Open Air mit Lynyrd Skynyrd
Angejahrt und angezählt
Ulrich Bauer, veröffentlicht am 03.06.2009
Stuttgart - Zum Auftakt der Freilichtsaison auf dem Killesberg sind Lynyrd Skynyrd aufgetreten. Unser StZ-Kritiker hat sich deren Südstaatenrock angehört.
Hat Lynyrd Skynyrd Sie mitreissen können, oder waren Sie auch gelangweilt? Schießen Sie los!
Was hatte diese Band ein Pech! Kaum mit ihrem Südstaatenrock berühmt geworden, stürzte 1977 ihr Flieger ab und riss nahezu die halbe Belegschaft in den Tod. Lynyrd Skynyrd aber machte tapfer weiter, musste in der Folge jedoch noch so manchen personellen Aderlass verkraften.
Eigentlich ging das fortwährend so weiter. Zuletzt traf es mit einer Krebsdiagnose den Bassisten, nachdem erst im Januar dieses Jahres mit dem Keyboarder Billy Powell ein weiteres Gründungsmitglied der Band gestorben war. Doch die Marke Lynyrd Skynyrd verpflichtet, auch wenn die Einschläge des Schicksals Lücken reißen mögen.
Bis zum letzten Mann wird auf der Bühne gekämpft, wo das letzte Urmitglied, der Gitarrist Gary Rossington, auch keinen gesunden Eindruck mehr macht und etwas teilnahmslos unter seinem schwarzen Hut wirkt. Beim Auftakt der Freilichtsaison auf dem Killesberg ist es nicht er, der die Fahne des Südstaatenrocks hochhält. Johnny van Zandt, der kleine Bruder des abgestürzten Gitarristen, schwenkt auf der Freilichtbühne etwas verlegen die Fahne der Vereinigten Staaten auf seinem Mikrofonständer, um sehr routiniert und gelassen mit dem Finger ins Publikum zu zeigen oder gelangweilt die Faust zu ballen.
Nur ein Job
Jawohl, sie sind in stark veränderter Besetzung durch die Zeiten gekommen, reiten aber dennoch auf ihren bewährten Riffs herum: Drei Gitarren als Sound und Wahrzeichen der Band sind der Motor des Geschehens und lassen den Sänger in seinem Umhang aus Jeansstoff so manche entschlossen wirkende Runde auf der Bühne drehen. Es zuckt der Bass, das Schlagzeug ballert, die Gitarren rocken, das Piano rollt, der Boogie perlt und zwei Sängerinnen schwenken im Hintergrund die Arme. Ein Titel klingt da so gut oder schlecht wie der andere.
Es ist ein Job, den sie da im Höhenpark Killesberg abliefern, der eine gespenstisch zusammenfallende Silhouette mit Bauzäunen, spitzen Trümmern und pittoresk zum Himmel strebenden Giebeln bietet. Eine Skulptur des Vergehens - und insofern ein Symbol für die musikalischen Darbietungen der Band.
Aus Bechern schwappt das Bier vor schwabbelnden Bäuchen, zufriedenes Grinsen dringt aus zerfaserten Bärten: Es ist Feierabend, und Melodiöses blüht kurz in Refrains auf, um gleich wieder in einem dreifach jaulenden Gitarrensolo zu versinken. Es wirkt vieles mechanisch und brav abgespult, bis schließlich der Titel "Sweet Home Alabama" alle elektrisiert und jubelnd von den Holzsitzen reißt. Der große Gefühlsausbruch kommt aber zum Schluss: der Song "Freebird" als in weiten Bögen ausschwingendes Ritual und Aufbegehren gegen den Tod.
Hat Lynyrd Skynyrd Sie mitreissen können, oder waren Sie auch gelangweilt? Schießen Sie los!

Was hatte diese Band ein Pech! Kaum mit ihrem Südstaatenrock berühmt geworden, stürzte 1977 ihr Flieger ab und riss nahezu die halbe Belegschaft in den Tod. Lynyrd Skynyrd aber machte tapfer weiter, musste in der Folge jedoch noch so manchen personellen Aderlass verkraften.
Eigentlich ging das fortwährend so weiter. Zuletzt traf es mit einer Krebsdiagnose den Bassisten, nachdem erst im Januar dieses Jahres mit dem Keyboarder Billy Powell ein weiteres Gründungsmitglied der Band gestorben war. Doch die Marke Lynyrd Skynyrd verpflichtet, auch wenn die Einschläge des Schicksals Lücken reißen mögen.
