Parteien sind entsetzt
NPD zieht in Böblinger Kreistag ein
StZ, veröffentlicht am 09.06.2009
Böblingen - Zwei Dinge sind bei der Kreistagswahl überall zu beobachten gewesen: die CDU hat weniger Stimmen als 2004 erhalten. Und wie insgesamt gilt auch für die Kreistagswahl: es sind weniger Menschen wählen gegangen.
20.200 Stimmen hat der junge Oberbürgermeister von Herrenberg, Thomas Sprißler, geholt. Die Freien Wähler haben nicht nur ein Plus von drei Prozent zu verzeichnen (auf 34,1 Prozent). Ihnen ist nun auch der Generationenwechsel geglückt - mit den jungen Bürgermeistern, ob sie nun Sprißler, Ursula Kreutel (Weissach) oder Dieter Hofmann (Rutesheim) heißen.
Der "Schultesbonus" gilt zwar auch für die CDU: Sindelfingens OB Bernd Vöhringer räumte mit 18.000 Stimmen ab, der Leonberger Alt-Bürgermeister Helmut Noë bekräftigte mit knapp 11.500 Stimmen den Anspruch als Fraktionschef. Dennoch gehören die Christdemokraten zu den Verlieren der Wahl: Unterm Strich verlieren sie fünf Sitze und ebenso viele Prozentpunkte.
Der noch einzige SPD-Schultes, Böblingens OB Alexander Vogelgsang, ist zwar gewählt - doch 12 statt 15 Sitze, das enttäuscht den SPD-Fraktionschef Peter Pfitzenmaier. Die FDP darf sich über drei Prozent Zuwachs und sechs Kreisräte freuen. Zuwachs gibt es auch in extremen Lagern: Der Einzug von NPD-Regionalvorstand Janus Nowak als Kreisrat wird bei den anderen Parteien mit Entsetzen registriert. Die Linke ist mit dem Leonberger Ronald Borkowski im Kreistag vertreten, einem bekennenden Attac-Anhänger.
Die Grünen müssen sich neu finden. Gleichwohl sie ihre Stimmen exakt halten konnten, verloren sie ein Überhangmandat.
Talfahrt für die CDU in Ludwigsburg
Schwere Einbußen musste die CDU auch bei der Wahl zum Ludwigsburger Kreistag hinnehmen. Sie fuhr mit 28,6 Prozent der Stimmen ihr schlechtestes Ergebnis seit rund 50Jahren ein. Am Ende ist selbst die Arithmetik gegen die CDU gewesen. Wegen der komplizierten Auszählung fällt der Ludwigsburger Kreistag in der kommenden Wahlperiode um zwei Sitze kleiner aus. Nur noch 98 statt wie bisher 100 Vertreter aus den Kommunen werden demnach über Kreisumlage, Müllgebühren, Sozialpolitik und vieles mehr beraten.
Bei der Wahl vor fünf Jahren hatten die Christdemokraten als mit Abstand stärkste Gruppierung Glück mit den Ausgleichsmandaten. Nun blieb ihnen auch das verwehrt.
Lediglich 28,6 Prozent der Stimmen entfielen auf die CDU, die dadurch sieben Sitze einbüßt und mit 29 Mandaten nur noch mit knappem Vorsprung die größte Fraktion bleibt. Großer Wahlsieger ist die FDP, die um 3,2 Punkte auf 9,5 Prozent zulegte. Damit wächst die Fraktion um drei auf neun Sitze.
Die SPD rutschte zwar um 1,2 Punkte auf 18,5 Prozent ab, stellt aber weiterhin 18 Kreisräte. Ebenfalls auf gleichem Niveau bleibt das Gewicht der Freien Wähler, die mit 23,8 Prozent der Stimmen fast identisch abschnitten wie 2004 und auch künftig 26 Mandate haben. Zugelegt haben die Grünen (plus zwei Prozent), die bei 14,1 Prozent landeten und ihre Fraktionsstärke um zwei auf 13 Sitze ausbauen. Neu im Kreistag ist die Linkspartei, die mit 2,9 Prozent der Stimmen zwei Sitze eroberte. Die Republikaner erhielten zwei Prozentpunkte und einen Sitz.
Beteiligung auf Rekordtief in Göppingen
In der nächsten Legislaturperiode wird der Göppinger Kreistag wieder aus 65 Mitgliedern bestehen. Denn erneut mussten sieben Ausgleichsmandate vergeben werden, um das Ergebnis der Wahl in der Sitzverteilung abbilden zu können.
Innerhalb des Göppinger Kreistags verändert sich eine ganze Menge. Der CDU-Block im Gremium wird künftig um gleich drei Plätze kleiner ausfallen. Von 38,1 Prozent rutschten die Christdemokraten beim Urnengang am Sonntag auf 31,3 Prozent ab, wodurch der Fraktion nur noch 22 Mandate zustehen.
