Schulserie (5)
Eine Tübinger Hauptschule hat Erfolg
Sabine Nedele, veröffentlicht am 05.02.2009
Tübingen - Kinder aus vielen Ländern, teils mit sozial problematischem Elternhaus: da ist die Schulkarriere schon zu Beginn gescheitert, denkt man – und täuscht sich. Denn an einer Tübingen Hauptschule funktioniert das gemeinsame Lernen – dank individueller Förderung.
Von Sabine Nedele
Üblicherweise sind die Toiletten ein sicherer Indikator für die Stimmung an einer Schule. Nirgendwo erfährt man mehr über die Seelenlage der Schüler. An der Tübinger Hauptschule Innenstadt sind die Klowände frei von Sprüchen - und das ist nicht die einzige Besonderheit. "Sind die Kaugummis alle weg?" fragt Hans Weiblen. Er steht in der Mitte des Raumes, um ihn herum gruppieren sich acht Mädchen und drei Jungs im Halbkreis.
Soll man die Hauptschulen abschaffen? Diskutieren Sie mit!
Die Hauptschüler aus sieben Nationen stehen brav "hüftbreit und mit vorgeschobenem Becken", wie ihr Lehrer es vorgibt. Gemeinsames Auflockern für die kommende Probe. "Arme hoch, sauber einatmen", befiehlt Weiblen, dann positionieren sich die Mitglieder der Schulband HSI-Project auf der Bühne, Weiblen spielt die Musik ein und binnen Sekunden verwandelt sich der lichtdurchflutete Probenraum in einen Konzertsaal.
Seit 1998 gibt es das Musikprojekt an der Tübinger Hauptschule Innenstadt. Die Schüler bestimmen die Inhalte ihrer Texte selbst. Sie singen von Vorurteilen, von Krieg und Umweltproblemen, über Kinder in Afrika, Rassismus. In dem Titel "Prayer" (Gebet) haben sie die Schulordnung vertont: "Tue nichts, was einem anderen schadet oder wehtut, weder mit Worten noch mit dem, was du tust" heißt es im Refrain.
Und alle im HSI-Project versichern glaubhaft, dass es ihnen damit ernst ist: "Wenn wir von Respekt singen, dann muss einem das auch etwas bedeuten", sagt der 14-jährige Sebo aus Albanien. Medine aus Armenien erklärt, als Bandmitglied müsse man "ein angemessenes Verhalten haben, einen guten Eindruck machen und Vorbild sein". Man spürt, wie ernst es den Schülern damit ist.
Der Chor hat sich bei einigen Auftritten in der Stadt einen Namen gemacht und seine erste CD veröffentlicht. Der Gesang ist eine der vielen Aktivitäten, an denen die Hauptschüler teilnehmen können. "Wir müssen Dinge anbieten, in denen die Kinder stark sein können", erklärt Hans Weiblen den Hintergrund dieses Angebots. Das Projekt und viele weitere Freizeitaktivitäten zeigen, worauf an dieser Schule großer Wert gelegt wird: die individuelle Förderung jedes einzelnen Kindes. Das Kollegium aus 25 Lehrerinnen und Lehrern, drei (Teilzeit-)Sonderpädagogen, einer pädagogischen Assistentin und einer Schulsozialpädagogin verfolgt diesen Anspruch Tag für Tag.
Keine Schmierereien in den Toiletten
Das äußert sich in vielen Kleinigkeiten: der Umgang im Lehrerzimmer ist kollegial und freundschaftlich, die Schüler grüßen, wenn sie einen Lehrer treffen, die Lehrer kennen die Namen aller Schüler, das Schulgebäude wirkt gepflegt, obwohl der Bau schon 13 Jahre alt ist, die Toilettenwände sind frei von Schmierereien. Oliver aus der Neunten sagt: "Die Schule ist sauber, auch die Toiletten, und wenn man mal muss, dann geht man auch gern."
