Laut Bericht

Williamson bittet um Vergebung

dpa, veröffentlicht am 26.02.2009
Foto: dpa
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Rom - Der Holocaust-Leugner Richard Williamson hat für seine weltweit kritisierten Aussagen zur Judenvernichtung nach einem Bericht der katholischen Nachrichtenagentur Zenit um Vergebung gebeten. Es habe sich nur um die "Meinung eines Nicht-Historikers" gehandelt, die sich auf die Erkenntnisse von vor 20 Jahren gestützt habe, zitierte Zenit den umstrittenen Pius-Bruder am Donnerstag. Die Agentur wertete dies als Rücknahme der Äußerungen des Bischofs, die weltweit Empörung ausgelöst hatten.

Weiter heißt es in der Erklärung an die für Traditionalisten zuständige Päpstliche Kommission: "Ich bitte alle, die sich aufgrund meiner Worte aufrichtig entrüstet haben, vor Gott um Vergebung." Williamson hatte in einem schwedischen Fernseh-Interview behauptet, dass in Nazi-Lagern nicht sechs Millionen Juden umgebracht wurden, sondern maximal 300.000, davon allerdings keiner in Gaskammern. Einer Aufforderung des Papstes, seine Aussagen zu widerrufen, widersetzte sich Williamson.

"Es tut mir leid, diese Aussagen gemacht zu haben", heißt es in der Erklärung des am Mittwoch aus Argentinien nach Großbritannien zurückgekehrten Williamson. Er hätte sie nicht gemacht, fährt er fort, "wenn ich im Vorhinein um den ganzen Schaden und den Schmerz gewusst hätte, die diese (Aussagen) verursachen würden, besonders der Kirche, aber ebenso den Überlebenden und den Verwandten der Opfer der Ungerechtigkeit unter dem Dritten Reich."

Als Williamsons Holocaust-Leugnung bekannt wurde, rief sie vor allem bei Juden Entsetzen hervor. Massive Kritik und Unverständnis wurde auch gegenüber Papst Benedikt XVI. laut, der die Exkommunikation von Williamson trotz der Holocaust-Leugnung wie auch die von drei weiteren traditionalistischen Bischöfen zurückgenommen hatte.

Im schwedischen Fernsehen habe er nur die Meinung ("Ich glaube", "ich glaube") eines Nicht-Historikers zum Holocaust geäußert, erklärt Williamson. Dabei habe es sich um eine Meinung gehandelt, "die sich vor 20 Jahren auf der Grundlage der damals verfügbaren Beweise herausgebildet hat und seither selten in der Öffentlichkeit geäußert worden ist." Er sei trotzdem von seiner "Verantwortung für die verursachten großen Schwierigkeiten überzeugt", heißt es nach der von der Agentur übersetzten Erklärung an die Päpstlichen Kommission Ecclesia Dei.
 

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