Einen Sitz verloren hat auch die SPD (nun 12 statt wie zuvor 13). Die Sozialdemokraten haben gegenüber 2004 anteilsmäßig 1,5 Prozent verloren und sind bei 20,1 Prozent gelandet. Geschuldet ist der Verlust des einen Sitzes der Tatsache, dass die beiden "Kleinen", die FDP und vor allem die Grünen, an Boden gutmachen konnten. Die Liberalen gewannen zu ihren sieben Sitzen einen hinzu (plus 1,9 Prozent). Die Grünen konnten gleich um 3,4 Prozent zulegen und übertrafen die Zehnprozentmarke mit jetzt 13,1 Prozent deutlich. Mit acht Mitgliedern, zwei mehr als bisher, wird die Ökopartei im neuen Kreistag vertreten sein.
Profitieren von den Verlusten der CDU und der SPD konnten vor allem die Freien Wähler (FW). Sie legten um 2,8 Punkte auf 21,5 Prozent zu, haben sich damit als zweitstärkste Kraft behauptet und besetzen künftig 15 statt 14 Sitze. Die Wahlbeteiligung aber sackte erstmals unter die 50-Prozent-Marke. Sie lag nur noch bei 49,5 Prozent. Das sind 0,8 Prozent weniger als 2004.
Starke Verluste bei der CDU in Waiblingen
Mit deutlichen Stimmenverlusten geht die CDU als Verlierer aus der Rems-Murr-Kreistagswahl hervor. Gewinner sind FDP und Freie Wähler, auch Grüne legten zu. Erstmals im Gremium vertreten ist ein Abgeordneter der Linken.
Sieben ihrer bisher 27 Sitze hat die CDU im Waiblinger Kreistag verloren. Zwar sind die Christdemokraten weiterhin die stärkste Kraft, aber der Abstand zur SPD, die mit 18 Mandaten das selbe Ergebnis wie vor fünf Jahren erzielte, schrumpft gewaltig. Drei Sitze legten die Freien Wähler zu, auch die FDP kann mit zwei zusätzlichen Kandidaten in das Kreisparlament einziehen. In Dominik Rathgeb stellt erstmals die Linke einen Abgeordneten. 87Sitze ist das Gremium laut dem vorläufigen Endergebnis der Wahl insgesamt stark, das ist ein Sitz weniger als bisher.
An Gewicht gewonnen haben die Rathauschefs der Kommunen. Zu den bereits "etablierten" acht Oberbürgermeistern und Bürgermeistern, unter denen der Backnanger Frank Nopper (CDU) mit 14.249 Fürsprechern der Stimmenkönig war, stoßen weitere vier hinzu. Prominentester Kreistagsnovize ist der Waiblinger Oberbürgermeister Andreas Hesky, der für die Freien Wähler zudem ins Regionalparlament eingezogen ist.
Den großen Stimmenverlust der CDU führen Beobachter auf deren tiefe Gespaltenheit in der Krankenhausfrage zurück. Während sich die Mehrheit der Christdemokraten für einen Neubau einer Klinik in Winnenden stark gemacht hat, haben deren Kreisräte aus dem Backnanger Raum mit allen Mitteln versucht, das Vorhaben zu torpedieren.
Freie Wähler auf Platz eins in Esslingen
Esslingen - Die Christdemokraten im Landkreis Esslingen verlieren sechs Mandate und damit auch den Status der stärksten Fraktion. Mit nur noch 25 Sitzen liegt die CDU nun deutlich hinter den Freien Wählern, die drei Mandate dazugewonnen haben und 29 Vertreter ins Esslinger Kreisparlament schicken. Unters Dach der Freien schlüpft zudem noch der Nürtinger UFB-Einzelkämpfer William Lechner.
Die SPD hält ihre 20 Sitze. Zugewinne verzeichnen die Grünen, die sich von zwölf auf 14 Sitze verbessert haben. Ebenfalls über zwei Sitze mehr verfügt die FDP, deren Politik künftig von sieben Kreisräten vertreten wird. Die "Republikaner" müssen von ihren vier Mandaten eins abgeben, die Linken schicken einen Vertreter neu in den 100 Mitglieder zählenden Kreistag.
Für die schwächelnde CDU hat der Leinfelden-Echterdinger Oberbürgermeister Roland Klenk die Kastanien aus dem Feuer geholt. Seine 15425 Stimmen sind gegen den Trend gerichtet. In Ostfildern ist Klenks Oberbürgermeister-Kollegen Christof Bolay (SPD) ein ähnlicher Durchmarsch gelungen. Der unangefochtene Stimmenkönig kommt aus Esslingen. Wolfgang Drexler hat es mit seinen 23.514 Stimmen im Alleingang geschafft, dass die SPD wenigstens in Esslingen, dem mit 63.684 Wahlberechtigten größten Wahlkreis, die stärkste Kraft geworden ist.
