E-Books Was die Lesegeräte können und wie sie funktionieren
Cinthia Briseño, veröffentlicht am 21.10.2008
Stuttgart - Auf der Frankfurter Buchmesse ist in diesem Jahr vor allem von E-Books die Rede gewesen. Wer auf das echte und sinnliche Lesegefühl verzichten kann, hat künftig die Qual der Wahl: In den Regalen liegen Lesegeräte mehrerer Hersteller.
Was den Büchern der Zukunft fehlt, ist das Papier. Stattdessen hat man eine digitale Buchdatei, das E-Book, und ein Gerät zum Lesen des elektronischen Buchs, den sogenannten E-Book-Reader. So die korrekte Begriffsunterscheidung. Ob sie sich durchsetzen wird? In Zukunft wird man vermutlich mit E-Book beides bezeichnen, Datei und Gerät.
Nun könnte man denken, beim E-Book handle es sich einfach um eine Art Taschencomputer mit einem Display, auf dem man die Seiten der elektronischen Bücherdatei lesen kann. Weit gefehlt. Anders als etwa bei einem Minilaptop handelt es sich beim Anzeigesystem eines E-Book-Readers nicht um einen herkömmlichen Bildschirm. Vielmehr erscheint das Lesbare auf elektronischem Papier, kurz E-Paper. Das bringt einige besondere Vorteile gegenüber den gängigen Computerdisplays.
Gute Lesbarkeit entscheidend
Ein Buch kann man gut lesen, weil die Kontrastverhältnisse von schwarzen Buchstaben auf weißem Papier hervorragend sind. Bei der herkömmlichen LCD-Technologie ist das nicht immer gegeben. Je nach Einstrahlung von Sonnenlicht etwa sieht man unter Umständen auf einem Laptop gar nichts mehr. E-Paper versucht, dem analogen Vorbild nachzueifern. Kleine Zellen mit Partikeln, die unter elektrischer Spannung ihre Farbe von Schwarz nach Weiß ändern, reflektieren das Licht wie normales Papier.
Das bringt den entscheidenden Unterschied: ein Computerdisplay benötigt Strom, um den Hintergrund zu beleuchten, und ermüdet mit der Zeit die Augen. E-Book-Reader verbrauchen viel weniger Strom und müssen nicht wie die meisten Laptops nach ein paar Stunden wieder aufgeladen werden. Außerdem sieht das Geschriebene aus jedem Blickwinkel gleich aus, der Kontrast ist hervorragend, und es gibt kein Flimmern. Nur wenn der Sprössling heimlich ein E-Book unter der Bettdecke lesen möchte, braucht er weiterhin eine Taschenlampe.
E-Book-Reader ab etwa 300 Euro zu haben
Inzwischen sind eine Reihe E-Book-Reader auf dem Markt. Zu den derzeit wohl am stärksten beworbenen Modellen gehört der Kindle von Amazon und der Sony-Reader PRS-505. Der Kindle kostet umgerechnet 290 Euro und dürfte bald in den Regalen stehen. Sonys PRS-505 soll im ersten Halbjahr 2009 ebenfalls für rund 300 Euro in den Handel kommen. Aber auch andere Hersteller haben mit ihren Modellen schon von sich reden gemacht. Die französische Firma Bookeen etwa nennt ihren E-Book-Reader Cybook, von Ectaco gibt es das Jetbook und vom Hersteller Irex das Modell Iliad. Darüber hinaus gibt es noch einige Geräte aus dem asiatischen Raum. Alle Hersteller setzen auf die E-Paper-Technologie, das heißt, in der Lesequalität dürften sich die Lesegeräte kaum voneinander unterscheiden.
