Sieben Tage Sonntag
Die Jugendlichen, die Gewalt und die Musik
Ulrich Kriest, veröffentlicht am 05.03.2009
Filmbeschreibung
"Ne travaillez jamais!" - "Arbeite niemals!" Was einmal ein bohemistischer Slogan war, ist längst für bestimmte bundesdeutsche Regionen bitterer Alltag geworden. Unwirtliche Satellitenstadt-Architektur trifft dann auf jugendliche Perspektivlosigkeit, dröhnend-leerlaufendes Machogehabe, Cliquen-Gruppendynamik. Sind dann auch noch die Mädchen schlauer als Jungs wie Adam (Ludwig Trepte) und Tommek (Martin Kiefer), sind Letztere noch frustrierter. "Sieben Tage Sonntag" versucht zu erzählen, wie in solch einer Atmosphäre Gewalt entsteht, die sich schließlich ein geeignetes, aber zufälliges Objekt sucht.
Niels Lauperts Spielfilmdebüt entstand nach "nach einer wahren Begebenheit", die der Regisseur im Jahr 2000 als Zeitungsreportage entdeckte: In Polen hatten zwei Jugendliche um ein Menschenleben gewettet. Laupert recherchierte ein paar Jahre, verlegte die Geschichte dann aber doch von Polen in die Nähe von Leipzig. Sein Hochschulabschlussfilm überrascht mit einem erstaunlichen Rhythmusgefühl, der Filmemacher gibt sich sehr stilbewusst, hat die richtigen Jungdarsteller gecastet und dazu auch noch einen ambitionierten Musikgeschmack (Portishead, Slut, The Notwist, Babyshambles), auch wenn der vielleicht nicht unbedingt ins geschilderte Milieu und zu seiner emotionalen Verwahrlosung passt. Leider mag sich der Film aber nicht so recht entscheiden, ob er angesichts dessen, was er zeigt und erzählt, wütend oder traurig sein will. Weniger Stil, dafür eine ethische Verbindlichkeit wäre manchmal doch angezeigt.
Niels Lauperts Spielfilmdebüt entstand nach "nach einer wahren Begebenheit", die der Regisseur im Jahr 2000 als Zeitungsreportage entdeckte: In Polen hatten zwei Jugendliche um ein Menschenleben gewettet. Laupert recherchierte ein paar Jahre, verlegte die Geschichte dann aber doch von Polen in die Nähe von Leipzig. Sein Hochschulabschlussfilm überrascht mit einem erstaunlichen Rhythmusgefühl, der Filmemacher gibt sich sehr stilbewusst, hat die richtigen Jungdarsteller gecastet und dazu auch noch einen ambitionierten Musikgeschmack (Portishead, Slut, The Notwist, Babyshambles), auch wenn der vielleicht nicht unbedingt ins geschilderte Milieu und zu seiner emotionalen Verwahrlosung passt. Leider mag sich der Film aber nicht so recht entscheiden, ob er angesichts dessen, was er zeigt und erzählt, wütend oder traurig sein will. Weniger Stil, dafür eine ethische Verbindlichkeit wäre manchmal doch angezeigt.
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Highlights am 11.02.
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