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Stuttgart - Schon seit Wochen wundern sich die Stuttgarter Musikfans, warum noch immer nicht der Termin sowie die Künstler für die diesjährigen Hip-Hop-Open bekannt gegeben worden sind. Nun haben sie Klarheit - allerdings gewiss nicht im gewünschten Sinne: denn um die Stars der Rapszene live erleben zu können, müssen sie in diesem Jahr reisen.
Von Jan-Ulrich Welke
Die Entscheidung ist aus vielen Gründen bedauerlich. Man muss Hip-Hop nicht mögen, aber man muss konstatieren, dass es den Veranstaltern gelungen ist, hier eines der europaweit bedeutendsten Gipfeltreffen dieser Musik etabliert zu haben. Was im Jahr 2000 auf dem Parkplatz hinter dem heutigen Theaterhaus auf dem Pragsattel begann, hat sich mittlerweile zu einem Schaulaufen der internationalen Crème des Hip-Hop entwickelt. Ice Cube, Ludacris, Snoop Doggy Dogg, der Wu Tang Clan, Cypress Hill, LL Cool J: nahezu alle amerikanischen Stars des Genres sind in den vergangenen Jahren schon bei den Hip-Hop-Open aufgetreten.
Zu diesem künstlerischen Verlust gesellt sich auch ein ideeller. Das Festival mit seinen im Schnitt jährlich zehntausend Besuchern hat sich einen festen Platz im Veranstaltungskalender der Stadt erobert. Es ist zudem ein wirtschaftlicher Faktor, der nun fehlen wird. Besonders schmerzhaft wird der Imageschaden werden, wenn das 0711-Büro das wegen der laufenden Verhandlungen noch zu hütende Geheimnis bekanntgibt, in welche Stadt es umziehen wird.
Verstörend ist aber insbesondere die Begründung der Absage. Fraglos haben die Behörden die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten. Die Polizei ist mit ihren rigiden Drogenkontrollen bei den Hip-Hop-Open in den vergangenen Jahren deutlich über das Ziel hinausgeschossen. Die Bilder von in Handschellen an die Wand gestellten und abgeführten Teenagern haben beklemmende Gefühle hervorgerufen. Die Polizei muss sich den Vorwurf gefallen lassen, ohne Fingerspitzengefühl gehandelt zu haben. Dass dies ein Festival in Misskredit gebracht hat, das seine Wurzeln in der alternativen Subkultur hat, hinterlässt in einer nach Weltoffenheit heischenden Stadt einen bitteren Beigeschmack.
Als Konsequenz aus diesen Erfahrungen haben die Veranstalter jetzt bedauerlicherweise die Notbremse gezogen. In dieser Lage, in der es ausschließlich Verlierer gibt, bleibt nur zu hoffen, dass es sich nur um eine einjährige Pause handelt. Und dass diese von allen Seiten als Denkpause genutzt wird.
Von Jan-Ulrich Welke
Die Entscheidung ist aus vielen Gründen bedauerlich. Man muss Hip-Hop nicht mögen, aber man muss konstatieren, dass es den Veranstaltern gelungen ist, hier eines der europaweit bedeutendsten Gipfeltreffen dieser Musik etabliert zu haben. Was im Jahr 2000 auf dem Parkplatz hinter dem heutigen Theaterhaus auf dem Pragsattel begann, hat sich mittlerweile zu einem Schaulaufen der internationalen Crème des Hip-Hop entwickelt. Ice Cube, Ludacris, Snoop Doggy Dogg, der Wu Tang Clan, Cypress Hill, LL Cool J: nahezu alle amerikanischen Stars des Genres sind in den vergangenen Jahren schon bei den Hip-Hop-Open aufgetreten.
Zu diesem künstlerischen Verlust gesellt sich auch ein ideeller. Das Festival mit seinen im Schnitt jährlich zehntausend Besuchern hat sich einen festen Platz im Veranstaltungskalender der Stadt erobert. Es ist zudem ein wirtschaftlicher Faktor, der nun fehlen wird. Besonders schmerzhaft wird der Imageschaden werden, wenn das 0711-Büro das wegen der laufenden Verhandlungen noch zu hütende Geheimnis bekanntgibt, in welche Stadt es umziehen wird.
Verstörend ist aber insbesondere die Begründung der Absage. Fraglos haben die Behörden die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten. Die Polizei ist mit ihren rigiden Drogenkontrollen bei den Hip-Hop-Open in den vergangenen Jahren deutlich über das Ziel hinausgeschossen. Die Bilder von in Handschellen an die Wand gestellten und abgeführten Teenagern haben beklemmende Gefühle hervorgerufen. Die Polizei muss sich den Vorwurf gefallen lassen, ohne Fingerspitzengefühl gehandelt zu haben. Dass dies ein Festival in Misskredit gebracht hat, das seine Wurzeln in der alternativen Subkultur hat, hinterlässt in einer nach Weltoffenheit heischenden Stadt einen bitteren Beigeschmack.
Als Konsequenz aus diesen Erfahrungen haben die Veranstalter jetzt bedauerlicherweise die Notbremse gezogen. In dieser Lage, in der es ausschließlich Verlierer gibt, bleibt nur zu hoffen, dass es sich nur um eine einjährige Pause handelt. Und dass diese von allen Seiten als Denkpause genutzt wird.
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