Transfers
Van Bommel - die Nummer eins auf der VfB-Liste
Thomas Haid, veröffentlicht am 04.02.2009
Stuttgart - Bisher hat der VfB Stuttgart nur einen Spielertyp wie Mark van Bommel vom FC Bayern gesucht. Jetzt will man keine Kopie mehr, sondern das Original selbst. Aber die Konkurrenz ist groß - und der Transfer dürfte eine Frage des Geldes sein.
Von Thomas Haid
Momentan dreht sich bei Horst Heldt fast alles um die Zukunft. Im Grunde ist das zwar immer so, wenn es darum geht, die Planungen für die neue Saison voranzutreiben, aber jetzt gilt das noch mehr als sonst. Denn beim VfB hat sich spätestens nach den beiden enttäuschenden Auftritten zuletzt gegen den FC Bayern und Mönchengladbach die Erkenntnis durchgesetzt, dass personell ein Schnitt gemacht werden muss und ein Umbruch notwendig ist. Um der Mannschaft die vermisste Siegermentalität wieder einzuhauchen, sucht Heldt nun einen Führungsspieler, der Ecken und Kanten aufweisen darf.
Auf der Kandidatenliste steht dabei nach StZ-Informationen einer mit Abstand an erster Stelle: Mark van Bommel. Das ist aus dem Umfeld des niederländischen Nationalspielers (46 Einsätze) zu hören, der am 22. April 32 Jahre alt wird und noch bis zum Sommer an den FC Bayern gebunden ist. Dann endet sein Vertrag, sodass van Bommel ablösefrei wechseln kann.
Münchner Angebot abgelehnt
Das Münchner Angebot auf eine einjährige Verlängerung hat er im Januar abgelehnt, weil ihm diese Laufzeit zu kurz war. "Ein Kapitän, der sich für den Verein aufreibt, hätte meiner Meinung nach etwas mehr verdient gehabt", sagte van Bommel, der auf eine Offerte bis 2011 gehofft hatte. Aber die Bayern sahen das anders, auch weil sie sich bereits mit Anatoli Timoschtschuk (Zenit St. Petersburg) einig sind. Der Ukrainer soll die Position im defensiven Mittelfeld übernehmen. Deshalb kommt van Bommel auf den Markt - und der VfB ins Spiel.
Genau so einen Mann sucht Heldt, nachdem er festgestellt hat, dass die Einstellung, die van Bommel vorlebt, der Mannschaft fehlt. Der dreifache Familienvater ist einer, der auf dem Platz vorneweg marschiert und die Kollegen antreibt - manchmal auch in einem derberen Ton. Ein richtiger Typ halt. Dafür ist er bei den Gegnern gefürchtet. Jeder weiß, dass van Bommel nie resigniert und mit allen Mitteln kämpft - wenn es sein muss, sogar mit solchen, die zumindest am Rand des Erlaubten anzusiedeln sind.
Davon kann auch der VfB ein Lied singen. Privat sei van Bommel aber ein netter Kerl, heißt es bei den Bayern. So habe er nach seinem Transfer aus Barcelona im August 2006 jeden Angestellten auf der Geschäftsstelle bis hin zur Putzfrau mit Handschlag und den Worten begrüßt: "Guten Tag, ich bin der Mark."
Jermaine Jones gilt als nicht sehr umgänglich
Der VfB hat einige Optionen geprüft, etwa mit Jermaine Jones vom FC Schalke. Dem eilt jedoch der Ruf voraus, auch privat nicht sehr umgänglich zu sein. Dasselbe trifft auf Albert Streit zu, den der Hamburger SV in dieser Woche von Schalke ausgeliehen hat. Die Maßgabe von Heldt lautete, dass einer wie van Bommel her soll. Viele Spieler gibt es nicht, die dieses Anforderungsprofil erfüllen - was nun zu der Erkenntnis führte: der VfB will keine Kopie mehr, sondern das Original van Bommel selbst.
