Stuttgart 21
Bonatz-Enkel meldet sich zu Wort
Thomas Braun, veröffentlicht am 26.05.2009
Stuttgart - Er gehört nicht zu den Lautsprechern seiner Zunft, obwohl er durchaus etwas zu sagen hat. Als Enkel des Architekten Paul Bonatz mischt sich Peter Dübbers erst spät in die Debatte um Stuttgart 21 ein: "Ich will mir nicht nachsagen lassen, nicht wenigstens gekämpft zu haben."
Von Thomas Braun
Im Arbeitsraum jenes Hauses auf dem Killesberg, in dem Bonatz während seiner Stuttgarter Zeit lebte und das nun sein Nachfahre bewohnt, hat der 70-jährige Peter Dübbers inzwischen ein kleines Archiv über den berühmten Großvater angelegt. Die Exponate will er wohl irgendwann einem Architekturmuseum übereignen, vielleicht in München, vielleicht in Frankfurt: "Ich bin schließlich auch nicht mehr der Jüngste."
Als Bonatz 1956 starb, war Peter Dübbers 18 Jahre alt. "Ich kann mich noch erinnern, wie er an seinem Schreibtisch die Fassade des Stuttgarter Kunstgebäudes entworfen hat", erzählt er. Manchmal durfte er für Bonatz auch Modelle bauen - kein Wunder, dass er selbst Architekt geworden ist.
Siegerentwurf würde dem Großvater nicht gefallen
Auf die Frage, ob sich der Großvater im Grabe umdrehen würde, wenn er wüsste, was die Planer mit dem von ihm zwischen 1914 und 1922 erbauten Stuttgarter Hauptbahnhof vorhaben, fällt Dübbers Antwort differenziert aus: "Er war ja nicht so empfindlich." Auch Bonatz habe einst die Idee gehabt, einen Autotunnel unter dem Hauptbahnhof anzulegen. In einem Punkt aber ist er sich sicher: "Der Siegerentwurf von Christoph Ingenhoven würde ihm nicht gefallen."
Ingenhovens jüngste Äußerungen zum Thema Tiefbahnhof sind auch der Grund, warum sich Dübbers erst jetzt - 15 Jahre nach der Wettbewerbsentscheidung über Stuttgart 21 - öffentlich zu Wort meldet. "Ich war der Ansicht, dass die Tatsache, zufällig mit Bonatz verwandt zu sein, mir nicht mehr Mitspracherecht verschafft als jedem anderen. Aus heutiger Sicht war das ein Fehler." Besonders empört hat ihn Ingenhovens Formulierung, die Flügel des heutigen Bonatzbaus seien lediglich eine Seitenverkleidung für die Gleisanlagen und bei deren Wegfall mithin ebenfalls verzichtbar. "Mein Großvater hat den Bahnhof als Komposition von Baumassen verstanden. Wenn man dem Bau die Flügel amputiert, ist er nur noch ein Torso." Die Bezeichnung Seitenverkleidung empfinde er jedenfalls, so Dübbers, als "entwürdigende Diffamierung".
Dübbers hat sich einst sogar mit eigenen Entwürfen an der geplanten Umgestaltung des Bahnknotens versucht: "Aber unser Büro war einfach zu klein für ein solches Mammutprojekt." Während des Planfeststellungsverfahrens für den Tiefbahnhof hat er dann Einsprüche formuliert, die aber alle "vom Tisch gewischt" worden seien. Danach habe er lange Zeit geglaubt, bei den Plänen handele es sich ohnehin um "Luftschlösser, die nicht finanzierbar sind".
Jetzt, nachdem Land, Bahn, Stadt, Region und Flughafen die Finanzierungsvereinbarung für das Milliardenprojekt unterschrieben haben und der Abriss von Teilen des Bonatzbaus näher rückt, artikuliert er nochmals nachdrücklich seinen Protest. Er verweist auf das Urheberrecht, das erst 2026 - also 70 Jahre nach dem Tod des Bahnhofserbauers - erlischt. Für einen langen und vermutlich teuren Prozess gegen die Bahn allerdings fehlt dem gesundheitlich angeschlagenen Bonatz-Enkel die Kraft.
