Kommentar
Die Lobby der Sportschützen ist zu groß
Stefan Geiger, veröffentlicht am 13.05.2009
Berlin - Die Berliner Koalition hat sich auf eine Änderung des Waffenrechts verständigt und will sie rasch umsetzen. Verboten werden sollen allein Kampfspiele, mit denen man einen Menschen weder töten noch körperlich verletzen kann. Erlaubt bleiben sollen aber alle scharfen Schusswaffen, die bisher schon von Sportschützen erworben werden können. Der Rest ist Gesetzgebungskosmetik, die nichts hilft.
Kontrollen, denen sich der Waffenbesitzer, wie angekündigt, aus "triftigem Grund" entziehen kann, sind keine wirksamen Kontrollen. Ein Gesetzgeber, der das weniger Gefährliche verbietet und beim Gefährlicheren fast alles so lässt wie es ist, macht sich unglaubwürdig. Er betreibt Symbolpolitik.
Es geht nicht darum, Sportschützen an den Pranger zu stellen. Die allermeisten von ihnen sind zuverlässige und verantwortungsvoll handelnde Menschen. Aber die furchtbaren Verbrechen, die mit Waffen von Sportschützen begangen worden sind, legen es nahe, die Regeln für den Besitz scharfer Schusswaffen noch strenger zu reglementieren. Es gibt in Deutschland viel zu viele illegale Waffen, aber es gibt insgesamt auch zu viele legale Waffen. Und es gibt noch immer zu viele Gelegenheiten, dass die Falschen Zugang zu solchen Waffen bekommen. Dafür bedarf es keiner Bösartigkeit, nur der Fahrlässigkeit. Jugendliche müssen ihre Grenzen austesten können, aber sie müssen deshalb nicht bereits lernen, mit scharfen Waffen zu schießen.
Beim Führerschein hat der Gesetzgeber bedacht, dass es manchmal nicht nur darauf ankommt, ein System technisch zu beherrschen, sondern auch darauf, die Verantwortung für die möglichen Folgen des eigenen Handelns übernehmen zu können. Das sind die Themen, mit denen sich die Berliner Koalition bei der Neuordnung des Waffenrechts hätte beschäftigen müssen. Aber es stehen Wahlen vor der Tür. Die Zahl der Sportschützen ist groß, und ihre Lobby arbeitet effektiv.
Kontrollen, denen sich der Waffenbesitzer, wie angekündigt, aus "triftigem Grund" entziehen kann, sind keine wirksamen Kontrollen. Ein Gesetzgeber, der das weniger Gefährliche verbietet und beim Gefährlicheren fast alles so lässt wie es ist, macht sich unglaubwürdig. Er betreibt Symbolpolitik.
Es geht nicht darum, Sportschützen an den Pranger zu stellen. Die allermeisten von ihnen sind zuverlässige und verantwortungsvoll handelnde Menschen. Aber die furchtbaren Verbrechen, die mit Waffen von Sportschützen begangen worden sind, legen es nahe, die Regeln für den Besitz scharfer Schusswaffen noch strenger zu reglementieren. Es gibt in Deutschland viel zu viele illegale Waffen, aber es gibt insgesamt auch zu viele legale Waffen. Und es gibt noch immer zu viele Gelegenheiten, dass die Falschen Zugang zu solchen Waffen bekommen. Dafür bedarf es keiner Bösartigkeit, nur der Fahrlässigkeit. Jugendliche müssen ihre Grenzen austesten können, aber sie müssen deshalb nicht bereits lernen, mit scharfen Waffen zu schießen.
Beim Führerschein hat der Gesetzgeber bedacht, dass es manchmal nicht nur darauf ankommt, ein System technisch zu beherrschen, sondern auch darauf, die Verantwortung für die möglichen Folgen des eigenen Handelns übernehmen zu können. Das sind die Themen, mit denen sich die Berliner Koalition bei der Neuordnung des Waffenrechts hätte beschäftigen müssen. Aber es stehen Wahlen vor der Tür. Die Zahl der Sportschützen ist groß, und ihre Lobby arbeitet effektiv.
Kommentare
Peter Voß,
19.05.2009 00:58
In den 50er Jahren, als ich am Rande der Lüneburger Heide aufwuchs, holten am Sonnabend Nachmittag die Väter ihre Kleinkalibergewehre aus dem Schrank und schossen hinter dem Haus im Garten mit ihren Söhnen auf Dosen. Der Nachbar sah es, griff seinerseits den Sprößling, und schon war man im Wettkampf... und das Reich war nicht gefährdet.
Im Fernsehen gab es den Tatort. Man sah einen sorgenvollen Kommissar, während weiter hinten im Bilde der Ermordete weggetragen wurde; das Zeigen von Blut usw. war verpönt.
Was hat sich verändert? In 35 Programmen bekommt der Fernsehzuschauer etwa 40 Morde pro Stunde geboten. Da wird verbrannt, erschossen, erschlagen, erhängt, gehäutet, Körperteile abgehackt, zerquetscht, zerbrochen; Blut spritzt in Großaufnahme ganze Turnhallen voll, gequälte Schreie im 5.1-Sound gehen durchs ganze Haus.