Vitrinen mit Werkstücken und Bastelarbeiten und etliche in den Fluren aufgehängte Fotokollagen sind Zeugen der vielfältigen Aktivitäten der 240 Schüler, von denen 35 Prozent eine ausländische Staatsangehörigkeit und 55 Prozent einen Migrationshintergrund haben. Glücklicherweise sind die Klassen mit einer durchschnittlichen Größe von 24,5 Kindern relativ klein. Denn im Schnitt wechseln in Tübingen nur sieben Prozent eines Jahrgangs von der Grund- auf die Hauptschule, 70 Prozent gehen aufs Gymnasium. Natürlich wird hier nicht nur gesungen, Theater gespielt, getrommelt, jongliert, Schulradio gemacht oder Stepptanz geübt - in erster Linie wird gelernt.
Soll man die Hauptschulen abschaffen? Diskutieren Sie mit!
Dass die Kinder und Jugendlichen aber neben ihrem Schulalltag die große Auswahl an Arbeitsgemeinschaften oder im Computerraum nutzen und auch ihre Freizeit gerne in der Schule verbringen - etwa 80 Schüler essen regelmäßig dort zu Mittag - ist sicher zu einem großen Teil der Beharrlichkeit des Schulleiters Fritz Sperth zu verdanken. "Wir orientieren uns hier lieber an den Ressourcen als an den Defiziten", so beschreibt er sein Motto. 50 Prozent des Lernerfolgs hängen seiner Meinung nach von der Motivation ab, deshalb wird hier ganzheitliche Betreuung und Förderung groß geschrieben. "Wir bieten den Schülern viel, stellen aber auch Ansprüche", erklärt Sperth.
Stadt bezahlt Sozialpädagogin
Diese Förderung beginnt in Klasse 5 mit einem ersten Elterngespräch, für jedes Kind wird ein individueller Lernplan erarbeitet, der alle sechs Monate auf den Prüfstand kommt. Die Stadt Tübingen bezahlt die Schulsozialpädagogin Dorothea Schmid-Ruß. Sie vermittelt in Konflikten und spricht bei Problemen auch Eltern an. Sie ist es auch, die das Kooperationsmodell Übergang Schule - Beruf organisiert, moderiert und statistisch erfasst. Und das ist ein "enormer Aufwand", wie Fritz Sperth bestätigt. In Klasse neun wird jeder Schüler von einem Lehrer bis zur Weitervermittlung in ein passendes Arbeitsverhältnis betreut, alle vier Wochen kommt ein Berufsberater an die Schule, die Eltern werden in das Verfahren eingebunden, die Schule nutzt Verbindungen zu örtlichen Betrieben.
Ein Erfolg, der sich auch in Zahlen manifestiert: 2008 wurden 50 Prozent der Schülerinnen und Schüler der Klasse neun erfolgreich in ein Ausbildungsverhältnis vermittelt, 36 Prozent besuchen weiterführende Schulen, 12 Prozent absolvieren berufsvorbereitende Maßnahmen oder Praktika, haben also eine Perspektive nach dem Abschluss.
Für Schulleiter Sperth ist das Erfolgsrezept einfach: "Wir kümmern uns um unsere Schüler, deshalb können wir ihnen auch Leistung abverlangen." Zum "Kümmern" gehören auch klare Sanktionen, wenn es einmal nicht läuft: als besonders schlimm empfinden es die Schüler, wenn sie phasenweise nicht an der Gemeinschaft teilnehmen dürfen, berichtet Sperth. Auch klärende Gespräche mit dem Rektor nach "Verfehlungen" seien nicht eben beliebt. "Aber nötig", sagt er.
