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16 Tote bei Amoklauf

Täter hat sich selbst erschossen

Bild 1 von 26
Ein Blumenstrauß liegt vor der Albertville Realschule.
Foto: dpa

Gedenkgottesdienste in Winnenden - Krisenhotline eingerichtet
 

Winnenden - Knapp sieben Jahre nach dem Amoklauf von Erfurt hat ein 17-Jähriger an seiner früheren Realschule in Winnenden nahe Stuttgart ein Blutbad angerichtet und insgesamt 15 Menschen getötet. Zum Gedenken an die Opfer des Amoklaufs sind am Mittwoch und am Donnerstag in Winnenden Gedenkgottesdienste geplant. Ein ökumenischer Gottesdienst sollte am Mittwochabend um 20 Uhr in der katholischen Kirche St. Karl Borromäus stattfinden, ein weiterer am Donnerstag um 19 Uhr in der Evangelischen Schlosskirche Winnenden.

Bilder von Leserfotograf lichtzeichner anzeigen

Er erschoss am Mittwoch zehn Schüler im Alter von 14 und 15 Jahren, drei Lehrerinnen und einen Passanten. Auf seiner anschließenden Flucht mit dem Auto ins 40 Kilometer entfernte Wendlingen tötete Tim K. zwei weitere Passanten, ehe er die Waffe gegen sich selbst richtete. Wie aus Sicherheitskreisen verlautete wurde der junge Mann von einem Polizisten am Bein verletzt. Daraufhin soll sich der Amokläufer selbst in den Kopf geschossen haben. Zunächst hatte die Polizei erklärt, der Todesschütze sei von einem Beamten erschossen worden. Mindestens zwei Polizeibeamte wurden schwer verletzt.

Der Amokläufer hatte in Militärkleidung gegen 9.30 Uhr das Schulgebäude betreten, war in zwei Klassenräume gestürmt und hatte wahllos um sich geschossen, wie die Polizei sagte. Danach flüchtete er den Angaben zufolge zu Fuß in die Innenstadt und schoss auf zwei Passanten, davon wurde einer getötet, der andere verletzt. Anschließend zwang er einen Autofahrer, ihn in Richtung Wendlingen (Landkreis Esslingen) zu fahren, ließ ihn aber unterwegs aussteigen und fuhr selbst weiter. Er hielt an einer Bundesstraße nahe einer Autobahnauffahrt an, lief zu einem Autohaus und erschoss dort zwei Passanten. Dort kam es auch zum Schusswechsel zwischen Polizei und Täter, wie ein Polizeisprecher in Waiblingen weiter sagte.

"Er war nie auffällig"

Der Täter stammt den Angaben zufolge aus Weiler zum Stein, das zu Leutenbach gehört. Der Vater sei Mitglied in einem Schützenverein und besitze deshalb legal 16 Schusswaffen, eine davon sei bei einer Hausdurchsuchung des Elternhauses nicht gefunden worden. Die Eltern wurden nach Angaben der Polizei am Nachmittag von Beamten vernommen. Außerdem untersuchte die Spurensicherung das Haus. Gegen 18 Uhr wollten die Ermittler auf einer Pressekonferenz in Waiblingen erneut über die Bluttat informieren.

Augenzeugen am Tatort an der Realschule von Winnenden berichteten von Schüssen und Schreien. Eine Schülerin sagte, sie habe zunächst an einen üblen Scherz gedacht. Dann habe sie gesehen, wie andere aus dem Fenster gesprungen seien. Dann sei sie auch losgerannt.

Über den 17-jährigen Täter sagte Kultusminister Helmut Rau (CDU): "Er war nie auffällig. Er hatte 2008 seinen Abschluss an der Realschule gemacht und jetzt eine Ausbildung begonnen." Landespolizeipräsident Erwin Hetger sagte: "Es war ein Amoklauf in Reinkultur. Er ist mit einer Waffe in die Schule rein und hat dann das Blutbad angerichtet. So etwas habe ich noch nie erlebt." Innenminister Rech (CDU) sagte: "Das Ausmaß des Geschehens ist nicht fassbar".

Krisenhotline eingerichtet

Das Regierungspräsidium Stuttgart hat eine Krisenhotline für besorgte Eltern und Schüler eingerichtet. Unter der Telefonnummer 07 11 / 90 44 01 49 stehen vier Schulpsychologen des Regierungspräsidiums und des Kriseninterventionsteams den Betroffenen zur Verfügung.
 



AP/dpa

11.03.2009 - aktualisiert: 12.03.2009 09:09 Uhr



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