20.200 Stimmen hat der junge Oberbürgermeister von Herrenberg, Thomas Sprißler, geholt. Die Freien Wähler haben nicht nur ein Plus von drei Prozent zu verzeichnen (auf 34,1 Prozent). Ihnen ist nun auch der Generationenwechsel geglückt - mit den jungen Bürgermeistern, ob sie nun Sprißler, Ursula Kreutel (Weissach) oder Dieter Hofmann (Rutesheim) heißen.
Der "Schultesbonus" gilt zwar auch für die CDU: Sindelfingens OB Bernd Vöhringer räumte mit 18.000 Stimmen ab, der Leonberger Alt-Bürgermeister Helmut Noë bekräftigte mit knapp 11.500 Stimmen den Anspruch als Fraktionschef. Dennoch gehören die Christdemokraten zu den Verlieren der Wahl: Unterm Strich verlieren sie fünf Sitze und ebenso viele Prozentpunkte.
Der noch einzige SPD-Schultes, Böblingens OB Alexander Vogelgsang, ist zwar gewählt - doch 12 statt 15 Sitze, das enttäuscht den SPD-Fraktionschef Peter Pfitzenmaier. Die FDP darf sich über drei Prozent Zuwachs und sechs Kreisräte freuen. Zuwachs gibt es auch in extremen Lagern: Der Einzug von NPD-Regionalvorstand Janus Nowak als Kreisrat wird bei den anderen Parteien mit Entsetzen registriert. Die Linke ist mit dem Leonberger Ronald Borkowski im Kreistag vertreten, einem bekennenden Attac-Anhänger.
Die Grünen müssen sich neu finden. Gleichwohl sie ihre Stimmen exakt halten konnten, verloren sie ein Überhangmandat.
Talfahrt für die CDU in Ludwigsburg
Schwere Einbußen musste die CDU auch bei der Wahl zum Ludwigsburger Kreistag hinnehmen. Sie fuhr mit 28,6 Prozent der Stimmen ihr schlechtestes Ergebnis seit rund 50Jahren ein. Am Ende ist selbst die Arithmetik gegen die CDU gewesen. Wegen der komplizierten Auszählung fällt der Ludwigsburger Kreistag in der kommenden Wahlperiode um zwei Sitze kleiner aus. Nur noch 98 statt wie bisher 100 Vertreter aus den Kommunen werden demnach über Kreisumlage, Müllgebühren, Sozialpolitik und vieles mehr beraten.
Bei der Wahl vor fünf Jahren hatten die Christdemokraten als mit Abstand stärkste Gruppierung Glück mit den Ausgleichsmandaten. Nun blieb ihnen auch das verwehrt.
Lediglich 28,6 Prozent der Stimmen entfielen auf die CDU, die dadurch sieben Sitze einbüßt und mit 29 Mandaten nur noch mit knappem Vorsprung die größte Fraktion bleibt. Großer Wahlsieger ist die FDP, die um 3,2 Punkte auf 9,5 Prozent zulegte. Damit wächst die Fraktion um drei auf neun Sitze.
Die SPD rutschte zwar um 1,2 Punkte auf 18,5 Prozent ab, stellt aber weiterhin 18 Kreisräte. Ebenfalls auf gleichem Niveau bleibt das Gewicht der Freien Wähler, die mit 23,8 Prozent der Stimmen fast identisch abschnitten wie 2004 und auch künftig 26 Mandate haben. Zugelegt haben die Grünen (plus zwei Prozent), die bei 14,1 Prozent landeten und ihre Fraktionsstärke um zwei auf 13 Sitze ausbauen. Neu im Kreistag ist die Linkspartei, die mit 2,9 Prozent der Stimmen zwei Sitze eroberte. Die Republikaner erhielten zwei Prozentpunkte und einen Sitz.
Beteiligung auf Rekordtief in Göppingen
In der nächsten Legislaturperiode wird der Göppinger Kreistag wieder aus 65 Mitgliedern bestehen. Denn erneut mussten sieben Ausgleichsmandate vergeben werden, um das Ergebnis der Wahl in der Sitzverteilung abbilden zu können.
Innerhalb des Göppinger Kreistags verändert sich eine ganze Menge. Der CDU-Block im Gremium wird künftig um gleich drei Plätze kleiner ausfallen. Von 38,1 Prozent rutschten die Christdemokraten beim Urnengang am Sonntag auf 31,3 Prozent ab, wodurch der Fraktion nur noch 22 Mandate zustehen.