"Hier lernt man besser und hat mehr Spaß"
40 Prozent seiner Arbeitszeit verwendet er darauf, Konflikte zu lösen. Die Schüler können auch jederzeit mit Problemen zu den Lehrern kommen. Die Jugendlichen halten sich an diese Regeln. So sagt der junge Türke Sefa (15), der kürzlich neu an die Schule gekommen ist: "Die Schule ist strenger als vorher, ich hab mehr Stress, aber ich find's gut, dass es so ist." Warum? "In der alten Schule konnte man mehr Scheiß bauen, aber hier lernt man besser und hat mehr Spaß." Auch der 15-jährige Oli ist zufrieden: "Hier haben die Lehrer auch Respekt vor den Schülern und wissen, wo die Schwächen liegen, da wird nicht so viel Druck aufgebaut."
Damit ein solches "Abkommen" zwischen Schule und Schülern auch eingehalten wird, sind nicht nur engagierte Lehrer nötig, die nicht auf die Uhr schauen, man braucht auch finanzstarke Spender wie beispielsweise Rotarierclubs, die die Schule unterstützen und dafür sorgen, dass pro Jahr etwa 15.000 Euro zusätzlich ausgegeben werden können. Auch die Teilnahme an Schulwettbewerben bringt immer wieder Geld - so bekam die Band der Hauptschule 2005 den Willi-Bleicher-Preis des Deutschen Gewerkschaftsbundes für ihre Lieder gegen Gewalt und Rechtsextremismus, 2007 gab es beispielsweise einen dritten Preis im Bundeswettbewerb "Kreativ für Toleranz".
Das Geld wird verwendet für Materialien in den Arbeitsgemeinschaften und vor allem für das Projekt "Bezahlte Arbeit". Hier können Schüler aus schwierigen sozialen Verhältnissen sich vier Euro pro Stunde verdienen: in der Schulküche, bei Arbeiten im und am Haus. Auch das schätzen die Schüler.
Von Sabine Nedele
Üblicherweise sind die Toiletten ein sicherer Indikator für die Stimmung an einer Schule. Nirgendwo erfährt man mehr über die Seelenlage der Schüler. An der Tübinger Hauptschule Innenstadt sind die Klowände frei von Sprüchen - und das ist nicht die einzige Besonderheit. "Sind die Kaugummis alle weg?" fragt Hans Weiblen. Er steht in der Mitte des Raumes, um ihn herum gruppieren sich acht Mädchen und drei Jungs im Halbkreis.

Die Hauptschüler aus sieben Nationen stehen brav "hüftbreit und mit vorgeschobenem Becken", wie ihr Lehrer es vorgibt. Gemeinsames Auflockern für die kommende Probe. "Arme hoch, sauber einatmen", befiehlt Weiblen, dann positionieren sich die Mitglieder der Schulband HSI-Project auf der Bühne, Weiblen spielt die Musik ein und binnen Sekunden verwandelt sich der lichtdurchflutete Probenraum in einen Konzertsaal.
Seit 1998 gibt es das Musikprojekt an der Tübinger Hauptschule Innenstadt. Die Schüler bestimmen die Inhalte ihrer Texte selbst. Sie singen von Vorurteilen, von Krieg und Umweltproblemen, über Kinder in Afrika, Rassismus. In dem Titel "Prayer" (Gebet) haben sie die Schulordnung vertont: "Tue nichts, was einem anderen schadet oder wehtut, weder mit Worten noch mit dem, was du tust" heißt es im Refrain.
Und alle im HSI-Project versichern glaubhaft, dass es ihnen damit ernst ist: "Wenn wir von Respekt singen, dann muss einem das auch etwas bedeuten", sagt der 14-jährige Sebo aus Albanien. Medine aus Armenien erklärt, als Bandmitglied müsse man "ein angemessenes Verhalten haben, einen guten Eindruck machen und Vorbild sein". Man spürt, wie ernst es den Schülern damit ist.