Bonatz-Nachfahre bleibt bescheiden
Stattdessen appelliert er nochmals an die Projektverantwortlichen, sich einer denkmalgerechten Erhaltung des Bahnhofsgebäudes auch bei der Realisierung des Tiefbahnhofs nicht zu verschließen. "Das wäre durchaus möglich. Das Einzige, was dem entgegensteht, ist der Siegerentwurf von Ingenhoven, der die historisch gewachsene Stadtqualität dem Fetisch einer einheitlich hohen unterirdische Bahnhofshalle in Form einer massiven Betonschalen-Konstruktion opfert."
Dass der Düsseldorfer Wettbewerbssieger selbst am ehesten in der Lage wäre, sein Modell entsprechend zu modifizieren, daran hegt Dübbers keinen Zweifel. Dem Mann könne man schließlich "eine gewisse Genialität" nicht absprechen. Auch das Tiefbahnhofkonzept will Peter Dübbers nicht völlig verdammen: "Unzweifelhaft ergeben sich Vorteile für die Stadtentwicklung beim Wegfall der bisherigen Gleisflächen." Folgerichtig will sich der Bonatz-Nachkomme auch auf keinen Fall von jenen Stuttgart-21-Gegnern vereinnahmen lassen, deren "leicht proletenhaft und unpassend vorgebrachte Kritik eher dazu dient, die Befürworter von Stuttgart 21 zu bestärken".
Am Bauherren Bahn dagegen lässt Dübbers kein gutes Haar. In seinem Kampf gegen die Kommerzialisierung des Bonatz-Baus durch großflächige Werbetransparente weiß er sich mit dem Großvater einig: "Der hat sich damals schon furchtbar aufgeregt, als der Mercedesstern auf den Bahnhofsturm kam." Zumindest in diesem Punkt hat er mehr erreicht als Paul Bonatz: Nachdem Dübbers schriftlich bei der Bahn gegen die Werbebanner zwischen den Arkaden des Bahnhofsbaus protestiert hatte, wurden die Plakate inzwischen wieder abmontiert. Doch der Bonatz-Nachfahre bleibt auch hier bescheiden: "Ob das mein Verdienst war, kann ich nicht beurteilen."
Von Thomas Braun
Im Arbeitsraum jenes Hauses auf dem Killesberg, in dem Bonatz während seiner Stuttgarter Zeit lebte und das nun sein Nachfahre bewohnt, hat der 70-jährige Peter Dübbers inzwischen ein kleines Archiv über den berühmten Großvater angelegt. Die Exponate will er wohl irgendwann einem Architekturmuseum übereignen, vielleicht in München, vielleicht in Frankfurt: "Ich bin schließlich auch nicht mehr der Jüngste."
Als Bonatz 1956 starb, war Peter Dübbers 18 Jahre alt. "Ich kann mich noch erinnern, wie er an seinem Schreibtisch die Fassade des Stuttgarter Kunstgebäudes entworfen hat", erzählt er. Manchmal durfte er für Bonatz auch Modelle bauen - kein Wunder, dass er selbst Architekt geworden ist.
Siegerentwurf würde dem Großvater nicht gefallen
Auf die Frage, ob sich der Großvater im Grabe umdrehen würde, wenn er wüsste, was die Planer mit dem von ihm zwischen 1914 und 1922 erbauten Stuttgarter Hauptbahnhof vorhaben, fällt Dübbers Antwort differenziert aus: "Er war ja nicht so empfindlich." Auch Bonatz habe einst die Idee gehabt, einen Autotunnel unter dem Hauptbahnhof anzulegen. In einem Punkt aber ist er sich sicher: "Der Siegerentwurf von Christoph Ingenhoven würde ihm nicht gefallen."
Ingenhovens jüngste Äußerungen zum Thema Tiefbahnhof sind auch der Grund, warum sich Dübbers erst jetzt - 15 Jahre nach der Wettbewerbsentscheidung über Stuttgart 21 - öffentlich zu Wort meldet. "Ich war der Ansicht, dass die Tatsache, zufällig mit Bonatz verwandt zu sein, mir nicht mehr Mitspracherecht verschafft als jedem anderen. Aus heutiger Sicht war das ein Fehler." Besonders empört hat ihn Ingenhovens Formulierung, die Flügel des heutigen Bonatzbaus seien lediglich eine Seitenverkleidung für die Gleisanlagen und bei deren Wegfall mithin ebenfalls verzichtbar. "Mein Großvater hat den Bahnhof als Komposition von Baumassen verstanden. Wenn man dem Bau die Flügel amputiert, ist er nur noch ein Torso." Die Bezeichnung Seitenverkleidung empfinde er jedenfalls, so Dübbers, als "entwürdigende Diffamierung".
