Europawahl in Stuttgart
CDU bricht ein, FDP legt deutlich zu
Jürgen Brand und Jörg Nauke, veröffentlicht am 08.06.2009
Stuttgart - Die CDU hat bei der Europawahl in Stuttgart Verluste von mehr als acht Prozentpunkten hinnehmen müssen. Auch die SPD verlor Stimmen. Die Grünen und vor allem die FDP legten zu, die Freien Demokraten sogar um mehr als sechs Prozentpunkte.
Die Christdemokraten haben bei der Europawahl in Stuttgart größere Verluste hinnehmen müssen als im Bundesdurchschnitt. Der Stimmenanteil der CDU ging in der Landeshauptstadt auf rund 29 Prozent zurück. Bei der Europawahl 2004 waren es noch 37,4 Prozent gewesen. Die CDU bleibt damit zwar - wie bereits seit 1979 bei der Europawahl - stärkste Partei bei dieser Wahl in der Landeshauptstadt, die Grünen als zweitstärkste Partei rücken jedoch deutlich näher.
Sie konnten ihren Stimmenanteil von 22,1 Prozent im Jahr 2004 auf jetzt rund 24 Prozent ausbauen. Sie vergrößerten damit ihren Vorsprung vor den Sozialdemokraten, die sie bei der Europawahl vor fünf Jahren knapp überholt hatten, deutlich. Die Sozialdemokraten, die bereits vor fünf Jahren Einbußen um 6,4 Prozentpunkte hatten hinnehmen müssen, kamen gestern in Stuttgart auf einen Stimmenanteil von nur noch gut 18 Prozent. Im Jahr 2004 waren es 21,2 Prozent gewesen.
Wahlbeteiligung bei rund 50 Prozent
Über die größten Gewinne bei der Europawahl in Stuttgart konnten sich die Freien Demokraten freuen. Sie legten um mehr als sechs Prozent von 7,7 auf nun mehr als 14 Prozent zu. Entsprechend gut war die Stimmung bei Kandidaten und Parteimitgliedern. Die Linke konnte den Stimmenanteil der 2004 noch angetretenen PDS auf deutlich mehr als vier Prozent mehr als verdoppeln. Die "Republikaner" spielen mit jetzt noch zwei Prozent nach 3,3 Prozent im Jahr 2004 eine immer geringere Rolle.
Auch in Stuttgart hielt sich das Interesse an der Europawahl in Grenzen. Die Wahlbeteiligung lag am Sonntag bei rund 50 Prozent. Das ist zwar deutlich mehr als der Bundesdurchschnitt, aber erneut weniger als bei der Wahl vor fünf Jahren. Damals hatte die Wahlbeteiligung sogar um 5,4 Prozent zugelegt.
Analysiert man die Europawahl in Stuttgart nach Stadtbezirken, treten zum Teil überraschende Ergebnisse zutage: In allen fünf Innenstadtbezirken überholten die Grünen die CDU, zum Teil sogar deutlich. In Stuttgart-Mitte und im Stuttgarter Westen betrug der Abstand mehr als zehn Prozent. Hochburg der Grünen ist traditionell der Stadtbezirk Mitte mit jetzt rund 35 Prozent. Im Westen lag der Anteil der Grünen bei 34, im Süden bei 32 Prozent.
CDU erzielte ihr bestes Ergebnis in Sillenbuch
In allen Außenstadtbezirken verteidigte die CDU ihre Position als stärkste Kraft. Sie erzielte ihr bestes Ergebnis in Sillenbuch mit rund 36 Prozent, in den Stadtbezirken Birkach, Möhringen, Mühlhausen und Untertürkheim waren es jeweils rund 33 Prozent.
Gleichzeitig rückte die FDP der SPD deutlich näher. In Stadtbezirken wie dem Stuttgarter Norden, Birkach oder Degerloch lagen die Freien Demokraten sogar zum Teil deutlich vor den Sozialdemokraten, in den Stadtbezirken Mitte, Süd, West oder auch Botnang betrug der Rückstand der Liberalen nur noch ein bis zwei Prozent.
Die SPD lag bei der Europawahl am Sonntag in keinem Stadtbezirk vor der CDU. Die sozialdemokratische Hochburg bei der gestrigen Wahl ist der Stadtbezirk Münster mit 26 Prozent gewesen. In etlichen Stadtbezirken schaffte die SPD die 20-Prozent-Marke nur knapp, in anderen blieb sie deutlich unter dieser Marke.
Die kleinen Parteien spielten bei der Europawahl in Stuttgart nur eine untergeordnete Rolle und schnitten zudem schlechter ab als im Bundesdurchschnitt. Auch in den Stadtbezirken gab es dabei keine nennenswerten Überraschungen. Die "Republikaner" lagen überwiegen im Bereich zwischen ein und zwei Prozent, lediglich in Mühlhausen und Zuffenhausen erreichten sie mehr als vier Prozent Stimmenanteil. Die Linke erzielte ihr bestes Ergebnis mit gut sechs Prozent in Zuffenhausen, schaffte aber auch in anderen Bezirken die Fünfprozentmarke.
An der Europawahl hatten sich 31 Parteien beteiligt. In Stuttgart besaßen 367000 Personen das aktive Wahlrecht für die Europawahl. Im April waren die rund 41000 in der Landeshauptstadt lebenden EU-Bürger informiert worden. Rund 3600 Personen stellten in Stuttgart einen Antrag auf Aufnahme in das Wählerverzeichnis zur Europawahl 2009. Dies ist notwendig, weil sie ihr Wahlrecht entweder an ihrem Wohnsitz oder in ihrem Heimatland ausüben können. Damit wollten neun Prozent der Stuttgarter EU-Bürger ihr Wahlrecht hier ausüben. Größte Gruppe waren die Italiener mit 900 Anträgen, gefolgt von den Griechen mit 500 und den Franzosen mit 400 Anträgen.