Der Chor hat sich bei einigen Auftritten in der Stadt einen Namen gemacht und seine erste CD veröffentlicht. Der Gesang ist eine der vielen Aktivitäten, an denen die Hauptschüler teilnehmen können. "Wir müssen Dinge anbieten, in denen die Kinder stark sein können", erklärt Hans Weiblen den Hintergrund dieses Angebots. Das Projekt und viele weitere Freizeitaktivitäten zeigen, worauf an dieser Schule großer Wert gelegt wird: die individuelle Förderung jedes einzelnen Kindes. Das Kollegium aus 25 Lehrerinnen und Lehrern, drei (Teilzeit-)Sonderpädagogen, einer pädagogischen Assistentin und einer Schulsozialpädagogin verfolgt diesen Anspruch Tag für Tag.
Keine Schmierereien in den Toiletten
Das äußert sich in vielen Kleinigkeiten: der Umgang im Lehrerzimmer ist kollegial und freundschaftlich, die Schüler grüßen, wenn sie einen Lehrer treffen, die Lehrer kennen die Namen aller Schüler, das Schulgebäude wirkt gepflegt, obwohl der Bau schon 13 Jahre alt ist, die Toilettenwände sind frei von Schmierereien. Oliver aus der Neunten sagt: "Die Schule ist sauber, auch die Toiletten, und wenn man mal muss, dann geht man auch gern."
Vitrinen mit Werkstücken und Bastelarbeiten und etliche in den Fluren aufgehängte Fotokollagen sind Zeugen der vielfältigen Aktivitäten der 240 Schüler, von denen 35 Prozent eine ausländische Staatsangehörigkeit und 55 Prozent einen Migrationshintergrund haben. Glücklicherweise sind die Klassen mit einer durchschnittlichen Größe von 24,5 Kindern relativ klein. Denn im Schnitt wechseln in Tübingen nur sieben Prozent eines Jahrgangs von der Grund- auf die Hauptschule, 70 Prozent gehen aufs Gymnasium. Natürlich wird hier nicht nur gesungen, Theater gespielt, getrommelt, jongliert, Schulradio gemacht oder Stepptanz geübt - in erster Linie wird gelernt.

Dass die Kinder und Jugendlichen aber neben ihrem Schulalltag die große Auswahl an Arbeitsgemeinschaften oder im Computerraum nutzen und auch ihre Freizeit gerne in der Schule verbringen - etwa 80 Schüler essen regelmäßig dort zu Mittag - ist sicher zu einem großen Teil der Beharrlichkeit des Schulleiters Fritz Sperth zu verdanken. "Wir orientieren uns hier lieber an den Ressourcen als an den Defiziten", so beschreibt er sein Motto. 50 Prozent des Lernerfolgs hängen seiner Meinung nach von der Motivation ab, deshalb wird hier ganzheitliche Betreuung und Förderung groß geschrieben. "Wir bieten den Schülern viel, stellen aber auch Ansprüche", erklärt Sperth.
Stadt bezahlt Sozialpädagogin
Diese Förderung beginnt in Klasse 5 mit einem ersten Elterngespräch, für jedes Kind wird ein individueller Lernplan erarbeitet, der alle sechs Monate auf den Prüfstand kommt. Die Stadt Tübingen bezahlt die Schulsozialpädagogin Dorothea Schmid-Ruß. Sie vermittelt in Konflikten und spricht bei Problemen auch Eltern an. Sie ist es auch, die das Kooperationsmodell Übergang Schule - Beruf organisiert, moderiert und statistisch erfasst. Und das ist ein "enormer Aufwand", wie Fritz Sperth bestätigt. In Klasse neun wird jeder Schüler von einem Lehrer bis zur Weitervermittlung in ein passendes Arbeitsverhältnis betreut, alle vier Wochen kommt ein Berufsberater an die Schule, die Eltern werden in das Verfahren eingebunden, die Schule nutzt Verbindungen zu örtlichen Betrieben.