Einen Sitz verloren hat auch die SPD (nun 12 statt wie zuvor 13). Die Sozialdemokraten haben gegenüber 2004 anteilsmäßig 1,5 Prozent verloren und sind bei 20,1 Prozent gelandet. Geschuldet ist der Verlust des einen Sitzes der Tatsache, dass die beiden "Kleinen", die FDP und vor allem die Grünen, an Boden gutmachen konnten. Die Liberalen gewannen zu ihren sieben Sitzen einen hinzu (plus 1,9 Prozent). Die Grünen konnten gleich um 3,4 Prozent zulegen und übertrafen die Zehnprozentmarke mit jetzt 13,1 Prozent deutlich. Mit acht Mitgliedern, zwei mehr als bisher, wird die Ökopartei im neuen Kreistag vertreten sein.
Profitieren von den Verlusten der CDU und der SPD konnten vor allem die Freien Wähler (FW). Sie legten um 2,8 Punkte auf 21,5 Prozent zu, haben sich damit als zweitstärkste Kraft behauptet und besetzen künftig 15 statt 14 Sitze. Die Wahlbeteiligung aber sackte erstmals unter die 50-Prozent-Marke. Sie lag nur noch bei 49,5 Prozent. Das sind 0,8 Prozent weniger als 2004.
Starke Verluste bei der CDU in Waiblingen
Mit deutlichen Stimmenverlusten geht die CDU als Verlierer aus der Rems-Murr-Kreistagswahl hervor. Gewinner sind FDP und Freie Wähler, auch Grüne legten zu. Erstmals im Gremium vertreten ist ein Abgeordneter der Linken.
Sieben ihrer bisher 27 Sitze hat die CDU im Waiblinger Kreistag verloren. Zwar sind die Christdemokraten weiterhin die stärkste Kraft, aber der Abstand zur SPD, die mit 18 Mandaten das selbe Ergebnis wie vor fünf Jahren erzielte, schrumpft gewaltig. Drei Sitze legten die Freien Wähler zu, auch die FDP kann mit zwei zusätzlichen Kandidaten in das Kreisparlament einziehen. In Dominik Rathgeb stellt erstmals die Linke einen Abgeordneten. 87Sitze ist das Gremium laut dem vorläufigen Endergebnis der Wahl insgesamt stark, das ist ein Sitz weniger als bisher.
An Gewicht gewonnen haben die Rathauschefs der Kommunen. Zu den bereits "etablierten" acht Oberbürgermeistern und Bürgermeistern, unter denen der Backnanger Frank Nopper (CDU) mit 14.249 Fürsprechern der Stimmenkönig war, stoßen weitere vier hinzu. Prominentester Kreistagsnovize ist der Waiblinger Oberbürgermeister Andreas Hesky, der für die Freien Wähler zudem ins Regionalparlament eingezogen ist.
Den großen Stimmenverlust der CDU führen Beobachter auf deren tiefe Gespaltenheit in der Krankenhausfrage zurück. Während sich die Mehrheit der Christdemokraten für einen Neubau einer Klinik in Winnenden stark gemacht hat, haben deren Kreisräte aus dem Backnanger Raum mit allen Mitteln versucht, das Vorhaben zu torpedieren.
Freie Wähler auf Platz eins in Esslingen
Esslingen - Die Christdemokraten im Landkreis Esslingen verlieren sechs Mandate und damit auch den Status der stärksten Fraktion. Mit nur noch 25 Sitzen liegt die CDU nun deutlich hinter den Freien Wählern, die drei Mandate dazugewonnen haben und 29 Vertreter ins Esslinger Kreisparlament schicken. Unters Dach der Freien schlüpft zudem noch der Nürtinger UFB-Einzelkämpfer William Lechner.
Die SPD hält ihre 20 Sitze. Zugewinne verzeichnen die Grünen, die sich von zwölf auf 14 Sitze verbessert haben. Ebenfalls über zwei Sitze mehr verfügt die FDP, deren Politik künftig von sieben Kreisräten vertreten wird. Die "Republikaner" müssen von ihren vier Mandaten eins abgeben, die Linken schicken einen Vertreter neu in den 100 Mitglieder zählenden Kreistag.
Für die schwächelnde CDU hat der Leinfelden-Echterdinger Oberbürgermeister Roland Klenk die Kastanien aus dem Feuer geholt. Seine 15425 Stimmen sind gegen den Trend gerichtet. In Ostfildern ist Klenks Oberbürgermeister-Kollegen Christof Bolay (SPD) ein ähnlicher Durchmarsch gelungen. Der unangefochtene Stimmenkönig kommt aus Esslingen. Wolfgang Drexler hat es mit seinen 23.514 Stimmen im Alleingang geschafft, dass die SPD wenigstens in Esslingen, dem mit 63.684 Wahlberechtigten größten Wahlkreis, die stärkste Kraft geworden ist.
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