Warnstreik der Erzieherinnen
In vielen Kitas bleibt die Tür zu
Mathias Bury, veröffentlicht am 05.05.2009
Stuttgart - In der Region streiken am Mittwoch Mitarbeiterinnen von Kindertagesstätten. Sie kämpfen für eine bessere Gesundheitsvorsorge - und für mehr Geld. Rückendeckung erhalten sie von Elternvertretern. Auch sie fordern mehr und besser bezahltes Personal in den Kitas.
Von Mathias Bury
Am Dienstag ist es in der Kindertagesstätte Sparrhärmlingweg noch laut und lebendig zugegangen. Am Mittwoch ist es in den Räumen der städtischen Einrichtung im Hallschlag, wo sonst 44 Kinder tollen und toben, ruhig wie sonst am Wochenende. Die Eltern müssen sich selbst um ihre Kleinen kümmern. "Wir Erzieherinnen streiken", sagt Heike Fischer.
Die Erzieherinnen im Land streiken. Finden Sie das gerechtfertigt? Ihre Meinung zählt!
Die 51-Jährige ist nicht verlegen um eine Antwort, warum sie und ihre drei Kolleginnen dem Streikaufruf der Gewerkschaft Verdi folgen. "Die Belastungen in der Kinderbetreuung werden immer höher", sagt Heike Fischer. Der Druck durch neue Bildungsziele und Integrationsleistungen wachse, immer wieder komme es zu Krankheitsausfällen. "Seit über einem Jahr sind wir unterbesetzt - und da sind wir keine Einzelfall", kritisiert die Erzieherin. Hinzu komme auch noch eine schlechte Bezahlung.
Das Jugendamt der Stadt Stuttgart konnte bis Mittwochnachmittag nicht sagen, wie viele der 181 Kindertagesstätten wegen des Warnstreiks von Verdi heute geschlossen sind und für wie viele der rund 11.000 Kinder die Eltern eine andere Betreuungsmöglichkeit suchen mussten. Eine Notdienstvereinbarung mit Verdi gibt es jedenfalls nicht, das lehnt die Gewerkschaft bei Warnstreiks ab.
Allerdings hat das Jugendamt den Erzieherinnen mitgeteilt, dass sie, so sie nicht streiken wollen, ihre Kita wegen Personalknappheit aber geschlossen bleiben muss, dies melden müssen und gegebenenfalls "ergänzend in einer anderen Einrichtung eingesetzt werden können", sagt Jugendamtssprecherin Daniela Hörner. Darüber hinaus hat die Stadt keinen Notdienst etwa für allein erziehende und berufstätige Eltern eingerichtet. Man will es sich für die Zukunft nicht verderben mit der Gewerkschaft, die bei ihren Aktionen ein besonderes Augenmerk auf Stuttgart legt.
"Ein Tag Streik kriegt man hin"
"Ein Tag Warnstreik - das kriegt man noch hin", sagt Lambert Liesenberg, der Sprecher der Kita-Eltern in der Landeshauptstadt. Er ist überzeugt, dass der Streik für einen Gesundheitstarifvertrag auf die Verbesserung der Gehaltstarife von Erzieherinnen zielt. Die Elternvertretung unterstützt diese Forderung.
Es gebe zu wenige Erzieherinnen, deren Aufgaben zudem etwa durch neue Bildungskonzepte immer anspruchsvoller würden.
Gegenwärtig arbeiten bei der Stadt rund 2000 Erzieherinnen auf 1400 Stellen. Wer mehr und besser ausgebildetes Personal in den Kitas wolle, der müsse den Beruf attraktiver machen, sagt Lambert Liesenberg. "Dazu gehört, dass man die Tarife erhöhen muss."
Derzeit verdient eine so genannte Zweitkraft in einer Kita-Gruppe 2130 Euro brutto im Monat, eine Gruppenleiterin in einer Ganztageseinrichtung bekommt bei der Stadt Stuttgart 2320 Euro, eine Einrichtungsleiterin - die zuständig ist für 180 Kinder und mehr als 30 Mitarbeiterinnen - 2910 Euro.