Es gibt aber eine Reihe von Merkmalen, die dem E-Book-Leser wichtig sein werden. Bei den meisten Geräten dürfte die Laufzeit der Akkus wegen des niedrigen Stromverbrauchs zur Nebensache werden. Sony gibt etwa an, der Akku reiche, um rund 7000 Seiten umzublättern. Amazons Kindle soll die Laufzeit etwa eine Woche betragen, solange man die Netzverbindung ausgeschaltet lässt. Eine Internetverbindung herstellen kann nicht jeder E-Book-Reader. Mit dem Kindle kann sich der Nutzer seine Bücher per Mobilfunk direkt auf den Reader holen. Dafür ist ein extra Mobilfunkvertrag nicht nötig. Sonys Reader muss dagegen über eine spezielle Software von einem Computer aus mit Inhalten bestückt werden. Auf den Iliad können per WLAN Bücher drahtlos vom PC geladen werden. Auf manche Geräte wie etwa das Cybook von Bookeen müssen dagegen neue elektronische Bücher per USB oder SD-Speicherkarte überspielt werden.
200 Bücher finden auf dem Kindle Platz
Wer sich für den Urlaub nicht entscheiden kann, welches Buch mit in den Koffer soll, hat es mit einem E-Book-Reader einfacher. Auf Amazons Kindle finden 200 Bücher Platz. Der Kunde kann derzeit aus einem Angebot von rund 170.000 Titeln wählen. Allerdings ist der Leser an das Angebot von Amazon gebunden. Dessen Reader ist nicht in der Lage, andere E-Book-Dateien darzustellen. Nicht einmal die bewährten PDF-Dateien. Nicht nur Sonys Produkt ist dahingehend offener. Neben PDF-Dateien können dort auch beispielsweise MP3-Dateien geöffnet werden. Der interne Speicher des PRS-505 bietet Platz für 160 E-Books. Nur etwas kleiner fällt der Speicher des Iliad aus. Auch im Gewicht unterscheiden sich die Geräte etwas. In der Regel beträgt es zwischen 200 und 400 Gramm. Was angesichts der Büchermenge, die man mit sich herumträgt, reizvoll ist. Das Problem: verliert man seinen Reader, ist nicht nur ein Buch weg.
Dafür haben die meisten Geräte einen großen Nachteil: Das gute alte Reclam-Heftchen zum Beispiel ist besonders leicht, passt in jede Hosentasche - und lässt sich auf jeder einzelnen Seite von oben bis unten mit Randbemerkungen vollkritzeln, die man auch nach Jahren noch wiederfindet. Dagegen bietet nicht jeder E-Book-Reader die Möglichkeit, die Lektüre mit Lesezeichen und Notizen zu versehen.
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Nun könnte man denken, beim E-Book handle es sich einfach um eine Art Taschencomputer mit einem Display, auf dem man die Seiten der elektronischen Bücherdatei lesen kann. Weit gefehlt. Anders als etwa bei einem Minilaptop handelt es sich beim Anzeigesystem eines E-Book-Readers nicht um einen herkömmlichen Bildschirm. Vielmehr erscheint das Lesbare auf elektronischem Papier, kurz E-Paper. Das bringt einige besondere Vorteile gegenüber den gängigen Computerdisplays.
Gute Lesbarkeit entscheidend
Ein Buch kann man gut lesen, weil die Kontrastverhältnisse von schwarzen Buchstaben auf weißem Papier hervorragend sind. Bei der herkömmlichen LCD-Technologie ist das nicht immer gegeben. Je nach Einstrahlung von Sonnenlicht etwa sieht man unter Umständen auf einem Laptop gar nichts mehr. E-Paper versucht, dem analogen Vorbild nachzueifern. Kleine Zellen mit Partikeln, die unter elektrischer Spannung ihre Farbe von Schwarz nach Weiß ändern, reflektieren das Licht wie normales Papier.
Das bringt den entscheidenden Unterschied: ein Computerdisplay benötigt Strom, um den Hintergrund zu beleuchten, und ermüdet mit der Zeit die Augen. E-Book-Reader verbrauchen viel weniger Strom und müssen nicht wie die meisten Laptops nach ein paar Stunden wieder aufgeladen werden. Außerdem sieht das Geschriebene aus jedem Blickwinkel gleich aus, der Kontrast ist hervorragend, und es gibt kein Flimmern. Nur wenn der Sprössling heimlich ein E-Book unter der Bettdecke lesen möchte, braucht er weiterhin eine Taschenlampe.