Allerdings befindet sich die Sache noch in einem ziemlich frühen Stadium. Hinzu kommt, dass der VfB nicht konkurrenzlos ist. Die Qualitäten von van Bommel sind in Europa bekannt. Er gewann mit Barcelona die Champions League und wurde spanischer Meister. Mit Eindhoven holte er viermal den Titel in den Niederlanden und mit dem FC Bayern schaffte er im vergangenen Jahr das Double aus Meisterschaft und Pokal. Von diesen Erfahrungen könnte der VfB profitieren, der ansonsten seinen Weg mit der Förderung junger Spieler fortsetzen will.
Van Bommel als Leitwolf
Van Bommel wäre der Leitwolf, an dem sich die Talente aufrichten und orientieren könnten - eine Rolle, die bis jetzt nur Jens Lehmann und Mario Gomez spielen, wenn überhaupt. Und der Verbleib dieser beiden ist ungewiss.
Ob die spektakuläre Verpflichtung tatsächlich gelingt, hängt jedoch auch von der Konkurrenz ab. Van Bommel dürfte demnächst die freie Auswahl haben, nachdem der Hamburger SV mit seinem niederländischen Trainer Martin Jol bereits in der Winterpause um ihn gebuhlt hatte. Da ließen ihn die Bayern aber nicht ziehen. Deshalb dürfte das Interesse des HSV jedoch nicht erloschen sein - so wenig wie jenes des FC Schalke, wo in Fred Rutten ebenfalls ein niederländischer Trainer am Werk ist. Weitere Möglichkeiten bieten sich van Bommel mit dem PSV Eindhoven und Fenerbahce Istanbul.
Ausschlaggebend wird am Ende wohl der Preis sein. Van Bommel unterschreibt vermutlich den letzten ganz großen Vertrag in seiner Karriere - und da dürfte der Club das Rennen gewinnen, der ihm am meisten zahlen kann. Unter einem Jahresgehalt von 3,5 Millionen Euro macht es van Bommel kaum. Ob der VfB da mithalten kann, wird sich in naher Zukunft zeigen. Darum dreht sich für Horst Heldt gerade ja ohnehin fast alles.
Von Thomas Haid
Momentan dreht sich bei Horst Heldt fast alles um die Zukunft. Im Grunde ist das zwar immer so, wenn es darum geht, die Planungen für die neue Saison voranzutreiben, aber jetzt gilt das noch mehr als sonst. Denn beim VfB hat sich spätestens nach den beiden enttäuschenden Auftritten zuletzt gegen den FC Bayern und Mönchengladbach die Erkenntnis durchgesetzt, dass personell ein Schnitt gemacht werden muss und ein Umbruch notwendig ist. Um der Mannschaft die vermisste Siegermentalität wieder einzuhauchen, sucht Heldt nun einen Führungsspieler, der Ecken und Kanten aufweisen darf.
Auf der Kandidatenliste steht dabei nach StZ-Informationen einer mit Abstand an erster Stelle: Mark van Bommel. Das ist aus dem Umfeld des niederländischen Nationalspielers (46 Einsätze) zu hören, der am 22. April 32 Jahre alt wird und noch bis zum Sommer an den FC Bayern gebunden ist. Dann endet sein Vertrag, sodass van Bommel ablösefrei wechseln kann.
Münchner Angebot abgelehnt
Das Münchner Angebot auf eine einjährige Verlängerung hat er im Januar abgelehnt, weil ihm diese Laufzeit zu kurz war. "Ein Kapitän, der sich für den Verein aufreibt, hätte meiner Meinung nach etwas mehr verdient gehabt", sagte van Bommel, der auf eine Offerte bis 2011 gehofft hatte. Aber die Bayern sahen das anders, auch weil sie sich bereits mit Anatoli Timoschtschuk (Zenit St. Petersburg) einig sind. Der Ukrainer soll die Position im defensiven Mittelfeld übernehmen. Deshalb kommt van Bommel auf den Markt - und der VfB ins Spiel.
