Zu früh gezwitschert

Ältestenrat debattiert über Twitter-Affäre

dpa, veröffentlicht am 26.05.2009
Foto: dpa

Berlin - Die "Twitter-Affäre" um die Wiederwahl von Bundespräsident Horst Köhler wird das Präsidium des Deutschen Bundestags beschäftigen. Dabei geht es an diesem Mittwoch um mögliche Konsequenzen aus der Tatsache, dass das Ergebnis der Präsidentenwahl bereits vor der offiziellen Bekanntgabe im Internet zu lesen war. Mehrere Abgeordnete hatten Köhlers Sieg am vergangenen Samstag vorab über den Internet-Dienst Twitter verbreitet.

 
 

Am Donnerstag wird die Affäre auch Thema im Ältestenrat des Bundestags sein. Der Ältestenrat will sich auch mit der Frage beschäftigen, wie es dazu kommen konnte, dass noch vor Bekanntgabe der Wiederwahl Blumensträuße verteilt wurden und ein Bläser-Quintett einmarschierte.

CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer kritisierte die Vorab-Informationen. "Ich habe für solche Dinge keinerlei Verständnis, weil es letztlich auch irgendwo die Würde des Parlaments untergräbt." Ramsauer forderte, dass "das gefälligst in Zukunft unterbleibt". Auch von den anderen Parteien war zuvor schon Kritik gekommen.

Die CDU-Abgeordnete Julia Klöckner hatte den Erfolg Köhlers am Samstag knapp 15 Minuten vor der offiziellen Verkündung verbreitet. Sie war Mitglied der Zählkommission. Am Montag hatte sie angekündigt, auf das Amt als Schriftführerin im Parlament zu verzichten. Der SPD-Fraktionsvize Ulrich Kelber, der noch früher über Twitter Köhlers Wahl mit der exakten Stimmenzahl von 613 Stimmen verkündet hatte, verteidigte dagegen seine Botschaft.
 
Kommentare
boris bogunovic,
27.05.2009 08:41
dass in unseren parlamenten heutzutage sehr viele wichtigtuer und sich ungercht behandelt fühlende egomanen sitzen ist doch hinlänglich bekannt. ich denke da an die ganzen beleidigten, die von der einen zur anderen partei wechseln so wie man sich halt vom ehepartner scheiden lässt um sich dann an den nächsten LAP zu binden. insofern ist dieses bisschen getwittere halt als eine andere form von wichtigtuerei zu verstehen. solange diese parlamentarier bei ihrem ehepartner und der partei, für die sie im parlament sitzen, treu bleiben, sollen sie halt herumtwittern. dabei stellen sie nicht so viel unsinn an wie die metzgers und dederers und kaufmanns und und und. und abgesehen davon: was haben sie den grosses schon verraten ?? dass der alte und neue bekannteste deutsche frühstücksdirektor derselbe ist.

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