E-Book-Reader ab etwa 300 Euro zu haben
Inzwischen sind eine Reihe E-Book-Reader auf dem Markt. Zu den derzeit wohl am stärksten beworbenen Modellen gehört der Kindle von Amazon und der Sony-Reader PRS-505. Der Kindle kostet umgerechnet 290 Euro und dürfte bald in den Regalen stehen. Sonys PRS-505 soll im ersten Halbjahr 2009 ebenfalls für rund 300 Euro in den Handel kommen. Aber auch andere Hersteller haben mit ihren Modellen schon von sich reden gemacht. Die französische Firma Bookeen etwa nennt ihren E-Book-Reader Cybook, von Ectaco gibt es das Jetbook und vom Hersteller Irex das Modell Iliad. Darüber hinaus gibt es noch einige Geräte aus dem asiatischen Raum. Alle Hersteller setzen auf die E-Paper-Technologie, das heißt, in der Lesequalität dürften sich die Lesegeräte kaum voneinander unterscheiden.
Es gibt aber eine Reihe von Merkmalen, die dem E-Book-Leser wichtig sein werden. Bei den meisten Geräten dürfte die Laufzeit der Akkus wegen des niedrigen Stromverbrauchs zur Nebensache werden. Sony gibt etwa an, der Akku reiche, um rund 7000 Seiten umzublättern. Amazons Kindle soll die Laufzeit etwa eine Woche betragen, solange man die Netzverbindung ausgeschaltet lässt. Eine Internetverbindung herstellen kann nicht jeder E-Book-Reader. Mit dem Kindle kann sich der Nutzer seine Bücher per Mobilfunk direkt auf den Reader holen. Dafür ist ein extra Mobilfunkvertrag nicht nötig. Sonys Reader muss dagegen über eine spezielle Software von einem Computer aus mit Inhalten bestückt werden. Auf den Iliad können per WLAN Bücher drahtlos vom PC geladen werden. Auf manche Geräte wie etwa das Cybook von Bookeen müssen dagegen neue elektronische Bücher per USB oder SD-Speicherkarte überspielt werden.
200 Bücher finden auf dem Kindle Platz
Wer sich für den Urlaub nicht entscheiden kann, welches Buch mit in den Koffer soll, hat es mit einem E-Book-Reader einfacher. Auf Amazons Kindle finden 200 Bücher Platz. Der Kunde kann derzeit aus einem Angebot von rund 170.000 Titeln wählen. Allerdings ist der Leser an das Angebot von Amazon gebunden. Dessen Reader ist nicht in der Lage, andere E-Book-Dateien darzustellen. Nicht einmal die bewährten PDF-Dateien. Nicht nur Sonys Produkt ist dahingehend offener. Neben PDF-Dateien können dort auch beispielsweise MP3-Dateien geöffnet werden. Der interne Speicher des PRS-505 bietet Platz für 160 E-Books. Nur etwas kleiner fällt der Speicher des Iliad aus. Auch im Gewicht unterscheiden sich die Geräte etwas. In der Regel beträgt es zwischen 200 und 400 Gramm. Was angesichts der Büchermenge, die man mit sich herumträgt, reizvoll ist. Das Problem: verliert man seinen Reader, ist nicht nur ein Buch weg.
Dafür haben die meisten Geräte einen großen Nachteil: Das gute alte Reclam-Heftchen zum Beispiel ist besonders leicht, passt in jede Hosentasche - und lässt sich auf jeder einzelnen Seite von oben bis unten mit Randbemerkungen vollkritzeln, die man auch nach Jahren noch wiederfindet. Dagegen bietet nicht jeder E-Book-Reader die Möglichkeit, die Lektüre mit Lesezeichen und Notizen zu versehen.
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