96 Hours
CIA-Mann sucht seine gekidnappte Tochter
Thomas Klingenmaier, veröffentlicht am 19.02.2009
Filmbeschreibung
Nun ist der aller Welt misstrauende ehemalige CIA-Mann Bryan Mills (Liam Neeson) aber richtig böse. Er hat sein Töchterchen Kim (Maggie Grace) sowieso nicht nach Europa reisen lassen wollen, und nun ist Kim in Paris prompt von albanischen Mädchenhändlern verschleppt worden. Mills hat, der Filmtitel "96 Hours" verrät's, nur wenig Zeit, sie halbwegs heil zu finden.
Die paranoide Saustall-Europa-Aufräumtour wurde mit viel optischer Sorgfalt inszeniert, der Regisseur Pierre Morel ist gelernter Kameramann. Doch der von Luc Besson geschriebene und produzierte Thriller, der realistischer als Bessons "Transporter"-Reihe sein möchte, häuft Bluffs, Undurchdachtes und Versimpelungen an. Spurensuche läuft so ab: Mills kriecht unters Bett der Tochter und hört dort seinen Telefonmitschnitt der Entführung ab, wobei er Bilder des Geschehens sieht wie ein spiritistisches Medium in Trance. Nun robbt er unterm Bett hervor und untersucht mit Spezialistenallüre, als hätte kein Laienauge solche Trümmer an der Wand je entdeckt, einen zerschlagenen Spiegel. Mit großer CSI-Geste verfrachtet Mills einen Stofffetzen in ein Beweismittelröhrchen, worauf wir von dieser Spur dann nie mehr etwas hören oder sehen.
Dafür foltert Mills nun entschlossen und brutal, wo Kinohelden vor kurzem noch allenfalls mit einer Folterdrohung geblufft hätten. Wenn er hat, was er braucht, bringt er einen Informanten auch schon mal um - aber nicht schnell und schmerzlos. Dieser Killer ist ein Figurenentwurf, der von Jack Bauers Foltereien in "24" und der Realität von Abu Ghreb geprägt wurde. "96 Hours" verfolgt das Treiben von Mills mit sichtlicher Begeisterung, er wird zur schützenden Vaterfigur.
Die paranoide Saustall-Europa-Aufräumtour wurde mit viel optischer Sorgfalt inszeniert, der Regisseur Pierre Morel ist gelernter Kameramann. Doch der von Luc Besson geschriebene und produzierte Thriller, der realistischer als Bessons "Transporter"-Reihe sein möchte, häuft Bluffs, Undurchdachtes und Versimpelungen an. Spurensuche läuft so ab: Mills kriecht unters Bett der Tochter und hört dort seinen Telefonmitschnitt der Entführung ab, wobei er Bilder des Geschehens sieht wie ein spiritistisches Medium in Trance. Nun robbt er unterm Bett hervor und untersucht mit Spezialistenallüre, als hätte kein Laienauge solche Trümmer an der Wand je entdeckt, einen zerschlagenen Spiegel. Mit großer CSI-Geste verfrachtet Mills einen Stofffetzen in ein Beweismittelröhrchen, worauf wir von dieser Spur dann nie mehr etwas hören oder sehen.
Dafür foltert Mills nun entschlossen und brutal, wo Kinohelden vor kurzem noch allenfalls mit einer Folterdrohung geblufft hätten. Wenn er hat, was er braucht, bringt er einen Informanten auch schon mal um - aber nicht schnell und schmerzlos. Dieser Killer ist ein Figurenentwurf, der von Jack Bauers Foltereien in "24" und der Realität von Abu Ghreb geprägt wurde. "96 Hours" verfolgt das Treiben von Mills mit sichtlicher Begeisterung, er wird zur schützenden Vaterfigur.
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