Lambert Liesenberg fordert: "Der Personaletat für die Kitas sollte verdoppelt werden." In diesem Jahr gibt Stuttgart 69 Millionen Euro für die Kindertageseinrichtungen aus, gut 80 Prozent davon sind Personalkosten. Die Zuschüsse für freie Träger machen etwa 73 Millionen Euro aus, davon entfallen 90 Prozent und mehr für das Personal.
Der Auftakt zur Demonstration am heutigen Mittwoch ist um 12 Uhr vor dem Gewerkschaftshaus. Um 12.45 Uhr findet die Kundgebung auf dem Marktplatz statt.
Die Erzieherinnen im Land streiken. Finden Sie das gerechtfertigt? Ihre Meinung zählt!
Von Mathias Bury
Am Dienstag ist es in der Kindertagesstätte Sparrhärmlingweg noch laut und lebendig zugegangen. Am Mittwoch ist es in den Räumen der städtischen Einrichtung im Hallschlag, wo sonst 44 Kinder tollen und toben, ruhig wie sonst am Wochenende. Die Eltern müssen sich selbst um ihre Kleinen kümmern. "Wir Erzieherinnen streiken", sagt Heike Fischer.

Die 51-Jährige ist nicht verlegen um eine Antwort, warum sie und ihre drei Kolleginnen dem Streikaufruf der Gewerkschaft Verdi folgen. "Die Belastungen in der Kinderbetreuung werden immer höher", sagt Heike Fischer. Der Druck durch neue Bildungsziele und Integrationsleistungen wachse, immer wieder komme es zu Krankheitsausfällen. "Seit über einem Jahr sind wir unterbesetzt - und da sind wir keine Einzelfall", kritisiert die Erzieherin. Hinzu komme auch noch eine schlechte Bezahlung.
Das Jugendamt der Stadt Stuttgart konnte bis Mittwochnachmittag nicht sagen, wie viele der 181 Kindertagesstätten wegen des Warnstreiks von Verdi heute geschlossen sind und für wie viele der rund 11.000 Kinder die Eltern eine andere Betreuungsmöglichkeit suchen mussten. Eine Notdienstvereinbarung mit Verdi gibt es jedenfalls nicht, das lehnt die Gewerkschaft bei Warnstreiks ab.
Allerdings hat das Jugendamt den Erzieherinnen mitgeteilt, dass sie, so sie nicht streiken wollen, ihre Kita wegen Personalknappheit aber geschlossen bleiben muss, dies melden müssen und gegebenenfalls "ergänzend in einer anderen Einrichtung eingesetzt werden können", sagt Jugendamtssprecherin Daniela Hörner. Darüber hinaus hat die Stadt keinen Notdienst etwa für allein erziehende und berufstätige Eltern eingerichtet. Man will es sich für die Zukunft nicht verderben mit der Gewerkschaft, die bei ihren Aktionen ein besonderes Augenmerk auf Stuttgart legt.
"Ein Tag Streik kriegt man hin"
"Ein Tag Warnstreik - das kriegt man noch hin", sagt Lambert Liesenberg, der Sprecher der Kita-Eltern in der Landeshauptstadt. Er ist überzeugt, dass der Streik für einen Gesundheitstarifvertrag auf die Verbesserung der Gehaltstarife von Erzieherinnen zielt. Die Elternvertretung unterstützt diese Forderung.
Es gebe zu wenige Erzieherinnen, deren Aufgaben zudem etwa durch neue Bildungskonzepte immer anspruchsvoller würden.
Gegenwärtig arbeiten bei der Stadt rund 2000 Erzieherinnen auf 1400 Stellen. Wer mehr und besser ausgebildetes Personal in den Kitas wolle, der müsse den Beruf attraktiver machen, sagt Lambert Liesenberg. "Dazu gehört, dass man die Tarife erhöhen muss."
Derzeit verdient eine so genannte Zweitkraft in einer Kita-Gruppe 2130 Euro brutto im Monat, eine Gruppenleiterin in einer Ganztageseinrichtung bekommt bei der Stadt Stuttgart 2320 Euro, eine Einrichtungsleiterin - die zuständig ist für 180 Kinder und mehr als 30 Mitarbeiterinnen - 2910 Euro.