Dübbers hat sich einst sogar mit eigenen Entwürfen an der geplanten Umgestaltung des Bahnknotens versucht: "Aber unser Büro war einfach zu klein für ein solches Mammutprojekt." Während des Planfeststellungsverfahrens für den Tiefbahnhof hat er dann Einsprüche formuliert, die aber alle "vom Tisch gewischt" worden seien. Danach habe er lange Zeit geglaubt, bei den Plänen handele es sich ohnehin um "Luftschlösser, die nicht finanzierbar sind".
Jetzt, nachdem Land, Bahn, Stadt, Region und Flughafen die Finanzierungsvereinbarung für das Milliardenprojekt unterschrieben haben und der Abriss von Teilen des Bonatzbaus näher rückt, artikuliert er nochmals nachdrücklich seinen Protest. Er verweist auf das Urheberrecht, das erst 2026 - also 70 Jahre nach dem Tod des Bahnhofserbauers - erlischt. Für einen langen und vermutlich teuren Prozess gegen die Bahn allerdings fehlt dem gesundheitlich angeschlagenen Bonatz-Enkel die Kraft.
Bonatz-Nachfahre bleibt bescheiden
Stattdessen appelliert er nochmals an die Projektverantwortlichen, sich einer denkmalgerechten Erhaltung des Bahnhofsgebäudes auch bei der Realisierung des Tiefbahnhofs nicht zu verschließen. "Das wäre durchaus möglich. Das Einzige, was dem entgegensteht, ist der Siegerentwurf von Ingenhoven, der die historisch gewachsene Stadtqualität dem Fetisch einer einheitlich hohen unterirdische Bahnhofshalle in Form einer massiven Betonschalen-Konstruktion opfert."
Dass der Düsseldorfer Wettbewerbssieger selbst am ehesten in der Lage wäre, sein Modell entsprechend zu modifizieren, daran hegt Dübbers keinen Zweifel. Dem Mann könne man schließlich "eine gewisse Genialität" nicht absprechen. Auch das Tiefbahnhofkonzept will Peter Dübbers nicht völlig verdammen: "Unzweifelhaft ergeben sich Vorteile für die Stadtentwicklung beim Wegfall der bisherigen Gleisflächen." Folgerichtig will sich der Bonatz-Nachkomme auch auf keinen Fall von jenen Stuttgart-21-Gegnern vereinnahmen lassen, deren "leicht proletenhaft und unpassend vorgebrachte Kritik eher dazu dient, die Befürworter von Stuttgart 21 zu bestärken".
Am Bauherren Bahn dagegen lässt Dübbers kein gutes Haar. In seinem Kampf gegen die Kommerzialisierung des Bonatz-Baus durch großflächige Werbetransparente weiß er sich mit dem Großvater einig: "Der hat sich damals schon furchtbar aufgeregt, als der Mercedesstern auf den Bahnhofsturm kam." Zumindest in diesem Punkt hat er mehr erreicht als Paul Bonatz: Nachdem Dübbers schriftlich bei der Bahn gegen die Werbebanner zwischen den Arkaden des Bahnhofsbaus protestiert hatte, wurden die Plakate inzwischen wieder abmontiert. Doch der Bonatz-Nachfahre bleibt auch hier bescheiden: "Ob das mein Verdienst war, kann ich nicht beurteilen."
Kommentare
Thomas Hirche, Stuttgart,
27.05.2009 17:30
Hier wohl zum Einzigen.
