Fotovoltaik-Kraftwerk in Betrieb
Messe jetzt einer der größten Solarstrom-Erzeuger
Jürgen Brand, veröffentlicht am 26.02.2009
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Stuttgart - Am Donnerstag haben der Ministerpräsident und ein Vorstandsmitglied von Greenpeace Energy das Fotovoltaik-Kraftwerk auf dem Dach der Messe in Betrieb genommen. Die Anlage ist die sechstgrößte ihrer Art weltweit - und soll bis Oktober noch größer werden.
Von Jürgen Brand
Es ist noch nicht allzu oft vorgekommen, dass Ministerpräsident Günther Oettinger zusammen mit einem Verantwortlichen der Umweltorganisation Greenpeace aufgetreten ist. Ebenfalls nicht alltäglich ist, dass sich die beiden bei der Gelegenheit gegenseitig überwiegend mit Lob, Dank und Respekt begegnen. Am Donnerstag ist einer dieser bisher raren Anlässe gewesen, bei der Inbetriebnahme des Fotovoltaik-Kraftwerks auf den Dächern der Landesmesse auf den Fildern.
Dieses Sonnenkraftwerk hat 15 Millionen Euro gekostet, wurde von der Firma IBC Solar mit Sitz im oberfränkischen Bad Staffelstein errichtet und wird von der eingetragenen Genossenschaft Greenpeace Energy betrieben. Es wird im Jahr voraussichtlich 3,45 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen. Das entspricht in etwa dem Durchschnittsverbrauch von 1100 Haushalten. Im Vergleich zur herkömmlichen Stromproduktion werden durch das Solarkraftwerk nach Angaben von Greenpeace Energy rund 1800 Tonnen Kohlendioxid gespart.
Spitzenleistung von 3,8 Megawatt
Das Kraftwerk mit einer Spitzenleistung von 3,8 Megawatt (MW) ist die sechstgrößte auf Gebäuden installierte Solaranlage der Welt. Größer sind nur eine Anlage an einem General-Motors-Standort in Saragossa in Spanien (11,8 MW), eine in Kameyama in Japan (5,21 MW) und drei Anlagen in Deutschland. Das Kraftwerk wurde auf 27000 Quadratmetern Dachfläche installiert. Bis Oktober sollen auf weiteren 7000 Quadratmetern Solarmodule installiert werden und zwar auf dem Dach des Bosch-Parkhauses über der Autobahn, das ebenfalls zur Messe gehört. Wenn auch diese Fläche an Greenpeace Energy vergeben wird, würde das Fotovoltaik-Kraftwerk auf den fünften Platz dieser Weltrangliste vorrücken.
Oettinger sagte bei der Inbetriebnahme am Donnerstag, mit dem Kraftwerk erreiche die Anwendung der Solarenergie in Baden-Württemberg eine neue Dimension. Das Land sei in der Solarforschung was Qualität und Quantität angehe weltweit vorne dabei. Deshalb müsse es auch bei der Anwendung einen Spitzenplatz einnehmen.
Oettinger lobte die Investition als sinnvoll und vorbildlich. "Hier zeigt sich, wie Ökologie und Ökonomie gut ineinander greifen können." Die Landesregierung habe eine Vorbildfunktion, die sie mit dem Fotovoltaik-Kraftwerk jetzt auch beim Thema Sonnenenergie wahrnehme. Er erhoffe sich von der Anlage einen bundesweiten Werbeeffekt. Oettinger weiter: "Und wenn die Geschäftsführer der Messe in den nächsten Jahren Erweiterungsbedarf anmelden, dann sollte man die Solaranlagen gleich mitplanen."
Greenpeace-Vorstand dankt Oettinger
Einer der beiden Vorstände von Greenpeace Energy, Steffen Welzmiller, thematisierte das eher ungewöhnliche Zusammentreffen mit Oettinger. "Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht," sagte er zu den Anwesenden, darunter auch die Geschäftsführer des Flughafens und der Messe sowie Stuttgarts Erster Bürgermeister Michael Föll. "Aber es ist für uns nicht selbstverständlich, dass Greenpeace zusammen mit einem Ministerpräsidenten so eine Anlage eröffnet." Dafür dankte er Oettinger, trotz aller bestehenden Meinungsunterschiede.
Welzmiller bezeichnete das Ziel des Landes, dass erneuerbare Energie bis zum Jahr 2020 rund 20 Prozent des gesamten Strombedarfs decken soll, als lobenswert. Gleichzeitig kritisierte er die immer wieder auch von Oettinger geäußerte Forderung, die Laufzeit der Kernkraftwerke zu verlängern. Welzmiller: "Das ist mit uns nicht zu machen. Das steht den Investitionen für erneuerbare Energien im Wege." Außerdem sei das Versuchsendlager Asse der Beweis dafür, dass eine sichere Endlagerung von Atommüll nicht machbar sei.
Der Aufsichtsvorsitzende der Projektgesellschaft Neue Messe, Horst Mehrländer, sagte, der Mut, auf innovative und nachhaltige Energien zu setzen, habe sich gelohnt. Das Fotovoltaik-Kraftwerk sei ein wesentlicher Teil des Gesamtkonzepts einer "grünen Messe". Obwohl nun auf praktisch allen Gebäuden Fotovoltaikmodule angebracht seien, so die Projektgesellschaft in einer Pressemitteilung, bleibe noch ausreichend Fläche für die in der Planfeststellung für die Neue Messe geforderte Dachbegrünung. Weitere ökologische Maßnahmen seien beispielsweise auch die Ableitung des Oberflächenwassers auf dem Messegelände über Rückhaltebecken in die Körsch.