Genau so einen Mann sucht Heldt, nachdem er festgestellt hat, dass die Einstellung, die van Bommel vorlebt, der Mannschaft fehlt. Der dreifache Familienvater ist einer, der auf dem Platz vorneweg marschiert und die Kollegen antreibt - manchmal auch in einem derberen Ton. Ein richtiger Typ halt. Dafür ist er bei den Gegnern gefürchtet. Jeder weiß, dass van Bommel nie resigniert und mit allen Mitteln kämpft - wenn es sein muss, sogar mit solchen, die zumindest am Rand des Erlaubten anzusiedeln sind.
Davon kann auch der VfB ein Lied singen. Privat sei van Bommel aber ein netter Kerl, heißt es bei den Bayern. So habe er nach seinem Transfer aus Barcelona im August 2006 jeden Angestellten auf der Geschäftsstelle bis hin zur Putzfrau mit Handschlag und den Worten begrüßt: "Guten Tag, ich bin der Mark."
Jermaine Jones gilt als nicht sehr umgänglich
Der VfB hat einige Optionen geprüft, etwa mit Jermaine Jones vom FC Schalke. Dem eilt jedoch der Ruf voraus, auch privat nicht sehr umgänglich zu sein. Dasselbe trifft auf Albert Streit zu, den der Hamburger SV in dieser Woche von Schalke ausgeliehen hat. Die Maßgabe von Heldt lautete, dass einer wie van Bommel her soll. Viele Spieler gibt es nicht, die dieses Anforderungsprofil erfüllen - was nun zu der Erkenntnis führte: der VfB will keine Kopie mehr, sondern das Original van Bommel selbst.
Allerdings befindet sich die Sache noch in einem ziemlich frühen Stadium. Hinzu kommt, dass der VfB nicht konkurrenzlos ist. Die Qualitäten von van Bommel sind in Europa bekannt. Er gewann mit Barcelona die Champions League und wurde spanischer Meister. Mit Eindhoven holte er viermal den Titel in den Niederlanden und mit dem FC Bayern schaffte er im vergangenen Jahr das Double aus Meisterschaft und Pokal. Von diesen Erfahrungen könnte der VfB profitieren, der ansonsten seinen Weg mit der Förderung junger Spieler fortsetzen will.
Van Bommel als Leitwolf
Van Bommel wäre der Leitwolf, an dem sich die Talente aufrichten und orientieren könnten - eine Rolle, die bis jetzt nur Jens Lehmann und Mario Gomez spielen, wenn überhaupt. Und der Verbleib dieser beiden ist ungewiss.
Ob die spektakuläre Verpflichtung tatsächlich gelingt, hängt jedoch auch von der Konkurrenz ab. Van Bommel dürfte demnächst die freie Auswahl haben, nachdem der Hamburger SV mit seinem niederländischen Trainer Martin Jol bereits in der Winterpause um ihn gebuhlt hatte. Da ließen ihn die Bayern aber nicht ziehen. Deshalb dürfte das Interesse des HSV jedoch nicht erloschen sein - so wenig wie jenes des FC Schalke, wo in Fred Rutten ebenfalls ein niederländischer Trainer am Werk ist. Weitere Möglichkeiten bieten sich van Bommel mit dem PSV Eindhoven und Fenerbahce Istanbul.
Ausschlaggebend wird am Ende wohl der Preis sein. Van Bommel unterschreibt vermutlich den letzten ganz großen Vertrag in seiner Karriere - und da dürfte der Club das Rennen gewinnen, der ihm am meisten zahlen kann. Unter einem Jahresgehalt von 3,5 Millionen Euro macht es van Bommel kaum. Ob der VfB da mithalten kann, wird sich in naher Zukunft zeigen. Darum dreht sich für Horst Heldt gerade ja ohnehin fast alles.
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