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Vor allem Mädchen unter den Opfern

Eines der Opfer liegt auf einer Wiese.
Foto: dpa

Waiblingen - Das Motiv des Amokläufers von Winnenden ist weiter unklar. Dies gab Baden-Württembergs Innenminister Heribert Rech (CDU) am Mittwochabend bei einer Pressekonferenz in Waiblingen bei Stuttgart bekannt. Die Tat sei in keiner Weise angekündigt worden. Es habe zuvor keine Hinweise darauf gegeben, sagte Rech.

Der 17-Jährige habe den meisten seiner Opfer in der Realschule gezielt in den Kopf geschossen. Er fügte hinzu: "Es ist auffällig, dass primär Mädchen getötet wurden." Daraus könne man aber noch kein Motiv ableiten, erklärte Rech.

Als Tatwaffe hat der Amokläufer nach Angaben Rechs eine Pistole seines Vaters verwendet. Auch die "Munition im dreistelligen Bereich" habe er aus dem Elternhaus in Leutenbach, sagte er. Im Tresor des Hauses hatte der Vater 14 Waffen deponiert, eine weitere im Schlafzimmer. "Der Täter muss also die Waffe im Schlafzimmer an sich genommen haben", sagte Rech.

Möglicherweise wollte Tim K. noch viel mehr Menschen töten. "Die Menge der nicht abgefeuerten Munition deutet darauf hin, dass er weitaus mehr vor hatte", sagte der leitende Kriminaldirektor Ralf Michelfelder.

Nach dem Amoklauf musste ein 41-jähriger Mann den Todesschützen aus der Stadt bringen. Der 17-jährige Amokläufer setzte sich auf die Rückbank, fuchtelte mit seiner Pistole und zwang den Fahrer eines VW-Sharan in Richtung Tübingen zu fahren. Die Fahrt ging weiter nach Nürtingen und über die Bundesstraße 313 in Richtung Wendlingen, erklärte die Polizei am Mittwoch.

Erst an einer Kontrollstelle der Polizei bei dem Autobahnkreuz Wendlingen musste der Fahrer in einer Kurve stark abbremsen und geriet auf einen Grünstreifen. Hier gelang es ihm, aus den Fängen des Amokläufers zu fliehen.

Der 17-Jährige nahm ebenfalls Reißaus und lief zu einem nahegelegenen Autohaus. Dort eröffnete er sofort das Feuer und erschoss einen 46-jährigen Kunden und einen 36-jährigen Mitarbeiter des VW-Hauses, die gerade in einem Verkaufsgespräch waren. Vor dem Gebäude habe er dann das Feuer auf mehrere ankommende Streifenwagen eröffnet. Nach einem Schusswechsel habe sich der 17-Jährige nach dem jüngsten Kenntnisstand selbst erschossen.
 

dpa

11.03.2009 - aktualisiert: 12.03.2009 09:00 Uhr

 


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