Von Jürgen Brand
Es ist noch nicht allzu oft vorgekommen, dass Ministerpräsident Günther Oettinger zusammen mit einem Verantwortlichen der Umweltorganisation Greenpeace aufgetreten ist. Ebenfalls nicht alltäglich ist, dass sich die beiden bei der Gelegenheit gegenseitig überwiegend mit Lob, Dank und Respekt begegnen. Am Donnerstag ist einer dieser bisher raren Anlässe gewesen, bei der Inbetriebnahme des Fotovoltaik-Kraftwerks auf den Dächern der Landesmesse auf den Fildern.
Dieses Sonnenkraftwerk hat 15 Millionen Euro gekostet, wurde von der Firma IBC Solar mit Sitz im oberfränkischen Bad Staffelstein errichtet und wird von der eingetragenen Genossenschaft Greenpeace Energy betrieben. Es wird im Jahr voraussichtlich 3,45 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen. Das entspricht in etwa dem Durchschnittsverbrauch von 1100 Haushalten. Im Vergleich zur herkömmlichen Stromproduktion werden durch das Solarkraftwerk nach Angaben von Greenpeace Energy rund 1800 Tonnen Kohlendioxid gespart.
Spitzenleistung von 3,8 Megawatt
Das Kraftwerk mit einer Spitzenleistung von 3,8 Megawatt (MW) ist die sechstgrößte auf Gebäuden installierte Solaranlage der Welt. Größer sind nur eine Anlage an einem General-Motors-Standort in Saragossa in Spanien (11,8 MW), eine in Kameyama in Japan (5,21 MW) und drei Anlagen in Deutschland. Das Kraftwerk wurde auf 27000 Quadratmetern Dachfläche installiert. Bis Oktober sollen auf weiteren 7000 Quadratmetern Solarmodule installiert werden und zwar auf dem Dach des Bosch-Parkhauses über der Autobahn, das ebenfalls zur Messe gehört. Wenn auch diese Fläche an Greenpeace Energy vergeben wird, würde das Fotovoltaik-Kraftwerk auf den fünften Platz dieser Weltrangliste vorrücken.
Oettinger sagte bei der Inbetriebnahme am Donnerstag, mit dem Kraftwerk erreiche die Anwendung der Solarenergie in Baden-Württemberg eine neue Dimension. Das Land sei in der Solarforschung was Qualität und Quantität angehe weltweit vorne dabei. Deshalb müsse es auch bei der Anwendung einen Spitzenplatz einnehmen.
Oettinger lobte die Investition als sinnvoll und vorbildlich. "Hier zeigt sich, wie Ökologie und Ökonomie gut ineinander greifen können." Die Landesregierung habe eine Vorbildfunktion, die sie mit dem Fotovoltaik-Kraftwerk jetzt auch beim Thema Sonnenenergie wahrnehme. Er erhoffe sich von der Anlage einen bundesweiten Werbeeffekt. Oettinger weiter: "Und wenn die Geschäftsführer der Messe in den nächsten Jahren Erweiterungsbedarf anmelden, dann sollte man die Solaranlagen gleich mitplanen."
Greenpeace-Vorstand dankt Oettinger
Einer der beiden Vorstände von Greenpeace Energy, Steffen Welzmiller, thematisierte das eher ungewöhnliche Zusammentreffen mit Oettinger. "Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht," sagte er zu den Anwesenden, darunter auch die Geschäftsführer des Flughafens und der Messe sowie Stuttgarts Erster Bürgermeister Michael Föll. "Aber es ist für uns nicht selbstverständlich, dass Greenpeace zusammen mit einem Ministerpräsidenten so eine Anlage eröffnet." Dafür dankte er Oettinger, trotz aller bestehenden Meinungsunterschiede.
Welzmiller bezeichnete das Ziel des Landes, dass erneuerbare Energie bis zum Jahr 2020 rund 20 Prozent des gesamten Strombedarfs decken soll, als lobenswert. Gleichzeitig kritisierte er die immer wieder auch von Oettinger geäußerte Forderung, die Laufzeit der Kernkraftwerke zu verlängern. Welzmiller: "Das ist mit uns nicht zu machen. Das steht den Investitionen für erneuerbare Energien im Wege." Außerdem sei das Versuchsendlager Asse der Beweis dafür, dass eine sichere Endlagerung von Atommüll nicht machbar sei.
Der Aufsichtsvorsitzende der Projektgesellschaft Neue Messe, Horst Mehrländer, sagte, der Mut, auf innovative und nachhaltige Energien zu setzen, habe sich gelohnt. Das Fotovoltaik-Kraftwerk sei ein wesentlicher Teil des Gesamtkonzepts einer "grünen Messe". Obwohl nun auf praktisch allen Gebäuden Fotovoltaikmodule angebracht seien, so die Projektgesellschaft in einer Pressemitteilung, bleibe noch ausreichend Fläche für die in der Planfeststellung für die Neue Messe geforderte Dachbegrünung. Weitere ökologische Maßnahmen seien beispielsweise auch die Ableitung des Oberflächenwassers auf dem Messegelände über Rückhaltebecken in die Körsch.
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