Beschwerde abgewiesen

Waffenbörse bleibt geöffnet

Gerlinde Wicke-Naber, veröffentlicht am 13.03.2009
Foto: factum/ Wolschendorf

Sindelfingen - Die Waffenmesse in Sindelfingen bleibt geöffnet. Der Verwaltungsgerichtshof Mannheim hat am Freitag die Beschwerde der Stadt Sindelfingen gegen das Urteil des Stuttgarter Verwaltungsgerichts abgewiesen. 100 Aussteller aus Europa, den USA und Israel bieten bis Sonntag überwiegend historische Waffen, Orden und Militäruniformen an.


  Von Gerlinde Wicke-Naber

 
Die Stadt Sindelfingen hatte wegen des Amoklaufs in Winnenden am Donnerstag kurzfristig beschlossen, die Messe abzusagen. Es solle jede mögliche Gefährdung der öffentlichen Sicherheit vermieden werden, teilte die Stadt am Donnerstag mit. Doch das Stuttgarter Verwaltungsgericht gab am Freitag Vormittag dem Widerspruch von Wolf Krey, dem Betreiber der Sindelfinger Waffenbörse, statt und erlaubte die Eröffnung der Messe am Freitag um 10 Uhr. Daraufhin legte die Stadt Sindelfingen Widerspruch gegen den Beschluss des Verwaltungsgerichts ein, scheiterte jedoch vor dem Verwaltungsgerichtshof Mannheim damit.

Die Stadt ist mit 15 Prozent an der Messe beteiligt. 85 Prozent der Anteile halten der Geschäftsführer Ralph Hohenstein und dessen Familienangehörige. Ralph Hohenstein sah keinerlei Probleme im Zusammenhang mit dem Amoklauf.

Der Veranstalter Wolf Krey verstand die ganze Aufregung ohnehin nicht. In Deutschland gebe es sehr strenge Waffengesetze, sagte er. "Jetzt wird überall gefordert, die weiter zu verschärfen. Das halte ich nicht für sinnvoll." Andrew Lumley, ein Aussteller aus London, pflichtete ihm bei. "Wir hatten vor 13 Jahren in Dunblane in Schottland auch einen Amoklauf in einer Schule. 17 Menschen sind getötet worden. Danach hat man die Waffengesetze bei uns erheblich verschärft." Niemand in Großbritannien dürfe noch eine moderne Kleinschusswaffe besitzen. Nur Jägern sei eine Flinte erlaubt, und selbst die Sportschützen, die an internationalen Wettkämpfen teilnähmen, müssten zum Trainieren nach Frankreich fahren. Doch die Kriminalität und der illegale Handel mit Waffen habe seither stark zugenommen. "Jeder, der eine Waffe will, weiß, wo er sie kaufen kann", sagte Lumley.
 
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