"Siegerentwurf..." Absatz 1: Natürlich würde sich der Urgroßvater im Grabe herumdrehen. Doll, aber noch einfach, und "nur" Bodenwellen erzeugend, wenn er (angenommen: sofort) nur das Funktionsprinzip des querliegenden neuen Sarglochs überblicken kann, sowie der blanke 8-Gleis-Unsinn, der dahinter steht. Und Bonatz drehte sich mehrfach, schon schneller, wenn er die Unfallwahrscheinlichkelt mitberücksichtigen könnte: als Vergleich: Unfall auf der S-Bahn-Tunnelstrecke, und das GOTTSEIDANK noch nötige Ableitgleis auf der Gäubahnstrecke. Die Drehung verstärkt sich rapide, wenn ich Bonatz einen der jüngsten Bahnunfälle schilder (hier: zusammengefaßt): Kursbuchstrecke 72(*) *=? (Freiburg-)Neustadt (Schwarzwald)-Donaueschingen(-Tuttlingen/Singen). 24.5./ca. 21:10: Kurve Bachheim (bei Unadingen) nähe Bahnüberbrückung (Straße); EINgleisiger Streckenabschnitt Triebwageb BR 611; ca. 100km/h. Starker Rumpler bis Knall, rascher Stillstand nach schwachem Schlingern (Zug nicht entgleist, trotzdem...): Fensterblick: Homo (tot?) 110m hinter dem Zug auf den Gleisen: mitgeschleift. (Suicid?) Folgen, trotz guter Zugänglichkeit (flacher Acker): Zug darf solange nicht weiterfahren, bis alles peinlich aufgenommen wurde. Busersatzverkehr schwierig organisierbar, Busse kamen ca. Mitternacht (Wartezeit also ca. 2-2 1/2h, zuerst im Zug, dann Ortseingang Bachheim), da zweites Gleis für raschen Zugersatzverkehr (hätte vom Anruf bis Eintreffen vielleicht 1/2h gebraucht) fehlt. Ab Donaueschingen nur noch lokale RE's, uns 2 (Stuttgart: ich / Pforzheim) blieb nur Taxi (Skandal!) (wurde zum Glück abgerechnet). Dies nur mal, um die Sinnlosigkeit von Gleisreduzierungen anzuzeigen.
Absatzende: "Der Siegerentwurf...nicht gefallen." Kann da nur beipflichten: Bonatz's Drehungen verursachen einen mittleren Grundgipskollaps, wenn er die Animationen sehen könnte.
2. Absatz: "Ich war der Ansicht...ein Fehler." Es war insofern kein Fehler, da ja Bahn, Land, Bund und Kommune mehr oder minder strikte Geheimhaltungspflicht über die wahre Idee-Pleite (mit Bürgerfolgen!!!) samt ihren zwangsweise Schlechtigkeiten dem "Raume" aufoktroyiert haben. Und:"Besonders...entwürdigende Diffamierung". Es ist eine absolute Verschandelung des gesamten Areals samt A1 und Umfeld in der Heilbronner Str. dahinter. Die Tristesse wird nicht durch Kamera-Beschnüffelungswahn samt "Belebungsaufpeitschung (noch mehr Geschnüffel!!!)" unserer Stadtpolitiker der CDU/SPD/FDP/FW abgebaut, im Gegenteil: jeder Schritt, der damals, als A1 noch Güterbahnhof hieß, schön war, wird in Zu(g)kunft immer überflüssiger. Die Seitenflügel sind eben kein Hüttenkruscht, sie schützen auch vor Regen, sie trennen den Blick zu einer mörderisch verkehrsgenervten Stadt und sind erster Trenner, um einen Schwamm über den Stadt(alltags)stress energisch zu wischen und einen die Bahnhöfe (oft nur noch nominell existent!) an der Urlaubsstrecke herunterbeten zu lassen, auf die Sekunde wartend, endlich flüchten zu könnnen. Laßt also die Seitenflügel stehen. Sie verhindern keinen Wetterblick, anders, als die überflüssigen Klötze dahinter, und haben jetzt noch ihre (Innenraum-)Funktion(en). Legt lieber die Cannstatter Str. samt heimlichem (jetzt offiziellem) Parkplatz (Richtung ZOB) tief. Nutzt den Raum für zentralen ZOB-Knoten und laßt somit die Luftfilter Bäume im Schloßgarten in Ruhe. Bonatz jedenfalls, wenn er noch denken könnte, würde sich über die Meinungsübergehung gegen das Volk so heftig wehren, daß seine Rotationen den ganzen Gipskeuper erschüttern würden, bei mittlerem Erdbeben.
3. Absatz: Wahrscheinlich schade, daß es zu Dübbers Entwurfszeiten noch keine Alternativvorschläge wie K21 (Jung) gab. Hätte gute Kooperation und schnelleres Ende des Tragikkarussells gegeben.
Letzter Absatz: Urheberrecht. Gegner: merket auf und setzt dort an. Es könnte wieder ein mühsamer Boxer in die RICHTIGE Richtung werden! (...)
Bonatz-Nachfahre...2. Absatz: Auch das Tiefbahnhofkonzept...verdammen." Nicht so halbherzig: es IST überflüssig, wie die Neubaustrecke, (VIELLEICHT) mit der Ausnahme einer Begradigung der Geislinger Steige.