Bis zum letzten Mann wird auf der Bühne gekämpft, wo das letzte Urmitglied, der Gitarrist Gary Rossington, auch keinen gesunden Eindruck mehr macht und etwas teilnahmslos unter seinem schwarzen Hut wirkt. Beim Auftakt der Freilichtsaison auf dem Killesberg ist es nicht er, der die Fahne des Südstaatenrocks hochhält. Johnny van Zandt, der kleine Bruder des abgestürzten Gitarristen, schwenkt auf der Freilichtbühne etwas verlegen die Fahne der Vereinigten Staaten auf seinem Mikrofonständer, um sehr routiniert und gelassen mit dem Finger ins Publikum zu zeigen oder gelangweilt die Faust zu ballen.
Nur ein Job
Jawohl, sie sind in stark veränderter Besetzung durch die Zeiten gekommen, reiten aber dennoch auf ihren bewährten Riffs herum: Drei Gitarren als Sound und Wahrzeichen der Band sind der Motor des Geschehens und lassen den Sänger in seinem Umhang aus Jeansstoff so manche entschlossen wirkende Runde auf der Bühne drehen. Es zuckt der Bass, das Schlagzeug ballert, die Gitarren rocken, das Piano rollt, der Boogie perlt und zwei Sängerinnen schwenken im Hintergrund die Arme. Ein Titel klingt da so gut oder schlecht wie der andere.
Es ist ein Job, den sie da im Höhenpark Killesberg abliefern, der eine gespenstisch zusammenfallende Silhouette mit Bauzäunen, spitzen Trümmern und pittoresk zum Himmel strebenden Giebeln bietet. Eine Skulptur des Vergehens - und insofern ein Symbol für die musikalischen Darbietungen der Band.
Aus Bechern schwappt das Bier vor schwabbelnden Bäuchen, zufriedenes Grinsen dringt aus zerfaserten Bärten: Es ist Feierabend, und Melodiöses blüht kurz in Refrains auf, um gleich wieder in einem dreifach jaulenden Gitarrensolo zu versinken. Es wirkt vieles mechanisch und brav abgespult, bis schließlich der Titel "Sweet Home Alabama" alle elektrisiert und jubelnd von den Holzsitzen reißt. Der große Gefühlsausbruch kommt aber zum Schluss: der Song "Freebird" als in weiten Bögen ausschwingendes Ritual und Aufbegehren gegen den Tod.

Kommentare
Jens,
07.06.2009 11:43
Um es mit den Worten des Kritikers und seines einzigen Freundes ( leider ohne Namen oder vielleicht ist es der Kritiker selbst ) auszudrücken, traurig/langweilig/angejahrt - ja wirklich traurig ist hier nur der Kritiker und sein Negativ-Bericht. So wie hier eine Rocklegende schlechtgeredet wird - die Umschreibung von Wolli "musikalische Inkompetenz und Ignoranz" trifft es hervorragend - ist nur peinlich. Sollen die mal lieber zuhause bleiben und DVD schauen und ihre Geistesblitze für sich behalten.
,
05.06.2009 19:15
Habe LS zuletzt live 1987 auf der Loreley gehört. Traurig, was von den Rockern übriggeblieben ist. Am allertraurigsten aber war der Sound/Mischung in Stuttgart, aber dafür kann die Band ja nix. Dennoch - hat die Ladies jemand gehört?? Hätte ich sie nicht gesehen, hätte ich sie gar nicht bemerkt/gehört. Rossington machte den Eindruck als wäre er zugedröhnt, die Soundmischung ein Einheitsbrei - ich stand direkt vor der Bühne und muß dem Autor Recht geben.
Sorry, aber wenn ich Skynyrd genießen will, schau ich mir die DVD "Vicious Cycle Tour" an. Live muß ich das nicht mehr haben.
Sorry, aber wenn ich Skynyrd genießen will, schau ich mir die DVD "Vicious Cycle Tour" an. Live muß ich das nicht mehr haben.
Kally,
05.06.2009 14:43
Mann o Mann, auf welchem Konzert war der Autor dieses Artikels. LS überzeugten vom ersten Song an durch Spielfreude. Das Programm besteht aus genau den Songs, die das Publikum hören wollte. Die Stimmung vor und auf der Bühne war einfach nur Klasse. Ich stand mit meinem Sohn ca 5 m vor der Bühne, von einem schwammigen Sound war bis auf zwei Songs nichts zu merken. Ich weiss von was ich spreche, da ich selber seit 35 Jahren aktiv Rockmusik mache. Lieber Autor dieses erheiterten Berichtes, überlass den nächsten Bericht vielleicht einem Kollegen, der von dieser Art Musik etwas mehr als du versteht.
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