Telefonaktion Große Mehrheit der Leser lobt die neue StZ

Matthias Schmdt, veröffentlicht am 21.06.2009
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Vorne: der Chefredakteur Joachim Dorfs. Auch bei ihm konnten die Leser der StZ ihre Kritik zur neuen StZ loswerden. Foto: Briseño

Christoph Neuffer ist seit 30 Jahren Abonnent. Sein Urteil fällt freundlich aus, und doch beschönigt es nichts. "Die neue StZ ist äußerst gut gelungen, auch die Vorbereitung auf das neue Erscheinungsbild war gut. Aber bei den Börsenkursen ist alles falsch."


"Kompliment, Kompliment, Kompliment!"
Der StZ-Leser Salvatore De Grande aus Stuttgart

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Geschmeichelt und zerknirscht zugleich muss die Redaktion eingestehen: Christoph Neuffer hat uneingeschränkt recht - zumindest, was den Börsenteil vom Samstag betrifft. Aufgrund von Problemen bei der Datenübertragung steckte er voller Fehler, die nicht mehr rechtzeitig getilgt werden konnten. "Ich kann Sie nur um Entschuldigung bitten", sagte der StZ-Chefredakteur Joachim Dorfs zu vielen Lesern am Telefon. "Aber wir werden alles tun, damit sich so etwas nicht wiederholt.

"Dass die Redaktions- und Verlagsmitglieder, die am Samstagvormittag mit Hunderten von Lesern am Telefon sprachen, trotz der Börsenpanne nicht wie geprügelte Hunde von dannen schlichen, hatte einen einfachen Grund: Sie haben viel mehr Zuspruch als Ablehnung erfahren. Die große Mehrheit der StZ-Leser findet Gefallen am neuen Gesicht ihrer Stuttgarter Zeitung und äußerte sich ähnlich wie Salvatore De Grande aus Stuttgart, der die neue Optik als "ruhig, angenehm und sehr gelungen" empfand: "Kompliment, Kompliment, Kompliment!"

Nur eine geringe Zahl der Anrufer hingegen wollte einer Stuttgarter Leserin beipflichten, die kurz und verärgert feststellte: "Die alte Titelseite war seriös und die neue ist es nicht." Wer an noch schärferen Kritiken interessiert ist, kann auch einen Blick in die Online-Diskussion auf Stuttgarter-Zeitung.de werfen, wo die Meinungen offenbar generell etwas deftiger formuliert werden als am Telefon.

Im telefonischen Zwiegespräch bedankten sich viele Abonnenten wie etwa Werner Boos aus Sigmaringen für die besser lesbare Schrift: "Für mich als Brillenträger war das dringend notwendig", sagte er und fügte an, "die Zeitung ist jetzt viel übersichtlicher." Es wurde aber auch deutlich, dass viele Leser sich erst noch daran gewöhnen müssen, dass es anstelle des früheren "Heute"-Kastens auf der ersten Seite jetzt ein großes Inhaltsverzeichnis auf Seite zwei gibt - und dass die Redaktion an einigen Stellen nachbessern muss.

Die goldenen Zwischentitel auf den "Was Wann Wo"-Seiten, die viele für schlecht lesbar hielten, sollen von heute an in Schwarz gedruckt werden. Und überall dort, wo weiße Buchstaben auf goldenem Grund erscheinen, prüfen unsere Mediengestalter um Art Director Dirk Steininger nochmals, was optimiert werden kann.

Natürlich muss sich die Redaktion noch an die Arbeit mit dem neuen Layout gewöhnen. Dabei nimmt sie Anregungen wie die von Rudolf Scheef aus Stuttgart ernst. "Es ist eine hervorragende Zeitung, wunderbar und sehr übersichtlich. Ich habe nur eine Bitte: nicht so viele Bilder." Tatsächlich sind in der Samstagsausgabe nicht mehr Bilder gedruckt worden als in der Ausgabe vom Samstag davor. Durch das neue Titelfoto und die großzügigen Illustrationen auf den Aufschlagseiten aber ergab sich ein anderer Eindruck. "Gerade auf den Innenseiten werden wir eher noch zurückhaltender werden", sagte Chefredakteur Dorfs. Besänftigen konnte er übrigens auch Kunstliebhaber, die im Veranstaltungsteil die Ausstellungen vermisst haben: Sie erhalten künftig immer am ersten Freitag jedes Monats das ganze Galeriegeschehen gebündelt.

Apropos bildende Kunst: unsere Karikaturisten Luff und Heiko Sakurai wurden mit Lob überhäuft, und viele Leser wollen sie vor dem endgültigen "Sturz" in die Einspaltigkeit retten. Vielleicht aber können auch sie schon bald der kleineren farbigen Form - ebenso wie die Zeichner selbst - einen neuen Reiz abgewinnen. Manches soll ja Gewohnheitssache sein.

Wir bleiben im Gespräch - am Telefon unter 0711/72051111 oder per Mail unter redaktion@stz.zgs.de.


Kommentare (48)
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M.M.,
20.08.2009
Duplikat der Bild-Zeitung
Ich war jahrelang Leser der StZ und ich bin erst Anfang 20. Für mich ist die neue StZ nur noch eine von vielen Zeitungen, für die das Comeback von Schumi ein Bild auf der Titelseite wert war.

Die riesigen Überschriften ("Wirtschaft", "Kultur", etc.) fressen nur Platz und habe sonst keinerlei Funktion.

Die Karrikatur ist auf einen Comic geschrumpft.

Das Inhaltsverzeichnis ist auf der 2. Seite! Nicht wenige haben erst einmal kurz auf den Inhalt geblickt und dann die Zeitung weggepackt, weil man sie nicht gleich lesen konnte, z. B. auf dem Weg zur Arbeit. Nun muss man erst einmal "aufwändig" die Seite umblättern.

FAZIT: Weniger Qualität, mehr Boulevard, Verflachung eines ehemals guten und lesenswerten Blattes.

Übrigens: Mich interessiert es überhaupt nicht, wie der Kommentator des Leitartikels aussieht - der Kopf ist überflüssig!

MEINE KONSEQUENZ: ABO GEKÜNDIGT!


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