Letzter Absatz: Der Bahnhof ist in seiner Haupthalle schon genug vollge"schbämmd" mit allerhand Freßbuden und Nobelkiosken. Es gehört der Mister Minit wieder rein (Kofferreparaturen z. B.!), die Service-counter mindestens verdoppelt, das Nummern-Warteschlangenprinzip abgeschafft, statt dessen soviel Personal ständig parat, daß JEDER SOFORT zu seiner Info/Ticket (pardon: Fahrkärtle) kommen kann, und kürzere, behindertengerechte Gleisquerungen angestrebt, 1-2 Imbißbuden, 1 Reiselebensmittelgeschäft und die Wechselstube und Post, sowie Bahnpolizei und Bahnhofsmission können bleiben, "'r Reschd kaa gao".
Ja, dies wärs als "Eselskick" und "Dauerdonnerwetter" über das Thema. Denkt ENDLICH mal! (sonst verursacht der Geist Bonatz ein solches Erdbeben durch den gesamten Keuper, daß Kaputtgart hineinfällt) Und für uns Gegner: Weiterstemmen!!
Salem!
"Siegerentwurf..." Absatz 1: Natürlich würde sich der Urgroßvater im Grabe herumdrehen. Doll, aber noch einfach, und "nur" Bodenwellen erzeugend, wenn er (angenommen: sofort) nur das Funktionsprinzip des querliegenden neuen Sarglochs überblicken kann, sowie der blanke 8-Gleis-Unsinn, der dahinter steht. Und Bonatz drehte sich mehrfach, schon schneller, wenn er die Unfallwahrscheinlichkelt mitberücksichtigen könnte: als Vergleich: Unfall auf der S-Bahn-Tunnelstrecke, und das GOTTSEIDANK noch nötige Ableitgleis auf der Gäubahnstrecke. Die Drehung verstärkt sich rapide, wenn ich Bonatz einen der jüngsten Bahnunfälle schilder (hier: zusammengefaßt): Kursbuchstrecke 72(*) *=? (Freiburg-)Neustadt (Schwarzwald)-Donaueschingen(-Tuttlingen/Singen). 24.5./ca. 21:10: Kurve Bachheim (bei Unadingen) nähe Bahnüberbrückung (Straße); EINgleisiger Streckenabschnitt Triebwageb BR 611; ca. 100km/h. Starker Rumpler bis Knall, rascher Stillstand nach schwachem Schlingern (Zug nicht entgleist, trotzdem...): Fensterblick: Homo (tot?) 110m hinter dem Zug auf den Gleisen: mitgeschleift. (Suicid?) Folgen, trotz guter Zugänglichkeit (flacher Acker): Zug darf solange nicht weiterfahren, bis alles peinlich aufgenommen wurde. Busersatzverkehr schwierig organisierbar, Busse kamen ca. Mitternacht (Wartezeit also ca. 2-2 1/2h, zuerst im Zug, dann Ortseingang Bachheim), da zweites Gleis für raschen Zugersatzverkehr (hätte vom Anruf bis Eintreffen vielleicht 1/2h gebraucht) fehlt. Ab Donaueschingen nur noch lokale RE's, uns 2 (Stuttgart: ich / Pforzheim) blieb nur Taxi (Skandal!) (wurde zum Glück abgerechnet). Dies nur mal, um die Sinnlosigkeit von Gleisreduzierungen anzuzeigen.
Absatzende: "Der Siegerentwurf...nicht gefallen." Kann da nur beipflichten: Bonatz's Drehungen verursachen einen mittleren Grundgipskollaps, wenn er die Animationen sehen könnte.