Ein Erfolg, der sich auch in Zahlen manifestiert: 2008 wurden 50 Prozent der Schülerinnen und Schüler der Klasse neun erfolgreich in ein Ausbildungsverhältnis vermittelt, 36 Prozent besuchen weiterführende Schulen, 12 Prozent absolvieren berufsvorbereitende Maßnahmen oder Praktika, haben also eine Perspektive nach dem Abschluss.
Für Schulleiter Sperth ist das Erfolgsrezept einfach: "Wir kümmern uns um unsere Schüler, deshalb können wir ihnen auch Leistung abverlangen." Zum "Kümmern" gehören auch klare Sanktionen, wenn es einmal nicht läuft: als besonders schlimm empfinden es die Schüler, wenn sie phasenweise nicht an der Gemeinschaft teilnehmen dürfen, berichtet Sperth. Auch klärende Gespräche mit dem Rektor nach "Verfehlungen" seien nicht eben beliebt. "Aber nötig", sagt er.
"Hier lernt man besser und hat mehr Spaß"
40 Prozent seiner Arbeitszeit verwendet er darauf, Konflikte zu lösen. Die Schüler können auch jederzeit mit Problemen zu den Lehrern kommen. Die Jugendlichen halten sich an diese Regeln. So sagt der junge Türke Sefa (15), der kürzlich neu an die Schule gekommen ist: "Die Schule ist strenger als vorher, ich hab mehr Stress, aber ich find's gut, dass es so ist." Warum? "In der alten Schule konnte man mehr Scheiß bauen, aber hier lernt man besser und hat mehr Spaß." Auch der 15-jährige Oli ist zufrieden: "Hier haben die Lehrer auch Respekt vor den Schülern und wissen, wo die Schwächen liegen, da wird nicht so viel Druck aufgebaut."
Damit ein solches "Abkommen" zwischen Schule und Schülern auch eingehalten wird, sind nicht nur engagierte Lehrer nötig, die nicht auf die Uhr schauen, man braucht auch finanzstarke Spender wie beispielsweise Rotarierclubs, die die Schule unterstützen und dafür sorgen, dass pro Jahr etwa 15.000 Euro zusätzlich ausgegeben werden können. Auch die Teilnahme an Schulwettbewerben bringt immer wieder Geld - so bekam die Band der Hauptschule 2005 den Willi-Bleicher-Preis des Deutschen Gewerkschaftsbundes für ihre Lieder gegen Gewalt und Rechtsextremismus, 2007 gab es beispielsweise einen dritten Preis im Bundeswettbewerb "Kreativ für Toleranz".
Das Geld wird verwendet für Materialien in den Arbeitsgemeinschaften und vor allem für das Projekt "Bezahlte Arbeit". Hier können Schüler aus schwierigen sozialen Verhältnissen sich vier Euro pro Stunde verdienen: in der Schulküche, bei Arbeiten im und am Haus. Auch das schätzen die Schüler.
Kommentare
C. Kraft,
13.02.2009 00:34
Sehr geehrte Frau Nedele,
tja, da geht es besagter Tübinger HS ja richtig gut, dass dort außer LehrerInnen sogar noch Sonderpädagoginnen, sowie eine pädagogische Assistentin und eine Schulsozialpädagogin arbeiten...
Es wäre allerdings wünschenswert gewesen, nicht nur zu lesen, was Letztgenannte dort macht!
Schulsozialarbeit gibt es seit vielen Jahren -deren Aufgabengebiet dürfte also mittlerweile bekannt sein. Was jedoch Sonderpädagogen und pädagogische Assistenten an der HS machen, wäre m.E. wesentlich interessanter gewesen!
Gruß von einer enttäuschten pädagog. Ass.
tja, da geht es besagter Tübinger HS ja richtig gut, dass dort außer LehrerInnen sogar noch Sonderpädagoginnen, sowie eine pädagogische Assistentin und eine Schulsozialpädagogin arbeiten...
