Stuttgarter Zeitung online | Zeitungsgruppe Stuttgart |  Samstag, 11. Februar 2012

Wissen & Computer


Umstieg könnte sich lohnen

Was ist wirklich neu am neuen Windows7?

Steffen Haubner, veröffentlicht am 10.06.2009
Foto: dpa

Stuttgart - Am 23. Oktober ist es so weit: Microsoft veröffentlicht sein neues Betriebssystem. Es soll Windows Vista ablösen. Wir haben uns angesehen, was Windows7 mitbringt und für wen sich der Umstieg lohnt.


  Von Steffen Haubner

 
Am Ende wird Vista wohl nur noch eine Randnotiz in der Windows-Geschichte sein. Darin gleicht das ungeliebte Betriebssystem dem 2000 gestarteten Windows XP-Vorgänger "ME", von dem heute niemand mehr spricht. Doch anders als damals ist mit dem Wechsel diesmal kein grundlegender Wandel der Software verbunden. Denn das am 23. Oktober erscheinende neue Windows ist eigentlich nur ein verbessertes Windows Vista.

Für potenzielle Umsteiger ist das zunächst einmal eine gute Nachricht. "Windows7 wird ohne Einschränkungen auf der gleichen Hardware laufen und ist mit allen Anwendungen und Geräten kompatibel, die für Windows Vista optimiert wurden", verspricht Ricarda Rodatus, Leiterin Geschäftsbereich Windows Consumer bei Microsoft. Im Umkehrschluss heißt das allerdings auch, dass bekannte Kompatibilitätsprobleme, zumindest vorerst, bestehen bleiben. Wer seinen alten Drucker nicht über Vista ansteuern konnte, wird dies wohl auch unter Windows7 nicht können.

Mehr Möglichkeiten für den Nutzer

Die augenfälligste Veränderung ist die überarbeitete Benutzeroberfläche, die mit dreidimensionalen Elementen und schicken Transparenzeffekten glänzt. Das als bloße Effekthascherei abzutun wäre ungerecht. Der Nutzer hat deutlich mehr Möglichkeiten, seine Arbeitsumgebung persönlichen Vorlieben anzupassen und sich Übersicht über Programme und Dokumente zu verschaffen.

So können Inhalte und Anwendungen ähnlich wie bei Apple-Computern unter Mac OS X in Form von "Tabs" in der Funktionsleiste am unteren Bildschirmrand abgelegt und beliebig angeordnet werden. Mit Hilfe der Maus kann man sich so jederzeit einen Überblick verschaffen, welche Programme gerade geöffnet sind oder mit welchen Dokumenten man zuletzt gearbeitet hat. Wichtige Inhalte können manuell fixiert werden.

Mit Windows7 setzt Microsoft auf Vernetzung und Mobilität: Die Verknüpfung mehrerer PCs geht sehr viel leichter, und lokal auf einem Rechner abgelegte Dateien können über das Internet abgerufen werden. Viele Zusatzfunktionen, die bisher Bestandteil des Betriebssystems waren, wie etwa Windows Mail, Windows Contacts oder Windows Movie Maker, stehen nun online in Form von Windows Live-Diensten zur Verfügung. Damit trägt der Konzern der Tatsache Rechnung, dass immer mehr Inhalte und Funktionen ins Internet verlagert werden. Der Nutzer greift auf eine überall verfügbare Arbeitsoberfläche inklusive Speicherplatz zu.

Das neue Windows soll auf jedem Rechner laufen können

"Jede Interaktion mit dem Rechner wird sich unter Windows7 schneller anfühlen", verspricht Microsoft-Technologieberater Daniel Melanchthon. Den Turbo steuert Grafikchiphersteller Nvidia mit einer innovativen Software bei, die in allen Windows-7-Versionen enthalten sein wird. Sie ist so ausgelegt, dass viele Rechenprozesse nicht mehr vom Hauptprozessor, sondern vom Grafikchip übernommen werden. "Windows 7 wird auf Netbooks für 250 Euro ebenso problemlos laufen wie auf Hochleistungsrechnern für 2000 Euro", so Jens Neuschäfer, Produkt-PR-Manager bei Nvidia. Auch für anspruchsvolle Nutzer wie Computerspieler soll die Nvidia-Software erkennbare Vorteile bringen, etwa eine bessere Darstellung physikalischer Gesetzmäßigkeiten innerhalb einer Spielwelt.

Besitzer von PCs und Notebooks, die wegen der hohen Systemvoraussetzungen Probleme mit Windows Vista hatten, können die Systemleistung mit Hilfe von Windows7 also unter Umständen deutlich verbessern. Bevor man allerdings viel Geld ausgibt, sollte man zunächst versuchen, Vista mit dem "Service Pack2" zu beschleunigen. Neben der Leistungssteigerung hat das Update einige neue Funktionen wie eine schnelle Desktopsuche zu bieten. Und im Gegensatz zu Windows7 kostet das Service Pack keinen Cent.

Die wichtigsten Versionen von Windows7 sind "Home Premium" für private Anwender und "Professional" für Unternehmen. Für Netbooks mit geringer Hardwareausstattung gibt es "Windows7 Starter". Doch auch die "Home Premium"-Version soll auf den meisten Netbooks laufen. Mit der "Ultimate Version" können technisch Versierte sämtliche Funktionen nutzen und die "Enterprise Edition" gibt es für große Firmen als Lizenz.
 
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