2. Absatz: "Ich war der Ansicht...ein Fehler." Es war insofern kein Fehler, da ja Bahn, Land, Bund und Kommune mehr oder minder strikte Geheimhaltungspflicht über die wahre Idee-Pleite (mit Bürgerfolgen!!!) samt ihren zwangsweise Schlechtigkeiten dem "Raume" aufoktroyiert haben. Und:"Besonders...entwürdigende Diffamierung". Es ist eine absolute Verschandelung des gesamten Areals samt A1 und Umfeld in der Heilbronner Str. dahinter. Die Tristesse wird nicht durch Kamera-Beschnüffelungswahn samt "Belebungsaufpeitschung (noch mehr Geschnüffel!!!)" unserer Stadtpolitiker der CDU/SPD/FDP/FW abgebaut, im Gegenteil: jeder Schritt, der damals, als A1 noch Güterbahnhof hieß, schön war, wird in Zu(g)kunft immer überflüssiger. Die Seitenflügel sind eben kein Hüttenkruscht, sie schützen auch vor Regen, sie trennen den Blick zu einer mörderisch verkehrsgenervten Stadt und sind erster Trenner, um einen Schwamm über den Stadt(alltags)stress energisch zu wischen und einen die Bahnhöfe (oft nur noch nominell existent!) an der Urlaubsstrecke herunterbeten zu lassen, auf die Sekunde wartend, endlich flüchten zu könnnen. Laßt also die Seitenflügel stehen. Sie verhindern keinen Wetterblick, anders, als die überflüssigen Klötze dahinter, und haben jetzt noch ihre (Innenraum-)Funktion(en). Legt lieber die Cannstatter Str. samt heimlichem (jetzt offiziellem) Parkplatz (Richtung ZOB) tief. Nutzt den Raum für zentralen ZOB-Knoten und laßt somit die Luftfilter Bäume im Schloßgarten in Ruhe. Bonatz jedenfalls, wenn er noch denken könnte, würde sich über die Meinungsübergehung gegen das Volk so heftig wehren, daß seine Rotationen den ganzen Gipskeuper erschüttern würden, bei mittlerem Erdbeben.
3. Absatz: Wahrscheinlich schade, daß es zu Dübbers Entwurfszeiten noch keine Alternativvorschläge wie K21 (Jung) gab. Hätte gute Kooperation und schnelleres Ende des Tragikkarussells gegeben.
Letzter Absatz: Urheberrecht. Gegner: merket auf und setzt dort an. Es könnte wieder ein mühsamer Boxer in die RICHTIGE Richtung werden! (...)
Bonatz-Nachfahre...2. Absatz: Auch das Tiefbahnhofkonzept...verdammen." Nicht so halbherzig: es IST überflüssig, wie die Neubaustrecke, (VIELLEICHT) mit der Ausnahme einer Begradigung der Geislinger Steige.
Letzter Absatz: Der Bahnhof ist in seiner Haupthalle schon genug vollge"schbämmd" mit allerhand Freßbuden und Nobelkiosken. Es gehört der Mister Minit wieder rein (Kofferreparaturen z. B.!), die Service-counter mindestens verdoppelt, das Nummern-Warteschlangenprinzip abgeschafft, statt dessen soviel Personal ständig parat, daß JEDER SOFORT zu seiner Info/Ticket (pardon: Fahrkärtle) kommen kann, und kürzere, behindertengerechte Gleisquerungen angestrebt, 1-2 Imbißbuden, 1 Reiselebensmittelgeschäft und die Wechselstube und Post, sowie Bahnpolizei und Bahnhofsmission können bleiben, "'r Reschd kaa gao".
Ja, dies wärs als "Eselskick" und "Dauerdonnerwetter" über das Thema. Denkt ENDLICH mal! (sonst verursacht der Geist Bonatz ein solches Erdbeben durch den gesamten Keuper, daß Kaputtgart hineinfällt) Und für uns Gegner: Weiterstemmen!!
Salem!
Christian Abele,
26.05.2009 21:21
Ich möchte den Bonatz-Bau auch wenn möglich komplett erhalten. Er ist das Wahrzeichen Stuttgarts. Zu diesem Gebäuse paßt keine modere Stahlbetonbauweise, zumindest nicht direkt daneben. Wenn im Innern oder darunter moderner gestaltet wird, soll mir das recht sein, aber der Bonatz-Bau ist für mich mit dem neuen Schloss, dem Wilhelmsbau und dem Schlossplatz einer der schönsten Bauwerke Stuttgarts.
Wollen wir denn in Glas und Stahlbeton ersaufen ? Wollen wir denn das wenige an Stuttgart, das noch schön ist ebenfalls zerstören bzw. verhuntzen ?
Ich bin für Stuttgart 21, ganz klar. Aber gegen eine Rückstufung des Bonatz-Baus.
Wollen wir denn in Glas und Stahlbeton ersaufen ? Wollen wir denn das wenige an Stuttgart, das noch schön ist ebenfalls zerstören bzw. verhuntzen ?
Ich bin für Stuttgart 21, ganz klar. Aber gegen eine Rückstufung des Bonatz-Baus.
stuttgarts zukunft,
26.05.2009 19:54
wieder einer der Kohle will...
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