SPD-Ratsfraktion
Kein Ersatz für "Schusters Kumpel Kanzleiter" in Sicht
Wolfgang Schulz-Braunschmidt, veröffentlicht am 12.06.2009
Stuttgart - Nach der Wahlmisere sucht die Stuttgarter SPD nach einem Ausweg aus dem Dilemma. Fraktionschef Manfred Kanzleiter soll weichen - doch ein neuer Kopf ist nicht in Sicht. Weder Kreischef Andreas Reißig noch der neue Stadtrat Hans Pfeifer wollen den heiklen Job übernehmen.
Nach dem Debakel der SPD bei der Gemeinderatswahl befinden sich viele Genossen noch in Schockstarre. "Aber am Montag wird auf der Kreiskonferenz im Cannstatter Kursaal heiß diskutiert", kündigt Karl Bayer, der stellvertretende Vorsitzende im aufmüpfigen Ortsverein Botnang, schon mal an. "Da", sagt Bayer, "wird Fraktur geredet."
Ihre Meinung ist gefragt - diskutieren Sie mit!
Bayer, SPD-Mitglied seit 1969, hat mit der Ohrfeige für seine Partei gerechnet. "Das war die Rechnung dafür, dass wir nicht demokratisch genug waren, um das Bürgerbegehren in Sachen Stuttgart21 zu akzeptieren." Der entsprechende Antrag sei mit einer Stimme Mehrheit auf einer Kreiskonferenz abgelehnt worden. "Das war ein Schlag gegen die Meinung der Bürger", schimpft Bayer.
Basis verlangt inhaltlichen und personellen Neubeginn
Doch nun soll alles besser werden. Die Sozialdemokraten wollen wieder Politik mit den Bürgern machen, die Basis verlangt einen inhaltlichen und personellen Neubeginn. Von Letzterem hält der Angesprochene, Fraktionschef Manfred Kanzleiter, recht wenig. Er rät ihm nicht wohlgesinnten Genossen, gefälligst das beste SPD-Ergebnis im Stadtbezirk Münster (25,5 Prozent), "wo ich Betreuungsstadtrat bin", gebührend zur Kenntnis zu nehmen. Das hört sich nicht unbedingt nach Rücktrittsgedanken an.
Dennoch könnte Kanzleiter bereits heute Nachmittag auf der Sitzung des Kreisvorstandes zum Rücktritt aufgefordert werden. Als "Schusters Kumpel und kleiner Koalitionspartner" kritisieren viele Genossen den alten Fahrensmann. Auch für den inhaltlichen Neubeginn und die notwendige Kontaktpflege mit Wölfle & Co. sei der "Grünen-Gegner Kanzleiter" schlichtweg der falsche Mann, konstatieren die Gegner.
Diese Erkenntnis hilft den Kritikern allerdings nicht weiter, denn sie haben schlichtweg keinen "richtigen" Hoffnungsträger. Der Kreisvorsitzende Andreas Reißig, von dem viele erwarten, das er nun die Karre als Frontmann der neuen Fraktion aus dem Dreck zieht, steht aus "beruflichen und persönlichen Gründen" nicht zur Verfügung. Auch der neue Stadtrat Hans H. Pfeifer, der als früherer Oberbürgermeister von Freudenstadt kommunalpolitische Erfahrung mitbringt, winkt ab. "Der Fraktionsvorsitz lässt sich weder inhaltlich noch zeitlich mit meiner Aufgabe als City-Manager vereinbaren."
Carola Henning-Klingsporn, stellvertretende Vorsitzende im Ortsverein Linker Neckar, rechnet deshalb kaum damit, dass es am Montag zum "Sturm auf die Bastille" kommt. "Da es höchstwahrscheinlich gar keine personelle Alternative gibt, kann die Basis mal wieder bloß ihren Kropf leeren." Damit wäre das Dilemma der Genossen, die noch vor wenigen Tagen mit dem Werbespruch "Köpfe mit Kompetenz" viele Wählerstimmen holen wollten, endgültig perfekt.
Nach dem Debakel der SPD bei der Gemeinderatswahl befinden sich viele Genossen noch in Schockstarre. "Aber am Montag wird auf der Kreiskonferenz im Cannstatter Kursaal heiß diskutiert", kündigt Karl Bayer, der stellvertretende Vorsitzende im aufmüpfigen Ortsverein Botnang, schon mal an. "Da", sagt Bayer, "wird Fraktur geredet."

Bayer, SPD-Mitglied seit 1969, hat mit der Ohrfeige für seine Partei gerechnet. "Das war die Rechnung dafür, dass wir nicht demokratisch genug waren, um das Bürgerbegehren in Sachen Stuttgart21 zu akzeptieren." Der entsprechende Antrag sei mit einer Stimme Mehrheit auf einer Kreiskonferenz abgelehnt worden. "Das war ein Schlag gegen die Meinung der Bürger", schimpft Bayer.
Basis verlangt inhaltlichen und personellen Neubeginn
Doch nun soll alles besser werden. Die Sozialdemokraten wollen wieder Politik mit den Bürgern machen, die Basis verlangt einen inhaltlichen und personellen Neubeginn. Von Letzterem hält der Angesprochene, Fraktionschef Manfred Kanzleiter, recht wenig. Er rät ihm nicht wohlgesinnten Genossen, gefälligst das beste SPD-Ergebnis im Stadtbezirk Münster (25,5 Prozent), "wo ich Betreuungsstadtrat bin", gebührend zur Kenntnis zu nehmen. Das hört sich nicht unbedingt nach Rücktrittsgedanken an.
Dennoch könnte Kanzleiter bereits heute Nachmittag auf der Sitzung des Kreisvorstandes zum Rücktritt aufgefordert werden. Als "Schusters Kumpel und kleiner Koalitionspartner" kritisieren viele Genossen den alten Fahrensmann. Auch für den inhaltlichen Neubeginn und die notwendige Kontaktpflege mit Wölfle & Co. sei der "Grünen-Gegner Kanzleiter" schlichtweg der falsche Mann, konstatieren die Gegner.
Diese Erkenntnis hilft den Kritikern allerdings nicht weiter, denn sie haben schlichtweg keinen "richtigen" Hoffnungsträger. Der Kreisvorsitzende Andreas Reißig, von dem viele erwarten, das er nun die Karre als Frontmann der neuen Fraktion aus dem Dreck zieht, steht aus "beruflichen und persönlichen Gründen" nicht zur Verfügung. Auch der neue Stadtrat Hans H. Pfeifer, der als früherer Oberbürgermeister von Freudenstadt kommunalpolitische Erfahrung mitbringt, winkt ab. "Der Fraktionsvorsitz lässt sich weder inhaltlich noch zeitlich mit meiner Aufgabe als City-Manager vereinbaren."
Carola Henning-Klingsporn, stellvertretende Vorsitzende im Ortsverein Linker Neckar, rechnet deshalb kaum damit, dass es am Montag zum "Sturm auf die Bastille" kommt. "Da es höchstwahrscheinlich gar keine personelle Alternative gibt, kann die Basis mal wieder bloß ihren Kropf leeren." Damit wäre das Dilemma der Genossen, die noch vor wenigen Tagen mit dem Werbespruch "Köpfe mit Kompetenz" viele Wählerstimmen holen wollten, endgültig perfekt.
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