Der abhängende Jugendliche wird mit Grausamkeiten vollgestopft, bis er die ekelhaften Einfälle der Drehbuchschreiber und Regisseure für die Realität hält...die Hemmschwelle sinkt.
Wenn sich dieser verheerende Einfluß der Medien nicht auf das kindliche Gemüt auswirkt, dann ist jede Art von Erziehung genau so nutzlos.
Heute ist die Republik angeblich in höchster Gefahr
Im Fernsehen gab es den Tatort. Man sah einen sorgenvollen Kommissar, während weiter hinten im Bilde der Ermordete weggetragen wurde; das Zeigen von Blut usw. war verpönt.
Was hat sich verändert? In 35 Programmen bekommt der Fernsehzuschauer etwa 40 Morde pro Stunde geboten. Da wird verbrannt, erschossen, erschlagen, erhängt, gehäutet, Körperteile abgehackt, zerquetscht, zerbrochen; Blut spritzt in Großaufnahme ganze Turnhallen voll, gequälte Schreie im 5.1-Sound gehen durchs ganze Haus.
Der abhängende Jugendliche wird mit Grausamkeiten vollgestopft, bis er die ekelhaften Einfälle der Drehbuchschreiber und Regisseure für die Realität hält...die Hemmschwelle sinkt.
Wenn sich dieser verheerende Einfluß der Medien nicht auf das kindliche Gemüt auswirkt, dann ist jede Art von Erziehung genau so nutzlos.
Heute ist die Republik angeblich in höchster Gefahr
SEPP,
15.05.2009 13:22
Hier wird oft auf den Amoklauf in Winnenden und anderen verwiesen, doch passieren diese sehr selten und werden wohl nie vermieden werden. Was viel öfters passiert (läuft aber in den Zeitungen unter Rubrik „Lokales“ oder „Blaulicht“), sind Familientragödien (an für sich auch Amokläufe), wo ein ausgerastetes Familienmitglied seine Familienangehörige erschießt. Auffallend oft sind dabei legale Waffen im Spiel, ob es sich um Sportschützen, Polizisten, Securities, Jäger o.ä. handelt.
In der Sicherheitstechnik sollen technische Lösungen bevorzugt werden. Die beste, meiner Meinung nach, wäre: den Menschen von der Waffe trennen. Als favorisierte Möglichkeit: zentrale Waffenaufbewahrungsstellen, wie bei der Bundeswehr. Z.B. in Schützenhäusern (im guten Tresorraum mit Alarmanlage) oder noch besser auf Polizeirevieren.
In der Sicherheitstechnik sollen technische Lösungen bevorzugt werden. Die beste, meiner Meinung nach, wäre: den Menschen von der Waffe trennen. Als favorisierte Möglichkeit: zentrale Waffenaufbewahrungsstellen, wie bei der Bundeswehr. Z.B. in Schützenhäusern (im guten Tresorraum mit Alarmanlage) oder noch besser auf Polizeirevieren.
M. Hippi,
15.05.2009 12:06
hallo liebe Heidi Malzacher,
zu ihrer nicht überlegenden aussage, Waffen sollten verbietet werden, denn sie töten menschen, fangen sie doch am besten damit an!
werfen sie ihr Messer weg, verkaufen Sie ihr auto, sowie ihre Ski und ihr Fahrrad, denn mit all denen Dingen, kann man menschen töten, wie man schon oft gehört hat!
Sie sollten erstmal überlegen, von was Sie sprechen, und nicht einfach drauf losschreiben!
Der Mensch war schon immer Jäger und Sammler, und wird es auch immer bleiben!
und zu den kontrollen, hat es gar nix zu tun, dass man was zu verbergen hat, wenn man den kontrolleur nicht in sein Haus reinlässt, was hat bitte ein fremder in meinem haus zu tun? geh ich zu denen in ihr haus? geh ich zu euch in euer haus und schau euren privat besitz an?
Und alle Waffen in einen Raum zu sperren, wie schützenhaus o.a., da will ich mal wissen, wer diese große Verantwortung trägt, diesen Tresor schlüssel zu tragen!
zu ihrer nicht überlegenden aussage, Waffen sollten verbietet werden, denn sie töten menschen, fangen sie doch am besten damit an!
werfen sie ihr Messer weg, verkaufen Sie ihr auto, sowie ihre Ski und ihr Fahrrad, denn mit all denen Dingen, kann man menschen töten, wie man schon oft gehört hat!
Sie sollten erstmal überlegen, von was Sie sprechen, und nicht einfach drauf losschreiben!
Der Mensch war schon immer Jäger und Sammler, und wird es auch immer bleiben!
und zu den kontrollen, hat es gar nix zu tun, dass man was zu verbergen hat, wenn man den kontrolleur nicht in sein Haus reinlässt, was hat bitte ein fremder in meinem haus zu tun? geh ich zu denen in ihr haus? geh ich zu euch in euer haus und schau euren privat besitz an?
Und alle Waffen in einen Raum zu sperren, wie schützenhaus o.a., da will ich mal wissen, wer diese große Verantwortung trägt, diesen Tresor schlüssel zu tragen!
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