SPD-Kreiskonferenz
Mehr Bürgernähe gefragt
Wolfgang Schulz-Braunschmidt, veröffentlicht am 16.06.2009
Stuttgart - Die Stuttgarter SPD hat am Montagabend auf der Kreiskonferenz im Kursaal in Bad Cannstatt ihre Niederlage bei der Kommunalwahl verarbeitet. Die vom Wähler abgestraften Genossen wollen sich künftig mehr um die Bürger kümmern.
Von Wolfgang Schulz-Braunschmidt
Gut vier Stunden haben die 120 Delegierten aus den SPD-Ortsvereinen über ihr Wahldebakel am 7. Juni debattiert. Nach seinem Verzicht auf den Fraktionsvorsitz erhielt Manfred Kanzleiter viel Beifall, nun ruhen die Hoffnungen der Basis auf der designierten neuen Chefin Roswitha Blind, die am Donnerstag von der Fraktion gewählt werden soll. Darüber hinaus herrschte im Cannstatter Kursaal Einigkeit darüber, dass man eine schwere Niederlage erlitten habe. Bei der Ursachenforschung wurde vor allem der Umgang mit dem "alles überlagernden Projekt Stuttgart 21" genannt (siehe oben).
Bei Wurstsalat und Weizenbier fanden die Genossen allerdings auch noch andere Gründe für die eigene Misere: In den Großstädten im Land gebe es eine Milieuverschiebung zu Gunsten der Grünen, hieß es. "Das ist mittel- und langfristig die eigentliche Herausforderung für die SPD in Stuttgart", sagte der Kreisvorsitzende Andreas Reißig. "Wir müssen wieder näher zu den Bürgern kommen." Die Stuttgarter SPD erlebe, dass sich ihr traditionelles Arbeitermilieu auflöse und immer weniger Bürger die Sozialdemokraten als ihre Partei ansehen würden. "Deshalb gelingt es uns nicht, wie früher zu mobilisieren", heißt es in der von der Kreiskonferenz verabschiedeten Erklärung. Dabei verschärften sich die Probleme der Arbeitnehmerschaft.
Diese Diskussion könne die SPD nur bestehen, "wenn wir gerade die jungen Menschen mit einbeziehen". Hierbei komme den Jungsozialisten eine Schlüsselrolle zu. Diese müssten nun mehr Verantwortung in den Bezirksbeiräten übernehmen. Ganz auf Parteilinie scheinen die Jusos jedoch noch nicht zu sein. Ihr Antrag auf Rücktritt des gesamten Kreisvorstands wurde am Montagabend mit großer Mehrheit abgelehnt.
Von Wolfgang Schulz-Braunschmidt
Gut vier Stunden haben die 120 Delegierten aus den SPD-Ortsvereinen über ihr Wahldebakel am 7. Juni debattiert. Nach seinem Verzicht auf den Fraktionsvorsitz erhielt Manfred Kanzleiter viel Beifall, nun ruhen die Hoffnungen der Basis auf der designierten neuen Chefin Roswitha Blind, die am Donnerstag von der Fraktion gewählt werden soll. Darüber hinaus herrschte im Cannstatter Kursaal Einigkeit darüber, dass man eine schwere Niederlage erlitten habe. Bei der Ursachenforschung wurde vor allem der Umgang mit dem "alles überlagernden Projekt Stuttgart 21" genannt (siehe oben).
Bei Wurstsalat und Weizenbier fanden die Genossen allerdings auch noch andere Gründe für die eigene Misere: In den Großstädten im Land gebe es eine Milieuverschiebung zu Gunsten der Grünen, hieß es. "Das ist mittel- und langfristig die eigentliche Herausforderung für die SPD in Stuttgart", sagte der Kreisvorsitzende Andreas Reißig. "Wir müssen wieder näher zu den Bürgern kommen." Die Stuttgarter SPD erlebe, dass sich ihr traditionelles Arbeitermilieu auflöse und immer weniger Bürger die Sozialdemokraten als ihre Partei ansehen würden. "Deshalb gelingt es uns nicht, wie früher zu mobilisieren", heißt es in der von der Kreiskonferenz verabschiedeten Erklärung. Dabei verschärften sich die Probleme der Arbeitnehmerschaft.
Diese Diskussion könne die SPD nur bestehen, "wenn wir gerade die jungen Menschen mit einbeziehen". Hierbei komme den Jungsozialisten eine Schlüsselrolle zu. Diese müssten nun mehr Verantwortung in den Bezirksbeiräten übernehmen. Ganz auf Parteilinie scheinen die Jusos jedoch noch nicht zu sein. Ihr Antrag auf Rücktritt des gesamten Kreisvorstands wurde am Montagabend mit großer Mehrheit abgelehnt.
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