Lambert Liesenberg fordert: "Der Personaletat für die Kitas sollte verdoppelt werden." In diesem Jahr gibt Stuttgart 69 Millionen Euro für die Kindertageseinrichtungen aus, gut 80 Prozent davon sind Personalkosten. Die Zuschüsse für freie Träger machen etwa 73 Millionen Euro aus, davon entfallen 90 Prozent und mehr für das Personal.
Der Auftakt zur Demonstration am heutigen Mittwoch ist um 12 Uhr vor dem Gewerkschaftshaus. Um 12.45 Uhr findet die Kundgebung auf dem Marktplatz statt.

Kommentare
Berger,
26.05.2009 07:05
Klare Meinung:
Wer im Kindergarten streikt erpresst unsere Kinder und Familien.
Er verstoesst damit gegen allgemeine Kinderrechte und Familienrechte.
Ist fast schon boesartig egoistisch und fuer ein widerlicher Kinderschikanierer!!!
Dass unsere Kleinsten fuer diese duemmlichen Ziele misbraucht werden ist ein Schande.
Erklaeren sie doch mal den Kindern,warum heute die KITA zu ist!!!
Ma sollte Euch KITAAngestellte rausschmeissen und verdi.als Kinderschaenderoragnisation brandmarke.
Kommt morgen zur verdi Zentrale in Stuttgart und demonstriert gegen diese
Kinderschikanierer!!!
Wo sind eigentlich unsere feigen Abgeordnetenkandidaten:
Bender,Oezdemir,Kumpf!!!
Wer im Kindergarten streikt erpresst unsere Kinder und Familien.
Er verstoesst damit gegen allgemeine Kinderrechte und Familienrechte.
Ist fast schon boesartig egoistisch und fuer ein widerlicher Kinderschikanierer!!!
Dass unsere Kleinsten fuer diese duemmlichen Ziele misbraucht werden ist ein Schande.
Erklaeren sie doch mal den Kindern,warum heute die KITA zu ist!!!
Ma sollte Euch KITAAngestellte rausschmeissen und verdi.als Kinderschaenderoragnisation brandmarke.
Kommt morgen zur verdi Zentrale in Stuttgart und demonstriert gegen diese
Kinderschikanierer!!!
Wo sind eigentlich unsere feigen Abgeordnetenkandidaten:
Bender,Oezdemir,Kumpf!!!
Ate,
17.05.2009 09:55
Wir Erzieherinnen sind doch dumm: Wir geben unser Bestes. Unsere hochqualifizierte proffessionelle Arbeit ist selbstverständlich, dafür werden wir, wenn auch kläglich, bezahlt. Darüber hinaus geben wir weitere zusätzliche Zeit, unsere Gedanken beziehen die Arbeit auch in der Freizeit immer mit ein (Materialbeschaffung, Ideen sammeln, planen, in Gedanken bei einzelnen Kindern sein). Wir geben unsere Gesundheit ( Rücken, Ohren, Stimme, Nerven), unsere Liebe, unser Herz. Wir sind jede Minute unserer Arbeit Ansprechpartner für jedes Kind. Wir stellen nicht ein einziges Kind mal kurz zur Seite, um Luft zu holen. Oder zum Toilettengang. Dafür wird uns vorgehalten, dass wir nicht flexibel genug sind und statt der 38,5 Std Woche nicht noch zusätzlich 8 Stunden Betreuung am Samstag anbieten. Weil dies ja unsere Berufung ist.
Eine Erziehrin hat demnach kein Recht auf Privatleben, auf Familie, hat vielmehr rund um die Uhr für ihre Arbeit zu leben.
Ich finde es einfach schrecklich, dass die Arbeit der Erzieherin immer noch so wenig geachtet wird. Es geht nicht um ein wenig spielen mit Kindern, um ein wenig aufpassen, damit nichts passiert. Es geht nicht zuerst darum, Kinder zu betreuen. Dazu brauche ich keine Ausbildung.