Die Christdemokraten haben bei der Europawahl in Stuttgart größere Verluste hinnehmen müssen als im Bundesdurchschnitt. Der Stimmenanteil der CDU ging in der Landeshauptstadt auf rund 29 Prozent zurück. Bei der Europawahl 2004 waren es noch 37,4 Prozent gewesen. Die CDU bleibt damit zwar - wie bereits seit 1979 bei der Europawahl - stärkste Partei bei dieser Wahl in der Landeshauptstadt, die Grünen als zweitstärkste Partei rücken jedoch deutlich näher.
Sie konnten ihren Stimmenanteil von 22,1 Prozent im Jahr 2004 auf jetzt rund 24 Prozent ausbauen. Sie vergrößerten damit ihren Vorsprung vor den Sozialdemokraten, die sie bei der Europawahl vor fünf Jahren knapp überholt hatten, deutlich. Die Sozialdemokraten, die bereits vor fünf Jahren Einbußen um 6,4 Prozentpunkte hatten hinnehmen müssen, kamen gestern in Stuttgart auf einen Stimmenanteil von nur noch gut 18 Prozent. Im Jahr 2004 waren es 21,2 Prozent gewesen.
Wahlbeteiligung bei rund 50 Prozent
Über die größten Gewinne bei der Europawahl in Stuttgart konnten sich die Freien Demokraten freuen. Sie legten um mehr als sechs Prozent von 7,7 auf nun mehr als 14 Prozent zu. Entsprechend gut war die Stimmung bei Kandidaten und Parteimitgliedern. Die Linke konnte den Stimmenanteil der 2004 noch angetretenen PDS auf deutlich mehr als vier Prozent mehr als verdoppeln. Die "Republikaner" spielen mit jetzt noch zwei Prozent nach 3,3 Prozent im Jahr 2004 eine immer geringere Rolle.
Auch in Stuttgart hielt sich das Interesse an der Europawahl in Grenzen. Die Wahlbeteiligung lag am Sonntag bei rund 50 Prozent. Das ist zwar deutlich mehr als der Bundesdurchschnitt, aber erneut weniger als bei der Wahl vor fünf Jahren. Damals hatte die Wahlbeteiligung sogar um 5,4 Prozent zugelegt.
Analysiert man die Europawahl in Stuttgart nach Stadtbezirken, treten zum Teil überraschende Ergebnisse zutage: In allen fünf Innenstadtbezirken überholten die Grünen die CDU, zum Teil sogar deutlich. In Stuttgart-Mitte und im Stuttgarter Westen betrug der Abstand mehr als zehn Prozent. Hochburg der Grünen ist traditionell der Stadtbezirk Mitte mit jetzt rund 35 Prozent. Im Westen lag der Anteil der Grünen bei 34, im Süden bei 32 Prozent.
CDU erzielte ihr bestes Ergebnis in Sillenbuch
In allen Außenstadtbezirken verteidigte die CDU ihre Position als stärkste Kraft. Sie erzielte ihr bestes Ergebnis in Sillenbuch mit rund 36 Prozent, in den Stadtbezirken Birkach, Möhringen, Mühlhausen und Untertürkheim waren es jeweils rund 33 Prozent.
Gleichzeitig rückte die FDP der SPD deutlich näher. In Stadtbezirken wie dem Stuttgarter Norden, Birkach oder Degerloch lagen die Freien Demokraten sogar zum Teil deutlich vor den Sozialdemokraten, in den Stadtbezirken Mitte, Süd, West oder auch Botnang betrug der Rückstand der Liberalen nur noch ein bis zwei Prozent.
Die SPD lag bei der Europawahl am Sonntag in keinem Stadtbezirk vor der CDU. Die sozialdemokratische Hochburg bei der gestrigen Wahl ist der Stadtbezirk Münster mit 26 Prozent gewesen. In etlichen Stadtbezirken schaffte die SPD die 20-Prozent-Marke nur knapp, in anderen blieb sie deutlich unter dieser Marke.
Die kleinen Parteien spielten bei der Europawahl in Stuttgart nur eine untergeordnete Rolle und schnitten zudem schlechter ab als im Bundesdurchschnitt. Auch in den Stadtbezirken gab es dabei keine nennenswerten Überraschungen. Die "Republikaner" lagen überwiegen im Bereich zwischen ein und zwei Prozent, lediglich in Mühlhausen und Zuffenhausen erreichten sie mehr als vier Prozent Stimmenanteil. Die Linke erzielte ihr bestes Ergebnis mit gut sechs Prozent in Zuffenhausen, schaffte aber auch in anderen Bezirken die Fünfprozentmarke.
An der Europawahl hatten sich 31 Parteien beteiligt. In Stuttgart besaßen 367000 Personen das aktive Wahlrecht für die Europawahl. Im April waren die rund 41000 in der Landeshauptstadt lebenden EU-Bürger informiert worden. Rund 3600 Personen stellten in Stuttgart einen Antrag auf Aufnahme in das Wählerverzeichnis zur Europawahl 2009. Dies ist notwendig, weil sie ihr Wahlrecht entweder an ihrem Wohnsitz oder in ihrem Heimatland ausüben können. Damit wollten neun Prozent der Stuttgarter EU-Bürger ihr Wahlrecht hier ausüben. Größte Gruppe waren die Italiener mit 900 Anträgen, gefolgt von den Griechen mit 500 und den Franzosen mit 400 Anträgen.
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