Es wäre allerdings wünschenswert gewesen, nicht nur zu lesen, was Letztgenannte dort macht!
Schulsozialarbeit gibt es seit vielen Jahren -deren Aufgabengebiet dürfte also mittlerweile bekannt sein. Was jedoch Sonderpädagogen und pädagogische Assistenten an der HS machen, wäre m.E. wesentlich interessanter gewesen!
Gruß von einer enttäuschten pädagog. Ass.
Gerd Lichtenauer,
09.02.2009 16:58
Sehr geehrte Redaktion,
Ihr Artikel "Eine Hauptschule hat Erfolg" ist nicht repräsentativ, weil die meisten Hauptschulen weder über Sozialarbeiter noch über üppige Stunden für Arbeitsgemeinschaften noch über die Möglichkeit eines gemeinsamen Mittagessens verfügen. Ich denke, es geht auch gar nicht um die Rettung der Hauptschule, sondern es geht darum, wie einem erheblichen Prozentsatz der Jugendlichen eine tragfähige Bildung vermittelt wird. Und da ist die gesellschaftliche Entwicklung einfach über das Modell "Hauptschule" hinweggegangen. Leider schauen die Bildungspolitiker im Lande offensichtlich nicht genau hin, um welchen Typ von Menschen es geht, wenn sie von Rettungsversuchen reden. Notwendig ist erst einmal eine stabile Grundbildung und ein guter Weg dorthin wäre eine längere Grundschulzeit. Seltsamerweise machen nämlich viele Hauptschüler in ihrer Schule kaum noch Fortschritte in der Beherrschung der Kulturtechniken. Nach einer längeren gemeinsamen Schulzeit werden kaum noch Schüler übrigbleiben, für die sich das Aufrechterhalten eines eigenen Schultyps noch lohnt. Die Entwicklung der Bevölkerungszahlen wird auf lange Sicht ihr übriges tun. Schon jetzt geht zwischen den Gemeinden mit einzügigen Hauptschulen ein Hauen und Stechen los, elche Gemeinde denn ihre Hauptschule behalten darf. In ein paar Jahren werden die jetzt zweizügigen Hauptschulen wahrscheinlich auch nur noch einzügig sein. Was dann?
Ihr Artikel "Eine Hauptschule hat Erfolg" ist nicht repräsentativ, weil die meisten Hauptschulen weder über Sozialarbeiter noch über üppige Stunden für Arbeitsgemeinschaften noch über die Möglichkeit eines gemeinsamen Mittagessens verfügen. Ich denke, es geht auch gar nicht um die Rettung der Hauptschule, sondern es geht darum, wie einem erheblichen Prozentsatz der Jugendlichen eine tragfähige Bildung vermittelt wird. Und da ist die gesellschaftliche Entwicklung einfach über das Modell "Hauptschule" hinweggegangen. Leider schauen die Bildungspolitiker im Lande offensichtlich nicht genau hin, um welchen Typ von Menschen es geht, wenn sie von Rettungsversuchen reden. Notwendig ist erst einmal eine stabile Grundbildung und ein guter Weg dorthin wäre eine längere Grundschulzeit. Seltsamerweise machen nämlich viele Hauptschüler in ihrer Schule kaum noch Fortschritte in der Beherrschung der Kulturtechniken. Nach einer längeren gemeinsamen Schulzeit werden kaum noch Schüler übrigbleiben, für die sich das Aufrechterhalten eines eigenen Schultyps noch lohnt. Die Entwicklung der Bevölkerungszahlen wird auf lange Sicht ihr übriges tun. Schon jetzt geht zwischen den Gemeinden mit einzügigen Hauptschulen ein Hauen und Stechen los, elche Gemeinde denn ihre Hauptschule behalten darf. In ein paar Jahren werden die jetzt zweizügigen Hauptschulen wahrscheinlich auch nur noch einzügig sein. Was dann?
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