Es geht um das Leben, um die Qualität des Lebens jeden einzelnen Kindes. Darum, dass jedes Kind täglich durch möglichst viele positive Erlebnisse gestärkt, in seinen individuellen Fähigkeiten unterstützt und gefördert wird. Wir schaffen damit eine tragende Grundlage für sein weiteres Leben. Damit es heute, morgen und übermorgen in dieser Gemeinschaft, in dieser Welt bestehen kann, sein Leben, die Gemeinschaft verantwortungsvoll mit gestalten kann.
Und niemals Gewalt - gegen sich selbst oder andere - anwenden muss.
Das ist meine Aufgabe als Erziehrin.
Ich liebe diese Arbeit, die mich mit zunehmendem Alter täglich an die Grenzen meiner psychischen und physischen Belastbarkeit bringt. Ich kann nicht abschätzen, wie lange ich diese Arbeit noch machen kann. Und dies zu einem lächerlichen Gehalt, von welchem ich keine Familie ernähren kann.
Schlimm genug, dass Erzieherinnen ohne Streik kein Gehör für ihre Belange finden!
Eine Erziehrin hat demnach kein Recht auf Privatleben, auf Familie, hat vielmehr rund um die Uhr für ihre Arbeit zu leben.
Ich finde es einfach schrecklich, dass die Arbeit der Erzieherin immer noch so wenig geachtet wird. Es geht nicht um ein wenig spielen mit Kindern, um ein wenig aufpassen, damit nichts passiert. Es geht nicht zuerst darum, Kinder zu betreuen. Dazu brauche ich keine Ausbildung.
Es geht um das Leben, um die Qualität des Lebens jeden einzelnen Kindes. Darum, dass jedes Kind täglich durch möglichst viele positive Erlebnisse gestärkt, in seinen individuellen Fähigkeiten unterstützt und gefördert wird. Wir schaffen damit eine tragende Grundlage für sein weiteres Leben. Damit es heute, morgen und übermorgen in dieser Gemeinschaft, in dieser Welt bestehen kann, sein Leben, die Gemeinschaft verantwortungsvoll mit gestalten kann.
Und niemals Gewalt - gegen sich selbst oder andere - anwenden muss.
Das ist meine Aufgabe als Erziehrin.
Ich liebe diese Arbeit, die mich mit zunehmendem Alter täglich an die Grenzen meiner psychischen und physischen Belastbarkeit bringt. Ich kann nicht abschätzen, wie lange ich diese Arbeit noch machen kann. Und dies zu einem lächerlichen Gehalt, von welchem ich keine Familie ernähren kann.
Schlimm genug, dass Erzieherinnen ohne Streik kein Gehör für ihre Belange finden!
,
15.05.2009 09:30
Mich würde mal interessieren was eine Krankenschwester auf einer normalen internistischen Station dazu sagt!
Mehr aus Stuttgart & Region
Die Farbe des Ozeans Grenzgebiete
Kill Me Please Die Verwöhnten und der Tod
Die Kunst zu lieben Sex ist anstrengend
Lachsfischen im Jemen Dr. Jones und die Liebe
Marley Der Star aus Jamaika
Our Idiot Brother Wer Gras an die Polizei verkauft
Hanni & Nanni 2 Knatterkinokomik
Der Diktator Aladins Wunderschlampe
Das Hochzeitsvideo Parade der Peinlichkeiten
Sohnemänner Schwarzwälder Versuchsanordnung
Ausgerechnet Sibirien Jetzt aber mal jenseits der Jurte
Alle Artikel anzeigen
Anzeigen
Was möchten Sie unternehmen?
Wann möchten Sie etwas unternehmen?

Monat

| Heute | Morgen | Akt. Woche |
| MO | DI | MI | DO | FR | SA | SO |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 0 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 |
| 0 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 |
| 0 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 |
| 0 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 |
| 0 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 |
| 0 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 |
Highlights am 23.05.
Brunftzeit - Wildwechsel und Liebestaumel - Renitenztheater
Stuttgarter Ballett: Noverre-Gesellschaft (Premiere) - Staatstheater
Anzeigen





