Contact High
Wurst und Durst in Polen
Ulrich Kriest, veröffentlicht am 18.06.2009
Filmbeschreibung
"Contact High" ist ein utopischer Begriff aus der Hippiezeit, der davon spricht, dass man auch nüchtern "high" werden kann, wenn man jemandem begegnet, der psychedelische Drogen genommen hat. Funktioniert natürlich nur bei Empathie und sensibler Aufmerksamkeit fürs Gegenüber! Deshalb auch die revolutionäre Botschaft der Zeit: "Turn on, tune in, drop out!"
Der Filmemacher Michael Glawogger wurde eher durch spektakuläre (Semi-)Dokumentarfilme wie "Megacities" und "Workingman's Death" bekannt, hat aber auch eine Reihe famoser Spielfilme wie "Nacktschnecken" oder "Slumming" gedreht. Worum geht es ihm in "Contact High"? Um die Sache nicht unnötig zu verkomplizieren, sagen wir: die beiden erfolglosen Imbissbudenbesitzer Wurst (Michael Ostrowski) und Durst (Raimund Wallisch) bekommen von ihrer Chefin Mao (Pia Hierzegger) den Auftrag, eine mysteriöse Tasche aus Lodz zu holen.
Weil Wurst und Durst nur selten Durchblick haben, werden sie von den auch nicht beeindruckend intelligenten Gangstern Schorschi (Georg Friedrich) und Harry (Detlev Buck) beschattet. Als Mao Drogen nimmt, kommt es zum Contact High mit relativ vielen Menschen, was den ohnehin schrägen Film vollends aus der Bahn wirft. Tanz anthropomorpher Hunde in der Disco, Hendlfarm-Massaker, mit Trash handelnde Pakistanis, Ledertaschen voller Wurst, polnische Polizisten mit Schweinerüssel, melodramatische Liebesgeschichten - alles scheint möglich, so wie es sich in einem Film gehört, der vom Contact High nicht nur fabuliert, sondern diesen in den Kinosaal transportieren will.
Geschmeidige Dialoge in vielerlei Sprachen grooven auf wechselndem Niveau - zwischen Carlos Castaneda, Jerry Rubin und Cheech & Chong - am Ohr vorbei. Der Film hat große Momente im abseitigen Klamauk, auch diese lässige Unbekümmertheit um das Niveau, auf dem man sich amüsiert, könnte Teil des Gesamtplans sein. "Contact High" steht einzigartig da, eine heterogene Mischung aus "Yellow Submarine", dem Beatles-Videoclip zu "Strawberry Fields forever", "Dark Star", "Kottan" und "Alice im Wunderland". Die geschmackssicher ausgewählte und thematisch passende Musik stammt von Devendra Banhart, Captain Beefheart, Roxy Music, The Sonics und Calexico. Für das Wort "Meisterwerk" ist "Contact High" etwas zu entspannt, aber zum - Verzeihung! - "Kultfilm" sollte es allemal reichen.
Der Filmemacher Michael Glawogger wurde eher durch spektakuläre (Semi-)Dokumentarfilme wie "Megacities" und "Workingman's Death" bekannt, hat aber auch eine Reihe famoser Spielfilme wie "Nacktschnecken" oder "Slumming" gedreht. Worum geht es ihm in "Contact High"? Um die Sache nicht unnötig zu verkomplizieren, sagen wir: die beiden erfolglosen Imbissbudenbesitzer Wurst (Michael Ostrowski) und Durst (Raimund Wallisch) bekommen von ihrer Chefin Mao (Pia Hierzegger) den Auftrag, eine mysteriöse Tasche aus Lodz zu holen.
Weil Wurst und Durst nur selten Durchblick haben, werden sie von den auch nicht beeindruckend intelligenten Gangstern Schorschi (Georg Friedrich) und Harry (Detlev Buck) beschattet. Als Mao Drogen nimmt, kommt es zum Contact High mit relativ vielen Menschen, was den ohnehin schrägen Film vollends aus der Bahn wirft. Tanz anthropomorpher Hunde in der Disco, Hendlfarm-Massaker, mit Trash handelnde Pakistanis, Ledertaschen voller Wurst, polnische Polizisten mit Schweinerüssel, melodramatische Liebesgeschichten - alles scheint möglich, so wie es sich in einem Film gehört, der vom Contact High nicht nur fabuliert, sondern diesen in den Kinosaal transportieren will.
Geschmeidige Dialoge in vielerlei Sprachen grooven auf wechselndem Niveau - zwischen Carlos Castaneda, Jerry Rubin und Cheech & Chong - am Ohr vorbei. Der Film hat große Momente im abseitigen Klamauk, auch diese lässige Unbekümmertheit um das Niveau, auf dem man sich amüsiert, könnte Teil des Gesamtplans sein. "Contact High" steht einzigartig da, eine heterogene Mischung aus "Yellow Submarine", dem Beatles-Videoclip zu "Strawberry Fields forever", "Dark Star", "Kottan" und "Alice im Wunderland". Die geschmackssicher ausgewählte und thematisch passende Musik stammt von Devendra Banhart, Captain Beefheart, Roxy Music, The Sonics und Calexico. Für das Wort "Meisterwerk" ist "Contact High" etwas zu entspannt, aber zum - Verzeihung! - "Kultfilm" sollte es allemal reichen.
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