sind wir hier", meint ein junger Mann aus Frankreich. Er habe sich früh für das Priestertum und das spartanische Leben im Orden entschieden. "Wenn ich es schon mache, dann will ich es auch richtig machen. Im Sinne von Erzbischof Lefebvre", sagt der Franzose.
Die konservativen Lehren faszinieren auch Menschen außerhalb des Seminars in Ecône. Jeden Sonntag strömen rund 500 Gläubige zu den Gottesdiensten der Lefebvre-Kirche, darunter viele junge Familien. Als einer der treuesten Besucher der Piuskirche gibt sich der 74-jährige Rémy Borgeat zu erkennen, einst der Chauffeur Lefebvres. Als er von der Aufhebung des Bannstrahls für die vier Piusbischöfe hörte, war er außer sich vor Freude. "Drei Päpste haben uns belogen. Jetzt hat man die Exkommunikationen annulliert", sagte er einem Reporter der "Tribune de Genève". Für die Priesterbruderschaft sind loyale Anhänger lebensnotwendig. Denn ihre Kassen werden fast nur von den Gläubigen gefüllt. "Wir sind von ihrer Großzügigkeit abhängig", sagt Rektor de Jorna.
In einem kleinen Laden verkauft der Orden Bücher von Lefebvre, Kruzifixe, Rosenkränze und hölzerne Statuten der Gottesmutter Maria. Auch hier gilt das Prinzip der Freiwilligkeit. "Wir haben keine Kasse", erklärt der Verwalter des Seminars. Der stämmige Mann, ein Schweizer aus einem Nachbardorf, rückt sich die Brille zurecht. "Wenn Sie etwas kaufen wollen, legen Sie bitte das Geld in den Kasten."
Anzeigen
Anzeige
Anzeige
Veranstaltungen
Finden Sie
Heute können Sie aus 358 Veranstaltungsterminen auswählen
StZ digital
Lesen Sie sich die Druckausgaben digital im Originallayout mit allen Bildern durch.
Für Abonnenten
Für Käufer
Hier können sie sich über Preise informieren, Abos abschließen oder Einzelexemplare kaufen.
Abonnement-Prämien
Werben Sie einen Freund als Abonnent der Stuttgarter Zeitung.
Für jede Empfehlung erhalten Sie eine Prämie aus unserem Shop.







